Die Torheit der Gottlosen

531Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, zum Reigentanz.

2Die Toren sprechen in ihrem Herzen:

»Es ist kein Gott.«

Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Gräuel;

da ist keiner, der Gutes tut.

3Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder,

dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

4Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben;

da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

5Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen,

die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, Gott aber rufen sie nicht an?

6Sie fürchten sich da,

wo nichts zu fürchten ist;

doch Gott zerstreut die Gebeine derer,

die dich bedrängen.

Du machst sie zuschanden,

denn Gott hat sie verworfen.

7Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme /

und Gott sein gefangenes Volk erlöste!

So würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.

Hilferuf eines Bedrohten

541Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel,

2Als die Männer von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns verborgen.

3Hilf mir, Gott, durch deinen Namen

und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

4Gott, erhöre mein Gebet,

vernimm die Rede meines Mundes.

5Denn Stolze erheben sich gegen mich, /

und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;

sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.

6Siehe, Gott steht mir bei,

der Herr erhält mein Leben.

7Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.

Vertilge sie um deiner Treue willen!

8So will ich dir ein Freudenopfer bringen

und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.

9Denn du errettest mich aus aller meiner Not,

dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

Klage über falsche Brüder

551Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott, höre mein Gebet

und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und erhöre mich,

wie ich so ruhelos klage und heule,

4da der Feind so schreit

und der Gottlose mich bedrängt;

denn sie wollen Unheil über mich bringen

und sind mir heftig gram.

5Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,

und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

6Furcht und Zittern ist über mich gekommen,

und Grauen hat mich überfallen.

7Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben,

dass ich wegflöge und Ruhe fände!

8Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen

und in der Wüste bleiben. SELA.

9Ich wollte eilen, dass ich entrinne

vor dem Sturmwind und Wetter.

10Mache ihre Zunge uneins, Herr, und verwirre sie;

denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern,

und Mühsal und Unheil ist drinnen.

12Verderbnis regiert darin,

Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

13Wenn mein Feind mich schmähte,

wollte ich es ertragen;

wenn einer, der mich hasst, großtut wider mich,

wollte ich mich vor ihm verbergen.

14Aber nun bist du es, mein Gefährte,

mein Freund und mein Vertrauter,

15die wir freundlich miteinander waren,

die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge!

16Der Tod übereile sie, dass sie lebendig zu den Toten fahren;

denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

17Ich aber will zu Gott rufen

und der HERR wird mir helfen.

18Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen;

so wird er meine Stimme hören.

19Er erlöst mich von denen, die an mich wollen,

und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

20Gott wird hören und sie demütigen,

der allewege bleibet. SELA.

Denn sie werden nicht anders

und wollen Gott nicht fürchten.

21Sie legen ihre Hände an ihre Freunde

und entheiligen ihren Bund.

22Ihr Mund ist glatter als Butter

und haben doch Krieg im Sinn;

ihre Worte sind linder als Öl

und sind doch gezückte Schwerter.

23Wirf dein Anliegen auf den HERRN; /

der wird dich versorgen

und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

24Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. /

Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen.

Ich aber hoffe auf dich.

Getrostes Vertrauen in schwerer Not

561Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »die stumme Taube unter den Fremden«, als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

2Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach;

täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

3Meine Feinde stellen mir täglich nach;

denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

4Wenn ich mich fürchte,

so hoffe ich auf dich.

5Ich will Gottes Wort rühmen; /

auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten.

Was können mir Menschen tun?

6Täglich fechten sie meine Sache an;

alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

7Sie rotten sich zusammen, sie lauern /

und haben Acht auf meine Schritte,

wie sie mir nach dem Leben trachten.

8Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen?

Gott, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

9Zähle die Tage meiner Flucht, /

sammle meine Tränen in deinen Krug;

ohne Zweifel, du zählst sie.

10Dann werden meine Feinde zurückweichen, /

wenn ich dich anrufe.

Das weiß ich, dass du mein Gott bist.

11Ich will rühmen Gottes Wort;

ich will rühmen des HERRN Wort.

12Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht;

was können mir Menschen tun?

13Ich habe dir, Gott, gelobt,

dass ich dir danken will.

14Denn du hast mich vom Tode errettet,

meine Füße vom Gleiten,

dass ich wandeln kann vor Gott

im Licht der Lebendigen.

Vertrauensvolle Bitte in der Anfechtung

571Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

2Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig!

Denn auf dich traut meine Seele,

und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht,

bis das Unglück vorübergehe.

3Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

4Er sende vom Himmel und helfe mir /

von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA.

Gott sende seine Güte und Treue.

5Ich liege mitten unter Löwen;

verzehrende Flammen sind die Menschen,

ihre Zähne sind Spieße und Pfeile

und ihre Zungen scharfe Schwerter.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!

7Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt

und meine Seele gebeugt;

sie haben vor mir eine Grube gegraben –

und fallen doch selbst hinein. SELA.

8Mein Herz ist bereit, Gott,

mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.

9Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe,

ich will das Morgenrot wecken!

10Herr, ich will dir danken unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

11Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und deine Herrlichkeit über alle Welt!