Edom, Edomiter

Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird (1Mo 36). Es wohnte südlich des Toten Meeres im Seïr genannten Bergland östlich des Jordangrabens. David unterwarf die Edomiter (2Sam 8,13-14; vgl. 1Kön 11,15-16), offenbar, um in den Besitz der Hafenstädte am Golf von Akaba und der Bodenschätze in der Senke zwischen Totem und Rotem Meer zu kommen. Er machte die Edomiter damit zu erbitterten Feinden Judas. Unter Salomo erlangten sie die Selbständigkeit zurück (1Kön 11,21-22.25b); hundert Jahre später werden dagegen wieder judäische »Statthalter« in Edom erwähnt (1Kön 22,48). Vielleicht bestand zeitweise ein Vasallenkönigtum (vgl. 2Kön 3,8-27); doch schon kurz danach fielen die Edomiter von Juda ab (2Kön 8,20). Um 733 v.Chr. ging der Hafen Elat endgültig an Edom verloren (2Kön 16,6). Nach der Zerstörung Jerusalems 587 v.Chr. machten die Edomiter sich die Schwäche Judas zunutze (vgl. Obd 10-14; Ps 137,7) und drangen in Südjuda ein. Um 300 v.Chr. entrissen ihnen die aus der Wüste kommenden Nabatäer das alte Stammland und drängten sie vollends in dieses nun Idumäa genannte Gebiet.