Kleid, Kleidung

Nach antikem Verständnis stehen die Kleidung und die Person ihres Trägers in enger wechselseitiger Beziehung zueinander. Der Mensch ist, was er trägt (vgl. die Bedeutung der Einkleidung bei Königskrönung und Priesterweihe). Mit einem neuen Kleid (Jes 61,10) wird unter bestimmten Umständen ein neues Sein verliehen (dem dann im Leben entsprochen werden muss): ein neues Selbst, eine neue »Identität«, die es dann im persönlichen Leben einzuholen und zu bewahren gilt. Im Neuen Testament wird das Bild vom Kleid auf die verschiedenste Weise herangezogen: um den neuen Stand anzuzeigen, in den der Christ erhoben wurde (Offb 3,4; 7,14; 22,14), um die Umwandlung auszudrücken, die mit dem Glaubenden vor sich gegangen ist (Gal 3,27; Kol 3,9-10; Eph 4,24), um halbherzige Christen an ihre Berufung zu erinnern und sie zu warnen (Offb 3,17-18; 16,15; Mt 22,12).