Das große Hallelujah

Anna-Katharina Lenz

Kurzbeschreibung:
Psalm 150 ist der Schlusspsalm des hebräischen Psalters, der auf eindrucksvolle Weise beschreibt wo, warum und wie Gott gelobt werden soll. Die Kernaussage des Psalms ist, dass sich alle Lebewesen zu einem gemeinsamen und gewaltigen Lobpreis Gottes vereinigen sollen.
Zusätzliche Autoreninformation: Anna-Katharina Lenz
Studentin, Universität Kassel
Kategorie:
Bibeltheologische Komm.
Schulform:
Grundschule Hauptschule Realschule Gymnasium
Bibelstellenbezug:
Ps 150
Weitere Schlagworte:
Altes Testament; Dank; Fest; Gott; Halleluja; Herrlichkeit; JHWH; Lob; Lobpreis; Macht; Musik; musizieren; Posaune; Psalm; Psalter; Zimbel

1. Erster Leseindruck

Wenn ich Psalm 150 lese, fällt mir zuallererst der eindrucksvolle Lobgesang auf. Ich stelle mir beim Lesen eine tanzende, freudige und musizierende Menge von Menschen vor, die ein großes Fest für Gott feiert. Sie loben ihn für alles was er je für uns getan hat. Gott hat wunderbare Taten vollbracht, so dass man ihm, mit allem, was man hat, dankt. Durch Musik wird der Gesang der Menschen verstärkt. Die untermalenden, eindruckvollen Klänge tragen das Lob für Gott weit in die Welt hinaus.

 

2. Synchrone Zugangsweise: Ein ausgelasenes Königsfest

2.1 Abgrenzung und Kontext

Psalm 150 gehört zu der Gruppe der Loblieder (vgl. Kraus, 1989, 1149f). „Der kurze universalistische Hymnus fasst den wesentlichen Zweck des Psalmbuches, des ‚Buches der Lobgesänge’, zusammen und schließt es so würdig ab“ (Nötscher, 1947, 291).

Er ist der letzte der fünf Hallelujapsalmen 146-150 und stellt somit auch das zusammenfassende Finale des gesamten Psalmenbuchs dar. Es könnte sogar sein, dass der Psalm eigens dafür gedichtet wurde. Ein Indiz dafür ist, dass die Stichwortbeziehungen zum vorangehenden Psalm 149 (Gott, Tragleier, Handtrommel, Tanz) als Fortführung und Ausweitung in Psalm 150 zu sehen sind (vgl. Zenger, 2006, 60f). „Die abschließende Aufforderung „alles … preise Jah!“ greift überdies rahmend zurück auf den Beginn von Psalm 149 „Singt … seinen (Lob-) Preis!““ (Zenger, 2006, 61).

 

2.2 Aufbau

Psalm 150 besteht aus einer kunstvoll gegliederten Reihe von Aufforderungen zum Gotteslob. Wie schon die vier vorangegangenen Psalmen 146-149 ist er durch zwei Halleluja-Aufrufe gerahmt (vgl. Zenger, 2008, 873). Der Lobruf des Psalms 150 bildet jedoch nicht nur den Rahmen, sondern auch das Kernmotiv des gesamten Psalms (vgl. Seybold, 1996, 546).

Die Individualität innerhalb der vier vorangegangenen Psalmen zeigt sich im Psalmcorpus selbst. Dieser enthält eine Abfolge von zehn, jeweils mit dem Imperativ „lobet“ eingeleiteten Aufforderungen zum Lobpreis Gottes (vgl. Zenger, 2008, 873). Hierbei werden weder der/die SprecherIn dieser Imperative noch die AdressatInnen, die den Lobpreis vollziehen, genannt (vgl. Zenger, 2006, 61).

Alle zehn Aufforderungen enthalten eine adverbiale Näherbestimmung. Diese enthalten immer eine Präposition. In Vers 1 ist es die Präposition „in“, die die Ortsangabe beschreibt. In Vers 2 handelt es sich um die Präsposition „wegen“, die die Angabe des Grundes näher erläutert. In den Versen 3-6 handelt es sich um die Art und Weise, die jeweils durch „mit“ gegenzeichnet wird. Die aufgezeigte Strukturierung der Zehnerreihe, wird darüber hinaus noch durch viele sprachliche und inhaltliche Merkmale verstärkt. Vers 1-2 bietet zum Beispiel die Ortsangaben „Heiligtum und Himmelsfest, aber auch Abstraktnomina wie „Macht, Fülle und Größe“. Demgegenüber handelt es sich in den Versen 3-5 um die einzelnen Musikinstrumente wie „Schofar, Zimbeln und Becken“ (vgl. Zenger, 2008, 873).

