Sabbat

Der Sabbat ist der Schlusstag der siebentägigen Woche, die erstmals bei den Israeliten nachweisbar ist. Man hat vermutet, dass seine Hervorhebung an ältere Vorbilder anknüpft. In Babylonien bezeichnete Schapattu einen Unglückstag am 15. jeden Monats, an dem die Arbeit ruhen musste und die Götter durch Gebete und Bußübungen besänftigt werden sollten. In den Monaten Elul und Marcheschwan galten der 7., 14., 21. und 28. Tag bei den Babyloniern als ungünstige Tage, an denen bestimmte Handlungen besser unterblieben. Auch das Sabbatgebot in Israel umfasst zunächst nur die Arbeitsruhe, allerdings mit einer deutlich abweichenden Begründung (2Mo 20,9-11; 5Mo 5,12-15). Doch wurde der siebte Tag, vielleicht mitbestimmt durch die an diesem Tag gehaltenen Gottesdienste, im Bewusstsein der Israeliten mehr und mehr zu einem ausschließlich gottgeweihten Tag und in nachexilischer Zeit neben der Beschneidung zu einem Unterscheidungsmerkmal von anderen Völkern und zu einem Zeichen des Bundes zwischen Israel und seinem Gott (1Mo 2,2-3; 2Mo 16,23.26; 20,8-11; 31,12-17; Jes 56,1-8).

Zur Zeit des Neuen Testaments hatten die Schriftgelehrten bis ins Einzelne festgelegt, welche Tätigkeiten am Sabbat verboten und welche allenfalls erlaubt sind. So durfte man z.B. nur einen »Sabbatweg« weit gehen. Bereits das Abreißen von Ähren galt als verbotene Erntearbeit (vgl. Mk 2,23-24). Nur wenn ein Leben auf dem Spiel stand, war es erlaubt, am Sabbat zu heilen. Indem Jesus gegen solche Festlegungen verstößt (Mk 2,28), bringt er den ursprünglichen Sinn des Sabbats wieder zur Geltung: Er ist ein Tag, an dem der Mensch vor Gott aufatmen darf und Gottes Güte für ihn erfahrbar wird (Mk 2,27; 3,4).