Grab (Begräbnis) Jesu

Das Grab Jesu entsprach offenbar den im Umkreis Jerusalems vielfach aufgefundenen, in den Fels getriebenen Grabhöhlen, deren Eingang durch einen schweren mühlsteinartigen Rollstein verschlossen wurde (Mk 15,46; 16,3; vgl. auch Joh 11,38-39). Innen waren an den Wänden Steinbänke ausgehauen, auf die man die Toten bettete. Wurden die Bänke erneut benutzt (was die Regel war; vgl. aber Mt 27,60; Lk 23,53; Joh 19,41), so wurden die zusammengefallenen Knochen abgeräumt und in eine mit der Grabanlage verbundene Grube geworfen oder in eigenen Behältern (Ossuarien) gesammelt. – Nach Joh 11,44 war der tote Lazarus »gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen«. Ähnliches soll nach Joh 19,40 wohl auch für Jesus gelten und jüdischer Sitte entsprechen. Ist an eine Art beabsichtigte »Fesselung« der Toten zu denken? Die Sitte ist jedoch in jüdischem Schrifttum sonst nirgends bezeugt.