Dementsprechend lässt sich Psalm 150 wie folgt gliedern (vgl. Zenger, 2008, 876):

I Aufforderung zum Preis der Königsherrschaft JHWH (4 Imperative)

1.         Angaben des Ortes: das irdische und das himmlische Heiligtum

2.         Grund des Lobes: Macht und Größe

II Aufforderung zum kosmischen Fest (6 Imperative)

3.          Kultbezogene Instrumente

4.          Tanz und Festmusik

5.          Kosmischer Jubellärm

III Aufforderung an die Gesamtheit der Menschen (1 Jussiv)

6.           Psalmen als sprechender Atem

 

2.3 Auslegung

Nach dem rahmenden Halleluja-Aufruf bietet Vers 1 zunächst eine zweifache Ortsangabe an, wo der Lobreis JHWHs erklingen soll. Zenger erwähnt, dass manche Kommentatoren wegen des synonymen Parallelismus in Vers 1b und Vers 1c vorschlagen, dass es sich um das himmlische Heiligtum handeln würde. Jedoch würde dies bedeuten, dass man in den Versen 1-2 den Himmel im Blick hätte und erst dann in den Versen 3-6 den Blick auf die Erde richten würde. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Heiligtum den Jerusalemer Tempel bezeichnet, weil gerade der Psalm 150 versucht, das Irdische in Vers 1b und den himmlischen Lobgesang in Vers 1c zusammenzuführen. In der vorexilischen Tempeltheologie gilt der Jerusalemer Tempel als Fundament des Throns JHWHs, der bis in den Himmel hinaufragt. In der nachexilischen Theologie hingegen gilt er als Abbild des himmlischen Heiligtums, in das JHWH hinabsteigen kann, in welchem sein Name wohnt und von dem aus er wirken kann. Psalm 150 verbindet diese beiden Heiligtümer durch den in ihnen gleichzeitig und gemeinsam gesungenen Lobpreis (vgl. Zenger, 2008, 876f).

„Die beiden imperativischen Lobaufforderungen in Vers 2 nennen den Grund des Erde und Himmel zusammenbindenden Lobpreises.“ (Zenger, 2008, 877) Vers 2a enthält den Blick auf die Machttaten Gottes in der Geschichte Israels, insbesondere auf die Machttat des Exodus, durch den JHWH sich mächtiger als die Götter Ägyptens und sogar mächtiger als der Pharao erwiesen hat. Zu einem Lobpreis Gottes, der in allen Dimensionen gegenwärtig ist, fordert der Psalm 150 auf (vgl. Zenger, 2006, 65). Vers 2b beschreibt zusammenfassend die einzigartige göttliche Größe JHWHs, die noch durch das Nomen „Fülle“ gesteigert wird. Dabei ist sowohl die räumliche, als auch die zeitliche Perspektive gemeint. Diesen Formulierungen nach füllt JHWHs göttliche Herrlichkeit Himmel und Erde aus und genau dieser „Fülle der Größe“ Gottes soll der Lobreis gelten.

Streng genommen jedoch, rufen die zehn Imperative in den Versen 1-10 zwar zum Lobpreis auf, der Gottesname selbst steht jedoch nur im rahmenden Halleluja und in Vers 6. Möglicherweise soll dadurch aber genau wie in den Psalmen 146, 90, 94 und 95 die die Universalität Gottes/JHWHs evoziert werden (vgl. Zenger, 2008, 877).

