Die Feindschaft der Syrer gegen die Juden hält an

9So ging es zu, als Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes starb.

10Nun kommen wir zu Antiochus Eupator, dem Sohn des gottlosen Antiochus, und erzählen so kurz wie möglich die wichtigsten Kriegsnöte.

11Als Eupator König wurde, setzte er Lysias, den obersten Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, zum Kanzler ein.

12Ptolemäus Makron nämlich, der die Juden gern in ihrem Recht geschützt hätte, weil sie bisher so viel Unrecht erlitten hatten, arbeitete darauf hin, sie in Frieden leben zu lassen.

13Deshalb verklagten ihn die Freunde des Königs bei Eupator; auch nannte man ihn bei jeder Gelegenheit einen Verräter, weil er die Insel Zypern, die ihm Philometor anvertraut hatte, verlassen hatte und zu Antiochus Epiphanes übergegangen war; und da er nicht mehr mit Ehren sein Amt führen konnte, nahm er sich mit Gift das Leben.

14Als nun Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden beständig in Gang.

Judas Makkabäus erobert idumäische Festungen

15Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die Idumäer: Da sie günstig gelegene Festungen innehatten, ließen sie die Juden nicht zur Ruhe kommen; auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem verjagt worden waren, und ließen den Krieg immer wieder aufflammen.

16Da kamen Makkabäus und seine Leute zusammen und hielten ein Bittgebet, dass ihnen Gott beistehen möchte;

17dann brachen sie gegen die Festungen der Idumäer auf, griffen kräftig an und eroberten sie; alle, die sich auf den Mauern zur Gegenwehr stellten, vertrieben sie; wer ihnen sonst in die Hände fiel, den machten sie nieder und töteten nicht weniger als zwanzigtausend Menschen.

18Es entrannen ihnen aber an die neuntausend in zwei überaus starke Burgen, die gegen eine Belagerung mit allem ausgerüstet waren.

19Da ließ Makkabäus den Simon und Josef, dazu Zachäus und seine Leute zurück, die zur Belagerung stark genug waren; er selbst aber zog fort vor andere Städte, wo man ihn notwendig brauchte.

20Gewisse Leute um Simon aber ließen sich, geldgierig, wie sie waren, durch einige von den Belagerten bestechen und nahmen siebzigtausend Drachmen von ihnen und ließen sie entkommen.

21Als das nun Makkabäus erfuhr, rief er die Hauptleute zusammen und klagte jene an, sie hätten ihre Brüder für schnödes Geld verkauft, indem sie die Feinde hatten entkommen lassen.

22Er ließ sie als Verräter töten und stürmte alsbald die beiden Burgen.

23Und weil ihm alles glückte, was er mit den Waffen unternahm, brachte er in den beiden Festungen mehr als zwanzigtausend Menschen ums Leben.

Timotheus wird bei der Eroberung der Festung Geser getötet

24Timotheus aber, den die Juden einst geschlagen hatten, rüstete sich mit einer Menge fremden Kriegsvolks und sammelte viel Reiterei aus Asien und trat mit der Absicht auf, Judäa mit Gewalt einzunehmen.

25Und als er sich dem Lande näherte, streuten Makkabäus und seine Leute zum gemeinsamen Gebet vor Gott

26Erde auf ihr Haupt und legten Säcke an und fielen am Fuße des Altars nieder und baten, dass Gott ihnen gnädig und ihren Feinden ungnädig sein wolle und Widersacher ihrer Widersacher, wie es im Gesetz verkündet ist.

27Als sie nun gebetet hatten, nahmen sie ihre Waffen auf und zogen ein gutes Stück vor die Stadt hinaus, bis sie in die Nähe der Feinde kamen; da machten sie Halt.

28Und sobald die Sonne aufging, stießen die beiden Heere aufeinander; und die einen hatten neben ihrer Tapferkeit als Bürgschaft für Kriegsglück und Sieg die Zuflucht, die sie zum Herrn genommen hatten; die andern aber ließen sich im Kampf allein von ihrer menschlichen Leidenschaft führen.

29Als nun die Schlacht am heftigsten war, erschienen den Feinden vom Himmel her fünf strahlende Gestalten auf Pferden mit goldenen Zäumen; die zogen vor den Juden her

30und zwei von ihnen hielten sich zu beiden Seiten neben Makkabäus und beschützten ihn mit ihren Waffen, sodass ihn niemand verwunden konnte, und schossen blitzende Pfeile auf die Feinde, sodass sie geblendet, verwirrt und niedergeschlagen wurden.

31Und es wurden erschlagen 20500 Mann zu Fuß und sechshundert Reiter.

32Timotheus selbst aber entfloh nach Geser, einem stark befestigten Platz; dort führte der Hauptmann Chäreas den Befehl.

33Da belagerten Makkabäus und seine Leute den festen Platz mit freudigem Mut vier Tage lang.

