Zweites Buch

Verlangen nach Gott aus fremdem Land

421Eine Unterweisung der Söhne Korach, vorzusingen.

2Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,

so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

3Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott.

Wann werde ich dahin kommen,

dass ich Gottes Angesicht schaue?

4Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,

weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

5Daran will ich denken

und ausschütten mein Herz bei mir selbst:

wie ich einherzog in großer Schar,

mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes

mit Frohlocken und Danken

in der Schar derer, die da feiern.

6Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

7Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, /

darum gedenke ich an dich

aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.

8Deine Fluten rauschen daher, /

und eine Tiefe ruft die andere;

alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

9Am Tage sendet der HERR seine Güte,

und des Nachts singe ich ihm

und bete zu dem Gott meines Lebens.

10Ich sage zu Gott, meinem Fels:

Warum hast du mich vergessen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich dränget?

11Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, /

wenn mich meine Feinde schmähen

und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?

12Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

431Gott, schaffe mir Recht /

und führe meine Sache wider das unheilige Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

2Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich dränget?

3Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

4dass ich hineingehe zum Altar Gottes, /

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

5Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Hat Gott sein Volk verstoßen?

441Eine Unterweisung der Söhne Korach, vorzusingen.

2Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, /

unsre Väter haben's uns erzählt,

was du getan hast zu ihren Zeiten, in alten Tagen.

3Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben,

sie aber hast du eingesetzt;

du hast die Völker zerschlagen,

sie aber hast du ausgebreitet.

4Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert,

und ihr Arm half ihnen nicht,

sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts;

denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

5Du bist es, mein König und mein Gott,

der du Jakob Hilfe verheißest.

6Durch dich wollen wir unsre Feinde zu Boden stoßen,

in deinem Namen niedertreten, die sich gegen uns erheben.

7Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen,

und mein Schwert kann mir nicht helfen;

8sondern du hilfst uns von unsern Feinden

und machst zuschanden, die uns hassen.

9Täglich rühmen wir uns Gottes

und preisen deinen Namen ewiglich. SELA.

10Warum verstößest du uns denn nun /

und lässest uns zuschanden werden

und ziehst nicht aus mit unserm Heer?

11Du lässest uns fliehen vor unserm Feind,

dass uns berauben, die uns hassen.

12Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe

und zerstreust uns unter die Heiden.

13Du verkaufst dein Volk um ein Nichts

und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen.

14Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn,

zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

15Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden,

lässt die Völker das Haupt über uns schütteln.

16Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,

und mein Antlitz ist voller Scham,

17weil ich sie höhnen und lästern höre

und muss die Feinde und Rachgierigen sehen.

18Dies alles ist über uns gekommen;

und wir haben doch dich nicht vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt.

19Unser Herz ist nicht abgefallen

noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,

20dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale

und bedeckst uns mit Finsternis.

21Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten

und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott:

22würde das Gott nicht erforschen?

Er kennt ja unsres Herzens Grund.

23Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet

und sind geachtet wie Schlachtschafe.

24Wache auf, Herr! Warum schläfst du?

Werde wach und verstoß uns nicht für immer!

25Warum verbirgst du dein Antlitz,

vergissest unser Elend und unsre Drangsal?

26Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube,

unser Leib liegt am Boden.

27Mache dich auf, hilf uns

und erlöse uns um deiner Güte willen!

Lied zur Hochzeit des Königs

451Eine Unterweisung der Söhne Korach, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«, ein Brautlied.

2Mein Herz dichtet ein feines Lied, /

einem König will ich es singen;

meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers:

3Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, /

voller Huld sind deine Lippen;

wahrlich, Gott hat dich gesegnet für ewig.

4Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, /

und schmücke dich herrlich!

5Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit.

Zieh einher für die Wahrheit /

in Sanftmut und Gerechtigkeit,

so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.

6Scharf sind deine Pfeile, dass Völker vor dir fallen;

sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.

7Gott, dein Thron bleibt immer und ewig;

das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter.

8Du liebst Gerechtigkeit

und hassest gottloses Treiben;

darum hat dich der Herr, dein Gott, gesalbt

mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.

9Deine Kleider sind lauter Myrrhe, Aloe und Kassia;

aus Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel.

10In deinem Schmuck gehen Töchter von Königen;

die Braut steht zu deiner Rechten in Goldschmuck aus Ofir.

11Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr:

Vergiss dein Volk und dein Vaterhaus!

12Den König verlangt nach deiner Schönheit;

denn er ist dein Herr und du sollst ihm huldigen.

13Die Tochter Tyrus kommt mit Geschenken;

die Reichen im Volk suchen deine Gunst.

14Die Königstochter ist mit Perlen geschmückt;

sie ist mit goldenen Gewändern bekleidet.

15Man führt sie in gestickten Kleidern zum König;

Jungfrauen folgen ihr, ihre Gespielinnen führt man zu dir.

16Man führt sie hin mit Freude und Jubel;

sie ziehen ein in des Königs Palast.

17An deiner Väter statt werden deine Söhne sein;

die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt.

18Ich will deinen Namen kundmachen von Kind zu Kindeskind;

darum werden dir danken die Völker immer und ewig.

Ein feste Burg ist unser Gott

461Ein Lied der Söhne Korach, vorzusingen, nach der Weise »Jungfrauen«.

2Gott ist unsre Zuversicht und Stärke,

eine Hilfe in den großen Nöten,

die uns getroffen haben.

3Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge

und die Berge mitten ins Meer sänken,

4wenngleich das Meer wütete und wallte

und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. SELA.A

5Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben

mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.B

6Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie festbleiben;

Gott hilft ihr früh am Morgen.

7Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen,

das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt.

8Der Herr Zebaoth ist mit uns,

der Gott Jakobs ist unser Schutz.

SELA

9Kommt her und schauet die Werke des HERRN,

der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet,

10der den Kriegen steuert in aller Welt,

der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.

11Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!

Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.

12Der Herr Zebaoth ist mit uns,

der Gott Jakobs ist unser Schutz. SELA.

Gott ist König über alle Völker

471Ein Psalm der Söhne Korach, vorzusingen.

2Schlagt froh in die Hände, alle Völker,

und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

3Denn der HERR, der Allerhöchste, ist heilig,

ein großer König über die ganze Erde.

4Er beugt die Völker unter uns

und Völkerschaften unter unsere Füße.

5Er erwählt uns unser Erbteil,

die Herrlichkeit Jakobs, den er lieb hat. SELA.

6Gott fährt auf unter Jauchzen,

der HERR beim Hall der Posaune.

7Lobsinget, lobsinget Gott,

lobsinget, lobsinget unserm Könige!

8Denn Gott ist König über die ganze Erde;

lobsinget ihm mit Psalmen!

9Gott ist König über die Völker,

Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

10Die Fürsten der Völker sind versammelt

als Volk des Gottes Abrahams;

denn Gott gehören die Starken auf Erden;

er ist hoch erhaben.

Gottes Stadt

481Ein Psalmlied der Söhne Korach.

2Groß ist der HERR und hoch zu rühmen

in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.

3Schön ragt empor der Berg Zion,

daran sich freut die ganze Welt,

der Gottesberg fern im Norden,

die Stadt des großen Königs.

