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Die Frage nach der Steuer - der Zinsgroschen

Salomon Mauricio Ebert

Kurzbeschreibung:
Mit heuchlerischen Worten treten die Pharisäer und Herodianer an Jesus heran, um ihn mit der Frage nach der Kaisersteuer zu überführen. Jesus erkennt ihre Heuchelei und lässt daraufhin einen Silbergroschen bringen und dessen Aufschrift und Abbild nennen. Daraufhin sagt Jesus: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist!“
Zusätzliche Autoreninformation: Salomon Mauricio Ebert
Student
Kategorie:
Bibeltheologische Komm.
Schulform:
Hauptschule Realschule Gymnasium
Bibelstellenbezug:
Mk 12,13-17
Zusätzliche Skripturen:
Mt 22,15-22 Lk 20,20-26 Röm 13,1-7 1. Petr 2,13-17 Tit 3,1
Weitere Schlagworte:
Abbild Gottes; Geld; Herodianer; Jesus; Markusevangelium; Pharisäer; Streit; Steuer; Zinsen
Letzte Aktualisierung:
04.08.2010

1. Erster Leseeindruck

Der Gesprächsverlauf zwischen Jesus und den fragenden Gruppen in Mk 12,13-17 ist für den Leser sehr gut nachvollziehbar. Doch wie die Pharisäer und die Herodianer muss sich auch der Leser am Ende der Perikope über die Antwort Jesu wundern. Denn er antwortet nicht direkt auf die Frage, ob die Steuer an den Kaiser entrichtet werden soll oder nicht, sondern verweist mit seiner Antwort auf etwas Grundsätzliches.


2. Synchrone Zugangsweise: Die Unangreifbarkeit Jesu

2.1. Abgrenzung und Kontext

Die Perikope ist in eine Reihe von Erzählungen eingebettet, die sich in und um Jerusalem herum ereignen (Mk 11,12 bis Mk 13ff). Sie beschreiben Streitgespräche zwischen Jesus und den führenden politischen und religiösen Gruppen in Jerusalem. Zum einen sind das die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten in Mk 12,1-12, jene Gruppe, an die auch das Gleichnis des Weinbergs adressiert ist. Zum anderen gibt es die Gruppe der Pharisäer und der Anhänger des Herodes (Mk 12,13-17) und im Anschluss daran, die Sadduzäer und andere repräsentative Personen der verschiedenen Interessensgruppen in Mk 12,18 ff.

Schon seit Mk 2,23-28, als Jesus die Sabbatregeln aus Mitleid für notleidende Menschen überschreitet, fühlen sich die Pharisäer, die als sehr gesetzestreu gelten, beunruhigt und herausgefordert. Auch die Herodianer wollen Jesus so schnell wie möglich loswerden, da sie von der römischen Besatzungsmacht dazu beauftragt sind, in Jerusalem für Ruhe und Ordnung zu sorgen (vgl. Drewermann, 2003, 263).

Der Ort des Geschehens wird nicht näher beschrieben. Es ist jedoch zu bemerken, dass es sich bei dem Jerusalemer Tempel erzählerisch um den letztgenannten Ort handelt (seit Mk 11,27) und er sich demnach als Ort der Handlung vermuten lässt.

2.2. Gliederung des Textes

Die beschriebene Szene lässt sich in drei kleinere Abschnitte gliedern.

Die Sendung und das Vorhaben der Pharisäer und der Herodianer beschreiben den Anfang des Geschehens. Im weiteren Verlauf Mk 12,14-16 entwickelt sich ein Streitgespräch um die Frage nach der Steuer. Die Szene schließt mit der Antwort Jesu und der Reaktion der Fragenden, die sich über dieselbige wundern (Mk 12,17).

Mk 12,13; Szenischer Aufriss. Die Pharisäer und die Anhänger des Herodes wollen Jesus überführen.

