Lob Gottes und Zuversicht in Kriegsnot

1081Ein Psalmlied Davids.

2Gott, mein Herz ist bereit,

ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!

3Wach auf, Psalter und Harfe!

Ich will das Morgenrot wecken.

4Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

5Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Treue, so weit die Wolken gehen.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Lande!

7Lass deine Freunde errettet werden,

dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

8Gott hat in seinem Heiligtum geredet:

Ich will frohlocken;

ich will Sichem verteilen

und das Tal Sukkot ausmessen.

9Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, /

und Ephraim ist der Schutz meines Haupts,

Juda ist mein Zepter.

10Moab ist mein Waschbecken, /

ich will meinen Schuh auf Edom werfen,

über die Philister will ich jauchzen.

11Wer wird mich führen in die feste Stadt?

Wer wird mich nach Edom leiten?

12Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast,

und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

13Schaff uns Beistand vor dem Feind;

denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

14Mit Gott wollen wir Taten tun.

Er wird unsre Feinde niedertreten.

Ein Ruf zu Gott gegen erbarmungslose Widersacher

1091Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Gott, mein Ruhm, schweige nicht!

2Denn sie haben ihr gottloses Lügenmaul wider mich aufgetan.

Sie reden wider mich mit falscher Zunge /

3und reden giftig wider mich allenthalben

und streiten wider mich ohne Grund.

4Dafür, dass ich sie liebe, feinden sie mich an;

ich aber bete.

5Sie erweisen mir Böses für Gutes

und Hass für Liebe.

6Gib ihm einen Gottlosen zum Gegner,

und ein Verkläger stehe zu seiner Rechten.

7Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden,

und sein Gebet werde zur Sünde.

8Seiner Tage sollen wenige werden,

und sein Amt soll ein andrer empfangen.

9Seine Kinder sollen Waisen werden

und seine Frau eine Witwe.

10Seine Kinder sollen umherirren und betteln

und vertrieben werden aus ihren Trümmern.

11Es soll der Wucherer alles fordern, was er hat,

und Fremde sollen seine Güter rauben.

12Und niemand soll ihm Gutes tun,

und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden,

ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden.

14Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN,

und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden.

15Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen,

und ihr Andenken soll ausgerottet werden auf Erden,

16weil er so gar keine Barmherzigkeit übte,

sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten.

17Er liebte den Fluch,

so komme er auch über ihn;

er wollte den Segen nicht,

so bleibe er auch fern von ihm.

18Er zog den Fluch an wie sein Hemd;

der dringe in ihn hinein wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine;

19er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat,

und wie ein Gürtel, mit dem er allezeit sich gürtet.

20So geschehe denen vom HERRN, die wider mich sind

und die Böses reden wider mich.

21Aber du, HERR, /

sei du mit mir um deines Namens willen;

denn deine Gnade ist mein Trost: Errette mich!

22Denn ich bin arm und elend;

mein Herz ist zerschlagen in mir.

23Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet,

und werde abgeschüttelt wie Heuschrecken.

24Meine Knie sind schwach vom Fasten,

und mein Leib ist mager und hat kein Fett.

25Ich bin ihnen zum Spott geworden;

wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf.

26Steh mir bei, HERR, mein Gott!

Hilf mir nach deiner Gnade,

27und lass sie innewerden, dass dies deine Hand ist

und du, HERR, das tust.

28Fluchen sie, so segne du. /

Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie zuschanden werden;

aber dein Knecht soll sich freuen.

29Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen

und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel.

30Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde

und ihn rühmen vor der Menge.

31Denn er steht dem Armen zur Rechten,

dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen.

Der ewige König und Priester

1101Ein Psalm Davids.

Der HERR sprach zu meinem Herrn: /

»Setze dich zu meiner Rechten,

bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«

2Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus Zion.

Herrsche mitten unter deinen Feinden!

3Wenn du dein Heer aufbietest, wird dir dein Volk

willig folgen in heiligem Schmuck.

Deine Söhne werden dir geboren

wie der Tau aus der Morgenröte.

4Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen:

»Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.«

5Der Herr zu deiner Rechten wird zerschmettern

die Könige am Tage seines Zorns.

6Er wird richten unter den Heiden, /

wird viele erschlagen,

wird Häupter zerschmettern auf weitem Gefilde.

7Er wird trinken vom Bach auf dem Wege,

darum wird er das Haupt emporheben.