34Aber die Besatzung verließ sich auf die Stärke des Orts und stieß ungeheuerliche Lästerungen und Schmähungen aus.

35Aber am fünften Tage wurden zwanzig junge Männer von den Leuten des Makkabäus sehr zornig über die dauernde Schmähung und liefen mannhaft Sturm gegen die Mauer und erschlugen in wilder Wut jeden, der ihnen in den Weg kam.

36Ebenso erstiegen andere den Ort auf einer andern Seite, legten Feuer an die Türme und verbrannten die Gotteslästerer bei lebendigem Leibe.

37Wieder andere hieben die Tore auf, ließen das übrige Heer hinein und eroberten so die Stadt. Sie erschlugen Timotheus, der sich in einer Zisterne versteckt hatte, und seinen Bruder Chäreas und Apollophanes.

38Als sie das alles vollbracht hatten, priesen sie mit Lobgesängen und Dankliedern den Herrn, der Israel eine so große Wohltat erwiesen und ihnen den Sieg gegeben hatte.

Judas Makkabäus besiegt Lysias

111Als nun Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Königs, dies alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe.

2Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht, Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln,

3den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu machen und das Hohepriesteramt jährlich für Geld zu vergeben.

4Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern pochte auf die Zehntausende zu Fuß und die Tausende zu Ross und auf die achtzig Elefanten.

5Als er nun nach Judäa kam, lagerte er sich vor einen festen Ort, Bet-Zur genannt, der etwa fünf Stunden von Jerusalem entfernt lag, und setzte ihm hart zu.

6Als aber Makkabäus und seine Leute hörten, dass er die Festungen belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Tränen den Herrn, einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte.

7Und Makkabäus war der Erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brüdern Hilfe zu bringen.

8So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Ross in einem weißen Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her.

9Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer Zuversicht so gestärkt, dass sie bereit waren, nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern anzugehen.

10Sie rückten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte.

11Und sie griffen ihre Feinde an wie Löwen und erschlugen von ihnen elftausend zu Fuß und sechzehnhundert zu Ross

12und trieben die andern alle in die Flucht. Der größte Teil warf die Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch schimpflich und entkam.

Vertrag des Lysias mit den Juden

13Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun über die Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, dass die Hebräer unüberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmächtige beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter gerechten Bedingungen an

14und versprach ihnen, den König dahin zu bringen, dass er ihr guter Freund würde.

15Makkabäus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte, dass es das Beste war. Und der König bewilligte alles, was Makkabäus dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.

16Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: »Lysias entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß.

17Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch unterzeichnete Schriftstück überbracht und um Antwort auf die darin gemachten Vorschläge gebeten.

18Was nun auch dem König vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen ließ.

19Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich auch weiterhin bemüht sein, zu eurem Besten mitzuwirken.

20Über dies alles und über Einzelnes haben eure und meine Gesandten Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl!

21Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dioskorus.«

Lysias vermittelt Frieden zwischen Antiochus V. Eupator und den Juden

22Das Schreiben des Königs lautete: »König Antiochus entbietet seinem Bruder Lysias seinen Gruß.

23Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und ein Gott geworden ist, ist uns nichts lieber, als dass Friede in unserm Reich herrscht, damit alle sich um das Ihre kümmern können.

24Nun hören wir, dass die Juden in den Übergang zu griechischen Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, dass man ihnen ihre Gesetze lässt.

25Weil wir es nun für gut ansehen, dass auch dies Volk in aller Ruhe lebt, so ist das unsre Meinung, dass man ihnen ihren Tempel wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen führen lässt, wie es ihre Vorfahren gehalten haben.

26Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und einen Vertrag mit ihnen schließt, damit sie unsere Entscheidung erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne alle Sorge annehmen können.«

27Das Schreiben des Königs an die Juden lautete: »König Antiochus entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gruß.

28Wenn es euch allen gut ginge, so wäre uns das lieb; uns geht es auch gut.

29Menelaus hat uns berichtet, dass ihr gern nach Haus und Hof zurückkehren und wieder euer Gewerbe betreiben möchtet.

30Darum soll für alle, die zwischen heute und dem dreißigsten Tag des Xanthikus zurückkehren werden, die Zusicherung gelten,

31dass die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie früher halten dürfen und dass niemand unter ihnen irgendwie für Ungesetzlichkeiten belangt werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat.

32Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden.

33Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«

Die Römer bieten ebenfalls ihre Vermittlung an

34Es schrieben aber auch die Römer den Juden wie folgt: »Quintus Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Römer, entbieten dem Volk der Juden ihren Gruß.

35Allem, was euch Lysias, des Königs Vetter, zugestanden hat, stimmen auch wir zu.

36Über die Fragen aber, die er dem König vorlegen will, beratet euch untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie darlegen, wie es für euch günstig ist; wir sind nämlich unterwegs nach Antiochia.

37Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure Meinung ist.

38Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«

Die Juden werden weiterhin beunruhigt

121Nachdem diese Verträge abgeschlossen waren, begab sich Lysias zum König; die Juden aber wandten sich wieder dem Ackerbau zu.

2Aber von den Unterbefehlshabern ließen Timotheus und Apollonius, der Sohn des Gennäus, ferner Hieronymus und Demophon, dazu Nikanor, der Hauptmann über die Kriegsleute aus Zypern, sie nicht zu Ruhe und friedlicher Arbeit kommen.

Judas Makkabäus bestraft die Städte Joppe und Jamnia

3Leute von Joppe aber verübten eine himmelschreiende Tat: Sie beredeten die Juden, die bei ihnen wohnten, mit ihren Frauen und Kindern in bereitgestellte Boote zu steigen, als wären sie gut Freund mit ihnen.

4Das geschah aber auf allgemeinen Beschluss der Stadt. Als nun die Juden das annahmen, weil sie möglichst Frieden halten wollten und keinerlei Verdacht hegten, führte man sie auf die hohe See und ertränkte sie, nicht weniger als zweihundert Personen.

5Als nun Judas hörte, wie gräulich man an seinen Landsleuten gehandelt hatte, bot er seine Männer auf

6und rief zu Gott, dem gerechten Richter, und zog gegen die aus, die seine Brüder ermordet hatten, und zündete bei Nacht den Hafen an und verbrannte die Boote; und alle, die dahin geflohen waren, tötete er mit dem Schwert.

7Weil aber die Stadt selbst verschlossen war, zog er ab in der Absicht, bald wiederzukommen und die gesamte Bürgerschaft von Joppe auszurotten.

8Es wurde ihm aber mitgeteilt, dass die Leute von Jamnia das Gleiche mit den Juden vorhatten, die bei ihnen wohnten.

9Darum überfiel er auch sie bei Nacht und verbrannte den Hafen und alle Schiffe, sodass man das Feuer in Jerusalem sah, das doch zweihundertvierzig Stadien davon entfernt lag.

Judas Makkabäus bekämpft arabische Nomaden und den Timotheus

10Als Judas von dort neun Stadien weitergezogen war, weil er sich gegen Timotheus wenden wollte, warfen sich ihm Araber entgegen, nicht weniger als fünftausend Mann und fünfhundert Reiter.

11Es kam zu einem heftigen Kampf; doch Judas mit seinen Leuten behielt durch Gottes Hilfe den Sieg. Und da die Araber unterlegen waren, baten sie ihn um Frieden und versprachen, sie wollten ihm Vieh liefern und auch sonst Hilfe leisten.

12Judas bedachte, wie sie ihm in der Tat in vielem nützlich sein könnten, und sagte ihnen Frieden zu. Und als er ihnen das durch Handschlag besiegelt hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurück.

13Auch griff Judas eine Stadt an, die mit Wällen gut gesichert und mit einer Mauer umschlossen war und in der ein bunt gemischtes Volk wohnte; die hieß Kaspin.

14Ihre Einwohner verließen sich auf ihre festen Mauern und den großen Vorrat an Nahrung und benahmen sich unverschämt gegen Judas und seine Leute: Sie schmähten sie, ja, sie lästerten und führten frevelhafte Reden.

15Da riefen Judas und seine Leute zu dem mächtigen Herrscher aller Welt, der zu Josuas Zeiten ohne Mauerbrecher und Sturmgerät Jericho zum Einsturz gebracht hatte.

16Sie stürmten in wilder Wut gegen die Mauer an und eroberten nach Gottes Willen die Stadt und töteten unsagbar viele Menschen, sodass der Teich, der dabei lag und wohl zwei Stadien breit war, aussah wie lauter Blut.

17Danach zogen sie siebenhundertfünfzig Stadien weiter und kamen nach Charax zu den Juden, die man Tubianer nennt.

18Aber sie fanden Timotheus dort nicht; denn er hatte die Gegend verlassen, nachdem er dort nichts ausgerichtet, sondern nur eine Ortschaft stark besetzt hatte.

19Da machten sich zwei Hauptleute aus der Schar des Makkabäus auf, nämlich Dositheus und Sosipater, und brachten alle um, die Timotheus in der Festung zurückgelassen hatte, mehr als zehntausend Mann.

20Makkabäus aber stellte sein Kriegsvolk in mehreren Abteilungen auf und setzte jene beiden an ihre Spitze und zog gegen Timotheus, der 120000 Mann zu Fuß und 2500 Reiter bei sich hatte.

21Als nun Timotheus erfuhr, dass Judas gegen ihn heranzog, schickte er Frauen und Kinder und den übrigen Tross fort nach Karnajim, einem Ort, der so tief im Gebirge lag, dass man ihn nicht belagern und nur schwer erreichen konnte.

22Als aber die Feinde die erste Abteilung des Judas sahen, überfiel sie Furcht und Schrecken, weil zugleich der vor ihnen erschien, der alle Dinge sieht; und sie wandten sich zur Flucht, der eine dahin, der andere dorthin, sodass sie sich selbst oft untereinander verwundeten und mit der Spitze des Schwerts durchbohrten.