4Gott ist in ihren Palästen,

er ist bekannt als Schutz.

5Denn siehe, Könige waren versammelt

und miteinander herangezogen.

6Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen;

sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt.

7Zittern hat sie da erfasst,

Angst wie eine Gebärende.

8Du zerbrichst die großen Schiffe

durch den Sturm vom Osten.

9Wie wir es gehört haben, so sehen wir es

an der Stadt des HERRN Zebaoth,

an der Stadt unsres Gottes:

Gott erhält sie ewiglich. SELA.

10Gott, wir gedenken deiner Güte

in deinem Tempel.

11Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

bis an der Welt Enden.

Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

12Dessen freue sich der Berg Zion,

und die Töchter Juda seien fröhlich,

weil du recht richtest.

13Ziehet um Zion herum und umschreitet es,

zählt seine Türme;

14habt gut Acht auf seine Mauern, /

durchwandert seine Paläste,

dass ihr den Nachkommen davon erzählt:

15Wahrlich, das ist Gott, unser Gott für immer und ewig.

Er ist's, der uns führet.

Die Herrlichkeit der Reichen ist Trug und Schein

491Ein Psalm der Söhne Korach, vorzusingen, nach der Weise »Jugend«.

2Höret zu, alle Völker;

merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,

3einfache Leute und Herren,

Reich und Arm, miteinander!

4Mein Mund soll Weisheit reden,

und was mein Herz sagt, soll verständig sein.

5Ich will einem Spruch mein Ohr neigen

und mein Rätselwort kundtun beim Klang der Harfe.

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Missetat meiner Widersacher umgibt,

7die sich verlassen auf Hab und Gut

und pochen auf ihren großen Reichtum?

8Kann doch keiner einen andern auslösen

oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben

9– denn es kostet zu viel, ihr Leben auszulösen;

er muss davon abstehen ewiglich –,

10damit er immer weiterlebe

und die Grube nicht sehe.

11Nein, er wird sehen: Auch die Weisen sterben, /

so wie die Toren und Narren umkommen;

sie müssen ihr Gut andern lassen.

12Gräber sind ihr Haus immerdar, ihre Wohnung für und für,

und doch hatten sie große Ehre auf Erden.

13Ein Mensch in seiner Herrlichkeit kann nicht bleiben,

sondern muss davon wie das Vieh.

14Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind,

und das Ende aller, denen ihr Gerede so wohl gefällt. SELA.

15Sie liegen bei den Toten wie Schafe, der Tod weidet sie;

aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen,

und ihr Trotz muss vergehen;

bei den Toten müssen sie bleiben.

16Aber Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt;

denn er nimmt mich auf. SELA.

17Lass es dich nicht anfechten, wenn einer reich wird,

wenn die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.

18Denn er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen,

und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.

19Er freut sich wohl dieses guten Lebens,

und man preist dich, wenn es dir gut geht.

20Aber doch fahren sie ihren Vätern nach

und sehen das Licht nimmermehr.

21Ein Mensch in seiner Herrlichkeit kann nicht bleiben,

sondern muss davon wie das Vieh.

Der rechte Gottesdienst

501Ein Psalm Asafs.

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

2Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

3Unser Gott kommt und schweiget nicht.

Fressendes Feuer geht vor ihm her

und um ihn her ein mächtiges Wetter.

4Er ruft Himmel und Erde zu,

dass er sein Volk richten wolle:

5»Versammelt mir meine Heiligen,

die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«

6Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden;

denn Gott selbst ist Richter. SELA.

7»Höre, mein Volk, lass mich reden; /

Israel, ich will wider dich zeugen:

Ich, Gott, bin dein Gott.

8Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an

– sind doch deine Brandopfer täglich vor mir.

9Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmen

noch Böcke aus deinen Ställen.

10Denn alles Wild im Walde ist mein

und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Vögel auf den Bergen;

und was sich regt auf dem Felde, ist mein.

12Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen;

denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

13Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle

oder Blut von Böcken trinken?

14Opfere Gott Dank

und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,

15und rufe mich an in der Not,

so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.«

16Aber zum Gottlosen spricht Gott: /

»Was hast du von meinen Geboten zu reden

und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

17da du doch Zucht hassest

und wirfst meine Worte hinter dich?

18Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm

und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.

19Deinen Mund lässest du Böses reden,

und deine Zunge treibt Falschheit.

20Du sitzest und redest wider deinen Bruder;

deiner Mutter Sohn verleumdest du.

21Das tust du und ich schweige;

da meinst du, ich sei so wie du.

Aber ich will dich zurechtweisen

und es dir vor Augen stellen.

22Begreift es doch, die ihr Gott vergesset,

damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da!

23Wer Dank opfert, der preiset mich,

und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.«

Gott, sei mir Sünder gnädig! (Der vierte Bußpsalm)

511Ein Psalm Davids, vorzusingen,

2Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.

3Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,

und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

4Wasche mich rein von meiner Missetat,

und reinige mich von meiner Sünde;

5denn ich erkenne meine Missetat,

und meine Sünde ist immer vor mir.

6An dir allein habe ich gesündigt

und übel vor dir getan,

auf dass du Recht behaltest in deinen Worten

und rein dastehst, wenn du richtest.

7Siehe, ich bin als Sünder geboren,

und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

8Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,

und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

9Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde;

wasche mich, dass ich schneeweiß werde.

10Lass mich hören Freude und Wonne,

dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

11Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden,

und tilge alle meine Missetat.

12Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

13Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.

14Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,

und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

15Ich will die Übertreter deine Wege lehren,

dass sich die Sünder zu dir bekehren.

16Errette mich von Blutschuld, /

Gott, der du mein Gott und Heiland bist,

dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

17Herr, tu meine Lippen auf,

dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

18Denn Schlachtopfer willst du nicht, /

ich wollte sie dir sonst geben,

und Brandopfer gefallen dir nicht.

19Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,

ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

20Tu wohl an Zion nach deiner Gnade,

baue die Mauern zu Jerusalem.

21Dann werden dir gefallen rechte Opfer, /

Brandopfer und Ganzopfer;

dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

Trostpsalm gegen einen Gewalttäter

521Eine Unterweisung Davids, vorzusingen,

2Als Doëg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen.

3Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann,

da doch Gottes Güte noch täglich währt?

4Deine Zunge trachtet nach Schaden

wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger!

5Du liebst das Böse mehr als das Gute

und redest lieber Falsches als Rechtes. SELA.

6Du redest gern alles, was zum Verderben dient,

mit falscher Zunge.

7Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, /

dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen

und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. SELA.

8Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten

und werden seiner lachen:

9»Siehe, das ist der Mann,

der nicht auf Gott sein Vertrauen setzte,

sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum

und war mächtig, Schaden zu tun.«

10Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes;

ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig.

11Ich will dir danken ewiglich,

denn du hast es getan.

Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen,

denn du bist gütig.

Die Torheit der Gottlosen

531Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, zum Reigentanz.

2Die Toren sprechen in ihrem Herzen:

»Es ist kein Gott.«

Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Gräuel;

da ist keiner, der Gutes tut.

3Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder,

dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

4Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben;

da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

5Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen,

die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an?

6Sie fürchten sich da,

wo nichts zu fürchten ist;

doch Gott zerstreut die Gebeine derer,

die dich bedrängen.

Du machst sie zuschanden,

denn Gott hat sie verworfen.

7Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme /

und Gott sein gefangenes Volk erlöste!

So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.

Hilferuf eines Bedrohten

541Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel,

2Als die Männer von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns verborgen.

3Hilf mir, Gott, durch deinen Namen

und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

4Gott, erhöre mein Gebet,

vernimm die Rede meines Mundes.

5Denn Stolze erheben sich gegen mich, /

und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;

sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.

6Siehe, Gott steht mir bei,

der Herr erhält mein Leben.

7Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.

Vertilge sie um deiner Treue willen!

8So will ich dir ein Freudenopfer bringen

und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.

9Denn du errettest mich aus aller meiner Not,

dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

Klage über falsche Brüder

551Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott, höre mein Gebet

und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und erhöre mich,

wie ich so ruhelos klage und heule,

4da der Feind so schreit

und der Gottlose mich bedrängt;

denn sie wollen Unheil über mich bringen

und sind mir heftig gram.

5Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,

und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

6Furcht und Zittern ist über mich gekommen,

und Grauen hat mich überfallen.

7Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben,

dass ich wegflöge und Ruhe fände!

8Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen

und in der Wüste bleiben. SELA.

9Ich wollte eilen, dass ich entrinne

vor dem Sturmwind und Wetter.

10Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie;

denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern,

und Mühsal und Unheil ist drinnen.

12Verderbnis regiert darin,

Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

13Wenn mein Feind mich schmähte,

wollte ich es ertragen;

wenn einer, der mich hasst, großtut wider mich,

wollte ich mich vor ihm verbergen.

14Aber nun bist du es, mein Gefährte,

mein Freund und mein Vertrauter,

15die wir freundlich miteinander waren,

die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge!

16Der Tod übereile sie, dass sie lebendig zu den Toten fahren;

denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

17Ich aber will zu Gott rufen

und der HERR wird mir helfen.

18Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen;

so wird er meine Stimme hören.

19Er erlöst mich von denen, die an mich wollen,

und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

20Gott wird hören und sie demütigen,

der allewege bleibet. SELA.

Denn sie werden nicht anders

und wollen Gott nicht fürchten.

21Sie legen ihre Hände an ihre Freunde

und entheiligen ihren Bund.

22Ihr Mund ist glatter als Butter

und haben doch Krieg im Sinn;

ihre Worte sind linder als Öl

und sind doch gezückte Schwerter.

23Wirf dein Anliegen auf den HERRN; /

der wird dich versorgen

und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

24Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. /

Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen.

Ich aber hoffe auf dich.

Getrostes Vertrauen in schwerer Not

561Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »die stumme Taube unter den Fremden«, als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

2Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach;

täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

3Meine Feinde stellen mir täglich nach;

denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

4Wenn ich mich fürchte,

so hoffe ich auf dich.

5Ich will Gottes Wort rühmen; /

auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten.

Was können mir Menschen tun?

6Täglich fechten sie meine Sache an;

alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

7Sie rotten sich zusammen, sie lauern /

und haben Acht auf meine Schritte,

wie sie mir nach dem Leben trachten.

8Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen?

Gott, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

9Zähle die Tage meiner Flucht, /

sammle meine Tränen in deinen Krug;

ohne Zweifel, du zählst sie.

10Dann werden meine Feinde zurückweichen, /

wenn ich dich anrufe.

Das weiß ich, dass du mein Gott bist.

11Ich will rühmen Gottes Wort;

ich will rühmen des HERRN Wort.

12Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht;

was können mir Menschen tun?

13Ich habe dir, Gott, gelobt,

dass ich dir danken will.

14Denn du hast mich vom Tode errettet,

meine Füße vom Gleiten,

dass ich wandeln kann vor Gott

im Licht der Lebendigen.

Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung

571Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

2Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig!

Denn auf dich traut meine Seele,

und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht,

bis das Unglück vorübergehe.

3Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

4Er sende vom Himmel und helfe mir /

von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA.

Gott sende seine Güte und Treue.

5Ich liege mitten unter Löwen;

verzehrende Flammen sind die Menschen,

ihre Zähne sind Spieße und Pfeile

und ihre Zungen scharfe Schwerter.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!

7Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt

und meine Seele gebeugt;

sie haben vor mir eine Grube gegraben –

und fallen doch selbst hinein. SELA.

8Mein Herz ist bereit, Gott,

mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.

9Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe,

ich will das Morgenrot wecken!

10Herr, ich will dir danken unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

11Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!

Gott ist noch Richter auf Erden

581Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«.

2Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen?

Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder?

3Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande,

und eure Hände treiben Frevel.

4Die Gottlosen sind abtrünnig vom Mutterschoß an,

die Lügner gehen irre von Mutterleib an.

5Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange,

wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

6dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers,

des Beschwörers, der gut beschwören kann.

7Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul,

zerschlage, HERR, das Gebiss der jungen Löwen!

8Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt.

Zielen sie mit ihren Pfeilen,

so werden sie ihnen zerbrechen.

9Sie gehen dahin, wie Wachs zerfließt,

wie eine Fehlgeburt, die die Sonne nicht sieht.

10Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren,

reißt alles der brennende Zorn hinweg.

11Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht,

und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut;

12und die Leute werden sagen: /

Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht,

ja, Gott ist noch Richter auf Erden.

Gebet mitten unter den Feinden

591Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.

2Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden

und schütze mich vor meinen Widersachern.

3Errette mich von den Übeltätern

und hilf mir von den Blutgierigen!

4Denn siehe, HERR, sie lauern mir auf;

Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat.

5Ich habe nichts verschuldet; /

sie aber laufen herzu und machen sich bereit.

Erwache, komm herbei und sieh darein!

6Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels,

wache auf und suche heim alle Völker!

Sei keinem von ihnen gnädig,

die so verwegene Übeltäter sind. SELA.

7Jeden Abend kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

8Siehe, sie geifern mit ihrem Maul;

Schwerter sind auf ihren Lippen: »Wer sollte es hören?«

9Aber du, HERR, wirst ihrer lachen

und aller Völker spotten.

10Meine Stärke, zu dir will ich mich halten;

denn Gott ist mein Schutz.

11Gott erzeigt mir reichlich seine Güte,

Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen.

12Bringe sie nicht um,

dass es mein Volk nicht vergesse;

zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild,

und stoß sie hinunter!

13Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde;

darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen.

14Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie,

dass sie nicht mehr da sind!

Lass sie innewerden, dass Gott Herrscher ist in Jakob,

bis an die Enden der Erde. SELA.

15Jeden Abend kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

16Sie laufen hin und her nach Speise

und murren, wenn sie nicht satt werden.

17Ich aber will von deiner Macht singen /

und des Morgens rühmen deine Güte;

denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

18Meine Stärke, dir will ich lobsingen;

denn Gott ist mein Schutz, mein gnädiger Gott.

