Mühlstein

Im Alten Testament ist nur die Handmühle bekannt: Das Korn für den täglichen Bedarf wurde auf einem muldenförmig vertieften Stein (Unterstein) mit einem anderen, dem Reibstein (Oberstein; vgl. 5Mo 24,6; Hiob 41,16), zerquetscht und zerrieben. Die Vertiefung des Untersteins konnte auch kreisförmig sein und nach unten konisch zulaufen; mit einem entsprechend geformten oberen Stein konnte das Korn dann durch drehende Bewegung zerkleinert und ausgemahlen werden. Bei der erst aus römischer Zeit bekannten Eselsmühle lief der untere Stein nach oben konisch zu. Auf ihm bzw. um ihn drehte sich, trichterförmig nach unten geöffnet, der obere Stein. Er besaß auch nach oben hin eine trichterförmige Öffnung zum Einfüllen des Korns. Dieser schwere steinerne Mantel wurde mittels seitlich angebrachter Holzbalken von Eseln gedreht. Von ihm ist in Mk 9,42; Mt 18,6 die Rede (wörtlich »Eselsmühlstein«).