23Judas aber drückte ungestüm nach und schlug die Gottlosen zusammen und brachte an die dreißigtausend von ihnen um.

24Timotheus selbst aber geriet den Leuten des Dositheus und Sosipater in die Hände und bat sie um Leben und Freiheit; denn er hätte viele ihrer Väter und Brüder in seiner Gewalt, und diese müssten sterben, wie er mit großer Übertreibung vorgab, wenn er getötet würde.

25Nachdem er sich nun feierlich verbürgt hatte, dass er sie bis zu einem bestimmten Tag wohlbehalten ihnen übergeben wollte, ließen sie ihn frei, um ihre Brüder zu retten.

26Danach zog Makkabäus gegen Karnajim und den Tempel der Atargatis und machte fünfundzwanzigtausend Menschen nieder.

Judas Makkabäus erobert Efron und verschont Skythopolis

27Nachdem sie besiegt und vernichtet waren, brach Judas gegen die feste Stadt Efron auf, in der Lysias und eine Bevölkerung aus mancherlei Stämmen wohnte. Die kräftige junge Mannschaft aber, die vor der Stadt stand, wehrte sich tapfer und drinnen hatten sie Geschütze und Geschosse genug.

28Da riefen die Juden zu dem Herrscher, der mit Gewalt die Stärke der Feinde zerbricht, und eroberten die Stadt und erschlugen von denen, die darin waren, an fünfundzwanzigtausend Menschen.

29Von dort brachen sie auf und zogen gegen Skythopolis, das sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt.

30Weil aber die Juden, die dort wohnten, den Bürgern von Skythopolis bezeugten, dass sie ihnen wohlgesinnt gewesen wären und ihnen in den schweren Zeiten alle Freundschaft bewiesen hätten,

31so dankten sie den Bürgern dafür und legten ihnen ans Herz, auch weiterhin gegen ihr Volk guten Willens zu sein. Dann zogen sie wieder nach Jerusalem, als das Wochenfest nahe bevorstand.

Judas Makkabäus siegt über Gorgias

32Nach dem Fest, das auch Pfingsten genannt wird, zogen sie gegen Gorgias, den Befehlshaber von Idumäa.

33Der begegnete ihnen mit dreitausend Mann zu Fuß und vierhundert Reitern.

34Als man nun handgemein wurde, fielen einige Juden.

35Und Dositheus, ein Reiter aus der Schar des Bakenor, ein mutiger Mann, packte Gorgias und hielt ihn am Mantel und zog ihn mit Gewalt fort und wollte den Verfluchten lebendig gefangen nehmen. Aber ein Reiter aus Thrazien sprengte auf ihn zu und hieb ihm den Arm ab. So entkam Gorgias nach Marescha.

36Als nun Esri und seine Schar vom allzu langen Kampf müde wurden, rief Judas zum Herrn, er möge ihnen als Helfer erscheinen und an ihrer Spitze kämpfen,

37stimmte in der Sprache der Väter unter Lobgesängen das Kriegsgeschrei an und stürmte auf die Leute des Gorgias unerwartet los und jagte sie in die Flucht.

38Und Judas zog mit dem Heer in die Stadt Adullam; und weil der siebente Tag herbeigekommen war, reinigten sie sich nach dem Gesetz und hielten dort den Sabbat.

Sühnopfer für Gefallene, die Schuld auf sich geladen hatten

39Am Tage danach zogen die Leute des Judas aus, weil es schon höchste Zeit geworden war, um die Toten zu holen und in den Gräbern der Väter bei ihren Verwandten zu bestatten.

40Da fanden sie bei jedem der Erschlagenen unter dem Hemd Abbilder der Götzen von Jamnia, die den Juden im Gesetz verboten sind. Da wurde es allen deutlich, dass sie um dieser Schuld willen gefallen waren.

41Da priesen alle den Herrn, den gerechten Richter, der das Verborgene an den Tag bringt.

42Dann wandten sie sich zum gemeinsamen Gebet und flehten, dass diese Sünde gänzlich getilgt werden möchte. Und der edle Judas ermahnte die Menge, sich fortan vor Sünden zu hüten, weil sie nun mit eignen Augen sehen könnten, dass diese um ihrer Sünde willen gefallen wären.

43Danach brachte er durch eine Sammlung an die zweitausend Drachmen in Silber zusammen; die schickte er nach Jerusalem zum Sündopfer. Und er tat gut und löblich daran, weil er an die Auferstehung dachte.

44Wenn er nicht erwartet hätte, dass die Gefallenen auferstehen würden, so wäre es überflüssig, ja töricht gewesen, für Tote zu bitten.

45Sodann aber bedachte er auch, dass denen, die als fromme Leute entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist; das ist ein frommer und heiliger Gedanke.

