Das Hohelied der Weisheit

241Die Weisheit preist sich selbst, und unter dem Volk rühmt sie sich.

2Sie tut ihren Mund auf in der Gemeinde des Höchsten

3und lobt sich vor seinem himmlischen Heer und spricht:

4»Ich ging vom Munde des Höchsten aus

5und bedeckte wie Nebel die Erde.

6Mein Zelt war in der Höhe und mein Thron auf den Wolken.

7Ich allein durchwanderte das Himmelsgewölbe

8und durchzog die Tiefen des Abgrunds.

9Auf den Wogen im Meer, überall auf Erden,

10unter allen Menschen und Völkern gewann ich Besitz.

11Bei diesen allen suchte ich Wohnung, um bei einem von ihnen einen Erbbesitz zu finden.

12Da gebot mir der Schöpfer aller Dinge, und der mich geschaffen hat, gab mir eine bleibende Wohnung

13und sprach: In Jakob sollst du wohnen, und in Israel soll dein Erbbesitz sein.

14Vor der Welt, im Anfang bin ich geschaffen und werde ewig bleiben.

15Ich habe vor ihm im heiligen Zelt gedient und danach auf dem Zion eine feste Stätte gefunden; so hat er mich in die geliebte Stadt gesetzt, dass ich in Jerusalem regieren sollte.

16Ich bin eingewurzelt bei einem geehrten Volk, das Gottes Erbteil ist.

17Ich bin hoch gewachsen wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf dem Gebirge Hermon.

18Ich bin aufgewachsen wie ein Palmbaum in En-Gedi und wie die Rosenstöcke in Jericho,

19wie ein schöner Ölbaum auf freiem Felde; ich bin aufgewachsen wie eine Platane.

20Ich strömte einen lieblichen Geruch aus wie Zimt und köstliche Würze und duftete wie die beste Myrrhe,

21wie Galbanum und Onyx und Stakte und wie der Weihrauch im Tempel.

22Ich breitete meine Zweige aus wie eine Terebinthe, und meine Zweige waren schön und prächtig.