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Lexikon

Reformation

Johannes Träger

(erstellt: Febr. 2017)

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Reformation ist eine historische Epochenbezeichnung, die Umformungsprozesse des spätmittelalterlichen Kirchenwesens und der Gesellschaften des 16. Jahrhunderts beschreibt (Kaufmann, 2014). In Anknüpfung an mittelalterliche Kirchenreformen entstanden die christlichen Konfessionskirchen. In diesem Beitrag werden einzelne Schlaglichter auf das Thema Reformation geworfen, die für religionspädagogische Handlungsfelder Relevanz besitzen. Diese Schwerpunktsetzung ist der nicht zu überschauenden Forschungsliteratur geschuldet.

1. Lebensweltliche Verortungen: Reformation ein Werk eines einzelnen „Deutschen“? – Populäre Reformationsbilder

Angesichts des medienwirksam inszenierten Jubiläums „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ erscheint es kaum möglich, sich der Beschäftigung mit Reformation, ihren vielfältigen Ursachen, Verläufen, Folgen und Akteuren zu entziehen. Dabei ist das Jubiläumsjahr 2017 erst der Auftakt einer Reihe von Jubiläen für Ereignisse, die im Zuge der Reformation zur Entstehung der christlichen Konfessionskirchen führten (z.B. Leipziger Disputation, Wormser Edikt, Zürcher Wurstessen, Marburger Religionsgespräch, Augsburger Reichstag 1530, Bibelübersetzung). Mindestens bis 2046, dem 500. Todesjahr Luthers, wird die Beschäftigung mit Reformation auf allen religionspädagogischen Handlungsfeldern – auch überkonfessionell – ein Dauerbrenner bleiben. Bereits seit 2008 lenken die breit gefächerten Themenjahre der Reformationsdekade die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Reformation und ihre Prägekraft, die über Theologie und Kirche hinaus in den vielstimmigen Diskurs über zukünftige Gesellschaft, Recht und Kultur eingebracht werden. Höhepunkt der Dekade ist der 31. Oktober 2017. An diesem Reformationstag wird durch zahlreiche Medien und Foren, besonders an den zentralen Erinnerungsorten der Reformation, aber auch in Gottesdiensten, in vielfältiger Weise an die Bedeutung des reformatorischen Verständnisses des Evangeliums gedacht. Öffentliche Reformationsjubiläen gibt es seit 1617. Diese lutherisch-konfessionellen Traditionen transportieren ein vertrautes Lutherbild, das aufs engste mit einer Deutung der Reformation verbunden ist: Am 31. Oktober 1517 begann die Reformation mit Martin Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen Ablasskampagnen der spätmittelalterlichen Papstkirche an der Schlosskirche in Wittenberg. Schon länger wird kontrovers diskutiert, ob diese populäre Fokussierung auf ein Ereignis und eine historische Person angemessen ist. Trotz allem gilt, wer Reformation thematisiert, kommt am Leben und Werk Martin Luthers nicht vorbei. Die Frage nach lebensweltlichen Bezügen zur Reformation muss deshalb die Bezüge zu Martin Luther notwendig mitdenken.

Die Herausforderung dabei ist die zeitliche Distanz zum erinnerten Ereignis und zum historischen Luther. Das 15. Jahrhundert wurde im Blick auf die vielfältigen Ausdrucksformen von Volksfrömmigkeit als eines der frömmsten Jahrhunderte in der deutschen Geschichte charakterisiert (Moeller, 1991). Dagegen nimmt in Deutschland am Vorabend des 500. Reformationsjubiläums ein wesentlicher Teil der Bevölkerung, besonders im Kernland der Reformation, Frömmigkeit überwiegend als fremd und die öffentliche Ausübung von Religion zunehmend distanziert und kritisch, wenn nicht sogar bedrohlich wahr, auch wenn der Person Martin Luther allgemein ein hohes Maß an Bedeutung für die deutsche Geschichte beigemessen wird. 2003 nahm Luther hinter Konrad Adenauer in der nicht repräsentativen Abstimmung der ZDF-Fernsehreihe „Unsere Besten – Die größten Deutschen“ den zweiten Platz ein. Das Lutherbild dahinter wurzelt in deutsch-nationalen Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts (Münkler, 2009). Luthers Bedeutung für Deutschland wird meist überwiegend gewürdigt, seine Leistungen für Theologie und Kirche, die sich bei weitem nicht auf Deutschland beschränken, treten dahinter zurück. Im Zuge einer gegenwärtig in Europa zu beobachtenden Renaissance nationaler politischer Ideen und Sehnsüchte, die zum Teil mit einem Niedergang institutionell verfasster Kirchen einhergeht, passt diese Momentaufnahme ins Bild. Dieser vorläufige Eindruck kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch andere historische Narrative zur Reformation wirksam bleiben. Allerdings ist die empirische Grundlage zum Luther- und Reformationsbild der Deutschen oder anderer Nationen nur schmal (Blaszcyk, 2016). In der medialen Öffentlichkeit werden die Negativa Luthers und der Reformation häufig mit Formulierungen wie „Bauernfeind“, „Fürstenknecht“ und „Obrigkeitsgehorsam“ zugespitzt. Es liegt nahe, dahinter Nachwirkungen ideologisch kirchenkritischer Historiographie und Kulturpolitik zu vermuten.

