Himmel

Das entsprechende hebräische Wort steht grammatisch in der Mehrzahl, bezeichnet aber ursprünglich nicht eine Vielzahl von »Himmeln«. Es steht für das, was über der Erde und dem Meer ist, auch den Luftraum, für den das Hebräische kein eigenes Wort hat. Der so verstandene »Himmel« ist – wie die Erde – Schöpfung Gottes (1Mo 1,1). Gott ist über ihn – wie über die ganze Schöpfung – hoch erhaben (vgl. 1Kön 8,27). Wenn dennoch vom Himmel als dem Wohnbereich Gottes gesprochen wird (z.B. Ps 2,4; 11,4; 14,2; Mt 6,9), so ist dies der menschlich-bildhafte Versuch, dessen absolute Weltüberlegenheit auszudrücken, nicht etwa soll damit eine bestimmte Zone der geschaffenen Welt als Gottes Wohnort ausgegeben werden. Gott ist allen Bereichen des Geschaffenen gleich nahe (vgl. Ps 139,7-12; Jes 57,15). – Zur Vorstellung des Himmels als Gewölbe über Erde und Meer (1Mo 1,6-8; so auch Spr 8,27) Feste (Firmament).

In Entfaltung der Wendung »aller Himmel Himmel« von 1Kön 8,27 entstand im Judentum die Vorstellung von verschiedenen »Stockwerken« des Himmels, wobei man sich im obersten – man rechnete mit drei, sieben, zehn »Himmeln« – den gegenwärtigen Ort des Paradieses dachte (vgl. 2Kor 12,2-4). Die unteren Zonen des »Himmels« stellte man sich in bestimmten Kreisen als von dämonischen Mächten beherrscht vor, die Gott und den Menschen feindlich sind und sozusagen die geistige »Atmosphäre«, den »Zeitgeist« auf unserer Erde bestimmen (Eph 2,2; 6,12; Engel).