Priester

Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt waren, Gottesdienste zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. Nach dem Gesetz durften nur Nachkommen Aarons Priesterdienst verrichten (2Mo 40,12-15; 4Mo 18,1-7), während die Leviten für die übrigen Dienste im Heiligtum zuständig waren. Die Priester wurden in 24 Dienstgruppen eingeteilt (1Chr 24,1-19), die sich in genau festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. An der Spitze der Priesterschaft stand in nachexilischer Zeit der Hohepriester.

Das alttestamentliche Priestertum hat aus der Sicht des Neuen Testaments in Jesus Christus sein Ende und seine Vollendung gefunden (Hebr 6,19–10,23; Opfer). Christus lässt alle an seiner priesterlichen Würde und Aufgabe teilhaben, die durch Glauben und Taufe mit ihm verbunden sind (1Petr 2,4-5.9; Offb 5,9-10). Worin die »Opfer« bestehen, mit denen diese »Priesterschaft« Gott ehren soll, wird in Röm 12,1-2 und Hebr 13,15-16 ausgeführt. Gelegentlich kann Paulus sein Wirken als Apostel mit Bildern der Opferdarbringung beschreiben (Röm 15,16; Phil 2,17). Die Tätigkeit der frühchristlichen Gemeindeleiter wird im Neuen Testament noch nicht als »priesterliche« im späteren Sinne bezeichnet und verstanden.