Demut

Der Begriff »Demut« (das griechische Wort wird an vielen Stellen auch mit »Sanftmut« übersetzt) meint nicht die Aufgabe der Selbstachtung (Sir 10,31-32), sondern zunächst einfach die Beherrschung des Zorns. Dementsprechend drückt sich Demut in Freundlichkeit und Milde aus und steht gerade den Mächtigen und Einflussreichen gut an (Sir 3,19-21). Wo Demut und sanftmütiges Ausharren besonders von denen erwartet werden, die unter der Rücksichtslosigkeit anderer zu leiden haben, wurzeln sie in der Hoffnung auf Gott, der für die Durchsetzung von Gerechtigkeit Sorge trägt (Mt 5,5; vgl. Ps 37, bes. V. 11). Im Neuen Testament gewinnt der Begriff eine besondere Bedeutung, indem Jesus hier als der exemplarisch Demütige/Sanftmütige gilt (Mt 11,29; 21,5). Ist die Demut/Sanftmut demnach ein besonderer Ausweis der Sendung Jesu, so soll sie gerade deswegen auch das Leben der Christen prägen (2Kor 10,1; Gal 5,23; 6,1).