Gott, sei mir Sünder gnädig! (Der vierte Bußpsalm)

511Ein Psalm Davids, vorzusingen,

2Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.

3Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,

und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

4Wasche mich rein von meiner Missetat,

und reinige mich von meiner Sünde;

5denn ich erkenne meine Missetat,

und meine Sünde ist immer vor mir.

6An dir allein habe ich gesündigt

und übel vor dir getan,

auf dass du Recht behaltest in deinen Worten

und rein dastehst, wenn du richtest.

7Siehe, ich bin als Sünder geboren,

und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

8Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,

und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

9Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde;

wasche mich, dass ich schneeweiß werde.

10Lass mich hören Freude und Wonne,

dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

11Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden,

und tilge alle meine Missetat.

12Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

13Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.

14Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,

und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

15Ich will die Übertreter deine Wege lehren,

dass sich die Sünder zu dir bekehren.

16Errette mich von Blutschuld, /

Gott, der du mein Gott und Heiland bist,

dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

17Herr, tu meine Lippen auf,

dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

18Denn Schlachtopfer willst du nicht, /

ich wollte sie dir sonst geben,

und Brandopfer gefallen dir nicht.

19Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,

ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

20Tu wohl an Zion nach deiner Gnade,

baue die Mauern zu Jerusalem.

21Dann werden dir gefallen rechte Opfer, /

Brandopfer und Ganzopfer;

dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

Trostpsalm gegen einen Gewalttäter

521Eine Unterweisung Davids, vorzusingen,

2Als Doëg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen.

3Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann,

da doch Gottes Güte noch täglich währt?

4Deine Zunge trachtet nach Schaden

wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger!

5Du liebst das Böse mehr als das Gute

und redest lieber Falsches als Rechtes. SELA.

6Du redest gern alles, was zum Verderben dient,

mit falscher Zunge.

7Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, /

dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen

und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. SELA.

8Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten

und werden seiner lachen:

9»Siehe, das ist der Mann,

der nicht auf Gott sein Vertrauen setzte,

sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum

und war mächtig, Schaden zu tun.«

10Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes;

ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig.

11Ich will dir danken ewiglich,

denn du hast es getan.

Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen,

denn du bist gütig.

Die Torheit der Gottlosen

531Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, zum Reigentanz.

2Die Toren sprechen in ihrem Herzen:

»Es ist kein Gott.«

Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Gräuel;

da ist keiner, der Gutes tut.

3Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder,

dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

4Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben;

da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

5Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen,

die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an?

6Sie fürchten sich da,

wo nichts zu fürchten ist;

doch Gott zerstreut die Gebeine derer,

die dich bedrängen.

Du machst sie zuschanden,

denn Gott hat sie verworfen.

7Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme /

und Gott sein gefangenes Volk erlöste!

So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.

Hilferuf eines Bedrohten

541Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel,

2Als die Männer von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns verborgen.

3Hilf mir, Gott, durch deinen Namen

und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

4Gott, erhöre mein Gebet,

vernimm die Rede meines Mundes.

5Denn Stolze erheben sich gegen mich, /

und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;

sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.

6Siehe, Gott steht mir bei,

der Herr erhält mein Leben.

7Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.

Vertilge sie um deiner Treue willen!

8So will ich dir ein Freudenopfer bringen

und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.

9Denn du errettest mich aus aller meiner Not,

dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

Klage über falsche Brüder

551Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott, höre mein Gebet

und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und erhöre mich,

wie ich so ruhelos klage und heule,

4da der Feind so schreit

und der Gottlose mich bedrängt;

denn sie wollen Unheil über mich bringen

und sind mir heftig gram.

5Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,

und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

6Furcht und Zittern ist über mich gekommen,

und Grauen hat mich überfallen.

7Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben,

dass ich wegflöge und Ruhe fände!

8Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen

und in der Wüste bleiben. SELA.

9Ich wollte eilen, dass ich entrinne

vor dem Sturmwind und Wetter.

10Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie;

denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern,

und Mühsal und Unheil ist drinnen.

12Verderbnis regiert darin,

Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

13Wenn mein Feind mich schmähte,

wollte ich es ertragen;

wenn einer, der mich hasst, großtut wider mich,

wollte ich mich vor ihm verbergen.

14Aber nun bist du es, mein Gefährte,

mein Freund und mein Vertrauter,

15die wir freundlich miteinander waren,

die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge!

16Der Tod übereile sie, dass sie lebendig zu den Toten fahren;

denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

17Ich aber will zu Gott rufen

und der HERR wird mir helfen.

18Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen;

so wird er meine Stimme hören.

19Er erlöst mich von denen, die an mich wollen,

und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

20Gott wird hören und sie demütigen,

der allewege bleibet. SELA.

Denn sie werden nicht anders

und wollen Gott nicht fürchten.

21Sie legen ihre Hände an ihre Freunde

und entheiligen ihren Bund.

22Ihr Mund ist glatter als Butter

und haben doch Krieg im Sinn;

ihre Worte sind linder als Öl

und sind doch gezückte Schwerter.

23Wirf dein Anliegen auf den HERRN; /

der wird dich versorgen

und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

24Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. /

Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen.

Ich aber hoffe auf dich.

Getrostes Vertrauen in schwerer Not

561Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »die stumme Taube unter den Fremden«, als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

2Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach;

täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

3Meine Feinde stellen mir täglich nach;

denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

4Wenn ich mich fürchte,

so hoffe ich auf dich.

5Ich will Gottes Wort rühmen; /

auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten.

Was können mir Menschen tun?

6Täglich fechten sie meine Sache an;

alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

7Sie rotten sich zusammen, sie lauern /

und haben Acht auf meine Schritte,

wie sie mir nach dem Leben trachten.

8Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen?

Gott, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

9Zähle die Tage meiner Flucht, /

sammle meine Tränen in deinen Krug;

ohne Zweifel, du zählst sie.

10Dann werden meine Feinde zurückweichen, /

wenn ich dich anrufe.

Das weiß ich, dass du mein Gott bist.

11Ich will rühmen Gottes Wort;

ich will rühmen des HERRN Wort.

12Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht;

was können mir Menschen tun?

13Ich habe dir, Gott, gelobt,

dass ich dir danken will.

14Denn du hast mich vom Tode errettet,

meine Füße vom Gleiten,

dass ich wandeln kann vor Gott

im Licht der Lebendigen.

Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung

571Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

2Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig!

Denn auf dich traut meine Seele,

und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht,

bis das Unglück vorübergehe.

3Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

4Er sende vom Himmel und helfe mir /

von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA.

Gott sende seine Güte und Treue.

5Ich liege mitten unter Löwen;

verzehrende Flammen sind die Menschen,

ihre Zähne sind Spieße und Pfeile

und ihre Zungen scharfe Schwerter.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!

7Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt

und meine Seele gebeugt;

sie haben vor mir eine Grube gegraben –

und fallen doch selbst hinein. SELA.

8Mein Herz ist bereit, Gott,

mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.

9Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe,

ich will das Morgenrot wecken!

10Herr, ich will dir danken unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

11Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!

Gott ist noch Richter auf Erden

581Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«.

2Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen?

Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder?

3Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande,

und eure Hände treiben Frevel.

4Die Gottlosen sind abtrünnig vom Mutterschoß an,

die Lügner gehen irre von Mutterleib an.

5Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange,

wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

6dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers,

des Beschwörers, der gut beschwören kann.

7Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul,

zerschlage, HERR, das Gebiss der jungen Löwen!

8Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt.

Zielen sie mit ihren Pfeilen,

so werden sie ihnen zerbrechen.

9Sie gehen dahin, wie Wachs zerfließt,

wie eine Fehlgeburt, die die Sonne nicht sieht.

10Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren,

reißt alles der brennende Zorn hinweg.

11Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht,

und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut;

12und die Leute werden sagen: /

Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht,

ja, Gott ist noch Richter auf Erden.

Gebet mitten unter den Feinden

591Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.

2Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden

und schütze mich vor meinen Widersachern.

3Errette mich von den Übeltätern

und hilf mir von den Blutgierigen!

4Denn siehe, HERR, sie lauern mir auf;

Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat.

5Ich habe nichts verschuldet; /

sie aber laufen herzu und machen sich bereit.

Erwache, komm herbei und sieh darein!

6Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels,

wache auf und suche heim alle Völker!

Sei keinem von ihnen gnädig,

die so verwegene Übeltäter sind. SELA.

7Jeden Abend kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

8Siehe, sie geifern mit ihrem Maul;

Schwerter sind auf ihren Lippen: »Wer sollte es hören?«

9Aber du, HERR, wirst ihrer lachen

und aller Völker spotten.

10Meine Stärke, zu dir will ich mich halten;

denn Gott ist mein Schutz.

11Gott erzeigt mir reichlich seine Güte,

Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen.