Mk 12,14-16; Wortwechsel zwischen Jesu und den Fragenden. (Rollenwechsel: Fragende werden zu Befragten und Jesus, der Befragte, wird zum Fragenden). Sie versuchen Jesu zu schmeicheln und stellen ihm dann die Frage nach der Kaisersteuer, die er mit der Bitte weiterführt, ihm einen Silbergroschen zu bringen und dessen Aufschrift und Aufdruck zu nennen.

Mk 12,17; Antwort Jesu und Reaktion der Fragenden. Jesu Antwort und die Reaktion der Pharisäer und der Herodianer.

2.3. Weitere Beobachtungen

Gattungsbestimmung

Die Bibelstelle ist eingebettet in eine Folge von Streitgesprächen. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um ein Streitgespräch, in welchem offen über ein Thema debattiert wird. Sie ist wie ein Lehrgespräch bzw. Schulgespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern aufgebaut und lässt sich daher als ein „Pseudoschulgespräch“ beschreiben (vgl. Eckey, 2008, 383).

Frage an den Lehrer Jesus: Ist` s recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? (v14)

Gegenfrage des Lehrers Jesu: Wessen Bild und Aufschrift ist das? (v16)

Antwort der Fragenden: Des Kaisers! (v16)

Abschließende Antwort des Lehrers Jesu: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! (v17)

Betrachtung der einzelnen Verse

Vers 13: Nachdem die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten in Mk 11,27-33 Jesus mit der Vollmachtsfrage nicht überführen konnten, sind sie es, die sich hinter dem „sie“ vermuten lassen und die Gruppen der Pharisäer und Herodianer vorschicken, um Jesus eine Falle zu stellen. Dieser Vers wurde vermutlich aus Gründen des inhaltlichen Zusammenhangs zur vorhergehenden Handlung geschaffen.

In Vers 14 schmeicheln die Fragenden Jesu mit einer Aufzählung von Eigenschaften, die nach jüdischer Tradition, die Zuverlässigkeit eines Rabbis und, die seiner Antworten anerkennen. Er ist wahrhaftig, er handelt nicht nach dem Willen der Menschen, da er nicht auf das Ansehen bei den Menschen angewiesen ist und er lehrt den Weg Gottes. Sie verhalten sich der äußeren Form nach, wie Schüler Jesu, was vor allem durch die Anrede Meister, sehr deutlich wird. Hier kann stilistisch von einer chiastisch gestalteten captatio benevolentiae gesprochen werden (vgl. Gnilka, 1994, 151). Auffällig ist weiterhin, dass sich das hier im Text Beschriebene zu Mk 11,27-33 genau entgegengesetzt verhält. Die Vollmacht, die ihm zuvor nicht zuerkannt wurde, wird ihm hier zugesprochen, wenn auch nur zum Schein. So fragen sie Jesus nach der Kaisersteuer, um zu erfahren, ob es in Gottes Sinne ist, den Zensus zu zahlen oder nicht. Nach Lev 25,23 ist das israelische Land Eigentum Jahwes, das nur von Israeliten genutzt werden darf, so dass das Entrichten einer Grundsteuer an fremde Herrscher damit einhergehend verboten ist. Sie stellte daher, für die meisten in der Bevölkerung, einen Anstoß gegen ihren Glauben dar.

Aus historischer Perspektive kam es unter anderem durch die Forderung der Kaisersteuer zu der militanten Widerstandsbewegung der Zeloten. Schon Flavius Josephus hat in seinem „De bello Judaico“, die Verweigerung der Kaisersteuer zu den ersten Zeichen des Aufstandes gegen die Römer im Jahre 66 n. Chr. gezählt. Würde sich Jesus dafür aussprechen, wäre er der israelitischen Mehrheit ein Dorn im Auge. Spräche sich Jesus dagegen aus, könnte er beim Statthalter angezeigt werden, da die Römer gegenüber den Rebellen der Pax Romana sehr empfindlich reagieren (vgl. Eckey, 2008, 385).

