Jonatan übernimmt die Nachfolge seines Bruders

23Nach dem Tode des Judas wurden die gottlosen und abtrünnigen Leute wieder mächtig im ganzen Land Israel.

24Und zu dieser Zeit herrschte sehr großer Hunger im Lande, sodass sich das Volk dem Bakchides unterwarf.

25Da wählte Bakchides gottlose Männer aus, die machte er zu Amtleuten.

26Und er ließ überall die Anhänger und Freunde des Judas suchen und sich vorführen, um sich an ihnen zu rächen und seinen Mutwillen an ihnen auszulassen.

27Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seitdem man keine Propheten mehr gehabt hatte.

28Darum kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan:

29Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm gleich ist und uns schützen kann gegen unsre Feinde und Bakchides und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind.

30Darum wählen wir dich heute an seiner statt zum Fürsten und Feldherrn, damit du diesen Krieg für uns führst.

31So wurde Jonatan ihr Fürst und regierte anstelle seines Bruders.

32Als das Bakchides erfuhr, ließ er ihn suchen, um ihn umzubringen.

33Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen waren, das merkten, flohen sie in die Wüste Tekoa und schlugen ein Lager auf am Wasser des Brunnens Asfar.

34Das hörte Bakchides und zog am Sabbat mit seinem ganzen Heer über den Jordan.

Jonatan rächt den Tod seines Bruders Johannes

35Nun hatte Jonatan seinen Bruder Johannes, der Feldhauptmann war, zu seinen Freunden, den Nabatäern, gesandt, um sie zu bitten, dass sie ihr ganzes Hab und Gut bei ihnen aufbewahren dürften.

36Aber die Männer von Jambri zogen aus Medeba und überfielen den Johannes, nahmen ihn gefangen und raubten alles, was er mit sich führte, und zogen damit ab.

37Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, dass die Leute von Jambri eine große Hochzeit feiern und die Braut mit großer Pracht aus Nadabat abholen würden; denn sie war die Tochter eines Fürsten aus Kanaan.

38Nun dachten Jonatan und Simon daran, dass diese ihren Bruder Johannes getötet hatten; darum zogen sie hinauf und versteckten sich hinter dem Berg und lauerten den Leuten von Jambri auf.

39Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein großer Zug daher, und der Bräutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und mit viel Volk und Gütern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen Waffen.

40Da machten Jonatan und Simon aus dem Gebirge heraus einen Ausfall und griffen sie an und erschlugen viele, sodass die Übriggebliebenen ins Gebirge fliehen mussten, und raubten all ihr Hab und Gut.

41Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen.

42So rächten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und zogen an das Ufer des Jordan.

Bakchides kämpft mit Jonatan am Jordan

43Als Bakchides das hörte, kam auch er an den Jordan mit einem großen Heer am Sabbat.

44Da sagte Jonatan zu seinem Volk: Auf, rüstet euch zur Schlacht! Denn heute ist es nicht wie gestern und vorgestern.

45Denn die Feinde sind da und wir müssen uns wehren, weil wir doch nicht entkommen können. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter uns, und auf der einen Seite wie auf der andern sind das Wasser des Jordans und Sumpf und Wald.

46Darum sollt ihr zum Himmel schreien, damit ihr von den Feinden errettet werdet.

47Und sie griffen an und Jonatan streckte seine Hand aus und schlug nach Bakchides; aber Bakchides wich vor ihm zurück.

48Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen über das Wasser; aber die Leute des Bakchides waren nicht so kühn, dass sie durchs Wasser gegangen wären.

49An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides tausend Mann umgekommen.

50Darum zog Bakchides wieder ab und kam nach Jerusalem und fing an, die Städte in Judäa zu befestigen. Er ließ hohe Mauern mit Toren und Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon bauen

51und legte als Besatzung Kriegsvolk hinein, das Israel niederhalten sollte.

52Ebenso ließ er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen und legte auch Kriegsvolk hinein und versorgte sie mit Nahrung.

53Und er nahm die Kinder der vornehmsten Männer des Landes als Geiseln und behielt sie auf der Burg von Jerusalem.

Alkimus stirbt

54Im 153. Jahr, im zweiten Monat, befahl Alkimus, auch die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel, die die heiligen Propheten hatten bauen lassen, einzureißen.

55Und als man damit begonnen hatte, bestrafte Gott den Alkimus, sodass die angefangene Arbeit wieder abgebrochen und sein Mund gestopft wurde; denn der Schlag rührte ihn, sodass er nicht mehr reden oder sein Haus bestellen konnte.

56Und Alkimus starb mit großen Schmerzen.

Bakchides schließt Frieden mit Jonatan

57Als aber Bakchides sah, dass Alkimus gestorben war, zog er wieder weg zum König. Da herrschte Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre lang.

58Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und seine Anhänger leben jetzt in Frieden. Lasst uns Bakchides wieder rufen, der könnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle gefangen nehmen.

59So zogen sie zu Bakchides und sagten ihm ihren Plan.

60Da machte sich Bakchides mit einem großen Heer auf und schickte heimlich Schreiben an alle seine Anhänger im Lande Juda, dass sie Jonatan und alle, die bei ihm waren, gefangen nehmen sollten. Aber ihr Plan wurde Jonatan hinterbracht; darum erreichten sie nichts,

61sondern Jonatan nahm fünfzig Männer vom Volk des Landes, die die Anführer der Abtrünnigen waren, gefangen und ließ sie töten.

62Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurück in einen zerstörten Ort in der Wüste, Bet-Basi; den baute er wieder auf und befestigte ihn.

63Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch seine Leute in Judäa auf.

64Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmböcke davor auf.

65Aber Jonatan übergab seinem Bruder Simon den Befehl über die Stadt und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land

66und schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne Fasiron an ihrem Wohnplatz. Weil ihm aber das geglückt war, liefen ihm noch mehr Leute zu, sodass er stärker wurde.

67Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und verbrannte die Sturmböcke

68und schlug Bakchides in die Flucht.

Bakchides aber war sehr erbittert, weil sein Plan und sein Feldzug vergeblich gewesen waren,

69und er wurde sehr zornig auf die Abtrünnigen unter den Juden, die ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und ließ viele von ihnen töten und beschloss, wieder in sein Land zu ziehen.

70Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um den Frieden mit ihm herzustellen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen.

71Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte, und schwor ihm einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr anzutun.

72Und er gab ihm die Gefangenen wieder heraus, die er aus Juda weggeführt hatte, und kehrte um und zog in sein Land und kam nicht wieder in das Land Juda.

73So wurde wieder Friede in Israel. Und Jonatan wohnte in Michmas und regierte dort über das Volk und vernichtete die Abtrünnigen in Israel.

Alexander Balas und Demetrius I. Soter suchen im Kampf um die Krone Syriens Jonatans Freundschaft

101Im 160. Jahr kam Alexander, der Sohn des Antiochus Epiphanes, und besetzte die Stadt Ptolemais; und sie nahmen ihn auf und er regierte dort.

2Als aber König Demetrius das erfuhr, brachte er ein sehr großes Heer zusammen und zog gegen Alexander, um mit ihm zu kämpfen.

3Darum schrieb Demetrius an Jonatan und sagte ihm zu, er wollte Frieden mit ihm halten und ihm nur Gutes tun.

4Denn er dachte: Es ist besser, dass wir verabreden, Frieden mit ihm zu halten, ehe er sich auf Alexanders Seite schlägt;

5denn er wird an all das Böse denken, das wir ihm, seinem Bruder und seinem Volk angetan haben.

6Und Demetrius schrieb an Jonatan, dass er ihm das Recht zugestehen wollte, ein Heer zu unterhalten und Waffen herzustellen, und dass er sein Bundesgenosse sein sollte; und er befahl, dass man die Geiseln auf der Burg dem Jonatan wieder freigeben sollte.

7Darum kam Jonatan nach Jerusalem und ließ diese Schreiben öffentlich dem ganzen Volk und der Besatzung der Burg vorlesen.

8Als sie nun hörten, dass der König ihm das Recht zugestand, ein Heer zu unterhalten, und ihn als Bundesgenossen anerkannt hatte, fürchteten sie sich sehr vor ihm

9und gaben ihm die Geiseln frei; und Jonatan gab sie ihren Eltern zurück.

10Von jetzt an wohnte Jonatan in Jerusalem und begann, die Stadt wieder aufzubauen und auszubessern,

11und er sagte den Handwerkern, sie sollten die Mauern wieder aufrichten und den Berg Zion ringsum mit Quadersteinen wieder befestigen;

12und sie machten es so.

13Und die Heiden in den Ortschaften, die Bakchides hatte befestigen lassen, flüchteten in ihr Land.

14Nur in Bet-Zur blieben einige von den Abtrünnigen; denn dort hatten sie eine Freistadt.

15Als nun König Alexander hörte, was Demetrius dem Jonatan versprochen hatte, und man ihm von den Kriegen und Heldentaten erzählte, die Jonatan und seine Brüder vollbracht, und von den Mühen, die sie auf sich genommen hatten, sagte er:

16Solch einen tüchtigen Mann findet man nur einmal; darum wollen wir ihm schreiben, damit er unser Freund und Bundesgenosse wird.

17Und er schrieb ihm:

18König Alexander entbietet seinem Bruder Jonatan seinen Gruß.

19Wir hören von dir, dass du ein tüchtiger Mann bist und halten dich für wert, unser Freund zu sein.

20Darum setzen wir dich heute zum Hohenpriester über dein Volk ein. Du sollst »Freund des Königs« heißen; und wir schicken dir ein Purpurgewand und eine goldene Krone. Du sollst dich darum treu zu uns halten und uns Freundschaft bewahren.

21So zog Jonatan das priesterliche Gewand an im 160. Jahr, im siebenten Monat, am Laubhüttenfest. Und er sammelte ein Heer und ließ viele Waffen herstellen.

22Als aber Demetrius das hörte, war er sehr niedergeschlagen

23und dachte: Was haben wir da falsch gemacht, dass Alexander uns zuvorgekommen ist und die Freundschaft der Juden gewonnen hat und dadurch stärker geworden ist!

24Auch ich will ihnen freundlich schreiben und ihnen Ehrungen und Geschenke versprechen, damit sie mir Hilfe zusagen.

25Und er schrieb ihnen: König Demetrius entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß.

26Wir haben gern gehört und es ist uns eine große Freude, dass ihr nicht von uns abfallt zu unsern Feinden, sondern den Vertrag mit uns haltet und in Freundschaft mit uns bleibt.

27Darum bitten wir euch, auch weiterhin treu zu uns zu halten und euch nicht von uns abzuwenden.

28Diese eure Treue wollen wir vergelten, euch Gutes erweisen und viele Abgaben erlassen und mehr Freiheiten gewähren.