12Bringe sie nicht um,

dass es mein Volk nicht vergesse;

zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild,

und stoß sie hinunter!

13Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde;

darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen.

14Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie,

dass sie nicht mehr da sind!

Lass sie innewerden, dass Gott Herrscher ist in Jakob,

bis an die Enden der Erde. SELA.

15Jeden Abend kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

16Sie laufen hin und her nach Speise

und murren, wenn sie nicht satt werden.

17Ich aber will von deiner Macht singen /

und des Morgens rühmen deine Güte;

denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

18Meine Stärke, dir will ich lobsingen;

denn Gott ist mein Schutz, mein gnädiger Gott.

Gebet des verstoßenen Volkes

601Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Lilie des Zeugnisses«, zur Belehrung,

2als er mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von Zoba Krieg führte; als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann.

3Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast

und zornig warst, tröste uns wieder;

4der du die Erde erschüttert und zerrissen hast,

heile ihre Risse; denn sie wankt.

5Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren,

du gabst uns einen Wein zu trinken, dass wir taumelten.

6Du hast doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten,

damit sie fliehen können vor dem Bogen. SELA.

7Dass deine Freunde errettet werden,

dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

8Gott hat in seinem Heiligtum geredet:

Ich will frohlocken;

ich will Sichem verteilen

und das Tal Sukkot ausmessen;

9Gilead ist mein, mein ist Manasse, /

Ephraim ist der Schutz meines Hauptes,

Juda ist mein Zepter.

10Moab ist mein Waschbecken, /

meinen Schuh werfe ich auf Edom,

Philisterland, jauchze mir zu!

11Wer wird mich führen in die feste Stadt?

Wer geleitet mich nach Edom?

12Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast,

und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

13Schaff uns Beistand in der Not;

denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

14Mit Gott wollen wir Taten tun.

Er wird unsre Feinde niedertreten.

Bitte und Fürbitte aus der Ferne

611Von David, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Höre, Gott, mein Schreien

und merke auf mein Gebet!

3Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, denn mein Herz ist in Angst;

du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.

4Denn du bist meine Zuversicht,

ein starker Turm vor meinen Feinden.

5Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich

und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. SELA.

6Denn du, Gott, hörst mein Gelübde

und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten.

7Du wollest dem König langes Leben geben,

dass seine Jahre währen für und für,

8dass er immer throne vor Gott.

Lass Güte und Treue ihn behüten!

9So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich,

dass ich meine Gelübde erfülle täglich.

Stille zu Gott

621Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.

2Meine Seele ist stille

zu Gott, der mir hilft.

3Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,

dass ich gewiss nicht fallen werde.

4Wie lange stellt ihr alle einem nach,

wollt alle ihn morden,

als wäre er eine hangende Wand

und eine rissige Mauer?

5Sie denken nur, wie sie ihn stürzen,

haben Gefallen am Lügen;

mit dem Munde segnen sie,

aber im Herzen fluchen sie. SELA.

6Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;

denn er ist meine Hoffnung.

7Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,

dass ich nicht fallen werde.

8Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, /

der Fels meiner Stärke,

meine Zuversicht ist bei Gott.

9Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, /

schüttet euer Herz vor ihm aus;

Gott ist unsre Zuversicht. SELA.

10Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch;

sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind.

11Verlasst euch nicht auf Gewalt

und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;

fällt euch Reichtum zu,

so hängt euer Herz nicht daran.

12Eines hat Gott geredet,

ein Zweifaches habe ich gehört:

Gott allein ist mächtig,

13und du, Herr, bist gnädig;

denn du vergiltst einem jeden,

wie er's verdient hat.

Sehnsucht nach Gott

631Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.

2Gott, du bist mein Gott, den ich suche.

Es dürstet meine Seele nach dir,

mein ganzer Mensch verlangt nach dir

aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

3So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,

wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.

4Denn deine Güte ist besser als Leben;

meine Lippen preisen dich.

5So will ich dich loben mein Leben lang

und meine Hände in deinem Namen aufheben.

6Das ist meines Herzens Freude und Wonne,

wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;

7wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,

wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

8Denn du bist mein Helfer,

und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

9Meine Seele hängt an dir;

deine rechte Hand hält mich.

10Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben;

sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren.

11Sie werden dem Schwert dahingegeben

und den Schakalen zur Beute werden.

12Aber der König freut sich in Gott. /

Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen;

denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.

Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen

641Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage,

behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde.

3Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen,

vor dem Toben der Übeltäter,

4die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert,

mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

5dass sie heimlich schießen auf den Frommen;

plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.

6Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge /

und reden davon, wie sie Stricke legen wollen,

und sprechen: Wer kann sie sehen?

7Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim,

sind verschlagen und haben Ränke im Herzen.

8Da trifft sie Gott mit dem Pfeil,

plötzlich sind sie zu Boden geschlagen.

9Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall,

dass ihrer spotten wird, wer sie siehet.

10Und alle Menschen werden sich fürchten /

und sagen: Das hat Gott getan!,

und erkennen, dass es sein Werk ist.

11Die Gerechten werden sich des HERRN freuen /

und auf ihn trauen,

und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.

Danklied für geistlichen und leiblichen Segen

651Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.

2Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion,

und dir hält man Gelübde.

3Du erhörst Gebet;

darum kommt alles Fleisch zu dir.

4Unsre Missetat drückt uns hart;

du wollest unsre Sünde vergeben.

5Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest,

dass er in deinen Vorhöfen wohne;

der hat reichen Trost von deinem Hause,

deinem heiligen Tempel.

6Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil,

der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;

7der du die Berge festsetzest in deiner Kraft

und gerüstet bist mit Macht;

8der du stillst das Brausen des Meeres,

das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

9dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen.

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

10Du suchst das Land heim und bewässerst es /

und machst es sehr reich;

Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle.

Du lässest ihr Getreide gut geraten;

denn so baust du das Land.

11Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen;

mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.

12Du krönst das Jahr mit deinem Gut,

und deine Fußtapfen triefen von Segen.

13Es triefen auch die Auen in der Steppe,

und die Hügel sind erfüllt mit Jubel.

14Die Anger sind voller Schafe, /

und die Auen stehen dick mit Korn,

dass man jauchzet und singet.

Danklied für Gottes wunderbare Führung

661Ein Psalmlied, vorzusingen.

Jauchzet Gott, alle Lande! /

2Lobsinget zur Ehre seines Namens;

rühmet ihn herrlich!

3Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

4Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen. SELA.

5Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

6Er verwandelte das Meer in trockenes Land, /

sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen.

Darum freuen wir uns seiner.

7Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, /

seine Augen schauen auf die Völker.

Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. SELA.

8Lobet, ihr Völker, unsern Gott,

lasst seinen Ruhm weit erschallen,

9der unsre Seelen am Leben erhält

und lässt unsere Füße nicht gleiten.

10Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert,

wie das Silber geläutert wird;

11du hast uns in den Turm werfen lassen,

du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

12du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, /

wir sind in Feuer und Wasser geraten.

Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

13Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern

und dir meine Gelübde erfüllen,

14wie ich meine Lippen aufgetan habe

und mein Mund geredet hat in meiner Not.

15Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen /

mit dem Opferrauch von Widdern;

ich will opfern Rinder mit Böcken. SELA.

16Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet;

ich will erzählen, was er an mir getan hat.

17Zu ihm rief ich mit meinem Munde

und pries ihn mit meiner Zunge.

18Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen,

so hätte der Herr nicht gehört.

19Aber Gott hat mich erhört

und gemerkt auf mein Flehen.

20Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

noch seine Güte von mir wendet.

Gottes Segen über alle Welt

671Ein Psalmlied, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott sei uns gnädig und segne uns,

er lasse uns sein Antlitz leuchten, – SELA

3dass man auf Erden erkenne seinen Weg,

unter allen Heiden sein Heil.

4Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

5Die Völker freuen sich und jauchzen,

dass du die Menschen recht richtest

und regierst die Völker auf Erden. SELA.

6Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

7Das Land gibt sein Gewächs;

es segne uns Gott, unser Gott!

8Es segne uns Gott,

und alle Welt fürchte ihn!

Der Sieg Gottes

681Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.

2Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut,

und die ihn hassen, fliehen vor ihm.

3Wie Rauch verweht, so verwehen sie;

wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Gottlosen um vor Gott.

4Die Gerechten aber freuen sich /

und sind fröhlich vor Gott

und freuen sich von Herzen.

5Singet Gott, lobsinget seinem Namen! /

Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt;

er heißt HERR. Freuet euch vor ihm!

6Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen

ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

7ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, /

der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe;

aber die Abtrünnigen lässt er bleiben in dürrem Lande.

8Gott, als du vor deinem Volk herzogst,

als du einhergingst in der Wüste, – SELA

9da bebte die Erde, /

und die Himmel troffen vor Gott – am Sinai –,

vor Gott, dem Gott Israels.

10Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen,

und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,

11dass deine Herde darin wohnen konnte.

Gott, du labst die Elenden in deiner Güte.

12Der Herr gibt ein Wort –

der Freudenbotinnen ist eine große Schar –:A

13Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen,

und die Frauen teilen die Beute aus.

14Wenn ihr zu Felde liegt, /

glänzt es wie Flügel der Tauben,

die wie Silber und Gold schimmern.

15Als der Allmächtige dort Könige zerstreute,

damals fiel Schnee auf dem Zalmon.

16Ein Gottesberg ist Baschans Gebirge,

ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist Baschans Gebirge.

17Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, /

auf den Berg, wo es Gott gefällt zu wohnen?

Ja, dort wird der HERR immerdar wohnen.

18Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend;

der Herr zieht ein ins Heiligtum vom Sinai her.

19Du bist aufgefahren zur Höhe

und führtest Gefangne gefangen;

du hast Gaben empfangen unter den Menschen;

auch die Abtrünnigen müssen sich, Gott, vor dir bücken.

20Gelobt sei der Herr täglich.

Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. SELA.

21Wir haben einen Gott, der da hilft,

und den HERRN, der vom Tode errettet.

22Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern,

den Schädel der Gottlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde.

23Der Herr hat gesagt: Aus Baschan will ich sie wieder holen,

aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,

24dass du deinen Fuß im Blut der Feinde badest

und deine Hunde es lecken.

25Man sieht, Gott, wie du einherziehst,

wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.

26Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute,

in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen.

27»Lobet Gott in den Versammlungen,

den HERRN, die ihr von Israel herstammt.«

28Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, /

die Fürsten Judas mit ihren Scharen,

die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.

29Entbiete, Gott, deine Macht,

die Macht, Gott, die du an uns bewiesen hast

30von deinem Tempel her; um Jerusalems willen

werden dir Könige Geschenke bringen.

31Bedrohe das Tier im Schilf,

die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der Völker;

tritt nieder, die das Silber lieb haben,

zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen.

32Aus Ägypten werden Gesandte kommen;

Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.

33Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott,

lobsinget dem Herrn! SELA.

34Er fährt einher durch die Himmel,

die von Anbeginn sind.

Siehe, er lässt seine Stimme erschallen,

eine gewaltige Stimme.

35Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel

und seine Macht in den Wolken.

36Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; /

er ist Israels Gott.

Er wird dem Volke Macht und Kraft geben.

Gelobt sei Gott!

In Anfechtung und Schmach

691Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«.

2Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

3Ich versinke in tiefem Schlamm,

wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten,

und die Flut will mich ersäufen.

4Ich habe mich müde geschrien,

mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

5Die mich ohne Grund hassen,

sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe.

Die mir zu Unrecht Feind sind /

und mich verderben wollen, sind mächtig.

Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

6Gott, du kennst meine Torheit,

und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

7Lass an mir nicht zuschanden werden,

die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth!

Lass an mir nicht schamrot werden,

die dich suchen, Gott Israels!

8Denn um deinetwillen trage ich Schmach,

mein Angesicht ist voller Schande.

9Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

10denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,

und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

11Ich weine bitterlich und faste,

und man spottet meiner dazu.

12Ich habe einen Sack angezogen,

aber sie treiben ihren Spott mit mir.

13Die im Tor sitzen, schwatzen von mir,

und beim Zechen singt man von mir.

14Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

15Errette mich aus dem Schlamm,

dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,

und aus den tiefen Wassern;

16dass mich die Flut nicht ersäufe /

und die Tiefe nicht verschlinge

und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

17Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich;

wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

18und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

19Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

erlöse mich um meiner Feinde willen.

20Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham;

meine Widersacher sind dir alle vor Augen.

21Die Schmach bricht mir mein Herz

und macht mich krank.

Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand,

und auf Tröster, aber ich finde keine.

22Sie geben mir Galle zu essen

und Essig zu trinken für meinen Durst.

23Ihr Tisch werde ihnen zur Falle,

zur Vergeltung und zum Strick.

24Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen,

und ihre Hüften lass immerfort wanken.

25Gieß deine Ungnade über sie aus,

und dein grimmiger Zorn ergreife sie.

26Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden,

und niemand wohne in ihren Zelten.

27Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast,

und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast.

28Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen,

dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

29Tilge sie aus dem Buch des Lebens,

dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.

30Ich aber bin elend und voller Schmerzen.

