Mitsein Gottes

Angesichts eines scheinbar übermächtigen Feindes oder unüberwindlicher Schwierigkeiten wird den Beauftragten Gottes oder dem ganzen Volk immer wieder zugesagt, dass Gott »mit ihnen« ist (1Mo 31,3; 2Mo 3,12; Jos 1,5.9; Ri 6,12.16; 1Sam 10,7; 16,18; Jes 41,10; 43,5; Zef 3,15.17; Lk 1,28). Trotz der eigenen Schwäche brauchen sie nicht zu verzagen, weil Gott selbst mit seiner unbegrenzten Macht für sie kämpft oder handelt (z.B. 2Mo 14,10-14). Die Zusage erfolgte wohl in der Regel durch den Mund eines Priesters oder Propheten, wie sich z.B. in 1Kön 11,38 und Hag 1,13 erkennen lässt.

Auf besondere Weise wird die Zusage Gottes in Jes 7,14 gegeben, nämlich als Ankündigung der Geburt eines Kindes, das Immanuel (= Gott mit uns) heißen soll. Diese Verheißung nimmt Matthäus (1,23) auf und bezieht sie auf Jesus. Dieser sichert seinen Jüngern bei seinem Abschied zu (Mt 28,20): »Ich bin bei (= mit) euch alle Tage«, womit er die Zusage von Mt 1,23 endgültig in Kraft setzt.

Im Grunde sagt schon der hebräische Gottesname (HERR) dasselbe aus: Die in 2Mo 3,14 gegebene Deutung »Ich werde sein, der ich sein werde« hat nichts mit »sein« im Sinn von »existieren« zu tun, sondern meint »Ich werde (für euch) da sein«.