Weitere Sprüche Salomos

251Auch dies sind Sprüche Salomos; die Männer Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied das Gefäß;

5man tue den Gottlosen hinweg vom König, so wird sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

6Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht zu den Großen;

7denn es ist besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als dass du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

8Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?

9Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber verrate nicht eines andern Geheimnis,

10damit von dir nicht übel spricht, wer es hört, und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört.

11Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

12Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines Herrn Seele.

14Wer Geschenke verspricht und hält's nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine linde Zunge zerbricht Knochen.

16Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus.

17Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.

19Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem missmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.

21Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser,

22denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir's vergelten.

23Wind mit dunklen Wolken bringt Regen, und heimliches Geschwätz schafft saure Gesichter.

24Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

25Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.

26Ein Gerechter, der angesichts eines Gottlosen wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Zu viel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren Dingen forscht, dem bringt's Ehre.

28Ein Mann, der seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

261Wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt sich Ehre zum Toren.

2Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so ist ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

3Dem Ross eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und dem Toren eine Rute auf den Rücken!

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, dass du ihm nicht gleich wirst.

5Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, dass er sich nicht weise dünke.

6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhaut und Schaden leidet.

7Wie einem Gelähmten das Tanzen, so steht dem Toren an, von Weisheit zu reden.

8Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.

9Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in der Hand eines Trunkenen.

10Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.

11Wie ein Hund wieder frisst, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

12Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht: »Es ist ein Löwe auf dem Wege, ein Löwe auf den Gassen.«

14Ein Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.

15Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.

16Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da wissen, verständig zu antworten.

17Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

18Wie ein Unsinniger, der mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet,

19so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und spricht: »Ich habe nur gescherzt.«

20Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.

21Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so facht ein zänkischer Mann den Streit an.

22Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

23Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.

24Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen ist er falsch;

25wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen.

26Wer den Hass trügerisch verbirgt, dessen Bosheit wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.

27Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

28Eine falsche Zunge hasst den, dem sie Arges getan hat, und glatte Lippen richten Verderben an.

271Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.

2Lass dich von einem andern loben und nicht von deinem Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.

3Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger über einen Toren ist schwerer als beide.

4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

5Offene Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.

6Die Schläge des Freundes meinen es gut; aber die Küsse des Hassers sind trügerisch.

7Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.

8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.

9Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.

10Von deinem Freund und deines Vaters Freund lass nicht ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich antworten dem, der mich schmäht.

12Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; aber die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.

13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.

14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch gerechnet.

15Eine zänkische Frau und ein triefendes Dach, wenn's sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen:

16wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und will Öl mit der Hand fassen.

17Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

18Wer seinen Feigenbaum pflegt, der isst Früchte davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.

19Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern.

20Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.

21Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

22Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.

23Auf deine Schafe hab Acht und nimm dich deiner Herden an;

24denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine Krone währt nicht für und für.

25Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt,

26dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen;

27du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.

281Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.

2Um des Landes Sünde willen wechseln häufig seine Herren; aber durch einen verständigen und vernünftigen Mann gewinnt das Recht Bestand.

3Ein gottloser Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Platzregen, der die Frucht verdirbt.

4Wer die Weisung verlässt, rühmt den Gottlosen; wer sie aber bewahrt, der bekämpft ihn.

5Böse Leute verstehen nichts vom Recht; die aber nach dem HERRN fragen, verstehen alles.

6Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.

7Wer die Lehre bewahrt, ist ein verständiger Sohn; wer aber der Schlemmer Geselle ist, macht seinem Vater Schande.

8Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

9Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Gräuel.

10Wer die Frommen verführt auf einen bösen Weg, wird selbst in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

11Ein Reicher meint weise zu sein, aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit; wenn aber die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute.

13Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

14Wohl dem, der Gott allewege fürchtet! Wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

15Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, ist wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär.

16Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber unrechten Gewinn hasst, wird lange leben.

17Wer schuldig ist am Blut eines Menschen, der wird flüchtig sein bis zum Grabe, und niemand helfe ihm!

18Wer ohne Tadel einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrte Wege geht, wird in eine Grube fallen.

19Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben.

20Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben.

21Die Person ansehen ist nicht gut; aber mancher vergeht sich schon um ein Stück Brot.

22Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

23Wer einen Menschen zurechtweist, wird zuletzt Dank haben, mehr als der da freundlich tut.

24Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

25Ein Habgieriger erweckt Zank; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird gelabt.

26Wer sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.

27Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.

28Wenn die Gottlosen hochkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.

291Wer gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

2Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.

3Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

4Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

5Wer seinem Nächsten schmeichelt, der spannt ihm ein Netz über den Weg.

6Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter geht seinen Weg und ist fröhlich.

7Der Gerechte weiß um die Sache der Armen; der Gottlose aber weiß gar nichts.

8Die Spötter bringen leichtfertig eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

9Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.

10Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten nehmen sich seiner an.

11Ein Tor schüttet all seinen Unmut aus, aber ein Weiser beschwichtigt ihn zuletzt.

12Ein Herrscher, der auf Lügen hört, hat nur gottlose Diener.

13Der Arme und sein Peiniger begegnen einander; der beiden das Augenlicht gab, ist der HERR.

14Ein König, der die Armen treulich richtet, dessen Thron wird für immer bestehen.

15Rute und Tadel gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

16Wo viele Gottlose sind, da ist viel Sünde; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.

17Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Freude machen und deine Seele erquicken.

18Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!

19Ein Knecht lässt sich mit Worten nicht in Zucht halten; denn wenn er sie auch versteht, so nimmt er sie doch nicht an.

20Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

21Wenn ein Knecht von Jugend auf verwöhnt wird, so wird er am Ende widerspenstig sein.

22Ein zorniger Mann richtet Streit an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

23Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.

24Wer mit Dieben gemeinsame Sache macht, hasst sein Leben; den Fluch hört er aussprechen und zeigt's nicht an.

25Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird beschützt.

26Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Recht kommt vom HERRN.

27Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Gräuel; und wer recht wandelt, ist dem Gottlosen ein Gräuel.