Herodes

Mit dem Namen »Herodes« werden im Neuen Testament verschiedene Herrscher bezeichnet:

1. Herodes I. (»der Große«) war 37–4 v.Chr. römischer Vasallenkönig in Palästina. In seine Regierungszeit fällt die Geburt Jesu (Mt 2,1; Lk 1,5). Er tat sich v.a. als Bauherr hervor; so fällt in seine Regierungszeit der Beginn des Ausbaus des Jerusalemer Tempels (62–64 n.Chr. beendet).

2. Herodes Antipas, Sohn von Herodes I., herrschte 4 v.– 39 n.Chr. (nur) über Galiläa und Peräa und war somit der Landesherr Jesu. Er führte den Titel »Tetrarch« (wörtlich »Viertelsfürst«), galt im Volk aber auch als »König« (vgl. Mk 6,14.22.25-27; Joh 4,46). Er ließ Johannes den Täufer hinrichten (Mk 6,14-29).

3. Herodes Archelaus, Sohn Herodes' I., herrschte 4 v.–6 n.Chr. über Judäa, Samarien und Idumäa (Mt 2,22). Sein Gebiet wurde danach einem römischen Statthalter (Prokurator) unterstellt.

4. Agrippa I., Enkel Herodes' I., wurde volkstümlich »Herodes« genannt, da er kurze Zeit (41–44 n.Chr.) das gesamte Reich seines Großvaters unter seiner Herrschaft vereinigte. Er ließ den Apostel Jakobus, den Bruder des Johannes, hinrichten (Apg 12,1-23).

5. Agrippa II., Sohn Agrippas I., Bruder der Berenike (die 48–69 n.Chr. bei ihm lebte) und der Drusilla, hatte eine kleine Herrschaft nördlich von Palästina (50–94 n.Chr.). Er war römischer Vertrauensmann für Angelegenheiten des Jerusalemer Tempels und Schwager des Statthalters Felix; um dieser Eigenschaften willen lässt Festus ihm den Gefangenen Paulus vorführen (Apg 25,13–26,32).