Drittes Buch

Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen

731Ein Psalm Asafs.

Gott ist dennoch Israels Trost

für alle, die reinen Herzens sind.

2Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;

mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,

als ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging.

4Denn für sie gibt es keine Qualen,

gesund und feist ist ihr Leib.

5Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute

und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

6Darum prangen sie in Hoffart

und hüllen sich in Frevel.

7Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst,

sie tun, was ihnen einfällt.

8Sie achten alles für nichts und reden böse,

sie reden und lästern hoch her.

9Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein;

was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

10Darum fällt ihnen der Pöbel zu

und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser.

11Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen?

Wie sollte der Höchste etwas merken?

12Siehe, das sind die Gottlosen;

die sind glücklich in der Welt und werden reich.

13Soll es denn umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt

und meine Hände in Unschuld wasche?

14Ich bin doch täglich geplagt,

und meine Züchtigung ist alle Morgen da.

15Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie,

siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet.

16So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte,

aber es war mir zu schwer,

17bis ich ging in das Heiligtum Gottes

und merkte auf ihr Ende.

18Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund

und stürzest sie zu Boden.

19Wie werden sie so plötzlich zunichte!

Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

20Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht,

so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst.

21Als es mir wehe tat im Herzen

und mich stach in meinen Nieren,

22da war ich ein Narr und wusste nichts,

ich war wie ein Tier vor dir.

23Dennoch bleibe ich stets an dir;

denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24du leitest mich nach deinem Rat

und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

25Wenn ich nur dich habe,

so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,

so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

27Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen;

du bringst um alle, die dir die Treue brechen.

28Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte /

und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN,

dass ich verkündige all dein Tun.

Klage vor dem entweihten Heiligtum

741Eine Unterweisung Asafs.

Gott, warum verstößest du uns für immer

und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?

2Gedenke an deine Gemeinde,

die du vorzeiten erworben

und dir zum Erbteil erlöst hast,

an den Berg Zion, auf dem du wohnest.

3Richte doch deine Schritte zu dem, /

was so lange wüste liegt.

Der Feind hat alles verheert im Heiligtum.

4Deine Widersacher brüllen in deinem Hause

und stellen ihre Zeichen darin auf.

5Hoch sieht man Äxte sich heben

wie im Dickicht des Waldes.

6Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk

mit Beilen und Hacken.

7Sie verbrennen dein Heiligtum,

bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Namens.

8Sie sprechen in ihrem Herzen: /

Lasst uns sie ganz unterdrücken!

Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande.

9Unsere Zeichen sehen wir nicht, /

kein Prophet ist mehr da,

und keiner ist bei uns, der etwas weiß.

10Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher noch schmähen

und der Feind deinen Namen immerfort lästern?

11Warum ziehst du deine Hand zurück?

Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!

12Gott ist ja mein König von alters her,

der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

13Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft,

zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer.

14Du hast dem Leviatan die Köpfe zerschlagen

und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.

15Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen

und ließest starke Ströme versiegen.

16Dein ist der Tag und dein ist die Nacht;

du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.

17Du hast dem Land seine Grenze gesetzt;

Sommer und Winter hast du gemacht.

18So gedenke doch, HERR, wie der Feind schmäht

und ein törichtes Volk deinen Namen lästert.

19Gib deine Taube nicht den Tieren preis;

das Leben deiner Elenden vergiss nicht für immer.

20Gedenke an den Bund;

denn die dunklen Winkel des Landes sind voll Frevel.

21Lass den Geringen nicht beschämt davongehen,

lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

22Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache;

denk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

23Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde;

das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

Gott ist Richter über die Stolzen

751Ein Psalmlied Asafs, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«.

2Wir danken dir, Gott, wir danken dir

und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.

3»Wenn meine Zeit gekommen ist,

werde ich recht richten.

4Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen,

aber ich halte ihre Säulen fest.« SELA.

5Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so!,

und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

6Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt,

redet nicht so halsstarrig!

7Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang,

nicht von der Wüste und nicht von den Bergen,

8sondern Gott ist Richter,

der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

9Denn der HERR hat einen Becher in der Hand,

mit starkem Wein voll eingeschenkt.

Er schenkt daraus ein, /

und die Gottlosen auf Erden müssen alle trinken

und sogar die Hefe schlürfen.

10Ich aber will verkündigen ewiglich

und lobsingen dem Gott Jakobs:

11Er wird alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen,

dass die Gewalt des Gerechten erhöht werde.

Gott, der furchtbare Richter

761Ein Psalmlied Asafs, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott ist in Juda bekannt,

in Israel ist sein Name herrlich.

3So erstand in Salem sein Zelt

und seine Wohnung in Zion.

4Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens,

Schild, Schwert und Streitmacht. SELA.

5Du bist herrlicher und mächtiger

als die ewigen Berge.

6Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken,

und allen Kriegern versagen die Hände.

7Von deinem Schelten, Gott Jakobs,

sinken in Schlaf Ross und Wagen.

8Furchtbar bist du!

Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?

9Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel,

erschrickt das Erdreich und wird still,

10wenn Gott sich aufmacht zu richten,

dass er helfe allen Elenden auf Erden. SELA.

11Wenn Menschen wider dich wüten,

bringt es dir Ehre;

und wenn sie noch mehr wüten,

bist du auch noch gerüstet.

12Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie!

Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren,

13der den Fürsten den Mut nimmt

und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.

Trost aus Gottes früheren Taten

771Ein Psalm Asafs, vorzusingen, für Jedutun.

2Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe,

zu Gott rufe ich und er erhört mich.

3In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; /

meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab;

denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

4Ich denke an Gott – und bin betrübt;

ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten. SELA.

5Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen;

ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

6Ich gedenke der alten Zeit,

der vergangenen Jahre.

7Ich denke und sinne des Nachts /

und rede mit meinem Herzen,

mein Geist muss forschen.

8Wird denn der Herr auf ewig verstoßen

und keine Gnade mehr erweisen?

9Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte,

und hat die Verheißung für immer ein Ende?

10Hat Gott vergessen, gnädig zu sein,

oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? SELA.

11Ich sprach: Darunter leide ich,

dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

12Darum denke ich an die Taten des HERRN,

ja, ich denke an deine früheren Wunder

13und sinne über alle deine Werke

und denke deinen Taten nach.

14Gott, dein Weg ist heilig.

Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?

15Du bist der Gott, der Wunder tut,

du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

16Du hast dein Volk erlöst mit Macht,

die Kinder Jakobs und Josefs. SELA.

17Die Wasser sahen dich, Gott,

die Wasser sahen dich und ängstigten sich,

ja, die Tiefen tobten.

18Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, /

die Wolken donnerten,

und deine Pfeile fuhren einher.

19Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis,

die Erde erbebte und wankte.

20Dein Weg ging durch das Meer /

und dein Pfad durch große Wasser;

doch niemand sah deine Spur.

21Du führtest dein Volk wie eine Herde

durch die Hand des Mose und Aaron.

Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte

781Eine Unterweisung Asafs.

Höre, mein Volk, meine Unterweisung,

neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

2Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch

und Geschichten verkünden aus alter Zeit.

3Was wir gehört haben und wissen

und unsre Väter uns erzählt haben,

4das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern;

wir verkündigen dem kommenden Geschlecht

den Ruhm des HERRN und seine Macht

und seine Wunder, die er getan hat.

5Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob

und gab ein Gesetz in Israel

und gebot unsern Vätern,

es ihre Kinder zu lehren,

6damit es die Nachkommen lernten,

die Kinder, die noch geboren würden;

die sollten aufstehen

und es auch ihren Kindern verkündigen,

7dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung /

und nicht vergäßen die Taten Gottes,

sondern seine Gebote hielten

8und nicht würden wie ihre Väter,

ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,

dessen Herz nicht fest war

und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,

9wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten,

abfielen zur Zeit des Streits;

10sie hielten den Bund Gottes nicht

und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln

11und vergaßen seine Taten und seine Wunder,

die er ihnen erwiesen hatte.

12Vor ihren Vätern tat er Wunder

in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan.

13Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen

und stellte das Wasser fest wie eine Mauer.

14Er leitete sie am Tage mit einer Wolke

und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.

15Er spaltete die Felsen in der Wüste

und tränkte sie mit Wasser in Fülle;

16er ließ Bäche aus den Felsen kommen,

dass sie hinabflossen wie Wasserströme.

17Dennoch sündigten sie weiter wider ihn

und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten;

18sie versuchten Gott in ihrem Herzen,

als sie Speise forderten für ihr Gelüste,

19und redeten wider Gott und sprachen:

Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?

20Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen,

dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen;

kann er aber auch Brot geben

und seinem Volk Fleisch verschaffen?

21Da der HERR das hörte, entbrannte er im Grimm,

und Feuer brach aus in Jakob,

und Zorn kam über Israel,

22weil sie nicht glaubten an Gott

und nicht hofften auf seine Hilfe.

23Und er gebot den Wolken droben

und tat auf die Türen des Himmels

24und ließ Manna auf sie regnen zur Speise

und gab ihnen Himmelsbrot.

25Brot der Engel aßen sie alle,

er sandte ihnen Speise in Fülle.

26Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel

und erregte durch seine Stärke den Südwind

27und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub

und Vögel wie Sand am Meer;

28mitten in das Lager fielen sie ein,

rings um seine Wohnung her.

29Da aßen sie und wurden sehr satt;

und was sie verlangten, gewährte er ihnen.

30Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt,

ihre Speise war noch in ihrem Munde,

31da kam der Zorn Gottes über sie /

und brachte ihre Vornehmsten um

und schlug die Besten in Israel nieder.

32Zu dem allen sündigten sie noch mehr

und glaubten nicht an seine Wunder.

33Darum ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts

und ihre Jahre in Schrecken.

34Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Gott

und fragten wieder nach ihm

35und dachten daran, dass Gott ihr Hort ist

und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

36Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde

und belogen ihn mit ihrer Zunge.

37Ihr Herz hing nicht fest an ihm,

und sie hielten nicht treu an seinem Bunde.

38Er aber war barmherzig und vergab die Schuld

und vertilgte sie nicht

und wandte oft seinen Zorn ab

und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus.

39Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind,

ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

40Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste

und betrübten ihn in der Einöde!

41Sie versuchten Gott immer wieder

und kränkten den Heiligen Israels.

42Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand,

an den Tag, als er sie erlöste von den Feinden,

43wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte

und seine Wunder im Lande Zoan;

44als er ihre Ströme in Blut verwandelte,

dass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten;

45als er Ungeziefer unter sie schickte, das sie fraß,

und Frösche, die ihnen Verderben brachten,

46und ihr Gewächs den Raupen gab

und ihre Saat den Heuschrecken;

47als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug

und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen;

48als er ihr Vieh preisgab dem Hagel

und ihre Herden dem Wetterstrahl;

49als er die Glut seines Zornes unter sie sandte,

Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel;

50als er seinem Zorn freien Lauf ließ /

und ihre Seele vor dem Tode nicht bewahrte

und ihr Leben preisgab der Pest;

51als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug,

die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams.

52Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe

und führte sie wie eine Herde in der Wüste;

53und er leitete sie sicher, /

dass sie sich nicht fürchteten;

aber ihre Feinde bedeckte das Meer.

54Er brachte sie zu seinem heiligen Lande,

zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,

55und vertrieb vor ihnen her die Völker /

und verteilte ihr Land als Erbe

und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.

56Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten

und hielten seine Gebote nicht;

57sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter

und versagten wie ein schlaffer Bogen;

58sie erzürnten ihn mit ihren Höhen

und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen.

59Als das Gott hörte, entbrannte sein Grimm,

und er verwarf Israel so sehr,

60dass er seine Wohnung in Silo dahingab,

das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte;

61er gab seine Macht in Gefangenschaft

und seine HerrlichkeitB in die Hand des Feindes;

62er übergab sein Volk dem Schwert

und ergrimmte über sein Erbe.

63Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer,

und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.

64Ihre Priester fielen durchs Schwert,

und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.

65Da erwachte der Herr wie ein Schlafender,

wie ein Starker, der beim Wein fröhlich war,

66und schlug seine Feinde hinten

und hängte ihnen ewige Schande an.

67Er verwarf das Zelt Josefs

und erwählte nicht den Stamm Ephraim,

68sondern erwählte den Stamm Juda,

den Berg Zion, den er lieb hat.

69Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen,

wie die Erde, die er gegründet hat für immer,

70und erwählte seinen Knecht David

und nahm ihn von den Schafhürden;

71von den säugenden Schafen holte er ihn,

dass er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel.

72Und er weidete sie mit aller Treue

und leitete sie mit kluger Hand.

Gebet des Volkes Gottes in schwerer Kriegsnot

791Ein Psalm Asafs.

Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; /

die haben deinen heiligen Tempel entweiht

und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht.

2Sie haben die Leichname deiner Knechte /

den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben

und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.

3Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser,

und da war niemand, der sie begrub.

4Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden,

zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

5HERR, wie lange willst du so sehr zürnen

und deinen Eifer brennen lassen wie Feuer?

6Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen,

und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.

7Denn sie haben Jakob gefressen

und seine Stätte verwüstet.

8Rechne uns die Schuld der Väter nicht an,

erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend.

9Hilf du uns, Gott, unser Helfer,

um deines Namens Ehre willen!

Errette uns und vergib uns unsre Sünden

um deines Namens willen!

10Warum lässt du die Heiden sagen:

»Wo ist nun ihr Gott?«

Lass unter den Heiden vor unsern Augen kundwerden

die Vergeltung für das Blut deiner Knechte, das vergossen ist.

11Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen;

durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes

12und vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt

ihr Schmähen, mit dem sie dich, Herr, geschmäht haben.

13Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide,

danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.

Gebet für den zerstörten »Weinstock Gottes«

801Ein Psalm Asafs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien des Zeugnisses«.

2Du Hirte Israels, höre, /

der du Josef hütest wie Schafe!

Erscheine, der du thronst über den Cherubim,

3vor Ephraim, Benjamin und Manasse!

Erwecke deine Kraft

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, tröste uns wieder

und lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

5HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen,

während dein Volk zu dir betet?

6Du speisest sie mit Tränenbrot

und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

7Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,

und unsre Feinde verspotten uns.

8Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

9Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt,

hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

10Du hast vor ihm Raum gemacht /

und hast ihn lassen einwurzeln,

dass er das Land erfüllt hat.

11Berge sind mit seinem Schatten bedeckt

und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

12Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer

und seine Zweige bis an den Strom.

13Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen,

dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

14Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue

und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.

15Gott Zebaoth, wende dich doch! /

Schaue vom Himmel und sieh darein,

nimm dich dieses Weinstocks an!

16Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat,

den Sohn, den du dir großgezogen hast!

17Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht;

vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

18Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten,

den Sohn, den du dir großgezogen hast.

19So wollen wir nicht von dir weichen.

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

Die wahre Festfeier

811Von Asaf, vorzusingen, auf der Gittit.

2Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,

jauchzet dem Gott Jakobs!

3Hebt an mit Psalmen und lasst hören die Pauken,

liebliche Zithern und Harfen!

4Blaset am Neumond die Posaune,

am Vollmond, am Tag unsres Festes!

5Denn das ist eine Satzung für Israel

und eine Ordnung des Gottes Jakobs.

6Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef,

als Er auszog wider Ägyptenland.

Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte:

7Ich habe ihre Schultern von der

Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöset.

8Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus

und antwortete dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am Haderwasser. SELA.

9Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen.

Israel, du sollst mich hören!

10Kein andrer Gott sei unter dir,

und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!

11Ich bin der HERR, dein Gott, /

der dich aus Ägyptenland geführt hat:

Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!

12Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme,

und Israel will mich nicht.

13So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens,

dass sie wandeln nach eigenem Rat.

14Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre

und Israel auf meinem Wege ginge!

15Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen

und meine Hand gegen seine Widersacher wenden!

16Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen,

aber Israels Zeit würde ewiglich währen,

17und ich würde es mit dem besten Weizen speisen

und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Der höchste Richter

821Ein Psalm Asafs.

Gott steht in der Gottesgemeinde

und ist Richter unter den Göttern.

2»Wie lange wollt ihr unrecht richten

und die Gottlosen vorziehen? SELA.

3Schaffet Recht dem Armen und der Waise

und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.

4Errettet den Geringen und Armen

und erlöst ihn aus der Gewalt der Gottlosen.«

5Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, /

sie tappen dahin im Finstern.

Darum wanken alle Grundfesten der Erde.

6»Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter

und allzumal Söhne des Höchsten;

7aber ihr werdet sterben wie Menschen

und wie ein Tyrann zugrunde gehen.«

8Gott, mache dich auf und richte die Erde;

denn du bist Erbherr über alle Heiden!

Gebet gegen einen Bund von Feinden des Gottesvolkes

831Ein Psalmlied Asafs.

2Gott, schweige doch nicht!

Gott, bleib nicht so still und ruhig!

3Denn siehe, deine Feinde toben,

und die dich hassen, erheben das Haupt.

4Sie machen listige Anschläge wider dein Volk

und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen.

5»Wohlan!«, sprechen sie, »Lasst uns sie ausrotten, /

dass sie kein Volk mehr seien

und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!«

6Denn sie sind miteinander eins geworden

und haben einen Bund wider dich gemacht:

7die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen,

Moab und die Hagariter,

8Gebal, Ammon und Amalek,

die Philister mit denen von Tyrus;

9auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen,

sie helfen den Söhnen Lot. SELA.

10Mach's mit ihnen wie mit Midian,

wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon,

11die vertilgt wurden bei En-Dor

und wurden zu Mist auf dem Acker.

12Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb,

alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna,

13die auch einmal sagten:

Wir wollen das Land Gottes einnehmen.

14Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter,

wie Spreu vor dem Winde.

15Wie ein Feuer den Wald verbrennt

und wie eine Flamme die Berge versengt,

16so verfolge sie mit deinem Sturm

und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

17Bedecke ihr Angesicht mit Schande,

dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen.

18Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer

und zuschanden werden und umkommen.

19So werden sie erkennen, /

dass du allein HERR heißest

und der Höchste bist in aller Welt.