Himmelfahrt

Die Erhöhung Jesu in seine Machtstellung bei Gott wird im Neuen Testament durchweg mit seiner Auferstehung zusammen als ein einziges Geschehen aufgefasst (vgl. Röm 1,4; 8,34; Phil 2,9-11; Eph 1,20-21; 4,8-10; Kol 3,1; 1Tim 3,16; 1Petr 1,21; 3,21-22; auch in Mt 28,18 sind Auferweckung und Erhöhung als ein einziger Vorgang vorausgesetzt). Nur Lukas berichtet von einem besonderen Vorgang, der sich sogar vor den Augen der Jünger vollzog. In der Formulierung der Berichte (Lk 24,50-53; Apg 1,9) nimmt er Bezug sowohl auf Entrückungsgeschichten des Alten Testaments (1Mo 5,24: Henoch; 2Kön 2: Elia) als auch auf Himmelfahrtsgeschichten, die über berühmte Männer der heidnischen Antike in Umlauf waren (z.B. über Romulus, Herakles, Alexander d.Gr., Augustus). In den heidnischen Geschichten kommt der Glaube zum Ausdruck, dass die betreffenden heidnischen Heroen in den Kreis der unsterblichen Götter versetzt wurden; damit wird für sie zugleich der Anspruch auf göttliche Verehrung erhoben. Lukas will seinen Lesern sagen: Nur einer ist in den Himmel aufgestiegen; nur ihm gebührt göttliche Verehrung (vgl. Lk 24,52: »beteten ihn an«)!