46Darum hat er auch für diese Toten ein Sühnopfer dargebracht, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden.

Menelaus findet verdient einen schmählichen Tod

131Im 149. Jahr kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, dass Antiochus Eupator mit einer großen Heeresmacht gegen Judäa heranzöge

2und Lysias, sein Vormund und Kanzler, mit ihm, und zwar jeder mit einem griechischen Heer von 110000 Mann zu Fuß und 5300 zu Ross und zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.

3Und Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete auf Antiochus ein zum Verderben seines Vaterlands und verschwieg seine Hoffnung, dadurch das Hohepriesteramt wieder zu erlangen.

4Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, dass Menelaus die Ursache aller dieser Unruhen wäre; darum ließ der König ihn nach Beröa führen und so, wie es dort der Brauch ist, töten.

5Denn es war ein Turm da, fünfzig Ellen hoch, voll glühender Asche; und über der Asche war eine umlaufende Rampe, die überall zur Asche hin steil abfiel.

6Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war oder andere große Verbrechen begangen hatte, sodass er umkam.

7Eines solchen Todes musste auch der abtrünnige Menelaus sterben und ohne Grab bleiben.

8Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar, dessen Feuer und Asche heilig sind, versündigt hatte, musste er auch in der Asche den Tod finden.

Judas Makkabäus siegt bei Modeïn durch einen Überfall

9Der König aber wurde so zornig wie ein Wilder, zog heran und wollte den Juden noch Schrecklicheres antun, als unter seinem Vater geschehen war.

10Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen die helfen möchte, die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den heiligen Tempel rauben wollten,

11und dass er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in die Hände der ruchlosen Heiden geben möchte.

12Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen Gott unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhörlich auf der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, sich bereitzuhalten.

13Und als er und die Ältesten beisammen waren, beschloss er mit ihnen, er wollte, ehe der König mit seinem Heer nach Judäa kommen und die Stadt einnehmen könnte, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes Hilfe enden.

14Und er vertraute sich dem Schöpfer der Welt an und ermahnte seine Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kämpfen, um die Gesetze, den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu erhalten.

15Und er lagerte sich bei Modeïn und gab ihnen diese Worte zur Losung: Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten und auserlesensten jungen Kriegsleuten und überfiel die königliche Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann und den Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war.

16Damit brachten sie zum Schluss großen Schrecken und Verwirrung in das ganze Lager und zogen glücklich davon

17am Morgen, als der Tag anbrach; denn Gott war ihr Helfer gewesen.

Antiochus V. Eupator belagert Bet-Zur

18Als aber der König verspürt hatte, dass die Juden so wagemutig waren, suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen

19und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus;

20denn Judas hatte alles Nötige in die Festung geschickt.

21Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden alles Geheime. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins Gefängnis.

22Danach verhandelte der König wieder und schloss Frieden mit der Besatzung von Bet-Zur und zog davon; dann griff er Judas und seine Leute an und verlor die Schlacht.

Antiochus V. Eupator schließt Frieden mit den Juden

23Und als Antiochus erfahren hatte, dass Philippus, den er in Antiochia als Statthalter zurückgelassen hatte, abgefallen war, wurde er unsicher und sandte den Juden eine freundliche Botschaft, unterhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und behandelte die Stadt freundlich.

24Er empfing auch Makkabäus und machte den Hegemonides zum Befehlshaber über das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der Gerrener.

25Als aber der König nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den Vertrag nicht gern; denn sie fanden ihn unerträglich und wollten deswegen die Abmachungen aufheben.

26Da trat Lysias öffentlich auf und entschuldigte den König so viel als möglich und beredete sie, dass sie zufrieden waren, und beruhigte sie; danach kehrte er wieder nach Antiochia zurück.

So gingen Anmarsch und Abzug des Königs vor sich.

Demetrius I. Soter schickt Nikanor gegen die Juden

141Drei Jahre danach vernahmen Judas und seine Leute, dass Demetrius, der Sohn des Seleukus, im Hafen von Tripolis mit starker Heeresmacht und vielen Schiffen angekommen war

2und das Land eingenommen und Antiochus samt seinem Vormund Lysias erschlagen hatte.

3Alkimus aber, der vorher Hoherpriester gewesen war und zur Zeit des Widerstandes schmählich nachgegeben hatte, dachte nun, dass ihm sonst nichts helfen, er auch nicht wieder zum Hohepriesteramt kommen könnte.

4So zog er im 151. Jahr zu König Demetrius, brachte ihm einen goldenen Kranz und einen Palmwedel und dazu Ölzweige, die im Tempel gebräuchlich waren;

5und an diesem Tag verhielt er sich ruhig. Er fand eine günstige Gelegenheit für seine Ruchlosigkeit, als ihn Demetrius vor den Kronrat fordern und fragen ließ, wie es bei den Juden stünde und was sie vorhätten.