In den Versen 15 und 16 wird deutlich, dass Jesus die Heuchelei der Fragenden erkennt und ihnen vorwirft: „Was versucht ihr mich?“ Danach sagt er zu den Pharisäern und Herodianern, dass sie ihm einen Denar bringen sollen, um ihn sehen zu können. Der Denar symbolisiert die Anwesenheit und die Herrschaft des römischen Reiches. „Wie ein Lehrer seine Schüler, so lässt er seine Widersacher feststellen, daß die Münze das Bild (eikon) und die Aufschrift (epigraphe) des Kaisers trägt...“ (Eckey, 2008, 385f). Damit lässt der Autor die Fragenden Jesu gegenüber das Argument liefern, mit dem er sie daraufhin verbal schlägt (vgl. Eckey, 2008, 383-387).

Vers 17 beinhaltet die abschließende Antwort bzw. den Lehrspruch Jesu: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ Der Lehrspruch hat die Form eines Parallelismus. Mit dieser Antwort hat Jesus erreicht, sich nicht von den Pharisäern und den Anhängern des Herodes „mit einem Wort fangen“ zu lassen. Er macht den Unterschied zwischen dem Kaiser und Gott deutlich und steht somit dafür, dass der römische Kaiser nicht göttlich ist. Jesus lehrt damit wahrheitsgemäß den Weg Gottes, der hier vor allem den Anspruch des Kaisers begrenzt. Der Lehrspruch fordert diejenigen, die eine Steuermünze bei sich tragen, das heißt, die Fragenden, dazu auf, diese dem Kaiser zurück zu geben, da sie dessen Eigentum ist (vgl. Eckey, 2008, 387f). Gleichzeitig sagt Jesus damit indirekt, dass der Mensch, der das Ebenbild Gottes ist, Gott gehört. Das bedeutet, dass die kaiserliche Steuer und die kaiserliche Autorität, obwohl sie anerkannt wird, immer von der göttlichen Autorität begrenzt ist. Der Hauptakzent liegt dabei auf Gott und seinen Ansprüchen, so also auf dem zweiten Glied der Aussage Jesu (vgl. Drewermann, 2003, 261-270; Eckey, 2008, 287; Gnilka, 1994, 155; Klostermann, 1971, 125; Lohmeyer, 1967, 254).

Über diese Antwort Jesu wundern sich die Pharisäer und die Anhänger des Herodes. Gleichzeitig lässt der Autor jedoch offen, ob sie sich davon überzeugen lassen oder nicht oder sogar weiter darauf lauern, ihn zu überführen (vgl. Eckey, 2008, 385). Die Verwunderung zielt hier weniger darauf ab, zu verdeutlichen, dass sie jetzt die Wahrheit über Jesus kennen, sondern darauf, dass sie Jesus nicht überführen können. Damit wird deutlich, dass Jesus seine Unangreifbarkeit seinen Gegnern gegenüber abermals bewiesen hat (vgl. Lührmann, 1987, 202; Klostermann, 1971, 125).


3. Diachrone Beobachtungen: Authentisches Jesuswort?

Der Denkspruch Jesu: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“, (Mk 12,17) ist aller historischen Wahrscheinlichkeit nach ein authentisches Jesuswort. Anderen Stellen analog, haben Jesusworte redaktionell zu apophthegmatischen (Apophthegma = Denkspruch) Erzählungen geführt; so auch Mk 2,17a.19a.27 (vgl. Gnilka, 1994, 152). Die Adressaten der Perikope sind wahrscheinlich die frühchristlichen Gemeinden zur Zeit des Jüdischen Krieges in den Jahren 66 bis 73 n. Chr. sowie die Christen in späteren Zeiten. Die Botschaft richtet sich vermutlich gegen national-politische Erwartungen eines irdischen Gottesreiches (vgl. Gnilka, 1994, 152) und war vermutlich bei der Frage nach der Loyalität zum Imperium Romanum und seiner Repräsentanten sehr wichtig (vgl. Eckey, 2008, 383).

