Pharisäer

»Abgesonderte«. Seit den Makkabäerkriegen die stärkste religiöse Partei, die das Erbe Israels, das Gesetz und die Überlieferungen der Väter, in Ehren hielt und mit leidenschaftlichem Eifer für die genaue Beobachtung des Gesetzes bis in die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens hinein kämpfte, um die Erfüllung der messianischen Verheißungen vom Menschen her zu sichern. (»Würde Israel nur zweimal den Sabbat, wie es vorgeschrieben ist, halten, dann würde die Erlösung anbrechen.«) Nach einer Probezeit verpflichtete sich der Pharisäer bei der Aufnahme in die Gemeinschaft, die Vorschriften über den Zehnten und die Reinheitsvorschriften (rein) strengstens einzuhalten. Nicht nur das im Gesetz Moses Niedergeschriebene, sondern auch die mündlich überlieferten genauen und strengen Anwendungsregeln, die »Satzungen der Ältesten«, d.h. der älteren Gesetzeslehrer (Mt 15,2), galt es im täglichen Leben zu beachten. Den Verheißungen Gottes vertrauend, glaubten die Pharisäer im Unterschied zu den Sadduzäern an die Auferstehung der Toten.

Zunächst eine Laienbewegung, waren sie doch bald eng verbunden mit dem Stand der Schriftgelehrten. Ihre Gefahr war die Gesetzlichkeit, doch wird ihnen das im Neuen Testament mitunter gezeichnete Bild selbstgerechter und liebloser Härte in dieser Pauschalität sicher nicht gerecht. Während die Pharisäer zunächst mit den Sadduzäern um die Führung im Volk rangen, beherrschten und prägten die Pharisäer seit dem Untergang Jerusalems (70 n.Chr.) das Denken des Judentums.