Darius (der Meder)

Der persische König Darius I. (521–486 v.Chr.) war der zweite Nachfolger von Kyrus, dem Begründer des persischen Weltreiches, der 539 v.Chr. Babylon eingenommen und den letzten Babylonierkönig Nabonid entmachtet hatte. An diesen Darius ist wohl in Dan 6,1; 9,1; 11,1 zu denken. Dass er dort als König von Medien erscheint und zugleich in der Rolle von Kyrus, ist wahrscheinlich auf den Einfluss der Prophetie sowie auf eine Verwechslung zurückzuführen. Nach Jes 13,17-22; 21,1-10; Jer 51,11.28 sollten es die Meder sein, die der babylonischen Weltherrschaft ein Ende machen; auch in Dan 2 und 7 wird nach der babylonischen zunächst mit einer medischen und danach erst mit einer persischen Herrschaft gerechnet. In der geschichtlichen Abfolge hat aber der Perserkönig Kyrus zunächst die Meder unterworfen (553 v.Chr.) und dann gemeinsam mit ihnen die Babylonier überwunden. Die Verwechslung zwischen Kyrus und Darius könnte sich daraus erklären, dass Letzterer im Zusammenhang mit Thronstreitigkeiten 520 v.Chr. Babylon noch einmal erobern musste. – Dem Verfasser des Danielbuches scheint in Kap. 6 an einer genauen Unterscheidung zwischen Medern und Persern wie auch zwischen Kyrus und Darius nicht viel gelegen zu sein (vgl. Dan 6,9.16.29). Auf Darius folgte als König von Persien sein Sohn Xerxes (= Ahasveros), der in Dan 9,1 irrtümlich als Vater von Darius erscheint.