Gebet des verstoßenen Volkes

601Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Lilie des Zeugnisses«, zur Belehrung,

2als er mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von Zoba Krieg führte; als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann.

3Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast

und zornig warst, tröste uns wieder;

4der du die Erde erschüttert und zerrissen hast,

heile ihre Risse; denn sie wankt.

5Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren,

du gabst uns einen Wein zu trinken, dass wir taumelten.

6Du hast doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten,

damit sie fliehen können vor dem Bogen. SELA.

7Dass deine Freunde errettet werden,

dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

8Gott hat in seinem Heiligtum geredet:

Ich will frohlocken;

ich will Sichem verteilen

und das Tal Sukkot ausmessen;

9Gilead ist mein, mein ist Manasse, /

Ephraim ist der Schutz meines Hauptes,

Juda ist mein Zepter.

10Moab ist mein Waschbecken, /

meinen Schuh werfe ich auf Edom,

Philisterland, jauchze mir zu!

11Wer wird mich führen in die feste Stadt?

Wer geleitet mich nach Edom?

12Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast,

und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

13Schaff uns Beistand in der Not;

denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

14Mit Gott wollen wir Taten tun.

Er wird unsre Feinde niedertreten.

Bitte und Fürbitte aus der Ferne

611Von David, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Höre, Gott, mein Schreien

und merke auf mein Gebet!

3Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, denn mein Herz ist in Angst;

du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.

4Denn du bist meine Zuversicht,

ein starker Turm vor meinen Feinden.

5Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich

und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. SELA.

6Denn du, Gott, hörst mein Gelübde

und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten.

7Du wollest dem König langes Leben geben,

dass seine Jahre währen für und für,

8dass er immer throne vor Gott.

Lass Güte und Treue ihn behüten!

9So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich,

dass ich meine Gelübde erfülle täglich.

Stille zu Gott

621Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.

2Meine Seele ist stille

zu Gott, der mir hilft.

3Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,

dass ich gewiss nicht fallen werde.

4Wie lange stellt ihr alle einem nach,

wollt alle ihn morden,

als wäre er eine hangende Wand

und eine rissige Mauer?

5Sie denken nur, wie sie ihn stürzen,

haben Gefallen am Lügen;

mit dem Munde segnen sie,

aber im Herzen fluchen sie. SELA.

6Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;

denn er ist meine Hoffnung.

7Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,

dass ich nicht fallen werde.

8Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, /

der Fels meiner Stärke,

meine Zuversicht ist bei Gott.

9Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, /

schüttet euer Herz vor ihm aus;

Gott ist unsre Zuversicht. SELA.

10Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch;

sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind.

11Verlasst euch nicht auf Gewalt

und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;

fällt euch Reichtum zu,

so hängt euer Herz nicht daran.

12Eines hat Gott geredet,

ein Zweifaches habe ich gehört:

Gott allein ist mächtig,

13und du, Herr, bist gnädig;

denn du vergiltst einem jeden,

wie er's verdient hat.

Sehnsucht nach Gott

631Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.

2Gott, du bist mein Gott, den ich suche.

Es dürstet meine Seele nach dir,

mein ganzer Mensch verlangt nach dir

aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

3So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,

wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.

4Denn deine Güte ist besser als Leben;

meine Lippen preisen dich.

5So will ich dich loben mein Leben lang

und meine Hände in deinem Namen aufheben.

6Das ist meines Herzens Freude und Wonne,

wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;

7wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,

wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

8Denn du bist mein Helfer,

und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

9Meine Seele hängt an dir;

deine rechte Hand hält mich.

10Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben;

sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren.

11Sie werden dem Schwert dahingegeben

und den Schakalen zur Beute werden.

12Aber der König freut sich in Gott. /

Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen;

denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.

Bitte um Schutz vor bösen Anschlägen

641Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage,

behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde.

3Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen,

vor dem Toben der Übeltäter,

4die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert,

mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

5dass sie heimlich schießen auf den Frommen;

plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.

6Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge /

und reden davon, wie sie Stricke legen wollen,

und sprechen: Wer kann sie sehen?

7Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim,

sind verschlagen und haben Ränke im Herzen.

8Da trifft sie Gott mit dem Pfeil,

plötzlich sind sie zu Boden geschlagen.

9Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall,

dass ihrer spotten wird, wer sie siehet.

10Und alle Menschen werden sich fürchten /

und sagen: Das hat Gott getan!,

und erkennen, dass es sein Werk ist.

11Die Gerechten werden sich des HERRN freuen /

und auf ihn trauen,

und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.

Danklied für geistlichen und leiblichen Segen

651Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.

2Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion,

und dir hält man Gelübde.

3Du erhörst Gebet;

darum kommt alles Fleisch zu dir.

4Unsre Missetat drückt uns hart;

du wollest unsre Sünde vergeben.

5Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest,

dass er in deinen Vorhöfen wohne;

der hat reichen Trost von deinem Hause,

deinem heiligen Tempel.

6Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil,

der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;

7der du die Berge festsetzest in deiner Kraft

und gerüstet bist mit Macht;

8der du stillst das Brausen des Meeres,

das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

9dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen.

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

10Du suchst das Land heim und bewässerst es /

und machst es sehr reich;

Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle.

Du lässest ihr Getreide gut geraten;

denn so baust du das Land.

11Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen;

mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.

12Du krönst das Jahr mit deinem Gut,

und deine Fußtapfen triefen von Segen.

13Es triefen auch die Auen in der Steppe,

und die Hügel sind erfüllt mit Jubel.

14Die Anger sind voller Schafe, /

und die Auen stehen dick mit Korn,

dass man jauchzet und singet.

Danklied für Gottes wunderbare Führung

661Ein Psalmlied, vorzusingen.

Jauchzet Gott, alle Lande! /

2Lobsinget zur Ehre seines Namens;

rühmet ihn herrlich!

3Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

4Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen. SELA.

5Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

6Er verwandelte das Meer in trockenes Land, /

sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen.

Darum freuen wir uns seiner.

7Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, /

seine Augen schauen auf die Völker.

Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. SELA.

8Lobet, ihr Völker, unsern Gott,

lasst seinen Ruhm weit erschallen,

9der unsre Seelen am Leben erhält

und lässt unsere Füße nicht gleiten.

10Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert,

wie das Silber geläutert wird;

11du hast uns in den Turm werfen lassen,

du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

12du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, /

wir sind in Feuer und Wasser geraten.

Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

13Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern

und dir meine Gelübde erfüllen,

14wie ich meine Lippen aufgetan habe

und mein Mund geredet hat in meiner Not.

15Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen /

mit dem Opferrauch von Widdern;

ich will opfern Rinder mit Böcken. SELA.

16Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet;

ich will erzählen, was er an mir getan hat.

17Zu ihm rief ich mit meinem Munde

und pries ihn mit meiner Zunge.

18Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen,

so hätte der Herr nicht gehört.

19Aber Gott hat mich erhört

und gemerkt auf mein Flehen.

20Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

noch seine Güte von mir wendet.

Gottes Segen über alle Welt

671Ein Psalmlied, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott sei uns gnädig und segne uns,

er lasse uns sein Antlitz leuchten, – SELA

3dass man auf Erden erkenne seinen Weg,

unter allen Heiden sein Heil.

4Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

5Die Völker freuen sich und jauchzen,

dass du die Menschen recht richtest

und regierst die Völker auf Erden. SELA.

6Es danken dir, Gott, die Völker,

es danken dir alle Völker.

7Das Land gibt sein Gewächs;

es segne uns Gott, unser Gott!

8Es segne uns Gott,

und alle Welt fürchte ihn!

Der Sieg Gottes

681Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.

2Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut,

und die ihn hassen, fliehen vor ihm.

3Wie Rauch verweht, so verwehen sie;

wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Gottlosen um vor Gott.

4Die Gerechten aber freuen sich /

und sind fröhlich vor Gott

und freuen sich von Herzen.

5Singet Gott, lobsinget seinem Namen! /

Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt;

er heißt HERR. Freuet euch vor ihm!

6Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen

ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

7ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, /

der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe;

aber die Abtrünnigen lässt er bleiben in dürrem Lande.

8Gott, als du vor deinem Volk herzogst,

als du einhergingst in der Wüste, – SELA

9da bebte die Erde, /

und die Himmel troffen vor Gott – am Sinai –,

vor Gott, dem Gott Israels.

10Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen,

und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,

11dass deine Herde darin wohnen konnte.

Gott, du labst die Elenden in deiner Güte.

12Der Herr gibt ein Wort –

der Freudenbotinnen ist eine große Schar –:A

13Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen,

und die Frauen teilen die Beute aus.

14Wenn ihr zu Felde liegt, /

glänzt es wie Flügel der Tauben,

die wie Silber und Gold schimmern.

15Als der Allmächtige dort Könige zerstreute,

damals fiel Schnee auf dem Zalmon.

16Ein Gottesberg ist Baschans Gebirge,

ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist Baschans Gebirge.

17Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, /

auf den Berg, wo es Gott gefällt zu wohnen?

Ja, dort wird der HERR immerdar wohnen.

18Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend;

der Herr zieht ein ins Heiligtum vom Sinai her.

19Du bist aufgefahren zur Höhe

und führtest Gefangne gefangen;

du hast Gaben empfangen unter den Menschen;

auch die Abtrünnigen müssen sich, Gott, vor dir bücken.

20Gelobt sei der Herr täglich.

Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. SELA.

21Wir haben einen Gott, der da hilft,

und den HERRN, der vom Tode errettet.

22Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern,

den Schädel der Gottlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde.

23Der Herr hat gesagt: Aus Baschan will ich sie wieder holen,

aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,

24dass du deinen Fuß im Blut der Feinde badest

und deine Hunde es lecken.

25Man sieht, Gott, wie du einherziehst,

wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.

26Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute,

in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen.

27»Lobet Gott in den Versammlungen,

den HERRN, die ihr von Israel herstammt.«

28Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, /

die Fürsten Judas mit ihren Scharen,

die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.

29Entbiete, Gott, deine Macht,

die Macht, Gott, die du an uns bewiesen hast

30von deinem Tempel her; um Jerusalems willen

werden dir Könige Geschenke bringen.

31Bedrohe das Tier im Schilf,

die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der Völker;

tritt nieder, die das Silber lieb haben,

zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen.

32Aus Ägypten werden Gesandte kommen;

Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.

33Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott,

lobsinget dem Herrn! SELA.

34Er fährt einher durch die Himmel,

die von Anbeginn sind.

Siehe, er lässt seine Stimme erschallen,

eine gewaltige Stimme.

35Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel

und seine Macht in den Wolken.

36Wundersam ist Gott in seinem Heiligtum; /

er ist Israels Gott.

Er wird dem Volke Macht und Kraft geben.

Gelobt sei Gott!

In Anfechtung und Schmach

691Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«.

2Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

3Ich versinke in tiefem Schlamm,

wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten,

und die Flut will mich ersäufen.

4Ich habe mich müde geschrien,

mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

5Die mich ohne Grund hassen,

sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe.

Die mir zu Unrecht Feind sind /

und mich verderben wollen, sind mächtig.

Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

6Gott, du kennst meine Torheit,

und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

7Lass an mir nicht zuschanden werden,

die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth!

Lass an mir nicht schamrot werden,

die dich suchen, Gott Israels!

8Denn um deinetwillen trage ich Schmach,

mein Angesicht ist voller Schande.

9Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

10denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,

und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

11Ich weine bitterlich und faste,

und man spottet meiner dazu.

12Ich habe einen Sack angezogen,

aber sie treiben ihren Spott mit mir.

13Die im Tor sitzen, schwatzen von mir,

und beim Zechen singt man von mir.

14Ich aber bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

15Errette mich aus dem Schlamm,

dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,

und aus den tiefen Wassern;

16dass mich die Flut nicht ersäufe /

und die Tiefe nicht verschlinge

und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

17Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich;

wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

18und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

19Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

erlöse mich um meiner Feinde willen.

20Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham;

meine Widersacher sind dir alle vor Augen.

21Die Schmach bricht mir mein Herz

und macht mich krank.

Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand,

und auf Tröster, aber ich finde keine.

22Sie geben mir Galle zu essen

und Essig zu trinken für meinen Durst.

23Ihr Tisch werde ihnen zur Falle,

zur Vergeltung und zum Strick.

24Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen,

und ihre Hüften lass immerfort wanken.

25Gieß deine Ungnade über sie aus,

und dein grimmiger Zorn ergreife sie.

26Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden,

und niemand wohne in ihren Zelten.

27Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast,

und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast.

28Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen,

dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

29Tilge sie aus dem Buch des Lebens,

dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.

30Ich aber bin elend und voller Schmerzen.

Gott, deine Hilfe schütze mich!

31Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied

und will ihn hoch ehren mit Dank.

32Das wird dem HERRN besser gefallen

als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.

33Die Elenden sehen es und freuen sich,

und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

34Denn der HERR hört die Armen

und verachtet seine Gefangenen nicht.

35Es lobe ihn Himmel und Erde,

die Meere mit allem, was sich darin regt.

36Denn Gott wird Zion helfen /

und die Städte Judas bauen,

dass man dort wohne und sie besitze.

37Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben,

und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.

Hilferuf gegen Widersacher

701Von David, vorzusingen, zum Gedenkopfer.

2Eile, Gott, mich zu erretten,

HERR, mir zu helfen!

3Es sollen sich schämen und zuschanden werden,

die mir nach dem Leben trachten;

sie sollen zurückweichen und zum Spott werden,

die mir Übles wünschen;

4sie sollen umkehren um ihrer Schande willen,

die über mich schreien: Da, da!

5Lass deiner sich freuen und fröhlich sein

alle, die nach dir fragen;

und die dein Heil lieben, lass allewege sagen:

Hoch gelobt sei Gott!

6Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir!

Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht!

Bitte um Gottes Hilfe im Alter

711HERR, ich traue auf dich,

lass mich nimmermehr zuschanden werden.

2Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus,

neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

3Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, /

der du zugesagt hast, mir zu helfen;

denn du bist mein Fels und meine Burg.

4Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen,

aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

5Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott,

meine Hoffnung von meiner Jugend an.

6Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; /

du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen.

Dich rühme ich immerdar.

7Ich bin für viele wie ein Zeichen;

aber du bist meine starke Zuversicht.

8Lass meinen Mund deines Ruhmes

und deines Preises voll sein täglich.

9Verwirf mich nicht in meinem Alter,

verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.

10Denn meine Feinde reden über mich,

und die auf mich lauern, beraten sich miteinander

11und sprechen: Gott hat ihn verlassen;

jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!

12Gott, sei nicht ferne von mir;

mein Gott, eile, mir zu helfen!

13Schämen sollen sich und umkommen,

die meiner Seele Feind sind;

mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden,

die mein Unglück suchen.

14Ich aber will immer harren

und mehren all deinen Ruhm.

15Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit,

täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.

16Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN;

ich preise deine Gerechtigkeit allein.

17Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt,

und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

18Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht,

und wenn ich grau werde,

bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern

und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

19Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel;

der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich?

20Du lässest mich erfahren viele und große Angst

und machst mich wieder lebendig

und holst mich wieder herauf

aus den Tiefen der Erde.

21Du machst mich sehr groß

und tröstest mich wieder.

22So will auch ich dir danken mit Saitenspiel

für deine Treue, mein Gott;

ich will dir zur Harfe lobsingen,

du Heiliger Israels.

23Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast,

sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

24Auch meine Zunge soll täglich reden

von deiner Gerechtigkeit;

denn zu Schmach und Schande werden,

die mein Unglück suchen.

Der Friedefürst und sein Reich

721Von Salomo.

Gott, gib dein Gericht dem König

und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

2dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit

und deine Elenden rette.

3Lass die Berge Frieden bringen für das Volk

und die Hügel Gerechtigkeit.

4Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen

und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

5Er soll leben, solange die Sonne scheint

und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht.

6Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue,

wie die Tropfen, die das Land feuchten.

7Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit

und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist.

8Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere

und von dem StromA bis zu den Enden der Erde.

9Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste,

und seine Feinde sollen Staub lecken.

10Die Könige von Tarsis und auf den Inseln

sollen Geschenke bringen,

die Könige aus Saba und Seba

sollen Gaben senden.

11Alle Könige sollen vor ihm niederfallen

und alle Völker ihm dienen.

12Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit,

und den Elenden, der keinen Helfer hat.

13Er wird gnädig sein den Geringen

und Armen,

und den Armen wird er helfen.

14Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen,

und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.

15Er soll leben und man soll ihm geben

vom Gold aus Saba.

Man soll immerdar für ihn beten

und ihn täglich segnen.

16Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen;

wie am Libanon rausche seine Frucht.

In den Städten sollen sie grünen

wie das Gras auf Erden.

17Sein Name bleibe ewiglich;

solange die Sonne währt, blühe sein Name.

Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker,

und sie werden ihn preisen.

18Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels,

der allein Wunder tut!

19Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,

und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!

Amen! Amen!

20zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.

Drittes Buch

Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen

731Ein Psalm Asafs.

Gott ist dennoch Israels Trost

für alle, die reinen Herzens sind.

2Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;

mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,

als ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging.

4Denn für sie gibt es keine Qualen,

gesund und feist ist ihr Leib.

5Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute

und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

6Darum prangen sie in Hoffart

und hüllen sich in Frevel.

7Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst,

sie tun, was ihnen einfällt.

8Sie achten alles für nichts und reden böse,

sie reden und lästern hoch her.

9Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein;

was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

10Darum fällt ihnen der Pöbel zu

und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser.

11Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen?

Wie sollte der Höchste etwas merken?

12Siehe, das sind die Gottlosen;

die sind glücklich in der Welt und werden reich.

13Soll es denn umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt

und meine Hände in Unschuld wasche?

14Ich bin doch täglich geplagt,

und meine Züchtigung ist alle Morgen da.

15Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie,

siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet.

16So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte,

aber es war mir zu schwer,

17bis ich ging in das Heiligtum Gottes

und merkte auf ihr Ende.

18Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund

und stürzest sie zu Boden.

19Wie werden sie so plötzlich zunichte!

Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

20Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht,

so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst.

21Als es mir wehe tat im Herzen

und mich stach in meinen Nieren,

22da war ich ein Narr und wusste nichts,

ich war wie ein Tier vor dir.

23Dennoch bleibe ich stets an dir;

denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24du leitest mich nach deinem Rat

und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

25Wenn ich nur dich habe,

so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,

so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

27Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen;

du bringst um alle, die dir die Treue brechen.

28Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte /

und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN,

dass ich verkündige all dein Tun.

Klage vor dem entweihten Heiligtum

741Eine Unterweisung Asafs.

Gott, warum verstößest du uns für immer

und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?

2Gedenke an deine Gemeinde,

die du vorzeiten erworben

und dir zum Erbteil erlöst hast,

an den Berg Zion, auf dem du wohnest.

3Richte doch deine Schritte zu dem, /

was so lange wüste liegt.

Der Feind hat alles verheert im Heiligtum.

4Deine Widersacher brüllen in deinem Hause

und stellen ihre Zeichen darin auf.

5Hoch sieht man Äxte sich heben

wie im Dickicht des Waldes.

6Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk

mit Beilen und Hacken.

7Sie verbrennen dein Heiligtum,

bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Namens.

8Sie sprechen in ihrem Herzen: /

Lasst uns sie ganz unterdrücken!

Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande.

9Unsere Zeichen sehen wir nicht, /

kein Prophet ist mehr da,

und keiner ist bei uns, der etwas weiß.

10Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher noch schmähen

und der Feind deinen Namen immerfort lästern?

11Warum ziehst du deine Hand zurück?

Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!

12Gott ist ja mein König von alters her,

der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

13Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft,

zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer.

14Du hast dem Leviatan die Köpfe zerschlagen

und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.

15Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen

und ließest starke Ströme versiegen.

16Dein ist der Tag und dein ist die Nacht;

du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.

17Du hast dem Land seine Grenze gesetzt;

Sommer und Winter hast du gemacht.

18So gedenke doch, HERR, wie der Feind schmäht

und ein törichtes Volk deinen Namen lästert.

19Gib deine Taube nicht den Tieren preis;

das Leben deiner Elenden vergiss nicht für immer.

20Gedenke an den Bund;

denn die dunklen Winkel des Landes sind voll Frevel.

21Lass den Geringen nicht beschämt davongehen,

lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

22Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache;

denk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

23Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde;

das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

Gott ist Richter über die Stolzen

751Ein Psalmlied Asafs, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«.

2Wir danken dir, Gott, wir danken dir

und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.

3»Wenn meine Zeit gekommen ist,

werde ich recht richten.

4Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen,

aber ich halte ihre Säulen fest.« SELA.

5Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so!,

und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

6Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt,

redet nicht so halsstarrig!

7Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang,

nicht von der Wüste und nicht von den Bergen,

8sondern Gott ist Richter,

der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

9Denn der HERR hat einen Becher in der Hand,

mit starkem Wein voll eingeschenkt.

Er schenkt daraus ein, /

und die Gottlosen auf Erden müssen alle trinken

und sogar die Hefe schlürfen.

