Brandopfer, Brandopferaltar

Das Brandopfer oder Ganzopfer (griechisch »Holocaust«), bei dem das ganze Opfertier mit Ausnahme von Fell/Haut und Gedärmen auf dem Altar verbrannt wurde (3Mo 2), bringt den Sinn der Opferhandlungen (Opfer) am deutlichsten zum Ausdruck: Der Mensch gibt in Dankbarkeit und Verehrung Gott etwas (und zwar das Beste) von dem zurück, was er durch Gottes Segenshandeln von ihm erhalten hat. Die urtümliche Vorstellung, dass Gott sich von den ihm dargebrachten Opfern nährt (»Speise«; vgl. Hes 16,19), ist in späterer Zeit verblasst und macht einem »geistigen« Verständnis Platz (vgl. Ps 50,7-15).

Im Jerusalemer Tempel wurden die Brandopfer auf dem großen gemauerten Altar dargebracht, der im inneren Vorhof vor dem Eingang zum Tempelhaus stand und dessen Feuer von den Priestern gehütet wurde (3Mo 6,2.5). Auf ihm wurden auch die Fettstücke der Dankopfer (3Mo 3) und der »Gedenkanteil« der Speiseopfer (3Mo 2; Gedenkopfer) verbrannt. Die Asche der verbrannten Opfertiere wurde an einen besonderen (»reinen«) Platz geschafft (3Mo 6,3-4). Das tägliche Brandopfer bestand in je einem Schaf am Morgen und am Abend (2Mo 29,38-42); für den Sabbat und die großen Feste waren besondere Opfer vorgesehen (4Mo 28–29).