Gemeinde

Im Alten Testament bezeichnet dieses Wort ganz allgemein die »Versammlung« des Volkes Israel, das Volk, wie es »vor dem Herrn« zusammenkommt, um die jährlichen Feste zu begehen, Weisungen entgegenzunehmen oder auch Gerichtsurteile auszuführen (2Mo 12,3; 35,1; 4Mo 27,15-23; 5Mo 23,2-4.8-9; Ri 20). Meistens war es die Versammlung der Männer.

Die griechische Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta) gibt das Wort mit ekklesia wieder. Dieser Begriff, den auch das Neue Testament gebraucht, bedeutet wörtlich: »die Herausgerufene«. Das war in griechischen Städten die Versammlung der freien Bürger, eigentlich einer Minderheit, die alle Entscheidungen für die Stadt zu treffen hatte. In dieser profanen Bedeutung kommt ekklesia im Neuen Testament nur selten vor (z.B. Apg 19,39). »Gemeinde« ist hier das neue Volk Gottes, das er durch Jesus Christus aus Welt und Sünde herausgerufen und versammelt hat.

In Mt 16,18 spricht Jesus von »seiner Gemeinde« und meint damit die weltweite Gemeinde aller Glaubenden. In Mt 18,17 ist die Gemeinde an einem bestimmten Ort gemeint, wo man einander kennt und einander korrigieren und beistehen kann. In dieser Bedeutung (Ortsgemeinde) kommt das Wort im Neuen Testament am häufigsten vor. Daneben werden auch noch Hausgemeinden erwähnt (z.B. Röm 16,5; 1Kor 16,19), die sich in ausreichend großen Privathäusern trafen. Die kurze Bemerkung in Apg 2,46 zeigt beide Formen nebeneinander: Den Gottesdienst feiert die gesamte Ortsgemeinde im Tempel gemeinsam, in den Häusern kommt man zur Gemeinschaft, zu den Mahlzeiten mit Abendmahlsfeier und zum Austausch geistlicher Erfahrungen zusammen.