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Das Blutgenussverbot in Lev 17,10-14

Lena Holtermann

Kurzbeschreibung:
Lev 17,10-14 widmet sich der Frage nach dem Umgang mit dem Blut geschlachteter oder auf der Jagd erlegter Tiere. Weil das Blut der Sitz des Lebens und demzufolge allein für den Opferkult auf dem Altar bestimmt ist, ist der Genuss von Blut grundsätzlich zu unterlassen. Das Blut von auf der Jagd erlegten Tieren ist auf den Boden zu vergießen und mit Erde zu bedecken. Es wird nicht nur das Volk Israel angesprochen, sondern das Blutgenussverbot betrifft auch Fremde inmitten von Israel. Im Vergleich mit Dtn 12,16.23-25 liefert Lev 17,10-14 die theologische Begründung für das Blutgenussverbot, die in der rituell sühnenden Kraft des Blutes liegt, an die JHWH selbst sein entsühnendes und heiligendes Handeln gebunden hat.
Zusätzliche Autoreninformation: Lena Holtermann
Studentin, Universität Dresden
Kategorie:
Bibeltheologische Komm.
Schulform:
Hauptschule Realschule Gymnasium
Bibelstellenbezug:
3.Mose 17,10-14
Zusätzliche Skripturen:
Gen 4,10 Gen 9,4 Gen 22 Ex 21,28f Lev 11,44f Lev 17-26 Dtn 12,16.23-25.27 Dtn 21,7-9 Jes 43,3b-4 Jes 53 Ez 33,25
Weitere Schlagworte:
Altes Testament; Altar; Blut; Gebot; Gesetz; Judentum; Opfer; Sühne; Tier; Tiere

1. Erster Leseeindruck

Beim ersten Lesen der Textstelle wird deutlich, dass es sich bei Lev 17,10-14 um einen Gesetzestext zu handeln scheint, der zwei aneinandergereihte Aufforderungen im Umgang mit dem Blut geschlachteter oder auf der Jagd erlegter Tiere beinhaltet. Der Text erscheint kohärent, da die Verse allesamt die Blutthematik behandeln. Die Gesetze werden direkt von Gott auferlegt, in v12 ist zu erfahren, dass er die Weisung, kein Blut zu genießen, den Israeliten bereits mitgeteilt hat, sodass diese Textstelle vermutlich auf einen anderen Text verweist.  

 

2. Synchrone Zugangsweise: Blut darf nicht getrunken/gegessen werden.

Die Textstelle Lev 17,10-14 kann als Teil des sogenannten „Heiligkeitsgesetzes“ von Lev 17-26 verstanden werden. Dieses gilt als eines der bedeutendsten Gesetzessammlungen im Pentateuch (vgl. Ruwe, 1999, 1). Die Bezeichnung selbst ist auf den Alttestamentler August Klostermann zurückzuführen, der den Namen aus der Formel „Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig“ (Lev 19,2) ableitete (vgl. Otto, 1999, 132). In den Kapiteln Lev 19-22 ist diese Aufforderung mehrmals zu finden, so heißt es auch in Lev 20,7: „Ihr sollt euch heiligen, um heilig zu sein; denn ich bin der Herr, euer Gott“. 

Das Kapitel 17 ist vom vorherigen Kapitel 16 inhaltlich abzuheben und abzugrenzen. Es behandelt Regeln für den Opfervorgang, schließt aber so nicht ausdrücklich an das Kapitel 16 an, in dem das Vorgehen der Opferung an dem großen Versöhnungstag Jom Kippur beschrieben wird. Eine Verbindung dieser beiden Kapitel lässt sich deshalb nicht eindeutig aufweisen, da in Kapitel 16 die Entsühnung im Vordergrund steht und diese in Kapitel 17 eine geringe Bedeutung hat. Die Entsühnung ist lediglich in Lev 17,11 erwähnt. Diese Aussage gilt aber nach Gerstenberger als Nachtrag, da sie sich stilistisch und sachlich vom übrigen Kapitel unterscheidet (vgl. Gerstenberger, 1993, 214). Das Motiv der entsühnenden Kraft des Blutes in Lev 17,11 hat hier lediglich die Funktion, das Blutgenussverbot von geschlachteten Tieren zu begründen (vgl. Gerstenberger, 1993, 218).

