Bundeslade

Wahrscheinlich war die heilige Lade (hebräisch = Kasten) in der Vorkönigszeit das Zentral- und Kriegsheiligtum der Israelstämme. Sie wurde am zentralen Heiligtum in Silo aufbewahrt, doch begleitete sie auch das Volksheer bei Kriegszügen. Nach dem Verlust der Lade an die Philister und ihrer Rückkehr (1Sam 4–6) wurde sie von David nach Jerusalem überführt (2Sam 6); Salomo stellte sie in das Allerheiligste des Tempels (1Kön 8,1-9). Vermutlich ist sie bei der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar zerstört oder weggeschleppt worden. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt, und eine neue Lade wurde nicht angefertigt. Sie war sichtbarer Ausdruck für die Gegenwart des unsichtbaren Gottes bei seinem Volk; über ihre Gestalt vgl. 2Mo 25,10-22. Die Bezeichnung »Gnadenthron« für die goldene Deckplatte geht auf die alte griechische Übersetzung zurück und erinnert an den Sühneritus, der am großen Versöhnungstag an dieser Deckplatte vollzogen wurde (3Mo 16,11-16).