151Aber du, unser Gott, bist freundlich und treu und geduldig und regierst alles mit Barmherzigkeit.

2Wenn wir auch sündigen, gehören wir doch dir und kennen deine Macht. Weil wir aber wissen, dass wir dir angehören, sündigen wir nicht.

3Denn dich kennen ist vollkommene Gerechtigkeit, und von deiner Macht wissen ist die Wurzel der Unsterblichkeit.

4Denn uns verführen nicht die arglistigen Einfälle der Menschen noch die unnütze Arbeit der Maler, nämlich eine Gestalt, die mit mancherlei Farbe beschmiert ist,

5deren Anblick die Unverständigen reizt, sodass sie Verlangen haben nach dem leblosen und toten Bild.

6Denn die es anfertigen und die danach verlangen und die es verehren, lieben das Böse und sind dessen wert, worauf sie hoffen.

7Denn auch ein Töpfer, der den weichen Ton mühevoll knetet, macht jedes Gefäß zu unserm Gebrauch. Er macht aber aus demselben Ton Gefäße, die zu sauberen Zwecken dienen, und andere zu gegenteiligen Zwecken, alle in gleicher Weise. Wozu aber jedes einzelne von den Gefäßen dann gebraucht wird, darüber entscheidet der Töpfer.

8Aber es ist ein böses Werk, wenn er aus demselben Ton einen nichtigen Gott macht, wo er doch selbst nicht lange zuvor aus Erde geschaffen worden ist und nach kurzer Zeit wieder dahinfährt, von wo er genommen worden ist, wenn die anvertraute Gabe der Seele zurückgefordert wird.

9Aber das macht ihm keine Sorge, dass er davonmuss und dass er ein kurzes Leben hat, sondern er wetteifert mit den Gold- und Silberschmieden und ahmt die Erzgießer nach und hält es für eine Ehre, Trugbilder zu machen.

10Die Gedanken seines Herzens sind wie Asche, und seine Hoffnung ist geringer als Erde und sein Leben verächtlicher als Ton,

11weil er den nicht kennt, der ihn geschaffen und der ihm die wirkende Seele eingehaucht und den lebendigen Geist eingeblasen hat;

12er hält vielmehr unser menschliches Leben für ein Spiel und unser menschliches Treiben für einen Jahrmarkt; denn er gibt vor, man müsse überall Gewinn suchen, auch aus bösen Dingen.

13Solch einer weiß besser als alle andern, dass er sündigt, wenn er zerbrechliche Gefäße und Bilder aus irdischem Stoff schafft.

14Alle aber sind sie törichter und elender als ein kleines Kind – nämlich die Feinde deines Volks, die es unterdrücken –,

15da sie alle Götzenbilder der Heiden für Götter halten, die mit ihren Augen nicht sehen, mit ihren Nasen nicht Luft holen, mit ihren Ohren nicht hören, mit ihren Fingern an den Händen nicht fühlen können und deren Füße zu faul zum Gehen sind.

16Denn ein Mensch hat sie gemacht, und einer, dem der Geist nur geliehen ist, hat sie gebildet.

17Ein Mensch kann ja nicht einmal einen Gott machen, der wenigstens einem lebendigen Menschen gleich ist; sondern weil er sterblich ist, schafft er nur etwas Lebloses mit seinen ruchlosen Händen. Denn er selbst ist ja besser als das, was er verehrt; denn er lebt doch, jenes aber nie.

18Sie verehren sogar die feindseligsten Tiere, die, an ihrem Verstand gemessen, noch tiefer stehen als die andern.

19Auch sind sie nicht schön wie andre Tiere, sodass man an ihrem Anblick Gefallen haben könnte; vielmehr ist ihnen das Lob und der Segen Gottes verloren gegangen.