Gottesfurcht

Die Bibel spricht von »Furcht Gottes« oder »Furcht des Herrn« im Sinne der Furcht vor bzw. gegenüber Gott (ein im Deutschen sonst nicht üblicher Gebrauch des Genitivs). Wenn für sie die »Gottesfurcht« als Grundlage der Weisheit und eines gottgefälligen Lebens gilt (Spr 1,7; 8,13; 15,33; 16,6; Ps 34,12; Jes 11,2-3), so appelliert sie jedoch nicht an die Angst vor Strafe. Der Mensch soll nicht zittern vor dem übermächtigen Gott, sondern ihm den ehrfürchtigen Respekt entgegenbringen, der dem Schöpfer gebührt. Zwischen sklavischer Unterwerfung und überheblicher Selbstsicherheit liegt das rechte Verhältnis zu Gott, in dem sich Achtung und Vertrauen durchdringen. Das Neue Testament kennt etwas, was noch darüber hinausführt: die Liebe zu Gott (1Joh 4,16-19; vgl. aber schon 5Mo 6,5).