Im exegetischen Diskurs über die Verfasserschaft des Markusevangeliums und damit auch für die hier besprochene Bibelstelle interessant, gibt es folgendes zu berichten: Die altkirchliche Tradition beruft sich auf die sogenannte Papiasnotiz, die wahrscheinlich der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea (260-339 n. Chr.) aus den Werken des Bischofs Papias von Hierapolis (Mitte des 2. Jh.) zitiert. Danach war der Übersetzer des Petrus der Autor. Diese Tradition ist bis heute aktuell. Doch gibt es bei der Frage, welchen Markus Papias meint, weitere Möglichkeiten, so dass ihn einige Exegeten mit Johannes Markus aus Apg 12,12.25 und Apg 15,37.39 oder mit Markus aus Kol 4,10; Phlm 24; 2. Tim 4,11; 1. Petr 5,13 in Verbindung bringen. Auch die Hypothese einer anonymen Verfasserschaft, wie hinsichtlich der anderen Evangelien, wird im wissenschaftlichen Diskurs vertreten (vgl. Koester, 1998-2005, 842).

Zum Ort der Abfassung gibt es verschiedene Thesen. Die frühesten Aussagen sprechen sich dafür aus, dass das Evangelium entweder in Rom, für die dort ansässige Gemeinde, verfasst wurde (Clemens von Alexandrien) oder, dass es in Ägypten geschrieben wurde (Johannes Chrysostomos). Die gegenwärtigen Aussagen berufen sich auf die Tradition der Beziehung des Markus zu Petrus und halten an Rom als Entstehungsort fest. Andere dagegen identifizieren Syrien oder Palästina als Abfassungsort. Der Grund dafür sei die Nennung vieler Orte Syriens und Palästinas und ein im Evangelium deutlich zu erkennendes Interesse an Jerusalem und dem Jüdischen Krieg (vgl. Koester, 1998-2005, 843).


4. Stimmen aus der Forschung

4.1 Verhältnisbestimmung zwische Staat und Kirche

In der exegetischen Tradition wurde der Text als eine Verhältnisbestimmung zwischen dem Staat (Kaiser) und der Kirche (Gott) gesehen. Im Laufe der Zeit wurde das Maß der Pflichterfüllung gegenüber der weltlichen Macht tendenziell immer vorbehaltloser. Johannes Calvin weitete sie auf alle Untertanenverhältnisse aus. Jeder, der sich gegen die weltliche Macht auflehnte, tat dies gleichzeitig auch gegenüber Gott. Zu dieser Zeit verschob sich die Textauslegung zugunsten der staatlichen Autoritäten, so dass damit ein Grundstein für das sogenannte „Gottesgnadentum der fürstlichen Gewalt“ gelegt wurde (vgl. Gnilka, 1994, 154f). Auch Martin Luther sieht in dieser Perikope eine Äußerung Jesu über das Verhältnis zwischen weltlicher und göttlicher Gewalt, weist jedoch deutlicher auf die Grenzen weltlicher Gewalt hin (Mühlhaupt, 1973, 733- 750).

4.2 Verhältnis zwischen Mensch und Gott

In der heutigen Exegese zeichnet sich eine ähnliche Tendenz ab, die in ihrem Verständnis jedoch einen engen Zusammenhang zur Frage in v16 aufzeigt. Danach handelt es sich bei der Steuerfrage weder um eine Frage nach dem Verhältnis zwischen Staat und Kirche, noch nach ihrem Mit- oder Gegeneinander. Allein die Wahrheit des Menschen vor Gott steht im Mittelpunkt der Botschaft Jesu. Für ihn steht fest, dass in das menschliche Herz, das Abbild Gottes eingeprägt ist, wie das Bild des Kaisers auf dem Silbergroschen. Wenn Jesus sagt, dass der Silbergroschen dem Kaiser gehört, stellt sich durch den Vergleich für den Leser die Frage, wem er selbst eigentlich gehört. Wichtig ist, dass die Grenze der legitimen Ansprüche des Kaisers von jedem selbst in seiner Situation bestimmt werden muss, gemessen an Gottes Anspruch an den Menschen (vgl. Drewermann, 2003, 261-270; Eckey, 2008, 287; Gnilka, 1994, 155; Klostermann, 1971, 125; Lohmeyer, 1967, 254).