In den Versen 3-5 wird beschrieben wie Gott gelobt und gepriesen wird (vgl. Fohrer, 1993, 72). Hierbei wird eine Fülle von Musikinstrumenten genannt, die jedoch keine willkürliche Aufzählung darstellt (vgl. Seybold, 1996, 548). „Sie orientieren sich vielmehr an den hymnischen Sequenzen von 1f“ (Seybold, 1996, 548). Man kann feststellen, dass es sich um gottesdienstliche Abläufe musikalischen Lobpreisungen handelt (vgl. Syebold, 1996, 548). Das Fest der Königsherrschaft JHWHs beginnt somit in der Darstellung vom Psalm 150 am eigentlichen Tempelgebäude, von wo aus sich der Lobpreis durch den durchdringenden musikalischen Klang als Jubellärm im ganzen Kosmos ausbreitet. Hierbei entsteht die Aufforderung zum Mitwirken an diesem großen Fest. Die Verse 3-5 bieten dabei alles auf, was die biblische Überlieferung kennt, um das Erscheinen und die Majestät eines Königs zu feiern, ihm zu huldigen und dadurch der Freude über seine Anwesenheit Ausdruck zu verleihen. Mit Vers 3a beginnt die Reihe der Musikinstrumente mit dem Schofar, einem unbearbeiteten, gebogenen Tierhorn. Mit dem Schofar kann man keine richtige Melodie erzeugen, es ist eher ein Signalinstrument, aus dem man durch das Hineinstoßen des Atems einen lang gezogenen Ton erzeugen kann. Mit so einem Signal wurde zur Feier großer Feste gerufen. Allerdings galt es auch als Signal zum Kriegsbeginn oder als Warnsignal. Vor allem aber gab sie das Zeichen für die beginnende Königsherrschaft JHWHs (vgl. Zenger, 2008, 878). „Wenn Ps 150 die Reihe der Instrumente, die erklingen sollen, mit dem Schofar beginnt, wird also das Kommen und die Gegenwart des Königsgottes JHWH zugleich signalisiert und bewirkt.“ (Zenger, 2008, 879)

Im Anschluss werden zwei weitere Musikinstrumente der levitischen Tempelmusiker erwähnt. Hierbei könnte es sich um Saiteninstrumente handeln, ihre genauere Bestimmung ist jedoch umstritten. Entweder handelt es sich um zwei Leierarten oder eine Harfe und eine Leier. Bei einer Harfe sind die Saiten in einem gebogenen Rahmen, während bei der Leier die Saiten in einer Art Kastenrahmen sind. Der Unterschied zwischen den beiden Leierarten ist, dass eins eine Standleier ist, die größer und auch kostbarer ist. Sie ist eher im höfischen und städtischen Milieu zu finden, wohingegen die Tragleier ursprünglich aus dem Bauern- und Hirtenmilieu stammt. In dem Psalm 150, wie im Psalter überhaupt handelt es sich um genau die Typen von Saiteninstrumenten, die von den Leviten bei der Tempelmusik und zur Begleitung des Psalmgesangs gespielt werden. Das Schofarstoßen und die Saiteninstrumente der Leviten wirken also zusammen, um die Gegenwart JHWHs herbeizurufen (vgl. Zenger, 2008,879f).

Nach dem Spiel der Instrumente folg in Vers 4 das Szenario der tanzenden Menge, die die Höfe des Tempels füllen und sogar darüber hinaus reichen. Die Handtrommeln signalisieren typische Rhythmusgeber für die Reigen- und Gruppentänze bei großen Feiern, aber auch bei den Dankopferungsgottesdiensten im Tempelareal und bei Sieges- und Rettungsfeiern. Mit Musik und Tanz werden das Ende des Exils und der Wiederaufbau Jerusalems gefeiert (vgl. Zenger, 2008, 880). Vor allem mit dem Tanz der Völker wird JHWHs Königsherrschaft gelobt. Um die ganze Situation noch hervorzuheben wird der Festjubel in Vers 4b noch mit weiteren Musikinstrumenten musikalisch untermalt. Diese sind allerdings wieder nicht eindeutig bestimmbar. Es könnte sich wieder um Saiteninstrumente oder um Blasinstrumente in verschiedensten Arten, wie zum Beispiel um Flöten handeln (vgl. Zenger, 2008, 880).