Gott, deine Hilfe schütze mich!

31Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied

und will ihn hoch ehren mit Dank.

32Das wird dem HERRN besser gefallen

als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.

33Die Elenden sehen es und freuen sich,

und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

34Denn der HERR hört die Armen

und verachtet seine Gefangenen nicht.

35Es lobe ihn Himmel und Erde,

die Meere mit allem, was sich darin regt.

36Denn Gott wird Zion helfen /

und die Städte Judas bauen,

dass man dort wohne und sie besitze.

37Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben,

und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.

Hilferuf gegen Widersacher

701Von David, vorzusingen, zum Gedenkopfer.

2Eile, Gott, mich zu erretten,

HERR, mir zu helfen!

3Es sollen sich schämen und zuschanden werden,

die mir nach dem Leben trachten;

sie sollen zurückweichen und zum Spott werden,

die mir Übles wünschen;

4sie sollen umkehren um ihrer Schande willen,

die über mich schreien: Da, da!

5Lass deiner sich freuen und fröhlich sein

alle, die nach dir fragen;

und die dein Heil lieben, lass allewege sagen:

Hoch gelobt sei Gott!

6Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir!

Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht!

Bitte um Gottes Hilfe im Alter

711HERR, ich traue auf dich,

lass mich nimmermehr zuschanden werden.

2Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus,

neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

3Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, /

der du zugesagt hast, mir zu helfen;

denn du bist mein Fels und meine Burg.

4Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen,

aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

5Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott,

meine Hoffnung von meiner Jugend an.

6Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; /

du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen.

Dich rühme ich immerdar.

7Ich bin für viele wie ein Zeichen;

aber du bist meine starke Zuversicht.

8Lass meinen Mund deines Ruhmes

und deines Preises voll sein täglich.

9Verwirf mich nicht in meinem Alter,

verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.

10Denn meine Feinde reden über mich,

und die auf mich lauern, beraten sich miteinander

11und sprechen: Gott hat ihn verlassen;

jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!

12Gott, sei nicht ferne von mir;

mein Gott, eile, mir zu helfen!

13Schämen sollen sich und umkommen,

die meiner Seele Feind sind;

mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden,

die mein Unglück suchen.

14Ich aber will immer harren

und mehren all deinen Ruhm.

15Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit,

täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.

16Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN;

ich preise deine Gerechtigkeit allein.

17Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt,

und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

18Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht,

und wenn ich grau werde,

bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern

und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

19Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel;

der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich?

20Du lässest mich erfahren viele und große Angst

und machst mich wieder lebendig

und holst mich wieder herauf

aus den Tiefen der Erde.

21Du machst mich sehr groß

und tröstest mich wieder.

22So will auch ich dir danken mit Saitenspiel

für deine Treue, mein Gott;

ich will dir zur Harfe lobsingen,

du Heiliger Israels.

23Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast,

sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

24Auch meine Zunge soll täglich reden

von deiner Gerechtigkeit;

denn zu Schmach und Schande werden,

die mein Unglück suchen.

Der Friedefürst und sein Reich

721Von Salomo.

Gott, gib dein Gericht dem König

und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

2dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit

und deine Elenden rette.

3Lass die Berge Frieden bringen für das Volk

und die Hügel Gerechtigkeit.

4Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen

und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

5Er soll leben, solange die Sonne scheint

und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht.

6Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue,

wie die Tropfen, die das Land feuchten.

7Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit

und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist.

8Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere

und von dem StromA bis zu den Enden der Erde.

9Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste,

und seine Feinde sollen Staub lecken.

10Die Könige von Tarsis und auf den Inseln

sollen Geschenke bringen,

die Könige aus Saba und Seba

sollen Gaben senden.

11Alle Könige sollen vor ihm niederfallen

und alle Völker ihm dienen.

12Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit,

und den Elenden, der keinen Helfer hat.

13Er wird gnädig sein den Geringen

und Armen,

und den Armen wird er helfen.

14Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen,

und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.

15Er soll leben und man soll ihm geben

vom Gold aus Saba.

Man soll immerdar für ihn beten

und ihn täglich segnen.

16Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen;

wie am Libanon rausche seine Frucht.

In den Städten sollen sie grünen

wie das Gras auf Erden.

17Sein Name bleibe ewiglich;

solange die Sonne währt, blühe sein Name.

Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,

und sie werden ihn preisen.

18Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels,

der allein Wunder tut!

19Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,

und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!

Amen! Amen!

20zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.