Blut

Das Blut gilt als Quelle und Sitz des Lebens. Da Gott der Lebensspender ist, gehört es ihm und darf von Menschen nicht gegessen oder getrunken werden. Das führt in Israel zu der Forderung, nur solches Fleisch zu essen, in dem keinerlei Blut zurückgeblieben ist (1Mo 9,4), und infolgedessen zu einer Form des Schlachtens, bei der das gesamte Blut des Tieres ausfließt (Schächtung). Weil das bei verendeten Tieren oder solchen, die von einem Raubtier gerissen wurden, nicht gesichert ist, wird ihr Genuss in 2Mo 22,30; 5Mo 14,21 ebenfalls verboten.

Bei der rituellen Schlachtung (Opferung) wird das Blut der Opfertiere aufgefangen und an den Altar gegossen. Außerdem wird bei bestimmten Opferarten (Opfer) das Opferblut als Sühnemittel verwendet, um die verunreinigende Wirkung menschlicher Verfehlungen aufzuheben. Von daher wird im Neuen Testament der Opfertod Jesu als Sühne für die Sünde der Menschen verstanden (vor allem im Hebräerbrief). In anderem Zusammenhang dient das Blut von Opfertieren zur Besiegelung des Bundes zwischen Gott und seinem Volk (2Mo 24,6-8). Auf diesem Hintergrund deutet Jesus seinen Tod als Besiegelung des Neuen Bundes (Mt 26,28).

Im Alten Testament wird das Blut (= Leben) des Menschen unter Gottes besonderen Schutz gestellt (1Mo 9,5). Vergossenes Menschenblut schreit zum Himmel um Rache (1Mo 4,10), und wenn keine Sühne dafür geleistet wird, bringt es Unheil über das Land (5Mo 21,1-9).