4.3 Die Entwürdigung des Menschen

Eine sich schon bei Drewermann abzeichnende Entwicklung versucht, das, was „des Kaisers ist“, (was Steuern zahlen für den Menschen heute bedeuten kann) neu zu denken und zu bestimmen. Diese hermeneutische Betrachtung der Botschaft Jesu soll in das Bewusstsein und damit in die Verantwortung jedes Einzelnen selbst gelegt werden. So versteht Drewermann die Mentalität der Angst, der Ohnmacht und des Untertanengeistes etwa gegenüber Beamten, staatlichen Behörden oder sonstigen Repräsentanten weltlicher Macht, als eine Entwürdigung des Menschen, die sich in heutiger Form so ausdrücke, Steuern zahlen zu müssen (vgl. Drewermann, 2003, 261-270; Mendt, 1992, 57-61).


Literaturverzeichnis

Drewermann, Eugen, (6)2003, Das Markusevangelium (2. Teil: Mk 9,14-16,20), Düsseldorf

Eckey, Wilfried, 2008, Das Markusevangelium (Orientierung am Weg Jesu), Neukirchen-Vluyn

Gnilka, Joachim, (4)1994, Das Evangelium nach Markus. Teilbd. 2: Mk 8,27-16,20 (Evangelisch Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 2/2), Zürich, Einsiedeln, Köln

Gottlieb, Gunther, (4)2003, Art. Pax Romana, RGG, Bd. 6, 1074

Klostermann, Erich, (5)1971, Das Markusevangelium (Handbuch zum Neuen Testament 3), Tübingen

Koester, Helmut, (4)2002, Art. Markusevangelium, RGG, Bd. 5, 842-846

Lohmeyer, Ernst, (17)1967, Das Evangelium des Markus, (Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament 2), Göttingen

Lührmann, Dieter,1987, Das Markusevangelium (Handbuch zum Neuen Testament 3), Tübingen

Mendt, Dietrich, 1993, Leben, das sich wirklich lohnt: „Gebt Gott, was Gottes ist!“ Mk 12,13-17, in: Theologische Beiträge 24, Heft 2, 57-61

Mühlhaupt, Erwin, (4)1973, D. Martin Luther „Evangelien-Auslegung“, (2. Teil. Das Matthäusevangelium Kap. 3-25), Tübingen

Worterklärungen

Weg Gottes: Lebensführung, die Gottes Wort und Gebot geschuldet wird (vgl. Eckey, 2008, 385).

Zensus: Kombination aus Personal- und Grundsteuer. Die Personalsteuer (tributum capitis) berechnet sich aus dem Betrag, der für jeden gleich ist, weil er nach dem wirtschaftlichen Ertrag aus dem Vermögen als Einkommenssteuer gestaffelt wird. Die Grundsteuer (tributum agri) wird für den Haus- und Grundbesitz in Naturalien oder Geld entrichtet (vgl. Eckey, 2008, 385).

Pax Romana: Der politisch-ideologische Begriff beschreibt den Zustand inneren Friedens und sicherer Grenzen als Grundlage für Wohlordnung und einer ruhigen Entfaltung der Lebensverhältnisse im Imperium. Aufständische Massen und jede Art von innerer Opposition stören diesen Zustand der Pax Romana. (vgl. Gottlieb, 2003, 1074).

Denar: In diesem Zusammenhang wird das lateinische Lehnwort denarion verwendet, der Silberdenar, der zu dieser Zeit die übliche Steuermünze war. Im Gotteshaus, im Jerusalemer Tempel, in welchem sich das Geschehen vermutlich abspielt, sind Silbermünzen nicht zugelassen. Grundsätzlich gilt bei den Rabbinen, dass sich der Herrschaftsbereich eines Herrschers mit dem Geltungsbereich seiner Münzen deckt. So gehört ein Silberdenar nicht in den göttlichen Herrschaftsbereich, das heißt, in den Tempel (vgl. Eckey, 2008, 385).

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