29Und ich erlasse jetzt allen Juden den Tribut, die Steuer auf Salz, die Beiträge zum Ehrenkranz, den dritten Teil vom Getreide, die Hälfte, die mir vom Obst zusteht.

30Von diesen Abgaben sollen nun das Land Juda und die drei Bezirke, die ihm von Samarien zugeteilt sind, für alle Zeit befreit sein.

31Und Jerusalem mit seiner Umgebung soll heiliges Gebiet und frei sein, und die Zehnten und Abgaben sollen ihm gehören.

32Ich will auch die Burg in Jerusalem wieder räumen und dem Hohenpriester übergeben, dass er Leute hineinlegt, die er selbst ausgewählt hat, damit sie die Burg bewachen.

33Und alle Juden, die man aus Juda weggeführt hat, sollen in meinem ganzen Königreich ohne Lösegeld freigelassen werden, und man soll ihnen die Abgaben für sich und ihr Vieh erlassen.

34Und an allen Festen, Sabbaten, Neumonden und andern Feiertagen

35und drei Tage vor und nach einem Fest sollen die Juden in meinem Reich frei von Zoll und Abgaben sein, und niemand soll gestattet sein, von ihnen etwas einzutreiben oder sie wegen einer Forderung zu belästigen.

36Und man soll dreißigtausend Mann von den Juden für das Heer des Königs ausheben; denen will ich Sold geben wie meinem andern Kriegsvolk, und ein Teil von ihnen soll in die großen Festungen des Königs gelegt werden.

37Und von ihnen sollen einige eingesetzt werden, die der König in seinen Staatsgeschäften als Männer seines Vertrauens zu Rate ziehen wird. Die Juden sollen auch nicht fremde, sondern eigne Hauptleute haben, aus ihrer Mitte gewählt, damit sie ihre Gesetze halten können, wie es der König für das Land Juda zugestanden hat.

38Und die drei Bezirke, die Judäa vom Lande Samarien zugeteilt sind, sollen zu einem Gebiet mit Judäa verbunden werden, sodass sie niemand untertan sind als nur dem Hohenpriester.

39Die Stadt Ptolemais und die Landschaft, die dazugehört, schenke ich dem Tempel in Jerusalem, damit aus ihren Einkünften die Kosten, die für das Opfer nötig sind, bezahlt werden.

40Ich will auch jährlich fünfzehntausend Lot Silber von meinem eignen Einkommen dazugeben.

41Und was meine Amtleute in den früheren Jahren mir nicht abgeliefert haben, sondern schuldig geblieben sind, das soll jetzt für die Bauarbeiten am Tempel verwendet werden.

42Und auch die fünftausend Lot Silber, die aus dem jährlichen Einkommen des Tempels abgegeben werden mussten, sollen nicht mehr erhoben werden, sondern den Priestern zustehen, die den Tempeldienst tun.

43Auch soll der Tempel dies Recht haben: Wer beim König in irgendeiner Sache eine Strafe verwirkt hat und in den Tempel von Jerusalem oder in sein Gebiet flieht, der soll dort sicher sein mit allem, was ihm in meinem ganzen Königreich gehört.

44Zum Bau und zur Ausbesserung des Tempels und der Mauern und Türme in Jerusalem

45und sonst in Judäa will der König auch die Kosten bezahlen aus seinem eignen Einkommen.

46Als man aber dies Schreiben Jonatan und dem Volk vorlas, wollten sie ihm nicht trauen und nahmen's nicht an; denn sie wussten genau, wie viel böse und grausame Taten Demetrius in Israel verübt hatte.

47Und sie wollten es lieber mit Alexander halten, der schon früher ihre Freundschaft gesucht und Frieden zugesagt hatte; ihm leisteten sie Hilfe sein Leben lang.

Jonatan wird von Alexander Balas in Ptolemais hoch geehrt

48König Alexander sammelte ein großes Heer und schlug ein Lager Demetrius gegenüber auf.

49Und als die beiden Könige angriffen, da floh das Heer des Alexander, und Demetrius verfolgte ihn und gewann die Oberhand;

50und die Schlacht tobte erbittert vom Morgen bis zum Abend; doch Demetrius wurde an diesem Tag erschlagen.

51Darauf sandte Alexander Boten zu Ptolemäus, dem König von Ägypten, mit der Botschaft:

52Ich bin wieder in mein Reich gekommen und sitze auf dem Thron meiner Väter und habe die Herrschaft an mich gebracht und habe Demetrius vernichtet und mein Erbland wieder erobert und habe gegen ihn gekämpft, und er samt seinem Heer wurde von mir überwunden, und ich habe mich auf seinen Königsthron gesetzt.

53Und nun begehre ich, Freundschaft mit dir zu schließen, und bitte dich, du wollest mir deine Tochter zur Ehe geben.

54Dann will ich mich gegen dich als dein Schwiegersohn verhalten und dir und ihr Geschenke geben, die deiner würdig sind.

55Darauf antwortete König Ptolemäus: Glücklich der Tag, an dem du wieder in das Land deiner Väter gekommen bist und dich auf ihren Königsthron gesetzt hast!

56Und nun will ich gern tun, was du geschrieben hast. Aber komm mir entgegen nach Ptolemais, damit wir uns selbst sehen und ich dir meine Tochter zur Frau geben kann, wie du gewünscht hast.

