Exil

Zur »Befriedungspolitik« der altorientalischen Herrscher gehörte es seit dem 2. Jahrtausend v.Chr., die Oberschichten (Priester, Kaufleute, Handwerker) eroberter Provinzen untereinander auszutauschen. In der Bibel wird von zwei Wegführungen berichtet:

1. Die assyrische Gefangenschaft: Im 8. Jahrhundert v.Chr. eroberte der assyrische König Sargon II. Samaria und deportierte die Oberschicht des Nordreiches Israel nach Mesopotamien (2Kön 17,6). Im Gegenzug ließ er Leute aus Babylon und Elam ansiedeln (Samaritaner).

2. Die babylonische Gefangenschaft: Im 6. Jahrhundert v.Chr. eroberte der neubabylonische König Nebukadnezar II. Juda und deportierte 597 und 587 v.Chr. die Oberschicht nach Babylonien (2Kön 25), ohne eine neue Oberschicht in Juda anzusiedeln. Die Verbannten konnten in geschlossenen Siedlungen zusammenwohnen, sodass der nationale Zusammenhalt bewahrt blieb und sich die Hoffnung auf Rückkehr erhalten konnte.