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2. Könige

2. Könige

Atalja und Joasch

Kap. 11 schildert die unrechtmäßige Herrschaft der einzigen Königin in der Geschichte des alten Israel, der Judäerin Atalja. Ihr Enkel Joasch entgeht dem Massaker und wird nach der Tötung Ataljas Kap. 12 siebenjährig König über Juda.

Kap. 13 berichtet von neuen Aramäerkriegen, Kap. 14 von Auseinandersetzungen zwischen Israel und Juda, wobei Israel sich einmal mehr als überlegen erweist. Unter Jerobeam II. kommt es erstmals wieder zu Gebietseroberungen durch Israel (V. 23-29), es gab offensichtlich eine letzte Blütezeit für das Nordreich. [14,25: Erwähnung eines Propheten Jona, vgl. Jona 1,1!]

Untergang des Nordreichs

Mit Kap. 15 (Herrschaft Asarjas/ Usijas) kommt man zeitlich in den Bereich, über den es aus dem Jesajabuch parallele Überlieferungen gibt, vgl. Kap. 16 über den König Ahas von Juda mit Jes 7. Kap. 17 beschreibt dann den Untergang des Nordreichs (vgl. zum historischen Ablauf das Thema "Exil"). 17,7-23 werten im Rückblick die gesamte Geschichte Israels aus judäischer Perspektive eindeutig negativ, allerdings sind wohl von noch späterer Hand die Verse 19+20 als Anschuldigung auch gegen Juda eingetragen worden.
Nach dem Untergang des Nordreiches setzte eine Fluchtwelle nach Juda ein, durch die spezifisch israelitisches Gedankengut in den Süden kam und dort weiterverarbeitet wurde. So So sind zum Beispiel Texte des Propheten Hosea nachträglich im Süden zusammengestellt und erweitert worden. Möglicherweise sind Flüchtlinge sogar bis nach Ägypten gekommen, wo eine jüdische Militärkolonie auf der Insel Elefantine belegt ist.

Geschichte Judas

2.Kön 18-25 berichten in groben Strichen von den letzen 135 Jahren des Reiches Juda, wobei einen Schwerpunkt der Darstellung die beiden Reformen des Hiskija (Kap. 18) und des Joschija (Kap. 22+23, vgl. dazu das Thema-Kapitel) darstellen. Hiskija hatte sich von Assur losgesagt, eine (bescheidene) Kultreform durchgeführt und die Verteidigungsanlagen Jerusalems ausgebaut (Schiloach-Teich und Tunnel!) Die Assyrer beginnen eine Strafaktion, verwüsten Juda, doch blieb es Sanherib als ihrem König unmöglich, Jerusalem zu erobern. Unter den Königen Manasse und Amon kam es dann zu erneuter Abhängigkeit von den Assyrern (Kap. 21), bis Joschija sich wieder emanzipieren konnte (Kap. 22). Die Abschnitte 2.Kön 18,17-19+20 sind parallel auch in Jes 36-39 überliefert.

Untergang Judas

Kap. 23,31-25,26 beschreiben den Untergang Judas, (vgl. dazu das Thema "Exil"). Auffällig ist jedoch der Schluss des Buches in 25,27-30, der deportierte König Jojachin wird begnadigt. Damit soll wohl am Ende des deuteronomistischen Geschichtswerks ein Fenster der Hoffnung aufgestoßen werden (vgl. Jer 52,31-34).

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