57Im 162. Jahr zog Ptolemäus mit seiner Tochter Kleopatra aus Ägypten und sie kamen nach Ptolemais.

58Dahin kam auch König Alexander. Und Kleopatra wurde mit Alexander vermählt und die Hochzeit wurde in Ptolemais mit großer königlicher Pracht gefeiert.

59König Alexander schrieb auch an Jonatan und lud ihn zu sich ein.

60Da kam Jonatan mit großer Pracht nach Ptolemais zu den beiden Königen und schenkte ihnen und ihren Freunden Gold und Silber und viele kostbare Gaben und fand Gnade bei ihnen.

61Doch einige Abtrünnige aus Israel, ruchlose Gesellen, kamen zum König, um ihn zu verklagen; aber der wollte sie nicht anhören,

62sondern befahl, dass Jonatan seine Kleider ablegen und man ihm ein Purpurgewand anziehen sollte; und so geschah es.

63Da setzte ihn der König neben sich und befahl seinen obersten Amtleuten, ihn mitten durch die Stadt zu führen und ausrufen zu lassen, dass niemand ihn verklagen oder ihm sonst Schaden zufügen sollte, aus welchem Anlass es auch sei.

64Als aber seine Ankläger sahen, dass ihn der König so hoch ehrte, dass er das von ihm ausrufen ließ, und ihn mit einem Purpurgewand bekleidet hatte, flohen sie alle davon.

65Und der König ehrte ihn hoch und ließ ihn unter seine ersten Freunde aufnehmen und machte ihn zum Feldherrn und zum Vierfürsten.

66Danach zog Jonatan wieder nach Jerusalem in Frieden und mit Freuden.

Jonatan besiegt Apollonius, den Feldherrn des Demetrius II. Nikator

67Im 165. Jahr kam Demetrius, der Sohn des gefallenen Demetrius, aus Kreta in sein Erbkönigreich.

68Als König Alexander das hörte, da erschrak er sehr und begab sich nach Antiochia.

69Aber Demetrius gewann den Apollonius, den Befehlshaber von Zölesyrien, als Feldherrn; der brachte ihm ein großes Kriegsvolk zusammen, schlug ein Lager bei Jamnia auf und sandte zu Jonatan, dem Hohenpriester, und ließ ihm sagen:

70Niemand leistet uns Widerstand als du allein, sodass man mich deinetwegen verlacht und schmäht. Du bist ja nur stark im Gebirge;

71aber wenn du auf dein Kriegsvolk vertraust, so zieh herunter in die Ebene, damit wir uns dort miteinander messen; denn mit mir ist die Heeresmacht der Städte.

72Wenn du fragen wirst, wie stark wir sind, ich und die andern, die mir helfen, so wird man dir sagen: Ihr werdet diesen Leuten nicht standhalten können, von denen eure Väter zweimal in ihrem eignen Lande geschlagen worden sind.

73Noch viel weniger kannst du vor einem so großen Heer an Reiterei und Fußvolk in der Ebene bestehen, wo keine Berge und Felsen sind oder sonst ein Ort, wohin man fliehen könne.

74Als Jonatan diese Prahlerei des Apollonius hörte, wurde er zornig und wählte zehntausend Mann aus und brach von Jerusalem auf; und sein Bruder Simon kam ihm entgegen, um ihm zu helfen; und sie schlugen ihr Lager vor Joppe auf.

75Aber die Einwohner der Stadt Joppe ließen ihn nicht ein, denn Apollonius hatte Kriegsvolk als Besatzung hineingelegt; darum griff Jonatan die Stadt an.

76Da erschraken die Einwohner in der Stadt und öffneten die Tore. So eroberte Jonatan die Stadt Joppe.

77Als Apollonius das hörte, rückte er mit dreitausend Reitern und viel Fußvolk in Richtung auf Aschdod vor und tat so, als ob er an Joppe vorbeiziehen wollte. Doch er stieß in die Ebene vor; denn er hatte viel Reiterei, auf die er sich verließ.

78Jonatan drängte ihn nach Aschdod ab und beide Heere gerieten aneinander.

79Aber Apollonius hatte im Lager heimlich tausend Reiter zurückgelassen.

80Nun merkte Jonatan, dass Leute hinter ihm heimlich versteckt waren; und sie griffen von allen Seiten sein Heer an

81und schossen Pfeile auf das Kriegsvolk den ganzen Tag vom Morgen bis zum Abend; das Kriegsvolk aber hielt stand, wie Jonatan es aufgestellt hatte, bis die Pferde der Feinde müde wurden.

82Darauf warf Simon sein Heer in den Kampf und griff die Feinde an. Da wurden die Reiter von ihm geschlagen und flohen, denn sie waren müde;

83und sie wurden zerstreut über die Ebene hin und flohen nach Aschdod und eilten in den Tempel des Götzen Dagon, um dort ihr Leben zu retten.

84Aber Jonatan plünderte die Stadt Aschdod und die Orte ringsum und zündete sie an. Er brannte auch den Götzentempel nieder mit allen, die hineingeflohen waren.

85Und die Zahl der Erschlagenen und Verbrannten betrug gegen achttausend Mann.

86Von dort zog Jonatan mit dem Heer vor Aschkelon. Da gingen ihm die Bürger aus der Stadt heraus entgegen und empfingen ihn mit großer Pracht.

87So zog Jonatan wieder nach Jerusalem mit seinem Heer und großer Beute.