Populäre Narrative zur Reformation bedienen sich historischer, zum Teil aber auch völlig gegensätzlicher Geschichtsbilder, die, individuell verschieden, zu einem mehr oder weniger stimmigen Reformationsbild komponiert werden. Die teilweise krasse Diskrepanz zu gesicherten Erkenntnissen der Reformationsforschung wird meist nicht erkannt und auch nicht als problematisch wahrgenommen. So legte z.B. erst ein Zeitzeugenbericht des Wormser Reichstages 1530 die Worte: „Hier stehe ich…“ Luther in den Mund, um sein Auftreten vor Kaiser und Reich sinnstiftend zu verdichten (Kohnle, 2002). Heute ist es das bekannteste Lutherwort und wirkt als Luthermythos ungebrochen. Unverzichtbar für das corporate branding der Marke „Luther“ prägt dieser Mythos die öffentliche Wahrnehmung, was Reformation sei. Dass dabei auf den authentischen Schluss von Luthers Wormser Rede: „Gott helfe mir. Amen.“ weitgehend verzichtet wird, kennzeichnet die angedeuteten Bedeutungsverschiebungen.

Grundzüge eines populären, deutschen Reformationsgeschichtsbildes lassen sich wie folgt skizzieren: Die historische Bedeutung der Reformation wird auf den Kampf des „jungen Luther“ gegen den Papst bis 1530 begrenzt. Thesenanschlag, Turmerlebnis, Verbrennung der Bannandrohungsbulle, Luther in Worms, die Bibelübersetzung auf der Wartburg und der Augsburger Reichstag 1530 gehören ungeachtet der Frage nach ihrer Faktizität oder ihrer historiographischen Einordnung zu den bekanntesten Ereignissen der Reformationsgeschichte. Die Historienbilder des 19. Jahrhunderts, auch transformiert in verschiedenen Lutherfilmen, wirken hier fort. Zur Phase der Reformation nach 1530 bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555 gibt es kaum bekannte Bilder. Dieser Zeitraum scheint nichts mehr von der Energie und dem Schwung der Wittenberger Bewegung zu besitzen, die den ersten Jahren nach Luthers Thesenanschlag zugeschrieben wird. Die Reformationsgeschichtsforschung hat spätestens seit den 1980er Jahren begonnen, diese Ungleichverteilung der Aufmerksamkeit aufzuheben und konnte dabei beachtliche Erfolge verzeichnen.

In der (nichtakademischen) Öffentlichkeit gilt der Reformator nach 1530 als „alter Luther“ und „problematisch“, dessen Werk in dieser Lebensphase meist auf seine polemischen Judenschriften verkürzt wird. Die in der Öffentlichkeit als größte Leistung der Reformation geltende „Lutherbibel“, wird allein dem „jungen Luther“ auf der Wartburg 1521/1522 zugeschrieben. Tatsächlich wurde erst 1534 eine lutherische Vollbibel publiziert, die Luther selbst bis 1544 mit Hilfe seines kollegialen Bibelrevisionskreises immer wieder präzisierte. Erst nach Luthers Tod wurde die Wittenberger- zur Lutherbibel und damit zum „Denkmal“ der Reformation (Michel, 2016). Die Wittenberger Bibelübersetzung wird als Meilenstein deutscher Sprachgeschichte wahrgenommen und nicht als Fundament evangelischer Frömmigkeit und Theologie.

In einem engen Zusammenhang dazu steht, dass Kernstücke reformatorischer Lehre hinsichtlich ihrer theologisch-anthropologischen Voraussetzungen heute nicht nur für Heranwachsende kaum Anknüpfungspunkte zu ihrer Lebenswelt besitzen: Buße, Urschuld, Unfreiheit des menschlichen Willens, göttliche Wahrheit sowie Gesetz Gottes stoßen überwiegend auf Unverständnis und Widerstand, nicht nur in mehrheitlich säkular geprägten Kontexten. So bleibt das reformatorische Gottes- und Menschenbild erklärungsbedürftig, um seine historische Verortung nachvollziehen und von anderen theologischen, psychologischen und politischen Gottes- und Menschenbildern abheben zu können.

