Baal

Das Wort »Baal« bedeutet einerseits ganz allgemein »Herr« oder »Besitzer«, ist aber andererseits auch speziell der Eigenname des kanaanitischen Wettergottes. Der Gott Baal galt als Herr über Blitz und Donner, Wolken, Regen und Wind; auch die wechselnden Jahreszeiten wurden mit ihm in Verbindung gebracht. Bildliche Darstellungen zeigen ihn kampfbereit mit Keule und Blitzbündel in den Händen; sein Symboltier ist der Stier. In seiner Eigenschaft als Wettergottheit und durch die Verbindung mit der Göttin Aschera spielte Baal eine zentrale Rolle im kanaanitischen Fruchtbarkeitskult. Bei der kultischen Verehrung Baals gab es unterschiedliche lokale Ausprägungen; das Alte Testament kennt beispielsweise den Baal-Berit (»Herr des Bundes«; Ri 8,33; 9,4) in Sichem, den Baal von Peor (4Mo 25,3-5), den Baal-Sebub (»Herr der Fliegen«; 2Kön 1,2; Beelzebul) in Ekron und den Baal von Sidon (1Kön 16,31). Propheten wie Elia (1Kön 18) und Hosea (Hos 2,4-15) wenden sich mit scharfer Kritik gegen den zeitweise auch in Israel weit verbreiteten Baalskult, den sie als treulose Abkehr (Hurerei) vom Gott Israels brandmarken. Vor dem Hintergrund dieser prophetischen Kritik nimmt der Name »Baal« im alttestamentlichen Sprachgebrauch auch den allgemeinen Sinn von »Götze« an.