6Da antwortete er: Die unter den Juden, die sich Hasidäer nennen und die Judas Makkabäus anführt, halten Krieg und Aufruhr immer in Gang und lassen dein Reich nicht gedeihen,

7haben auch mir meine ererbte Würde, nämlich das Hohepriesteramt, geraubt. Darum bin ich hierher gekommen:

8zum Ersten, weil ich mich dem König aufrichtig verpflichtet weiß; zum andern, weil ich auch um meine Landsleute Sorge habe; denn durch ihre Unvernunft wird unser ganzes Volk ins Unglück stürzen.

9Darum wolle der König, weil er dies alles erkannt hat, nach seiner entgegenkommenden Freundlichkeit zu jedermann unserm Lande und unserm bedrängten Volk in dieser Sache raten und helfen.

10Denn solange Judas lebt, ist es nicht möglich, dass Friede im Lande wird.

11Als er das gesagt hatte, hetzten auch die andern Freunde des Königs, die dem Judas feindlich gesinnt waren, Demetrius gegen ihn auf.

12Sogleich rief er Nikanor, den Hauptmann über die Elefanten, zu sich und machte ihn zum Befehlshaber über Judäa und sandte ihn aus

13mit dem Auftrag, Judas unschädlich zu machen und seine Leute zu zerstreuen und Alkimus zum Hohenpriester des erhabenen Tempels einzusetzen.

14Da schlugen sich alle die scharenweise auf Nikanors Seite, die als Heiden vor Judas aus Judäa geflüchtet waren, und hofften, das Unglück der Juden sollte ihr Glück sein.

Nikanor einigt sich mit Judas Makkabäus

15Als nun die Juden hörten, dass Nikanor heranzöge und die Heiden ihn unterstützten, bestreuten sie sich mit Erde und riefen Gott an, der sein Volk seit ewigen Zeiten beschützt hat und den Seinen immer offenkundig hilft.

16Als nun der Anführer Befehl gab, machten sie sich sogleich auf und stießen auf die Feinde beim Dorf Dessau.

17Simon aber, der Bruder des Judas, war schon auf Nikanor getroffen und wäre fast geschlagen worden, als ihn die Feinde so plötzlich überraschten.

18Doch als Nikanor hörte, dass Judas so kühne Leute bei sich hatte, die Leib und Gut getrost für ihr Vaterland wagten, fürchtete er sich und wollte keine Schlacht mit ihnen schlagen,

19sondern sandte Posidonius, Theodotus und Mattatias zu ihm, um Frieden zu schließen.

20Als man nun lange darüber beraten und der Anführer dem Kriegsvolk die Sache vorgetragen hatte und sie in der Sache einig wurden, willigten sie in den Vertrag

21und bestimmten einen Tag, an dem die beiden allein zusammenkommen sollten. Als nun der Tag kam, stellte man für jeden einen Stuhl auf.

22Und Judas verteilte einige Bewaffnete auf günstige Plätze, falls die Feinde doch unerwartet eine Falle stellen würden. Doch kamen sie zu voller Übereinstimmung.

23Nikanor blieb eine Zeit lang in Jerusalem und unternahm nichts Unrechtes gegen sie und entließ die zusammengeströmten Scharen.

24Und er hatte den Judas allezeit bei sich und behandelte ihn freundlich,

25ermahnte ihn auch, dass er eine Frau nehmen und Kinder zeugen sollte. So nahm denn Judas eine Frau und hatte guten Frieden und genoss das Leben.

Nikanor muss gegen Judas Makkabäus feindlich vorgehen

26Als nun Alkimus sah, dass diese beiden miteinander eins waren, nahm er den Vertrag, ging zu Demetrius und verklagte den Nikanor, er wäre untreu geworden; denn er hätte den Judas, einen Feind des Reiches, zu seinem Nachfolger als Hohenpriester eingesetzt.

27Da wurde der König durch die Lüge des Verleumders sehr erregt und zornig und schrieb an Nikanor, es gefiele ihm gar nicht, dass er Frieden mit den Juden geschlossen hätte, und gebot ihm, er sollte eilends Makkabäus gefangen nehmen und nach Antiochia schicken.

28Als nun dieser Befehl Nikanor erreichte, wurde er bestürzt und unwillig, dass er den Vertrag brechen sollte, obwohl doch Judas nichts verschuldet hatte.

29Aber weil er nicht gegen den König zu handeln wagte, wartete er auf eine Gelegenheit, ihn mit List zu fangen.

30Aber Makkabäus merkte, dass er sich unfreundlicher gegen ihn verhielt und ihm nicht mehr so herzlich begegnete, und erkannte, dass sein abweisendes Wesen nichts Gutes bedeutete, und nahm einige von seinen Leuten zu sich und verbarg sich vor Nikanor.

31Als nun Nikanor sah, dass ihn Makkabäus geschickt überlistet hatte, ging er hinauf zu dem erhabenen und heiligen Tempel und befahl den Priestern, die die gebotenen Opfer darbrachten, sie sollten ihm den Mann herausgeben.