Bei Aneignungsprozessen außerhalb didaktisch gelenkter Kontexte wird vor allem die in Deutschland im 19. Jahrhundert eingesetzte Lutherrenaissance mit ihren Traditionen aufgenommen und transformiert. Begegnungen mit Reformation und Luther finden überwiegend an museal inszenierten Erinnerungsorten, Denkmälern oder durch Spiel- und Dokumentarfilme statt (→ Lernorte religiöser Bildung; → Film, kirchengeschichtsdidaktisch). Gemeinsam ist zeitgebundenen Luther- und Reformationsbildern, dass sie unterschiedlichen – meist konfessionellen, politischen bzw. wirtschaftlichen – Motiven folgen und auf die Person Luther fokussieren. Die durch sie transportierten Informationen, Wertungen und Einstellungen zu Reformation und deren Zentralgestalt finden in dem Maße Aufnahme und Akzeptanz, wie sie bereits vorhandene Wissensstrukturen stützen und im Umfeld der Rezipienten nicht auf Widerstand stoßen (→ Geschichtsvorstellungen). Für die Frage, welche Reformations- und Lutherbilder sich dauerhaft verfestigen, spielen regionale Bezüge sowie das religiöse und historische Lernen in familiären Kontexten eine kaum zu unterschätzende Rolle (→ Familie). Bei der religionspädagogischen Beschäftigung mit Reformation ist deshalb davon auszugehen, dass wirkungsmächtige, divergierende Geschichtsbilder zur Reformation, speziell zu Luther, bereits in religionspädagogische Kontexte hineingetragen werden, bevor überhaupt eine didaktische Beschäftigung mit Reformation stattfindet.

Aktuelle Forschungsergebnisse einer interdisziplinär, überkonfessionell und international ausgerichteten Reformationsforschung haben es so schwer, auf die Praxisebene durchzudringen, populäre Geschichtsbilder zu korrigieren oder Engführungen zu weiten. Eine solche Spannung zwischen Wissenschaft und Praxis schlägt sich auch in der Jubiläumskultur des Reformationsjubiläums nieder.

2. Reformation im Spannungsfeld zwischen kirchenhistorischer Wissenschaft und religionspädagogischer Praxis

Martin Luther als Zentralgestalt der Reformation ist die biographisch am intensivsten erforschte historische Person der Weltgeschichte und damit ein Schwerpunkt der Reformationsforschung (Lutherbibliographie). Die aktuellen wissenschaftlichen Lutherbiographien sind dabei dem Ansatz verpflichtet, Luthers Leben und Werk aus seiner Zeit heraus verständlich zu machen. Im Mittelpunkt der konsequenten Historisierung steht die historisch-kritische Quellenanalyse (→ Quellenarbeit, kirchengeschichtsdidaktisch). Obwohl auch in der religionspädagogischen Praxis der biographische Zugang bei der Beschäftigung mit Reformation dominiert, haben neuere Ansätze der Luther- und Reformationsgeschichtsforschung nur selten Aufnahme gefunden (Käbisch, 2016).

Fünf Kontroversen haben in den letzten Jahren die wissenschaftlichen Debatten um Luther und die Reformation zumindest im deutschen Kontext geprägt:

1. Um die Reformation als kirchenhistorische Epoche zu charakterisieren, ist die Frage entscheidend, inwieweit die reformatorische Theologie in Kontinuität zu antiken und spätmittelalterlichen Kirchenlehren steht bzw. inwieweit sie sich von vorangegangenen theologischen Referenzen unterscheidet. Eine Positionierung führt hier zwangsläufig zu unterschiedlichen Auffassungen darüber, ob Reformation als Reform, Umbruch, Transformation oder als ein Ereignis verstanden werden kann, das den Beginn der Moderne markiert. Die Kontinuitäten zwischen mittelalterlicher und reformatorischer Theologie besonders zu akzentuieren, zielt darauf, gemeinsame christliche Wurzeln hervorzuheben und das Bild einer „fremden Reformation“ zu entwerfen, das mit traditionellen Auffassungen bricht (Leppin, 2016).

