Worte der Weisen

17Neige deine Ohren und höre die Worte von Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.

18Denn lieblich ist's, wenn du sie im Sinne behältst; lass sie miteinander auf deinen Lippen bleiben.

19Damit deine Hoffnung sich gründe auf den HERRN, erinnere ich daran heute gerade dich.

20Hab ich dir's nicht mannigfach aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis,

21um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen kannst dem, der dich gesandt hat?

22Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Geringen nicht im Gericht;

23denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre Bedrücker bedrücken.

24Geselle dich nicht zum Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann;

25du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

26Sei nicht einer von denen, die mit ihrer Hand haften und für Schulden Bürge werden;

27denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann, behände in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; geringen Leuten wird er nicht dienen.

231Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so bedenke wohl, was du vor dir hast,

2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist;

3wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

4Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

5Du richtest deine Augen auf Reichtum und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6Iss nicht bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts;

7denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir.

8Die Bissen, die du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind verloren.

9Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen,

11denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

12Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten;

14du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz,

16und meine Seele ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des HERRN;

18denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg.

20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;

21denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.

22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

24Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn.

25Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

27Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen.

28Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne jeden Grund? Wo sind trübe Augen?

30Wo man lange beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.

31Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein,

32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.

33Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden,

34und du wirst sein wie einer, der auf hoher See sich schlafen legt, und wie einer, der oben im Mastkorb liegt.

35»Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich's wieder so treiben.«

241Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;

2denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten,

4und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

5Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft;

6denn mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Rat nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht.

9Das Vorhaben des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Gräuel.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

12Sprichst du: »Siehe, wir haben's nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele Acht hat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen.

14So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir's am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Wohnung nicht,

16denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen versinken im Unglück.

17Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

18der HERR könnte es sehen und Missfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Gottlosen;

20denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.

21Mein Sohn, fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer;

22denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unheil kommen.