In Lev 17 lassen sich zwei Redebefehle finden, die den Text gliedern: in v1-2a und in v8. Zusätzlich wird der Text in fünf Rechtsfälle gegliedert, die den Rechtsgrund in der Form „Jeder (…), der“ (v3f.8f.10.13.15) und die Rechtsfolge benennen. Daran schließen sich Rechtsbegründungen an (v5-7.11f.14.16) (vgl. Ruwe, 1999, 137f).

Aus diesen Gliederungsmerkmalen ergibt sich, dass nach der Redeeinleitung in v1f der Hauptteil von v3-14 folgt, an diesen schließt ein Anhang mit v15f an.

Lev 17,10-14 fallen in den Hauptteil und können als eigenständiger zweigeteilter „Paragraph“ verstanden werden, da die Paränesen in v11 und v14 einen ähnlichen Wortlaut haben und somit zueinander gehören (vgl. Ruwe, 1999, 138).

Lev 17,10-14 hat eine zweigliedrige Struktur, v10-12 und v13f. Diese beiden Abschnitte besitzen einen fast identischen Aufbau (vgl. Ruwe, 1999, 150):

v10 Relativsatz zur Angabe der zu verurteilenden Handlung mit Sanktion

v11 Begründung der Sanktion

v12 Zitation einer Gottesrede; Prohibitiv: Vorbeugende, verhindernde Aussage

v13 Relativsatz zur Angabe der gebotenen Handlung

v14 Begründung der Handlung, Zitation einer Gottesrede; Prohibitiv:  Vorbeugende, verhindernde Aussage

In v10 wird deutlich gemacht, dass der Blutgenuss zu unterlassen ist und jeder Mensch, sei er Israelit oder ein Fremder, ansonsten aus dem Volk ausgemerzt wird. v10b ist im Aktiv formuliert, so dass deutlich wird, dass Gott die Bestimmung des Blutgenussverbotes durchsetzt und er selbst die handelnde Person ist. In v11 folgt die Begründung der vorher auferlegten Bestimmung auf zweierlei Weise: Zum einen wird das Blut als Träger des Lebens beschrieben, zum anderen ist es allein für den Opferkult auf dem Altar bestimmt, was den Genuss von Blut ebenfalls grundsätzlich ausschließt. v12 ähnelt im Wortlaut v10. In zwei Gottesreden wird noch einmal wiederholt, dass es sowohl den Israeliten als auch den Fremden verboten ist, Blut zu genießen. Diese beiden Zitate sind fast identisch, lediglich das Subjekt ist verschieden: erst wird der Israelit angesprochen, dann der Fremde. Es handelt sich bei diesen Zitaten folglich um Parallelismen, die die enge Kohärenz des Textes belegen (vgl. Ruwe, 1999, 151f).

v13 befiehlt, wie der Umgang mit dem Blut von erlegten Tieren auszusehen habe. Es hat, anders als das Blut geschlachteter Tiere, keine sühnende Kraft und ist deshalb nicht für den Altar bestimmt, sondern muss weggegossen und mit Erde bedeckt werden; so wird es dem Menschen für den Genuss vorenthalten. Wie nach v10 folgt in v14 eine Begründung, die jedoch kürzer als in v11 formuliert ist. Es heißt lediglich, dass das Blut Sitz des Lebens für „alles Fleisch“ sei. Daran schließt die Gottesrede mit einem Prohibitiv an. Zusammenfassend für die v10-14 wird damit noch einmal der Genuss von Blut mit der bekannten Begründung verboten, dass alles Leben seinen Sitz im Blut habe (vgl. Ruwe, 1999, 153f). 

Die v10-14 können als kohärent bezeichnet werden, da alle fünf Verse den Umgang mit dem Blut geschlachteter oder in der Jagd erlegter Tiere zum Thema haben. Das Wort „Blut“ taucht insgesamt zehnmal auf. Besonders auffällig und ein weiteres Indiz für die Kohärenz des Textes sind die Parallelismen in v10 und v13, sowie v11 und v14. Die Verse weisen in ihnen gleichartige Glieder und Worte auf.