88Und als König Alexander dies hörte, ehrte er Jonatan noch mehr

89und sandte ihm eine goldene Spange, wie man sie nur den Verwandten des Königs gibt; dazu schenkte er ihm Ekron und sein Gebiet zum Eigentum.

Demetrius II. Nikator erlangt die Alleinherrschaft über Syrien

111Und der König von Ägypten brachte so viel Kriegsvolk wie Sand am Meer zusammen und viele Schiffe; und er wollte das Reich Alexanders durch Betrug an sich bringen, um beide Königreiche zu besitzen.

2Darum zog er nach Syrien unter dem Anschein, er käme als Freund. Da öffnete man ihm alle Tore und zog ihm entgegen und empfing ihn ehrenvoll, wie König Alexander befohlen hatte, weil er sein Schwiegervater war.

3Aber wohin Ptolemäus kam, ließ er eine Schar wachsamer Kriegsleute in der Stadt zurück.

4Und als er nach Aschdod kam, zeigten sie ihm den Tempel Dagons, den Jonatan niedergebrannt hatte, dazu die Stadt Aschdod und die Orte ringsum, die er verwüstet hatte, und die Leichname, die überall verstreut umherlagen, und die, die im Krieg verbrannt waren; denn sie hatten sie in Haufen an seinen Weg gelegt;

5und sie sagten dem König, dass Jonatan dies alles getan hatte, um ihn beim König verhasst zu machen. Aber der König schwieg dazu still.

6Und auch Jonatan zog dem König mit großer Pracht entgegen nach Joppe; da begrüßten sie sich und blieben dort über Nacht.

7Und Jonatan geleitete den König bis an den Fluss, genannt Eleutherus. Dann zog er wieder heim nach Jerusalem.

8Und König Ptolemäus brachte die Städte an der Küste an sich bis Seleuzia am Meer und plante, Alexander zu vertreiben.

9Und er schickte Boten zu König Demetrius, er sollte zu ihm kommen, um ein Bündnis mit ihm zu schließen. Dann wollte er ihm seine Tochter geben, die jetzt Alexander hatte, und wollte ihm helfen, König im Reich seines Vaters zu werden.

10Und er sagte, es hätte ihn gereut, dass er Alexander seine Tochter gegeben hätte,

11und beschuldigte Alexander, er hätte ihm nach Leben und Königreich getrachtet.

12Er zeigte seinen Hass auch öffentlich und wandte sich von Alexander ab und nahm ihm die Tochter weg und gab sie Demetrius.

13Und als Ptolemäus nach Antiochia kam, setzte er sich die Krone Vorderasiens auf; so trug er beide Kronen: die des Reichs Ägypten und die des Reichs Vorderasien.

14Aber König Alexander war damals in Zilizien; denn einige Städte waren dort von ihm abgefallen.

15Als er nun von Ptolemäus hörte, zog er gegen ihn, um mit ihm zu kämpfen. Aber König Ptolemäus war stark gerüstet, zog ihm entgegen und verjagte ihn.

16Und Alexander floh nach Arabien, um dort sicher zu sein. Aber König Ptolemäus war sehr mächtig geworden;

17darum ließ Sabdiël, der Araber, seinem Gast Alexander den Kopf abhauen und schickte ihn an Ptolemäus.

18Und Ptolemäus starb am dritten Tag danach. Da wurden auch die Kriegsleute, die Ptolemäus in den befestigten Städten zurückgelassen hatte, vom Volk dort umgebracht.

19So fing Demetrius an zu regieren im 167. Jahr.

Jonatan erreicht die Steuerfreiheit für die Juden

20Zu dieser Zeit brachte Jonatan das Volk im Land Juda zusammen, um die Burg in Jerusalem zurückzuerobern, und ließ viele Geschütze davor aufstellen.

21Da zogen einige Abtrünnige, die ihr Volk hassten, zu König Demetrius und verklagten Jonatan und sagten, dass er die Burg belagerte.

22Und als der König das hörte, wurde er sehr zornig und zog sogleich nach Ptolemais und schrieb an Jonatan, dass er die Burg nicht belagern, sondern eilends zu ihm nach Ptolemais kommen sollte; da wollte er mit ihm darüber sprechen.

23Als aber Jonatan diese Botschaft bekam, ließ er nicht ab von der Belagerung und wählte einige von den Ältesten in Israel und den Priestern aus, die mit ihm ziehen sollten, und machte sich auf und wagte sein Leben.

24Und er nahm Gold, Silber und Gewänder mit und viele andere Geschenke und zog nach Ptolemais zum König und fand Gnade bei ihm.

25Als ihn nun die Abtrünnigen seines Volks verklagten,

26hielt der König zu ihm, wie seine Vorgänger zu ihm gehalten hatten, und erwies ihm große Ehre vor allen seinen Fürsten

27und bestätigte ihn in seinem Hohepriesteramt und in allen andern Ehren, die er bisher gehabt hatte, und machte ihn zu einem seiner ersten Freunde.

28Jonatan bat auch den König, dass er ganz Judäa und den drei Bezirken in Samarien die Steuer erlassen sollte, und erbot sich, für diese Freiheit dreihundert Zentner Silber zu geben.

29Das bewilligte der König und gab Jonatan Schreiben darüber; die lauteten:

30König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonatan und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

31Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an »unsern Verwandten«, den Lasthenes, euretwegen geschrieben haben, damit ihr es auch wisst.