10Ich aber will verkündigen ewiglich

und lobsingen dem Gott Jakobs:

11Er wird alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen,

dass die Gewalt des Gerechten erhöht werde.

Gott, der furchtbare Richter

761Ein Psalmlied Asafs, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott ist in Juda bekannt,

in Israel ist sein Name herrlich.

3So erstand in Salem sein Zelt

und seine Wohnung in Zion.

4Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens,

Schild, Schwert und Streitmacht. SELA.

5Du bist herrlicher und mächtiger

als die ewigen Berge.

6Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken,

und allen Kriegern versagen die Hände.

7Von deinem Schelten, Gott Jakobs,

sinken in Schlaf Ross und Wagen.

8Furchtbar bist du!

Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?

9Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel,

erschrickt das Erdreich und wird still,

10wenn Gott sich aufmacht zu richten,

dass er helfe allen Elenden auf Erden. SELA.

11Wenn Menschen wider dich wüten,

bringt es dir Ehre;

und wenn sie noch mehr wüten,

bist du auch noch gerüstet.

12Tut Gelübde dem HERRN, eurem Gott, und haltet sie!

Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren,

13der den Fürsten den Mut nimmt

und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.

Trost aus Gottes früheren Taten

771Ein Psalm Asafs, vorzusingen, für Jedutun.

2Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe,

zu Gott rufe ich und er erhört mich.

3In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; /

meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab;

denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

4Ich denke an Gott – und bin betrübt;

ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten. SELA.

5Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen;

ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

6Ich gedenke der alten Zeit,

der vergangenen Jahre.

7Ich denke und sinne des Nachts /

und rede mit meinem Herzen,

mein Geist muss forschen.

8Wird denn der Herr auf ewig verstoßen

und keine Gnade mehr erweisen?

9Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte,

und hat die Verheißung für immer ein Ende?

10Hat Gott vergessen, gnädig zu sein,

oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? SELA.

11Ich sprach: Darunter leide ich,

dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

12Darum denke ich an die Taten des HERRN,

ja, ich denke an deine früheren Wunder

13und sinne über alle deine Werke

und denke deinen Taten nach.

14Gott, dein Weg ist heilig.

Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?

15Du bist der Gott, der Wunder tut,

du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

16Du hast dein Volk erlöst mit Macht,

die Kinder Jakobs und Josefs. SELA.

17Die Wasser sahen dich, Gott,

die Wasser sahen dich und ängstigten sich,

ja, die Tiefen tobten.

18Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, /

die Wolken donnerten,

und deine Pfeile fuhren einher.

19Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis,

die Erde erbebte und wankte.

20Dein Weg ging durch das Meer /

und dein Pfad durch große Wasser;

doch niemand sah deine Spur.

21Du führtest dein Volk wie eine Herde

durch die Hand des Mose und Aaron.

Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte

781Eine Unterweisung Asafs.

Höre, mein Volk, meine Unterweisung,

neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

2Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch

und Geschichten verkünden aus alter Zeit.

3Was wir gehört haben und wissen

und unsre Väter uns erzählt haben,

4das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern;

wir verkündigen dem kommenden Geschlecht

den Ruhm des HERRN und seine Macht

und seine Wunder, die er getan hat.

5Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob

und gab ein Gesetz in Israel

und gebot unsern Vätern,

es ihre Kinder zu lehren,

6damit es die Nachkommen lernten,

die Kinder, die noch geboren würden;

die sollten aufstehen

und es auch ihren Kindern verkündigen,

7dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung /

und nicht vergäßen die Taten Gottes,

sondern seine Gebote hielten

8und nicht würden wie ihre Väter,

ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,

dessen Herz nicht fest war

und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,

9wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten,

abfielen zur Zeit des Streits;

10sie hielten den Bund Gottes nicht

und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln

11und vergaßen seine Taten und seine Wunder,

die er ihnen erwiesen hatte.

12Vor ihren Vätern tat er Wunder

in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan.

13Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen

und stellte das Wasser fest wie eine Mauer.

14Er leitete sie am Tage mit einer Wolke

und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.

15Er spaltete die Felsen in der Wüste

und tränkte sie mit Wasser in Fülle;

16er ließ Bäche aus den Felsen kommen,

dass sie hinabflossen wie Wasserströme.

17Dennoch sündigten sie weiter wider ihn

und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten;

18sie versuchten Gott in ihrem Herzen,

als sie Speise forderten für ihr Gelüste,

19und redeten wider Gott und sprachen:

Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?

20Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen,

dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen;

kann er aber auch Brot geben

und seinem Volk Fleisch verschaffen?

21Da der HERR das hörte, entbrannte er im Grimm,

und Feuer brach aus in Jakob,

und Zorn kam über Israel,

22weil sie nicht glaubten an Gott

und nicht hofften auf seine Hilfe.

23Und er gebot den Wolken droben

und tat auf die Türen des Himmels

24und ließ Manna auf sie regnen zur Speise

und gab ihnen Himmelsbrot.

25Brot der Engel aßen sie alle,

er sandte ihnen Speise in Fülle.

26Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel

und erregte durch seine Stärke den Südwind

27und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub

und Vögel wie Sand am Meer;

28mitten in das Lager fielen sie ein,

rings um seine Wohnung her.

29Da aßen sie und wurden sehr satt;

und was sie verlangten, gewährte er ihnen.

30Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt,

ihre Speise war noch in ihrem Munde,

31da kam der Zorn Gottes über sie /

und brachte ihre Vornehmsten um

und schlug die Besten in Israel nieder.

32Zu dem allen sündigten sie noch mehr

und glaubten nicht an seine Wunder.

33Darum ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts

und ihre Jahre in Schrecken.

34Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Gott

und fragten wieder nach ihm

35und dachten daran, dass Gott ihr Hort ist

und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

36Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde

und belogen ihn mit ihrer Zunge.

37Ihr Herz hing nicht fest an ihm,

und sie hielten nicht treu an seinem Bunde.

38Er aber war barmherzig und vergab die Schuld

und vertilgte sie nicht

und wandte oft seinen Zorn ab

und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus.

39Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind,

ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

40Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste

und betrübten ihn in der Einöde!

41Sie versuchten Gott immer wieder

und kränkten den Heiligen Israels.

42Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand,

an den Tag, als er sie erlöste von den Feinden,

43wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte

und seine Wunder im Lande Zoan;

44als er ihre Ströme in Blut verwandelte,

dass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten;

45als er Ungeziefer unter sie schickte, das sie fraß,

und Frösche, die ihnen Verderben brachten,

46und ihr Gewächs den Raupen gab

und ihre Saat den Heuschrecken;

47als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug

und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen;

48als er ihr Vieh preisgab dem Hagel

und ihre Herden dem Wetterstrahl;

49als er die Glut seines Zornes unter sie sandte,

Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel;

50als er seinem Zorn freien Lauf ließ /

und ihre Seele vor dem Tode nicht bewahrte

und ihr Leben preisgab der Pest;

51als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug,

die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams.

52Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe

und führte sie wie eine Herde in der Wüste;

53und er leitete sie sicher, /

dass sie sich nicht fürchteten;

aber ihre Feinde bedeckte das Meer.