Inhaltlich wird in Lev 17,10-14 eine Verweisung zum Umgang mit dem Blut geschlachteter oder in der Jagd erlegter Tiere erlassen. Das Verbot, Blut zu genießen, wird mit der engen Verbundenheit der Lebenskraft und des Blutes begründet und geht auf eine weit verbreitete Vorstellung der Menschheit zurück. In v11 tritt ein weiteres Motiv hinzu, das der Sühnewirkung des Blutes (vgl. Roth, 1962, 113). Obwohl das Blut von auf der Jagd erlegten Tieren nicht für den Altar bestimmt war, galt dennoch die strenge Blutvorschrift. Das Blut dieser Tiere musste mit Erde bedeckt werden, damit kein Lebewesen versehentlich in Berührung mit ihm kommen konnte. Das Zudecken des Blutes korrespondiert mit Gen 4,10. Dort heißt es, dass das unbedeckte Blut der Menschen zu Gott schreit, nach Dtn 21,7-9 verlangt es nach Sühnung. In Lev 17,3f wird zumindest das Bedecken von tierischem Blut gefordert (vgl. Gerstenberger, 1993, 218). 

 

3. Diachrone Beobachtungen: Parallelen zu Dtn 12

Um den Ursprung von Lev 17,10-14 zu klären, muss der Inhalt aus Dtn 12,16.23-25 herangezogen werden (vgl. Grünwaldt, 1999, 142). 

In Dtn 12,23 heißt es: „denn Blut ist Lebenskraft.“ In Lev 17,14 lässt sich eine Parallele dazu finden: „Denn das Leben aller Wesen aus Fleisch ist ihr Blut.“ Diese beiden Verse haben gemeinsam, dass sie mit „denn“ eingeleitet werden. Es handelt sich um Begründungssätze, die das Blutgenussverbot durch den wechselseitigen Bezug von Lebenskraft und Blut begründen. Des Weiteren werden in beiden Sätzen die Substantive „Blut“ und „Leben“ aufeinander bezogen, wobei dem Blut beide Male die tragende Rolle zukommt. Lev 17,14 präzisiert die Bestimmung des Substantivs „Leben“ jedoch durch den Zusatz „aller Wesen aus Fleisch.“

Lev 17,14 lässt sich als (wenn auch nicht wortgetreues) Zitat von Dtn 12,23 und  Dtn 12,16 lesen, zumal die Redeeinleitung Lev 17,14 rückverweisend gestaltet ist: „Ich habe zu den Israeliten gesagt“.

Danach folgt in Lev 17,14: „Das Blut irgendeines Wesens aus Fleisch dürft ihr nicht genießen.“ Auch hier lassen sich Parallelen aufweisen, in diesem Fall zu Dtn 12,16: „Das Blut aber sollt ihr nicht genießen.“ In beiden Sätzen sind gleiche Wörter verwendet worden: „Blut“, „nicht“ und „genießen“. In Lev 17,14 erfährt das „Blut“ jedoch eine Spezifizierung durch die Worte „irgendeines Wesens aus Fleisch.“ Auch Lev 17,12 weist Parallelen zu Dtn 12,16 auf, wenn es heißt: „Niemand unter euch darf Blut genießen.“ In Lev 17 wird wohl zweimal das gleiche Gebot aus Dtn 12,16.23 wieder aufgenommen (vgl. Grünwaldt, 1999, 143).

Lev 17,13 ähnelt inhaltlich einem Vers aus Dtn 12. So steht in Lev 17,13: „[Jeder] (…) muss das Blut ausfließen lassen und es mit Erde bedecken.“ In Dtn 12,16 lautet die Anweisung ähnlich: „Das Blut aber sollt ihr nicht genießen, sondern wie Wasser auf die Erde schütten.“ Hier lassen sich einige Unterschiede erkennen. Während in Dtn 12,16 präzise geäußert wird, wohin das Blut zu schütten ist, erfährt der Leser darüber in Lev 17,13 nichts; es wird jedoch hinzugefügt, dass alles Blut mit Erde zu bedecken sei. Ein Unterschied ist außerdem, dass in Dtn 12,16 das Blut aller Tiere vergossen werden soll, während es sich in Lev 17,13 lediglich um das Blut von auf der Jagd erlegten Tieren handelt (vgl. Grünwaldt, 1999, 144).