32König Demetrius entbietet Lasthenes, »seinem Verwandten«, seinen Gruß.

33Wir haben beschlossen, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen, den Juden, Gutes zu tun wegen ihrer Treue und Freundschaft gegen uns.

34Darum bestätigen wir, dass ganz Judäa und die drei Städte Ephraim, Lydda und Ramatajim zu ihrem Land gehören sollen; sie und ihr Gebiet sollen von Samarien an Judäa übergehen.

35Wir erlassen auch allen, die in Jerusalem opfern, alles, was sie früher dem König jährlich haben geben müssen: vom Getreide und Obst, und ebenso von jetzt an alles andere, was uns zusteht vom Zehnten und Zoll, von der Salzgewinnung, und die Beiträge zum Ehrenkranz.

36Von diesen allen sollen sie in Zukunft befreit sein, und diese Freiheit soll ihnen für alle Zeit bewahrt bleiben.

37Lasst nun eine Abschrift dieses Briefs anfertigen; die soll man Jonatan geben, damit man sie auf dem heiligen Berg auf einem öffentlichen Platz ausstellt.

Tryphon verhilft Antiochus VI. Epiphanes zum Thron

38Als nun König Demetrius sah, dass im ganzen Königreich Friede herrschte und sich niemand mehr ihm widersetzte, da entließ er sein ganzes Kriegsvolk, das im Königreich daheim war, jeden in seine Stadt. Aber das fremde Kriegsvolk, das er auf den Inseln der Heiden angeworben hatte, behielt er bei sich; das zog ihm die Feindschaft des ganzen einheimischen Kriegsvolks zu.

39Als aber Tryphon, der früher Alexanders Freund gewesen war, sah, dass das ganze Kriegsvolk Hass gegen König Demetrius empfand, zog er zu dem Araber Jamliku, der den jungen Antiochus, den Sohn Alexanders, erzog.

40Den drängte er, ihm den Knaben zu übergeben, damit er ihn auf den Thron seines Vaters setzen könnte. Und er sagte dem Araber, wie und warum das Kriegsvolk den König Demetrius hasste, und blieb eine Zeit lang bei dem Araber.

Jonatan erntet von Demetrius II. Nikator Undank

41Inzwischen schrieb Jonatan an König Demetrius, er sollte denen, die auf der Burg von Jerusalem und in den Festungen lagen, befehlen, sie zu räumen und ihm zu übergeben; denn sie fügten Israel viel Schaden zu.

42Da schrieb Demetrius an Jonatan: Nicht allein das, was du begehrst, sondern viel mehr Ehre und Gutes will ich dir und deinem Volk erweisen, sobald ich kann.

43Aber jetzt bin ich in großer Gefahr. Darum kannst du mir helfen, wenn du mir Kriegsleute schickst, die mich unterstützen; denn mein ganzes Kriegsvolk ist von mir abgefallen.

44Darum schickte ihm Jonatan dreitausend tüchtige Kriegsleute; die kamen nach Antiochia zum König und der König war über ihre Ankunft sehr erfreut.

45Nun machte das Volk in der Stadt einen Aufruhr, etwa hundertzwanzigtausend Mann, und man wollte den König totschlagen.

46Aber der König floh in seine Burg. Da besetzte das Volk die Straßen und wollte die Burg stürmen.

47Darum forderte der König die Juden auf, ihn zu schützen. Da sammelten sich die Juden alle um ihn und verteilten sich über die Stadt

48und erschlugen an diesem Tag hunderttausend Mann und zündeten die Stadt an und plünderten sie. So retteten sie den König.

49Als nun das Volk in der Stadt sah, dass die Juden sich der Stadt bemächtigt hatten, so wie sie wollten, verzagte es, schrie zum König und bat um Frieden,

50damit die Juden aufhörten, das Volk zu töten, und die Stadt nicht ganz zerstörten.

51Da legte es die Waffen nieder und machte Frieden; die Juden aber wurden hoch geehrt vom König und berühmt in seinem ganzen Reich und zogen wieder heim nach Jerusalem und brachten große Beute mit, die sie im Krieg gewonnen hatten.

52Als nun König Demetrius wieder sicher auf seinem Königsthron saß und im ganzen Reich Friede herrschte,

53hielt er nichts von dem, was er Jonatan versprochen hatte, und wandte sich ganz von ihm ab und war ihm undankbar für seine Wohltaten und unterdrückte ihn sehr.

Jonatan kämpft aufseiten des Antiochus VI. Epiphanes gegen Demetrius II. Nikator

54Nicht lange danach kam Tryphon mit dem jungen Antiochus zurück. Dieser Antiochus wurde König und setzte sich die Krone auf.

55Und zu ihm kam alles Kriegsvolk, das Demetrius entlassen hatte. Als sie nun gegen Demetrius kämpften, schlugen sie ihn in die Flucht und verjagten ihn.

56Und Tryphon bemächtigte sich der Elefanten und eroberte Antiochia.

57Der junge Antiochus schrieb an Jonatan und bestätigte ihn in seinem Hohepriesteramt und bewilligte, dass er die vier Bezirke behalten und »Freund des Königs« sein sollte,

58und sandte ihm goldenes Tafelgeschirr und erlaubte ihm, aus goldenen Gefäßen zu trinken und ein Purpurgewand und eine goldene Spange zu tragen.

59Und Simon, den Bruder Jonatans, machte er zum Feldherrn über das Land von der tyrischen Leiter bis Ägypten.

