Blutrache, Bluträcher

(1Mo 9,5; 4Mo 35,12; 5Mo 19,6; 2Sam 14,11) Nach uraltem Rechtsempfinden fordert jeder Mord Sühne (Blut). Bevor es eine öffentliche Gerichtsbarkeit gab, oblag diese Sühne dem Sippenverband. Der nächste männliche Verwandte des Ermordeten (der »Bluträcher«) hatte die Pflicht, den Mörder oder an seiner Stelle ein Mitglied von dessen Sippe zu töten. Schon im Alten Testament findet sich das Bestreben, nahe liegenden Missbräuchen der Sippenrache zu begegnen (Freistädte und 2Mo 21,23-25). Das Neue Testament führt darüber hinaus zum grundsätzlichen Verzicht auf Rache (Mt 5,38-39; Röm 12,19-21).