32Als sie aber hoch und heilig schworen, sie wüssten nicht, wo er wäre, streckte er seine rechte Hand gegen den Tempel aus

33und schwor: Werdet ihr mir den Judas nicht gebunden übergeben, so will ich dies Gotteshaus dem Erdboden gleichmachen und den Altar umreißen und dem Dionysos einen prächtigen Tempel hinstellen.

34Und als er das gesagt hatte, ging er davon.

Die Priester aber hoben ihre Hände empor zum Himmel und riefen den an, der allezeit unser Volk beschützt hat,

35und sprachen: Herr, du brauchst kein irdisches Haus; dennoch hat es dir wohlgefallen, dass dein Tempel, in dem du wohnst, unter uns ist.

36Darum, du heiliger Gott, der du allein heilig machst, bewahre fortan dein Haus, das wir vor kurzem neu geweiht haben, damit es nicht wieder unrein wird.

Rasi gibt ein Beispiel opfermütigen Sterbens

37Es wurde aber Nikanor angezeigt, dass ein Ältester von Jerusalem mit Namen Rasi ein Mann sei, der seine Mitbürger liebte, in hohem Ansehen stand und wegen seiner aufrechten Gesinnung ein Vater der Juden genannt wurde.

38Auch war er früher in der Zeit des Widerstandes wegen seines jüdischen Glaubens verklagt worden und hatte Leib und Leben dafür beharrlich gewagt.

39Als nun Nikanor zeigen wollte, wie bitter Feind er den Juden war, sandte er über fünfhundert Kriegsleute, die Rasi gefangen nehmen sollten.

40Denn er meinte, wenn er ihn gefangen hätte, würde er den Juden dadurch großen Schaden zufügen.

41Als sie aber den Turm, in dem er wohnte, erobern und das Hoftor stürmen wollten, ließen sie Feuer bringen und das Tor anzünden. Da merkte er, dass er gefangen war, und wollte sich selbst erstechen.

42Denn er wollte lieber ehrenhaft sterben als den Gottlosen in die Hände fallen und von ihnen erniedrigt und verhöhnt werden. Aber in der Hast traf er sich nicht recht.

43Als nun die Menge in die Türen eindrang, zog er sich entschlossen auf die Mauer zurück und stürzte sich mutig hinab unter die Leute.

44Sie wichen ihm aber schnell aus, sodass ein freier Raum entstand; und er fiel mitten auf den leeren Platz.

45Er lebte aber gleichwohl noch und stand in glühendem Opfermut auf, obwohl er sehr blutete und die Wunden ihn schmerzten, lief durch das Volk hindurch und trat auf einen hohen Felsen.

46Und obwohl er schon fast verblutet war, riss er sich noch die Därme aus dem Leibe, fasste sie mit beiden Händen und warf sie unter die Kriegsleute und rief zu Gott, der über Leben und Geist Herr ist, dies alles möge er ihm wiedergeben, und starb so.

Judas Makkabäus siegt über Nikanor

151Als aber Nikanor hörte, dass Judas sich mit seinen Leuten in Samarien aufhielt, dachte er, er könnte sie am Sabbat ohne jede Gefahr angreifen.

2Und als ihn die Juden, die er gezwungen hatte mitzuziehen, baten, er möchte sie nicht so grausam und unmenschlich umbringen, sondern den heiligen Tag achten, den Gott selbst geehrt und geheiligt hätte,

3fragte sie der Erzfrevler: Gibt es im Himmel den Herrscher, der den Sabbat geboten hat?

4Und als sie ihm antworteten: Ja, es gibt den lebendigen Herrn; er ist im Himmel der Herrscher, der den siebenten Tag zu feiern geboten hat –,

5sagte er darauf: So bin ich der Herrscher auf Erden und gebiete euch, ihr sollt die Waffen ergreifen und den Befehl des Königs ausführen.

6Aber er konnte sein ruchloses Vorhaben trotzdem nicht vollbringen. Und Nikanor prahlte vermessen und hatte sich schon vorgenommen, für seinen Sieg über Judas ein Denkmal öffentlich aufzustellen.

7Aber Makkabäus hatte unablässig die Zuversicht und Hoffnung, der Herr würde ihm beistehen,

8und ermunterte seine Männer, sie sollten sich vor den anrückenden Heiden nicht fürchten, sondern an die Hilfe denken, die ihnen früher oft vom Himmel gesandt worden war, und jetzt auch auf den Sieg hoffen, den der Allmächtige ihnen schicken würde.

9Er sagte ihnen ermutigende Worte aus dem Gesetz und den Propheten und erinnerte sie an die Schlachten, die sie früher gewonnen hatten, und machte ihnen so Mut.

10Als er sie so angefeuert hatte, erzählte er ihnen auch, wie die Heiden ihre Zusagen nicht gehalten und ihre Eide gebrochen hätten.