60Als nun Jonatan auszog und durch die Städte im Gebiet jenseits des Euphrat kam, sammelte sich bei ihm alles Kriegsvolk aus Syrien, um ihm zu helfen. Und als er vor Aschkelon kam, gingen ihm die Bürger entgegen und empfingen ihn mit Ehren.

61Danach zog er vor Gaza; aber die Einwohner von Gaza wollten ihn nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt und brannte die Ortschaften ringsum nieder und plünderte sie.

62Da baten die Einwohner von Gaza um Frieden. Und Jonatan schloss Frieden mit ihnen und nahm die Söhne ihrer Vornehmen als Geiseln und schickte sie nach Jerusalem; er aber zog weiter durchs Land bis Damaskus.

63Als er aber hörte, dass die Hauptleute des Demetrius mit einem großen Heer nach Kedesch in Galiläa gekommen waren, um ihn an seinem Vorhaben zu hindern,

64da zog er gegen sie. Er hatte aber seinen Bruder Simon im Lande zurückgelassen.

65Der zog vor Bet-Zur und belagerte es lange Zeit und schloss es ein.

66Darum baten sie um Frieden; und Simon schloss Frieden mit ihnen; dennoch vertrieb er die Bewohner aus der Stadt und nahm sie ein und legte Kriegsvolk als Besatzung hinein.

67Aber Jonatan schlug sein Lager am See Genezareth auf und brach morgens früh auf und kam in die Ebene bei Hazor.

68Da zogen die Heiden ihm in der Ebene entgegen und hatten einen Hinterhalt im Gebirge gelegt; sie selbst aber rückten von vorn an.

69Als nun die Schar aus dem Hinterhalt hervorbrach und angriff,

70floh das ganze Heer Jonatans und niemand blieb zurück als die Hauptleute Mattatias, der Sohn Abschaloms, und Judas, der Sohn Halfis.

71Da zerriss Jonatan seine Kleider und streute Erde auf sein Haupt und betete

72und griff die Feinde wieder an und schlug sie in die Flucht.

73Als nun sein Kriegsvolk, das vorher geflohen war, das sah, kehrte es wieder um, um Jonatan zu helfen, und jagte den Feinden nach bis Kedesch in ihr Lager; dort schlugen sie auch ein Lager auf.

74An diesem Tag sind gegen dreitausend Heiden umgekommen. Darauf zog Jonatan wieder nach Jerusalem.

Jonatan erneuert das Bündnis mit Rom und Sparta

121Als aber Jonatan sah, dass die Zeit ihm half, wählte er einige aus, die er nach Rom sandte, um das Bündnis mit den Römern zu erneuern und wieder zu bestätigen.

2Er schrieb auch nach Sparta und an andere Orte.

3Als nun die Boten nach Rom kamen, traten sie vor den Rat und sagten: Der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk haben uns gesandt, um die Freundschaft und das Bündnis, das zwischen uns früher einmal geschlossen worden ist, wieder zu erneuern.

4Und die Römer gaben ihnen Geleitbriefe für jeden Ort, damit sie wieder sicher heimziehen konnten.

5Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner schrieb:

6Der Hohepriester Jonatan und die Ältesten des Volks und die Priester und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, den Spartanern, ihren Gruß.

7Schon früher hat euer König Arëus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, dass ihr unsre Brüder seid, wie die Abschrift seines Briefs lautet.

8Und Onias empfing euren Boten mit Ehren und nahm die Freundschaft und das Bündnis an, von denen im Brief geschrieben war.

9Obwohl wir jetzt keine fremde Hilfe brauchen und Trost haben an den heiligen Schriften in unsern Händen,

10so senden wir dennoch die Botschaft an euch, dass wir die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns erneuern und bestätigen wollen, um sie nicht zu vergessen; denn es ist schon lange Zeit her, dass ihr zu uns geschickt habt.

11Darum wisst, dass wir allezeit an Feiertagen und an allen andern Tagen, an denen man opfert, bei unserm Opfer und Gebet an euch denken, so wie sich's gebührt, an die Brüder zu denken.

12Und eure Ehre und euer Wohlergehen sind uns eine Freude.

13Aber wir haben große Not gelitten und viele schwere Kriege gehabt mit den Königen ringsum.

14Wir haben aber euch und unsre andern Freunde und Bundesgenossen in diesen unsern Kriegen nicht um Hilfe bitten wollen.

15Denn wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns befreit und die Feinde unterdrückt.

16Weil wir aber jetzt Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, ausgewählt haben und als unsre Boten zu den Römern senden, um die Freundschaft und das Bündnis mit ihnen wieder zu erneuern,

17haben wir ihnen dabei befohlen, dass sie auch zu euch reisen, euch unsern Gruß sagen und diesen Brief übergeben sollen, um unsre Bruderschaft zu erneuern,

18und bitten um Antwort.

19Dies aber ist die Abschrift des Briefs, den Arëus, der König von Sparta, dem Onias vorher gesandt hatte:

20Arëus, König von Sparta, entbietet dem Hohenpriester Onias seinen Gruß.

21Wir finden in unsern alten Schriften, dass die Spartaner und die Juden Brüder sind, weil beide Völker von Abraham herkommen.

22Nachdem wir das nun wissen, bitten wir, uns zu schreiben, wie es euch geht.

23Wir aber schreiben euch hiermit: Unser Vieh und unser Hab und Gut soll sein, als wäre es euer eignes; und das eure soll sein, als wäre es unser eignes. Das lassen wir euch mitteilen.