Auch zwischen Dtn 12,27 und Lev 17,11 lassen sich Parallelen aufweisen. Beide sprechen vom Altar in Verbindung mit dem Blut, in Lev 17,11 tritt jedoch das Sühnemotiv des Blutes hinzu. Aus diesen Beobachtungen ergibt sich laut Grünwaldt, dass der Verfasser von Lev 17 eine Vorlage von Dtn 12,16.32 in seinem Besitz hatte. Er übernahm einige Inhalte und entwickelte sie sühnetheologisch weiter (vgl. Grünwaldt, 1999, 144f).

Es können noch weitere Bibelstellen herangezogen werden, die eine hohe Ähnlichkeit zu Lev 17,10-14 aufweisen. In Lev 17,10 wird von „Blut genießen“ gesprochen. Ein ähnlicher Inhalt findet sich auch in Gen 9,4 und Ez 33,25, wo der Genuss von Blut ausgeschlossen wird (vgl. Grünwaldt, 1999, 153f).

Weitere alttestamentliche Parallelstellen für Lev 17,11 sind laut Grünwaldt nicht eindeutig zu bestimmen. Zwar können Bibelstellen wie Ex 21,28f oder Gen 22 herangezogen werden, da sie den Stellvertretungsgedanken implizieren, jedoch fehle hier der Sühnegedanke und die Rede vom Blut als entsühnendem Mittel. Auch Jes 43,3b-4 und Jes 53 stellen keine geeigneten Parallelen dar, weil sie zwar von der Sühne sprechen, diese aber nicht im kultischen Kontext verwenden würden. Das Spezificum von Lev 17,11, die den Menschen entsühnende Kraft des Blutes, sei somit aus keiner Stelle explizit ableitbar (vgl. Grünwaldt, 1999, 154ff).

Für Grünwaldt ergibt sich daraus, dass Lev 17,11 als eine Neuschöpfung des Verfassers des Heiligkeitsgesetzes verstanden werden kann. Er schließt jedoch nicht aus, dass ihm das Gebot des Blutgenusses und die erste Begründung dafür vorgelegen haben, ist sich aber sicher, dass der Sühnegedanke des Blutes, also die zweite Begründung des Blutgenussverbotes eine eigene Interpretation des Verfassers sei (vgl. Grünwaldt, 1999, 169). Die Tatsache, dass Lev 17,10-12 und Lev 17,13f in ihrem Aufbau so große Übereinstimmungen aufweisen, ist für ihn der Beleg einer redaktionellen Bearbeitung (vgl. Grünwaldt, 1999, 170). Da dem Verfasser des Heiligkeitsgesetzes die Grundschicht der Priesterschrift und Dtn vorgelegen hatten, datiert Grünwaldt die Entstehung des Textes in die Zeit kurz nach dem Exil, hält sie also für frühnachexilisch (vgl. Grünwaldt, 1999, 379). Als Verfasser bestimmt er einen Laien oder eine Gruppe von Laien, gebildet und mit Zugang zu priesterlichen Überlieferungen. Er begründet diese Annahme damit, dass Lev 17 keinen charakteristisch priesterlichen Sühneentwurf aufweist. Der Priester spielt keine bedeutende Rolle in Lev 17, in V 11 bringt nicht der Priester das Blut auf den Opferaltar, es ist JHWH, der dieses tut. Dennoch lassen sich im Heiligkeitsgesetz auch Aussagen finden, die priesterliches Wissen voraussetzen. Grünwaldt geht bei den Vorschriften über die Fehlerlosigkeit der Priester und der geopferten Tiere (Lev 21,17ff; Lev 22,20), den Reinheitsgeboten (Lev 22,4-8) und den Opfergesetzen (Lev 23,9-22) davon aus, dass ein Laie ohne Zugang zu den priesterlich tradierten Überlieferungen diese Anordnungen nicht so präzise hätte bestimmen können. Infolgedessen ordnet er den Verfasser der frühnachexilischen Gemeinde zu.
Unter der Voraussetzung des Zugangs zu den priesterlichen Schriften und Deuterojesaja vermutet Grünwaldt weiter, dass der Autor des Heiligkeitsgesetzes eine gehobene Stellung in der Gemeinde besessen haben, des weiteren durch die Interpretation von Lev 25 im Sinne Ezechiels eine enge Verbindung zur Ezechiel-Schule gehabt haben müsse (vgl. Grünwaldt, 1999, 384f).

