Belagerung, Belagerungstechnik

Sie wurde angewendet, wenn eine Stadt für einen direkten Angriff zu stark befestigt war. In der Regel wurde die Stadt mit einem Wall (Luther: Bollwerk) umgeben, um ein schnelles Ausbrechen der Verteidiger zu verhindern und sie von der Versorgung von außerhalb abzuschneiden. Nach 5Mo 20,20 war es den Israeliten nicht erlaubt, zur Herstellung solcher Anlagen Fruchtbäume zu fällen. Das belagernde Heer war hinter dem Wall in Lagern untergebracht, die untereinander Sichtkontakt hatten. Solch eine Belagerung konnte unter Umständen mehrere Jahre dauern, wie z.B. die von Samaria (2Kön 17,5).

Um die Stadt durch eine Bresche in der Mauer sturmreif zu machen, schüttete man einen Damm (Luther: Wall) auf, der vom Lager der Angreifer zur Stadtmauer führte und als Rampe für die Sturmböcke diente. Das waren fahrbare Gestelle mit beweglich aufgehängten, oft metallbewehrten Baumstämmen, mit denen man die Stadtmauer rammte und zu zertrümmern suchte. Gegen die Pfeile, Speere und Steine der Verteidiger schützte man sich durch fahrbare große Schutzdächer, ebenso gegen siedendes Öl oder Pech, das sie von den Mauern und Türmen hinuntergossen (vgl. Hiob 19,12; Jes 29,3; Jer 32,24; Hes 4,2; 17,17; 21,27; 26,8-9; Nah 2,6).