Jonatan verteidigt das ganze Land Israels

24Danach hörte Jonatan, dass die Hauptleute des Demetrius wieder mit einem größeren Heer als vorher kamen und gegen ihn kämpfen wollten.

25Darum zog er von Jerusalem gegen sie in das Land Hamat; denn er wollte nicht warten, dass sie zuerst in sein Land einfielen.

26Als er nun Kundschafter in das Lager der Feinde sandte, kamen sie zurück und sagten, dass die Feinde beschlossen hätten, ihn diese Nacht zu überfallen.

27Darum befahl Jonatan abends seinem Heer, dass sie wachen und die ganze Nacht unter Waffen zum Kampf bereit sein sollten, und stellte Wachen rings um das Lager.

28Als aber die Feinde sahen, dass Jonatan und sein Heer zur Schlacht gerüstet waren, packte sie die Angst, sodass sie aufbrachen und wegzogen. Und damit man es ja nicht merken sollte, ließen sie überall im Lager viele Feuer machen.

29Darum dachten Jonatan und sein Heer bis zum frühen Morgen nicht, dass sie weggezogen waren; denn sie sahen die Feuer überall im Lager brennen.

30Morgens aber jagte Jonatan ihnen nach, doch konnte er sie nicht mehr erreichen; denn sie hatten bereits den Fluss Eleutherus überschritten.

31Da wandte sich Jonatan gegen die Araber, die Sabadäer heißen, schlug sie und machte große Beute;

32und er kam nach Damaskus und durchzog das ganze Land.

33Simon aber brach auf und zog durch das Land bis Aschkelon und zu den befestigten Städten in der Nähe; danach wandte er sich gegen Joppe.

34Denn er hatte gehört, dass sie die Festung den Hauptleuten des Demetrius übergeben wollten. Darum kam er ihnen zuvor, nahm Joppe ein und legte Kriegsvolk hinein, um die Stadt zu schützen.

35Danach kam Jonatan wieder heim und versammelte die Ältesten des Volks und hielt mit ihnen darüber Rat, dass man einige Städte in Judäa befestigen sollte.

36Man sollte auch die Mauern von Jerusalem höher machen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, die die Burg von der Stadt trennen sollte, sodass die Leute auf der Burg keinen Ausfall in die Stadt machen und auch nichts kaufen und verkaufen könnten.

37Da kam das Volk zusammen und fing an zu bauen, und weil die Mauer am Bach im Osten verfallen war, bauten sie das Stück wieder auf, das Kafnata heißt.

38Und Simon baute die Burg Hadid im Hügelland und befestigte sie und schützte sie mit starken Toren und Riegeln.

Tryphon nimmt Jonatan mit List gefangen

39Nun hatte Tryphon vor, das Königreich Vorderasien an sich zu bringen und sich die Krone aufzusetzen und den jungen König Antiochus zu töten.

40Weil er aber befürchtete, Jonatan würde es verhindern und gegen ihn ziehen, trachtete er auch danach, Jonatan gefangen zu nehmen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean.

41Da zog Jonatan ihm mit vierzigtausend ausgesuchten Männern entgegen und kam auch nach Bet-Schean.

42Als aber Tryphon sah, dass Jonatan ein so großes Heer bei sich hatte, fürchtete er sich, offen etwas gegen ihn zu unternehmen;

43darum empfing er ihn mit Ehren und empfahl ihn allen seinen Freunden und gab ihm Geschenke und gebot seinen Freunden und seinem Heer, Jonatan gehorsam zu sein wie ihm selbst.

44Und er sagte zu Jonatan: Warum bemühst du dein ganzes Kriegsvolk, da wir doch keinen Krieg haben?

45Lass sie wieder heimziehen. Doch wähle dir einige Leute aus, die bei dir bleiben, und zieh mit mir nach Ptolemais. Diese Stadt und die andern befestigten Städte und das übrige Kriegsvolk und alle Amtleute will ich dir übergeben; denn ich muss wieder wegziehen. Deshalb bin ich auch hierher gekommen; darum zieh doch mit mir.

46Jonatan glaubte ihm und tat, wie er gesagt hatte, und ließ sein Kriegsvolk heimziehen ins Land Juda

47und behielt nur dreitausend Mann; davon ließ er zweitausend in Galiläa, tausend aber zogen mit ihm.

48Als nun Jonatan in die Stadt Ptolemais kam, schlossen die Einwohner von Ptolemais die Tore und nahmen Jonatan gefangen, und alle, die mit ihm gekommen waren, erstachen sie.

49Und Tryphon schickte Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die große Ebene, um das übrige Kriegsvolk Jonatans auch umzubringen.

50Als sie aber erfuhren, dass Jonatan gefangen und umgekommen war samt seinen Leuten, sprachen sie sich Mut zu und rüsteten sich zur Schlacht und zogen getrost gegen die Feinde.

51Als aber die Feinde sahen, dass es ihnen ans Leben ging, weil jene sich wehren wollten,

52kehrten sie wieder um und zogen weg. Da zog das ganze Kriegsvolk auch wieder heim ins Land Juda mit Frieden und hielt Totenklage um Jonatan und die andern, die mit ihm umgekommen waren; und ganz Israel trauerte sehr um Jonatan.

53Und alle Heiden ringsum fingen an, das Volk zu bedrängen, und sagten: