Nahrungsvorschriften

Grundlage für diese Vorschriften ist die kultische Unterscheidung zwischen rein und unrein. Durch Genuss bestimmter Speisen und Getränke wurde man unrein. Für den Israeliten verboten war das Essen (oder Trinken) von Blut (1Mo 9,4; 3Mo 19,26) und von Fleisch eines verendeten oder zerrissenen Tieres, weil in diesem Fall das Blut nicht völlig aus dem Fleisch entfernt werden konnte (3Mo 11,39-40; 17,15). Nicht erlaubt war das Essen von Eingeweidefett und vom Fettschwanz der Schafe (3Mo 7,3-4.23-25), sowie von bestimmten Teilen der Opfertiere, die den Priestern zugesprochen waren (3Mo 22,10). Bestimmte Tiere waren vom Verzehr ausgeschlossen, darunter vor allem das Schwein (das anscheinend in kanaanitischen Kulten eine wichtige Rolle spielte); sie sind in der Liste der reinen und unreinen Tiere zusammengestellt (3Mo 11; 5Mo 14,3-21). Unrein waren außerdem alle Speisen, die mit Leichen von Menschen und Tieren in Berührung gekommen waren (3Mo 11,33-35; 4Mo 19,14). Für einen Juden ist es kaum möglich, am Tisch eines Nichtjuden (der diese Vorschriften nicht kennt und nicht befolgt) mitzuessen (vgl. Dan 1,8; Tob 1,11-12; Jdt 12,1-4.18-20; Apg 10,9-14; 11,3). Auf jeden Fall ist es in solcher Lage erforderlich, auf das Essen von Fleisch zu verzichten.

Wenn in der Bibel stellenweise Fleischkost abgelehnt wird, geschieht es demnach nicht aus einem grundsätzlichen Vegetarismus. Die Christen der frühen Gemeinden mussten damit rechnen, dass das Fleisch, das ihnen bei Einladungen angeboten oder auf dem Markt verkauft wurde, von einem Götzenopfer stammte (Götzenopferfleisch).