Bethel

(Bet-El) Der Name bedeutet »Haus Gottes« (vgl. 1Mo 28,10-19). Der Ort im äußersten Süden des Stammesgebietes von Ephraim, etwa 8 km nördlich von Jerusalem, war bereits in der Bronzezeit besiedelt und hatte ein Heiligtum, das sich unweit des Ortes befand und zu verschiedenen Zeiten der Geschichte Israels eine wichtige Rolle spielte. In der Richterzeit stand dort zeitweise die Bundeslade (Ri 20,26-28; 21,1-4; weitere Erwähnungen 1Sam 7,16; 10,3). Jerobeam I. errichtete in Bethel, offenbar bewusst in nächster Nähe Jerusalems, sein Reichsheiligtum (1Kön 12,28–13,10). Hier trat der Prophet Amos auf (Am 4,4; 5,5-6; 7,13). Nach dem Untergang des Nordreiches war Bethel der Sitz des Priesters, welcher die umgesiedelten Fremden in der Verehrung des »Landesgottes« Jahwe unterweisen sollte (2Kön 17,28). Josia ließ das Heiligtum im Rahmen seiner Kultreform entweihen und zerstören (2Kön 23,4.15). In der Bibel ist bei Erwähnung des Namens in der Regel an das Heiligtum und erst in nachexilischer Zeit an den Ort gedacht.