101Ein weiser Regent schafft seinem Volk Bestand; und wo ein Verständiger am Ruder ist, da herrscht Sicherheit.

2Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der Rat ist, so sind auch die Bürger.

3Ein zuchtloser König richtet Land und Leute zugrunde; wenn aber die Mächtigen klug sind, so gedeiht die Stadt.

4Alle Herrschaft auf Erden liegt in Gottes Händen; und zur rechten Zeit schickt er den rechten Mann.

5Es liegt in Gottes Händen, ob ein Mann Erfolg hat, mit dem Gesetzgeber gibt er seine Würde.

Warnung vor Überheblichkeit

6Rechne deinem Nächsten seine Missetat nicht an, und behandle ihn niemals von oben herab!

7Den Hoffärtigen sind Gott und die Welt Feind; denn das Unrecht ist allen beiden verhasst.

8Durch Gewalt, Unrecht und Habgier geht die Königsherrschaft von einem Volk aufs andre über.

9Was überhebt sich der Mensch, der nur Schmutz und Kot ist?

10Nichts anderes scheiden ja seine Eingeweide aus, solange er lebt.

11Eine leichte Krankheit – der Arzt scherzt;

12und doch heißt's: Heute König, morgen tot!

13Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Maden und Würmer.

14Daher kommt aller Hochmut: wenn ein Mensch von Gott abfällt und sein Herz von seinem Schöpfer weicht.

15Hochmut treibt zu allen Sünden, und wer an ihm festhält, der richtet viel Gräuel an.

16Darum hat der Herr die Hochmütigen schrecklich heimgesucht und am Ende gestürzt.

17Gott hat die hoffärtigen Fürsten vom Thron geworfen und Demütige darauf gesetzt.

18Gott hat die überheblichen Heiden mit der Wurzel ausgerottet und Demütige an ihre Stelle gesetzt.

19Gott hat das Land der Heiden verheert und völlig zugrunde gerichtet.

20Er hat viele von ihnen absterben lassen und vernichtet und ihren Namen von der Erde getilgt.

21Dass die Menschen hoffärtig und bösartig sind, das ist von Gott nicht geschaffen.

22

Vom rechten Ruhm

23Wer Gott fürchtet, der wird mit Ehren bestehen; wer aber Gottes Gebote übertritt, der verliert seine Ehre.

24Unter Brüdern steht der älteste in Ehren, aber der Herr sieht die an, die ihn fürchten.

25Es sollen sich Reiche und Arme, Große und Kleine allein dessen rühmen, dass sie Gott fürchten.

26Es ist nicht recht, einen Verständigen zu verachten, weil er arm ist, und einen Gottlosen zu ehren, weil er reich ist.

27Fürsten, Herren und Regenten stehen in hohem Ansehen; aber so groß sind sie doch nicht wie der, der Gott fürchtet.

28Einem weisen Knecht muss sein Herr dienen, und wenn er vernünftig ist, murrt er nicht darüber.

29Spiele nicht den Klugen, wenn du nur deinem Verlangen nachgibst, und spiele nicht den Starken, wenn du nicht weiterweißt;

30besser arbeiten und dabei reich werden als aufschneiden und ein Bettler bleiben.

31Mein Kind, in aller Demut achte dich doch selbst, und halte dich nicht für weniger, als du bist;

32wer wird dem sein Recht geben, der sich selber schlecht macht, und wer wird dem Ehre geben, der sich selbst verachtet?

33Der Arme wird geehrt um seiner Klugheit willen und der Reiche um seiner Güter willen.

34Wird aber die Klugheit schon an einem Armen gelobt, wie viel mehr erst an einem Reichen! Und was einem Reichen übel ansteht, das steht dem Armen noch viel übler an.