Chaldäa, Chaldäer

Name eines Gebietes und seiner Bewohner im südlichen Babylonien, später für das gesamte Babylonien gebraucht. Sehr früh hatten sich die Chaldäer, ein Stamm von Halbnomaden, zwischen Nordarabien und dem Persischen Golf niedergelassen und die Stadt Ur (1Mo 11,28) an sich gebracht. Eine Zeit lang (um 800 v.Chr.) waren sie Vasallen der Assyrer. Der Chaldäerfürst Merodach-Baladan riss vorübergehend (721–710 und 703–702 vgl. Jes 39) die Herrschaft über Babylonien an sich. Unter Nabopolassar (626–605), dem Vater des berühmten Nebukadnezar II., begründeten die Chaldäer das Neubabylonische Reich. Von da an wird Chaldäa gleichbedeutend mit Babylonien. – Die babylonischen Priester waren berühmt für ihre astronomischen und astrologischen Kenntnisse; das führte dazu, die Bezeichnung »Chaldäer« allgemein für Priester, Astrologen und Gebildete zu verwenden (so im aramäischen Text von Dan 2,10; 3,8; 4,4; 5,7.11).