11Dadurch rüstete er sie aus, dass sie nicht durch Spieß oder Schild sicher waren, sondern durch Gottes Wort Vertrauen gewannen. Er sagte ihnen auch von einer Erscheinung, die glaubwürdig war; davon bekamen alle Mut.

12Und das war die Erscheinung: Onias, der frühere Hohepriester, ein trefflicher, im Umgang bescheidener, gütiger, beredter Mann, der von Jugend auf allem Guten nachgestrebt hatte, der streckte seine Hände aus und betete für die ganze Gemeinde der Juden.

13Danach erschien ihm ein würdiger, alter Mann, und um ihn war ein wunderbarer, herrlicher Glanz.

14Und Onias sagte zu Judas: Dies ist Jeremia, der Prophet Gottes, der deine Brüder sehr lieb hat und stets für das Volk und die heilige Stadt betet.

15Danach gab Jeremia mit der Rechten dem Judas ein goldenes Schwert

16und sagte zu ihm: Nimm hin das heilige Schwert, das dir Gott schenkt; damit sollst du die Feinde schlagen!

17Als sie nun Judas mit solchen guten Worten, die zur Tapferkeit anfeuern und den Jungen männlichen Mut geben konnten, aufgerufen hatte, beschlossen sie, kein Lager mehr aufzuschlagen, sondern mutig gegen die Feinde zu ziehen und sie männlich anzugreifen und die Sache zur Entscheidung zu bringen; denn die Stadt, der Gottesdienst und der Tempel waren in Gefahr.

18Denn sie bangten nicht so sehr um ihre Frauen und Kinder, Brüder und Freunde, sondern sie sorgten sich vor allem um den heiligen Tempel.

19Und die in der Stadt blieben, waren in großer Sorge um ihr Kriegsvolk draußen im Felde.

20Als es nun zum Treffen kommen sollte und die Feinde zusammengezogen und in Schlachtordnung angetreten und die Elefanten an einem günstigen Ort aufgestellt und die Reiter auf beide Flügel verteilt worden waren

21und als Makkabäus die Feinde sah und ihre vielfältige Rüstung und die schrecklichen Tiere, streckte er seine Hände zum Himmel empor und betete zum Herrn, der Wunder tut; denn er wusste wohl, dass der Sieg nicht durch Waffen kommt, sondern Gott ihn denen gibt, die er würdig findet.

22Und er betete so: Herr, zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, hast du deinen Engel gesandt; der erschlug in Sanheribs Lager 185000 Mann.

23So schicke nun auch, du Herrscher im Himmel, einen guten Engel vor uns her, die Feinde zu erschrecken.

24Lass die erschrecken vor deinem starken Arm, die mit Gotteslästerung gegen dein heiliges Volk ziehen. Und damit hörte Judas auf.

25So zogen Nikanor und sein Heer heran mit Trompeten und Kriegsgeschrei.

26Judas aber und seine Leute griffen die Feinde an mit Gebet und Flehen. Und mit den Händen führten sie das Schwert,

27mit dem Herzen aber schrien sie zu Gott und erschlugen nicht weniger als 35000 Mann; und sie freuten sich sehr, dass Gott sich so mächtig gezeigt hatte.

28Als nun die Schlacht beendet war und sie mit Freuden wieder abzogen, sahen sie, wie Nikanor in seinem Harnisch gefallen dalag.

29Da erhob sich ein Freudengeschrei und Jauchzen, und sie lobten Gott in ihrer Sprache.

Die Feier des Sieges über Nikanor veranlasst die Einführung eines jährlichen Gedenktages

30Judas, der Leib und Leben für sein Volk eingesetzt und von Jugend auf sich zu seinen Landsleuten gehalten hatte, gebot, man sollte dem Nikanor den Kopf und die Hand samt der Schulter abhauen und mit nach Jerusalem bringen.

31Als er nun dorthin kam, rief er seine Landsleute zusammen und stellte die Priester vor den Altar und schickte zu den Feinden auf der Burg

32und zeigte den Kopf des verruchten Nikanor und die Hand des Lästerers, die er gegen das heilige Haus des Allmächtigen ausgestreckt und dabei Lästerworte ausgestoßen hatte.

33Er schnitt auch dem gottlosen Nikanor die Zunge aus und ließ sie in Stücken den Vögeln vorwerfen und die Hand, mit der er so unsinnig gehandelt hatte, gegenüber dem Tempel aufhängen.

34Und das ganze Volk lobte den Herrn, der sichtbar geholfen hatte, und sprach: Gelobt sei, der seine Stätte bewahrt hat, dass sie nicht unrein geworden ist!

35Und er steckte Nikanors Kopf auf, sodass ihn alle aus der Burg sehen konnten, zu einem öffentlichen Zeichen dafür, dass ihnen der Herr geholfen hatte.

36Es wurde auch einträchtig von allen beschlossen, man sollte diesen Tag niemals vergessen,