 

4. Stimmen aus der Forschung

4.1. Lev 17-26 ist als „Heiligkeitsgesetz“ zu verstehen und wurde für den Einsatz in der priesterlichen Grundschrift konzipiert

Karl Elliger vertritt die Ansicht, dass das „Heiligkeitsgesetz“ (Lev 17-26) von Anfang an als ganzes für die Einbettung in die priesterliche Grundschrift konzipiert worden ist und nicht eigenständig für sich stehen sollte. Das „Heiligkeitsgesetz“ sollte neben der Sinaigesetzgebung der Priesterschrift, die sich überwiegend mit dem Kult beschäftigt, Gesetze für die Gemeinde außerhalb des Kultes kundtun und den Menschen bewusst machen, dass sie für das Funktionieren des Gottesbundes mitverantwortlich sind (vgl. Elliger, 1966, 14ff).

4.2. Es gibt keinen Hinweis auf ein selbstständiges „Heiligkeitsgesetz“ von Lev 17-26

Erhard S. Gerstenberger geht davon aus, dass es sich bei Lev 17-26 nicht um eine eigenständige Rechtssammlung handelt, sondern um priesterschriftliche Einzeltexte, die durch traditionsgeschichtliche Überlieferung allmählich eine Einheit ausgebildet haben. Laut Gerstenberger beinhalten die Kapitel eine vielfältige Vorschriftensammlung, in denen verschiedene Motive aufgegriffen werden. Wesentliche Inhalte der Kapitel sind die Jahresfeste (Lev 16; Lev 23; Lev 25), das Verhalten in der Familie und im sozialen Umfeld (Lev 18f), Segen und Fluch (Lev 26), sowie die Vorschriften für den Priester (Lev 21f) (vgl. Gerstenberger, 1993, 17).

 

Literaturverzeichnis

Elliger, Karl, 1966, Leviticus (HAT 1/4), Tübingen

Gerstenberger, Erhard S., 61993, Das dritte Buch Mose, Leviticus (ATD 6), Göttingen

Grünwaldt, Klaus, 1999, Das Heiligkeitsgesetz Leviticus 17-26. Ursprüngliche Gestalt, Tradition und Theologie (BZAW 271), Berlin/New York

Otto, Eckart, 1999, Innerbiblische Exegese im Heiligkeitsgesetz Levitikus 17-26, in: Fabry, Heinz-Josef/Jüngling, Hans-Winfried (Hgg.), Levitikus als Buch (BBB 119), Bodenheim, 125-196

Roth, Martin, 1966, Das dritte Buch Mose, Leviticus (ATD 6), Göttingen

Ruwe, Andreas, 1999, „Heiligkeitsgesetz“ und Priesterschrift“. Literaturgeschichtliche und rechtssystematische Untersuchungen zu Leviticus 17,1-26,2 (FAT 26), Tübingen 

Stroh, Ralf, 2004, Art. Sühne, in: RGG4 7, 1842-1848

 

Worterklärung: Sühne

Der Begriff der Sühne bedeutet allgemein die Herstellung eines ungestörten Zustandes bzw. eine rituell gestaltete Aussöhnung. Es handelt sich dabei um die Behebung einer durch die Schuld des Menschen entstandenen Störung. Religiös bedeutet Sühne die Aussöhnung mit Gott nach einer schuldhaften Störung der Gottesbeziehung.

Im Alten Testament wird die Sühne nicht als Strafgeschehen verstanden, sondern gilt als Heilsgeschehen, durch das der „Sünde-Unheil-Zusammenhang“ unterbrochen wird. Häufig gilt das Blut als Träger des Lebens und damit als reinigende Substanz bei der kultischen Sühne (vgl. Stroh, 2004, 1842f).

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