Monat(e)

Die vorderasiatischen Kalender richteten sich nach dem Mondumlauf, der ägyptische nach dem Sonnenumlauf. Das Mondjahr hat 354 Tage und bleibt deshalb hinter dem Naturjahr (Sonnenjahr) zurück. Daher wurden Schaltmonate eingefügt, ursprünglich wohl alle 3 Jahre ein Schaltmonat, seit dem 6. Jahrhundert v.Chr. in einem 8-Jahr-Turnus 3 Schaltmonate.

Das altisraelitische Jahr begann im Herbst. Nach 722 v.Chr. wurde aber für Handel und Verkehr der assyrische Kalender übernommen, bei dem das Jahr im Frühjahr beginnt. Nach dem Exil verwendeten die Juden den neubabylonischen Kalender, der auch der persische Staatskalender war. Die babylonischen Monatsnamen heißen:

Nisan (Neh 2,1; Est 3,7) März/April (jeweils etwa Monatsmitte bis Monatsmitte);

Ijar April/Mai;

Siwan (Est 8,9; Bar 1,8) Mai/Juni;

Tammus Juni/Juli;

Ab Juli/August;

Elul (Neh 6,15; 1Makk 14,27) August/September;

Tischri September/Oktober;

Marcheschwan Oktober/November;

Kislew (Sach 7,1; Neh 1,1) November/Dezember;

Tebet (Est 2,16) Dezember/Januar;

Schebat (Sach 1,7; 1Makk 16,14) Januar/Februar;

Adar (Esr 6,15; Est 3,7) Februar/März.

Für Israels Feste blieb man nach wie vor beim Herbstkalender, obwohl sich auch dem Jahresbeginn mit dem Passa als Gedenken des Auszugs aus Ägypten ein guter Sinn abgewinnen ließ (Auszug als Neubeginn; vgl. 2Mo 12,2). Von den alten kanaanitischen Monatsnamen blieben vier länger im Gebrauch:

Etanim (1Kön 8,2), 1. bzw. später 7. Monat;

Bul (1Kön 6,38), 2. bzw. 8. Monat;

Abib (= Ährenmonat; 2Mo 13,4; 23,15; 34,18; 5Mo 16,1), 7. bzw. 1. Monat;

Siw (1Kön 6,1.37), 8. bzw. 2. Monat.