Genau wie in Vers 3 wird auch Vers 5 nur ein einziges Musikinstrument genannt. Darüber hinaus werden jedoch zwei unterschiedliche Spieltechniken des Instruments angegeben. Die in Vers 5 genannten Becken bzw. Zimbeln sind eine Art Schlaginstrument, die den Festjubel noch steigern. Die Zimbeln kommen häufiger in den Chronikbüchern vor, im Psalter jedoch nur einmal im betreffenden Vers. Die zwei unterschiedlich genannten Spielweisen könnten die metallenen Becken sein, die entweder kontinuierlich aufeinander gerieben oder kräftig zusammengeschlagen werden. Noch in den heutigen Orchestern kann ein kräftiges Zusammenschlagen der Becken das ganze restliche Orchester übertönen und bereitet damit den Schluss eines Musikstücks vor. Psalm 150 verbindet dieses kräftige Zusammenschlagen mit Lärm, Geschrei und Jubel. Dieses Zusammenspiel wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Zum einen bezeichnet es das Kriegsgeschrei, mit dem das Heer in den Krieg zieht und dabei den Feind buchstäblich in Angst und Schrecken versetzten soll. Es bezeichnet die Huldigung vor bzw. für JHWH als König, insbesondere aber auch den Jubellärm vor JHWH als den Schöpfer des Kosmos. Des Weiteren versinnbildlicht es die Grundsteinlegung des Jerusalemer Tempels, die mit dem Jubellärm gefeiert wird. Der Beckenjubel symbolisiert also in dem Psalm den Höhepunkt des Festes und verdeutlicht so noch einmal den Rettungs-, Sieges-, und Königsjubel, der vom Heiligtum aus in die ganze Welt hinausgehen soll. Jedoch ist das Fest hiermit noch nicht zu Ende, sondern erst in Vers 6 erreicht es seinen Zielpunkt – im großen Psalmgesang aller Menschen (vgl. Zenger, 2008, 881ff).

Wer Gott loben und preisen soll, wird in Vers 6 noch mal genauer erklärt: Alles was atmet – das bedeutet in diesem Fall, alle Teilnehmer des Gottesdienstes. Sie sollen voller Freude und aus voller Kehle Gott loben und preisen (vgl. Fohrer, 1993, 73). Zenger geht dabei sogar noch ein Stückchen weiter. Er interpretiert Vers 6 als besondere Pointe des Psalms und meint, dass die Verse 1-5 nur auf diesen Vers hingearbeitet haben. Alles davor diene als Einstimmung für die größte Sache des Menschenlebens, „lobend Ja zu sagen zur Gegenwärtigkeit Gottes in seiner Gemeinde, in der Schöpfung und in der Geschichte.“ (Zenger, 2006, 68) Dieser Psalm möchte ein fundamentales Ja zum Leben und zum Gott des Lebens hinreißen und hinführen (vgl. Zenger, 2006, 68). Zengers Sicht über den „Atem“ geht jedoch noch einen Schritt weiter, indem er sagt, dass „aller Atem“ nicht gleichzeitig alle Lebewesen bedeutet, sondern speziell die Menschen meint. Sie sind es, die zur Sprache der Psalmen fähig sind und nicht die Tiere. (vgl. Zenger, 2008, 883) „Nur die Menschen erhalten von Gott Anteil an seinem Atem; deshalb können die Tiere auch nicht zu einem ‚hilfreichen Gegenüber’ für den Menschen werden.“ (Zenger, 2008, 883)

Zusammenfassend kann gesagt werde, dass das himmlische und irdische gefeierte Königsfest in Psalm 150 „allen“ und „jeden“ Atem weltweit dazu bewegen soll, den Lob JHWS zu singen (vgl. Zenger, 2008, 884).

 

3. Diachrone Beobachtungen: Heilige Musik ist nachexilisch

Die zeitliche Einordnung von Psalmen bereitet einige Schwierigkeiten, da die Psalmen kaum Anhaltspunkte für eine explizite Datierung bieten. Jedoch wird angenommen, dass die meisten Psalmen aus der nachexilischen Zeit stammen. In der vorexilischen Zeit könnten die Königspsalmen (Ps 2, 18, 21, 45, 72, 110) entstanden sein, die somit ihren Sitz im Leben bei offiziellen Anlässen, beispielsweise im Rahmen von Amtseinführungen des Königs, gehabt hätten. Des Weiteren dürften auch die Grundfassungen der mit dem Tempel als der königlichen Residenz JHWHs verbunden Königspsalmen (Ps 24, 29, 93) und die Zionhymnen (Ps 46, 47, 48, 76) mit ihrer aussagekräftigen Chaos-Kosmos-Theologie vorexilisch sein. Vereinzelte Klage-, Bitt- und Dankpsalmen könnten aus spätvorexilischer/exilischer Zeit stammen, (beispielsweise Ps 3-7.11-14.22.26-28) durch die geprägte Sprache bei den Individualpsalmen ist hier, eine Datierung nicht gerade einfach (vgl. Zenger, 2004, 362f).

