Erstlinge, Erstlingsgabe

Gott ist der Geber allen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens; darum gebührt ihm die Erstlingsgabe von allem Lebenden. Durch deren Übergabe an Gott, d.h. stellvertretend an die Priester des Heiligtums, wird nach der allgemeinen Auffassung des Altertums die weitere Fruchtbarkeit gesichert. Außer den Erstgeburten wird Gott im Alten Testament der erste Ertrag von Getreide, Öl und Wein dargebracht (2Mo 23,19; 4Mo 18,12).

Im Neuen Testament hat der Begriff eine übertragene Bedeutung. Paulus verwendet Erstlingsgabe in Röm 11,16 für den Glauben der Erzväter, durch den das ganze Volk Israel geheiligt ist, in Röm 16,5 und 1Kor 16,15 für die ersten Christen einer Provinz und in Röm 8,23 in Umkehrung des Verhältnisses von Geber und Empfänger für den Geist Gottes, der den Christen als Unterpfand für das volle zukünftige Heil bereits gegeben ist (ähnlich bezeichnen 2Kor 1,22; Eph 1,14 den Geist als erste Teilzahlung, durch die ein Vertrag gültig wird). Jesus Christus verbürgt als Erstling der Entschlafenen (1Kor 15,20) die allgemeine Auferweckung der Toten.