54Er brachte sie zu seinem heiligen Lande,

zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,

55und vertrieb vor ihnen her die Völker /

und verteilte ihr Land als Erbe

und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.

56Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten

und hielten seine Gebote nicht;

57sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter

und versagten wie ein schlaffer Bogen;

58sie erzürnten ihn mit ihren Höhen

und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen.

59Als das Gott hörte, entbrannte sein Grimm,

und er verwarf Israel so sehr,

60dass er seine Wohnung in Silo dahingab,

das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte;

61er gab seine Macht in Gefangenschaft

und seine HerrlichkeitB in die Hand des Feindes;

62er übergab sein Volk dem Schwert

und ergrimmte über sein Erbe.

63Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer,

und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.

64Ihre Priester fielen durchs Schwert,

und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.

65Da erwachte der Herr wie ein Schlafender,

wie ein Starker, der beim Wein fröhlich war,

66und schlug seine Feinde hinten

und hängte ihnen ewige Schande an.

67Er verwarf das Zelt Josefs

und erwählte nicht den Stamm Ephraim,

68sondern erwählte den Stamm Juda,

den Berg Zion, den er lieb hat.

69Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen,

wie die Erde, die er gegründet hat für immer,

70und erwählte seinen Knecht David

und nahm ihn von den Schafhürden;

71von den säugenden Schafen holte er ihn,

dass er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel.

72Und er weidete sie mit aller Treue

und leitete sie mit kluger Hand.

Gebet des Volkes Gottes in schwerer Kriegsnot

791Ein Psalm Asafs.

Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; /

die haben deinen heiligen Tempel entweiht

und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht.

2Sie haben die Leichname deiner Knechte /

den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben

und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.

3Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser,

und da war niemand, der sie begrub.

4Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden,

zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

5HERR, wie lange willst du so sehr zürnen

und deinen Eifer brennen lassen wie Feuer?

6Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen,

und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.

7Denn sie haben Jakob gefressen

und seine Stätte verwüstet.

8Rechne uns die Schuld der Väter nicht an,

erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend.

9Hilf du uns, Gott, unser Helfer,

um deines Namens Ehre willen!

Errette uns und vergib uns unsre Sünden

um deines Namens willen!

10Warum lässt du die Heiden sagen:

»Wo ist nun ihr Gott?«

Lass unter den Heiden vor unsern Augen kundwerden

die Vergeltung für das Blut deiner Knechte, das vergossen ist.

11Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen;

durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes

12und vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt

ihr Schmähen, mit dem sie dich, Herr, geschmäht haben.

13Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide,

danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.

Gebet für den zerstörten »Weinstock Gottes«

801Ein Psalm Asafs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien des Zeugnisses«.

2Du Hirte Israels, höre, /

der du Josef hütest wie Schafe!

Erscheine, der du thronst über den Cherubim,

3vor Ephraim, Benjamin und Manasse!

Erwecke deine Kraft

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, tröste uns wieder

und lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

5HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen,

während dein Volk zu dir betet?

6Du speisest sie mit Tränenbrot

und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

7Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,

und unsre Feinde verspotten uns.

8Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

9Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt,

hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

10Du hast vor ihm Raum gemacht /

und hast ihn lassen einwurzeln,

dass er das Land erfüllt hat.

11Berge sind mit seinem Schatten bedeckt

und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

12Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer

und seine Zweige bis an den Strom.

13Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen,

dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

14Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue

und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.

15Gott Zebaoth, wende dich doch! /

Schaue vom Himmel und sieh darein,

nimm dich dieses Weinstocks an!

16Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat,

den Sohn, den du dir großgezogen hast!

17Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht;

vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

18Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten,

den Sohn, den du dir großgezogen hast.

19So wollen wir nicht von dir weichen.

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

Die wahre Festfeier

811Von Asaf, vorzusingen, auf der Gittit.

2Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,

jauchzet dem Gott Jakobs!

3Hebt an mit Psalmen und lasst hören die Pauken,

liebliche Zithern und Harfen!

4Blaset am Neumond die Posaune,

am Vollmond, am Tag unsres Festes!

5Denn das ist eine Satzung für Israel

und eine Ordnung des Gottes Jakobs.

6Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef,

als Er auszog wider Ägyptenland.

Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte:

7Ich habe ihre Schultern von der

Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöset.

8Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus

und antwortete dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am Haderwasser. SELA.

9Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen.

Israel, du sollst mich hören!

10Kein andrer Gott sei unter dir,

und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!

11Ich bin der HERR, dein Gott, /

der dich aus Ägyptenland geführt hat:

Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!

12Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme,

und Israel will mich nicht.

13So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens,

dass sie wandeln nach eigenem Rat.

14Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre

und Israel auf meinem Wege ginge!

15Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen

und meine Hand gegen seine Widersacher wenden!

16Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen,

aber Israels Zeit würde ewiglich währen,

17und ich würde es mit dem besten Weizen speisen

und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Der höchste Richter

821Ein Psalm Asafs.

Gott steht in der Gottesgemeinde

und ist Richter unter den Göttern.

2»Wie lange wollt ihr unrecht richten

und die Gottlosen vorziehen? SELA.

3Schaffet Recht dem Armen und der Waise

und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.

4Errettet den Geringen und Armen

und erlöst ihn aus der Gewalt der Gottlosen.«

5Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, /

sie tappen dahin im Finstern.

Darum wanken alle Grundfesten der Erde.

6»Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter

und allzumal Söhne des Höchsten;

7aber ihr werdet sterben wie Menschen

und wie ein Tyrann zugrunde gehen.«

8Gott, mache dich auf und richte die Erde;

denn du bist Erbherr über alle Heiden!

Gebet gegen einen Bund von Feinden des Gottesvolkes

831Ein Psalmlied Asafs.

2Gott, schweige doch nicht!

Gott, bleib nicht so still und ruhig!

3Denn siehe, deine Feinde toben,

und die dich hassen, erheben das Haupt.

4Sie machen listige Anschläge wider dein Volk

und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen.

5»Wohlan!«, sprechen sie, »Lasst uns sie ausrotten, /

dass sie kein Volk mehr seien

und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!«

6Denn sie sind miteinander eins geworden

und haben einen Bund wider dich gemacht:

7die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen,

Moab und die Hagariter,

8Gebal, Ammon und Amalek,

die Philister mit denen von Tyrus;

9auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen,

sie helfen den Söhnen Lot. SELA.

10Mach's mit ihnen wie mit Midian,

wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon,

11die vertilgt wurden bei En-Dor

und wurden zu Mist auf dem Acker.

12Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb,

alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna,

13die auch einmal sagten:

Wir wollen das Land Gottes einnehmen.

14Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter,

wie Spreu vor dem Winde.

15Wie ein Feuer den Wald verbrennt

und wie eine Flamme die Berge versengt,

16so verfolge sie mit deinem Sturm

und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

17Bedecke ihr Angesicht mit Schande,

dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen.

18Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer

und zuschanden werden und umkommen.

19So werden sie erkennen, /

dass du allein HERR heißest

und der Höchste bist in aller Welt.