Seybolds „Faustregel“ lautet, dass Königspsalmen und Kulthymnen in der vorexilischen Zeit (vor 586), die Wir-Psalmen in exilischer Zeit (586-537), eine Vielzahl der Individual-Psalmen, der Liturgien und Weisheitstexte in der nachexilischen Zeit (ab 537) einzuordnen sind (vgl. Seybold, 1997, 615). Demzufolge ist Psalm 150 in der nachexilischen Zeit entstanden.

Gunkel dagegen meint, dass Ps 150 der allerletzten Zeit der Psalmendichtung angehört und begründet, dass die Unterscheidung der Priester und Leviten auf das nachexilische Zeitalter schließen lässt (vgl. Gunkel, 1986 ,623).

Kraus beschreibt die Entstehungszeit mit Hilfe der Musik, denn durch das chronistische Geschichtswerk erfährt man, dass in der nachexilischen Gemeinde die heilige Musik, wie in Psalm 150, eine große Rolle gespielt hat (vgl. Kraus, 1989, 1149).

 

4. Stimmen aus der Forschung

4.1 Erde und Himmel sollen loben

„Gegliedert ist der Psalm so, dass 1 auf die Frage antwortet, wo man Gott predigen soll: nicht nur das (irdische) Heiligtum soll von Jahves Lob widerhallen, sondern auch die oberen Welten auf der majestätischen Seite des Himmels sollen miteinstimmen: Himmel und Erde soll der Lobgesang durchbringen!“ (Gunkel, 1986, 622)

4.2 Der Himmel ist der Tempel

„Wo wird Gott gelobt und gepriesen? Nach V. 1 geschieht dies, wie für die Zeit des Psalms als natürlich gegeben vorauszusetzen ist, im Tempel zu Jerusalem. Er ist nach den Regeln der hebräischen Poesie auch mit dem zweiten Ausdruck gemeint, der eigentlich das Firmament, die Himmelsfeste, bezeichnet. Demnach ist der Himmel mit dem Tempel gleich. In ihm der wichtigsten Stätte auf Erden, soll Gott wie im Himmel gepriesen werden.“ (Fohrer, 1993, 72)

4.3 Der Himmel soll gelobt werden

„Die Ortsangaben in V. 1 bezeichnen nicht, wie manche Ausleger meinen, die Festgemeinde (V.1b: die irdische, V.1c: die himmlische), sondern sind Aussagen über Gott; Nicht wer den Lobpreis vollziehen soll, wird hier gesagt, sondern wem er gilt: Dem in seinem Heiligtum = Königsresidenz über dem Himmelsfirmament als Weltkönig herrschenden JHWH, der mit seinen großen Taten den Kosmos geschaffen hat und erhält, die Geschichte der Welt gestaltet und sie vollendet“ (Zenger, 2004, 1218)

 

Literaturverzeichnis:


Fohrer, Georg, 1993, Psalmen, Berlin/New York

Gunkel, Herman, 41986, Die Psalmen, Göttingen

Hossfeld, Frank-Lothar/Zenger, Erich, 2008, Psalmen 101-150 (HThKAT), Freiburg

Kraus, Hans-Joachim, 61989, Psalmen (BKAT), Neukirchen-Vluyn

Seybold, Klaus, 1996, Die Psalmen, in: Köckert, Matthias/Smend, Rudolf (Hgg.), Handbuch zum Alten Testament, Mohr, 546-548

Seybold, Klaus, 1997, Art. Psalmen/Psalmenbuch I. Altes Testament TRE XXV II, 610-624

Zenger, Erich, 2004, Die Psalmen, in: Ders. (Hg.), Stuttgarter Altes Testament, Einheitsübersetzung mit Kommentar und Lexikon, Stuttgart, 1218-1219

Zenger, Erich, 22006, Psalmen Auslegungen, 1. Mit meinem Gott überspringe ich Mauern, Freiburg/Basel/Wien

Zenger, Erich, 52004, Das Buch der Psalmen, in: Ders. (Hg.), Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart, 348-370

 

 

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