Praxismaterialien, besonders evangelisch-lutherischer Provenienz, folgen mehrheitlich dem Modernisierungsparadigma. Spätmittelalterliche Frömmigkeitsformen werden meist plakativ auf das Motiv der menschlichen Angst vor dem Fegefeuer nach dem Tod reduziert, um Luthers Kritik an merkantilen Formen des Ablasses innovativ erscheinen zu lassen. Luthers Bußverständnis, der Ausgangspunkt seiner Theologie, wird dagegen wenig differenziert wahrgenommen. Dass sich die Reformatoren in kirchliche Traditionen stellten, um nicht zuletzt den Ketzervorwurf zu entkräften, bleibt in der Praxis oft nebulös, wie sich insgesamt der Eindruck eines „dunklen Mittelalters“ verfestigt, das die Reformation überwinden konnte.

2. Die Frage nach dem eigentlichen „Reformatorischen“ der Reformation führte innerhalb der Forschung zu einer verstärkten Beschäftigung mit Luthers reformatorischen Hauptschriften der 1520er Jahre. Zur Adelsschrift liegen moderne Kommentare vor (Kaufmann, 2013; Kohnle, 2015). Luthers theologische Begründung der Mitwirkungspflicht weltlicher Herrschaftsträger bei der Beseitigung von kirchlichen Missständen, die Formulierung einer evangelischen Sakramentslehre sowie des dialektischen Verhältnisses der Freiheit eines Christen vor Gott und seiner diakonischen Verpflichtung gegenüber den Menschen, gelten als reformatorische Leitideen, die im späteren Protestantismus und in politischen Ordnungsmodellen unterschiedlichste Prägekräfte entfaltet haben.

In der Praxis des Religionsunterrichts findet eine explizite Auseinandersetzung mit diesen reformatorischen Lehren überwiegend in höheren Jahrgangsstufen statt. Allerdingst erscheint oftmals der Thesenanschlag Luthers am 31. Oktober 1517 als das eigentliche Reformationsdatum, als der Reformationstag.

Die durch den römisch-katholischen Kirchenhistoriker Erwin Iserloh 1966 angestoßene Debatte zur Frage, ob sich der Thesenanschlag überhaupt ereignet habe, flammte 2007 wieder auf. In einer 1540 gedruckten Wittenberger Bibelausgabe hatte Luthers Sekretär, Georg Rörer, handschriftlich eine chronikalische Notiz hinterlassen, die von einem Anschlag Dr. Martin Luthers universitärer Disputationsthesen über den Ablass an den Wittenberger Kirchentüren am Vorabend des Allerheiligenfestes 1517 berichtet (Ott/Treu, 2008). Die Bewertung dieser Quelle für oder gegen die Historizität des Thesenanschlags fiel verschieden aus. Galt es den einen als weiteres Indiz für die Faktizität des Thesenanschlags, sahen andere darin einen Beleg für die Arbeit am Mythos Reformation, die bereits zu Lebzeiten Luthers eingesetzt habe. Auch wenn letztlich keine Einigung darüber besteht, ob, wie und wo Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen in Wittenberg veröffentlichte, gilt dieses Ereignis in der Forschung als erstes öffentliches Auftreten des Wittenberger Reformators und nicht als dessen reformatorischer Hauptakt.

3. Die Reformationsgeschichtsforschung hat eine Vielzahl von Einzelstudien, Tagungsbänden aber auch wissenschaftlich begleiteten Ausstellungen hervorgebracht, die die verschiedenen Akteure an der Seite Luthers aus seinem langen Schatten wieder neu ins Licht rücken. Die Rolle der Fürsten, Adligen, landesherrlichen Funktionseliten, städtischer Magistrate oder der Gemeinden bei der Durchsetzung der Reformation konnte dabei ebenso herausgearbeitet wie unterschiedliche Reformationstypen differenziert werden. Als Kollegen, Freunde oder Schüler Luthers haben Frauen und Männer die reformatorischen Lehren im Kontext der Universität Wittenberg oder durch Lektüre individuell aufgenommen und verschieden auf ihren Arbeits- und Wirkungsfeldern verbreitet.

Doch in der religionspädagogischen Praxis nimmt die Beschäftigung mit dem Wittenberger Reformatorennetzwerk eine marginale Rolle ein. Viel zu oft gilt das traditionelle „solus lutherus“. Ist neben Luther als zweiter Kopf zumindest der Name Philipp Melanchthon noch bekannt, dringt über dessen Werk und Wirkungen für den Protestantismus kaum etwas auf die Ebene der Praxis durch. Diese Leerstelle kann durch die deutsche Studienausgabe auch ohne Lateinkenntnisse geschlossen werden (Beyer/Rhein/Wartenberg/Frank/Schneider/Kohnle/Leppin, 1997-2012). Eine Neuentdeckung haben auch andere Mitglieder der Wittenberger Reformatorengruppe verdient, zu denen aktuelle Forschungsergebnisse vorliegen: Der Vater der evangelischen Kirchenordnungen und Reformator Norddeutschlands sowie Skandinaviens Johannes Bugenhagen (Bieber-Wallmann, 2013), der geniale Übersetzer Justus Jonas (Dingel, 2009), der „Steuermann der Reformation“ Georg Spalatin (Kohnle/Meckelnborg/Schirmer, 2014), der erste evangelische Bischof Nikolaus von Amsdorf (Dingel, 2008) oder die Künstler der Familie Cranach (Werner/Eusterschulte/Heydenreich, 2015), die mit ihrer Werkstatt maßgeblich die Verbreitung der Reformation im Bild förderten. Diese Biographien können nicht nur praxisrelevante regionale Bezüge herstellen, sondern anschaulich zeigen, wie vielgestaltig und facettenreich die Wittenberger Theologie zu Lebzeiten Luthers gewesen ist und inwieweit sich diese vom späteren Bekenntnis-Luthertum unterschied.

4. Die theologische und historische Forschung hat nicht nur die Varianz reformatorischer Theologie innerhalb der Wittenberger Bewegung herausgearbeitet, sondern die Vertreter und Strömungen in den Blick genommen, die als „radikale Reformation“ (Goertz, 1978) oder als „linker Flügel der Reformation“ beschrieben wurden. Gemeinsam ist diesen „Schwärmern“, dass sie, angeregt von reformatorischen Lehren, eigene theologische und politische Ansichten entwickelten. Diese riefen scharfe Widersprüche der lutherischen und zwinglianischen Theologen und harte Verfolgung hervor. Bekannte Vertreter sind Thomas Müntzer, Kaspar Schwenckfeld und Balthasar Hubmaier. Ohne Wissen darum ist ein Verständnis der Genese einer pluralen evangelischen Spiritualität sowie des breiten Spektrums charismatischer und spiritualistischer protestantischer Gemeinschaften, die heute weltweit existieren, erschwert – eine Herausforderung für die religionspädagogische Praxis.

Die territorial wie konfessionell übergreifende Reformationsgeschichte spricht von Reformationen. Diese plurale Perspektive hat auch die Ursachen für die Entstehung der christlichen Konfessionskirchen in Europa insgesamt im Blick. Neben Martin Luther sind es Reformatoren wie beispielsweise Ulrich Zwingli, Johannes Calvin, Heinrich Bullinger, Peter Melius sowie Hanns Tausen, die in Wittenberg, Zürich, Genf, Straßburg aber auch in Debrecen (Debreczin) sowie im dänischen Ribe (Ripen) wirkten. Weitet sich die Perspektive auf Migration und Mission dann treten die globalen Wirkungen der Reformationen deutlich hervor.

5. Im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 ist – vornehmlich in journalistischen und populärwissenschaftlichen Wortmeldungen – auf die Gefahr einer einseitigen kirchlichen Heroisierung hingewiesen worden und eine notwendige Aufarbeitung antijudaistischer Traditionen sowie eine Schuldbewältigung von den evangelischen Kirchen gefordert worden. Infolgedessen hat es einen verstärkten wissenschaftlichen Diskurs über negative Implikation der Reformation und die sogenannten „Schattenseiten des Reformators“ gegeben (Greiling/Kohnle/Schirmer, 2015). Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat es immer wieder Kontroversen um „Kontinuitäten“ zwischen Luther und Hitler gegeben. Die Früchte dieser Debatten sind eine umfangreiche Forschungsliteratur zum christlichen Antijudaismus und dessen Rezeptionsgeschichte. Die Wirkungen des reformatorischen antijudaistischen Schrifttums, speziell Luthers Traktat „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543), für Kirche und Politik ist differenziert dargestellt worden (Kaufmann, 2014; Oelke/Kraus/Scheinder-Ludorff/Töllner/Schubert, 2016).

Auch innerhalb der Religionspädagogik ist dem Thema Antijudaismus und -semitismus verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt worden (Spichal, 2015). Zitate aus Luthers Judenschriften finden sich häufig in Praxismaterialien, die den christlich-jüdischen Dialog, speziell seine Belastungen, thematisieren. Aufgabe bleibt es, die eigene Zeitgebundenheit und die der antijudaistischen Aussagen der Reformatoren zu reflektieren. Dabei zeichnet sich angesichts des aktuellen politischen Diskurses ab, dass wissenschaftliche Studien auch zum reformatorischen Islambild (Ehmann, 2008) noch stärker in der Praxis, nicht nur der des interreligiösen Lernens, Beachtung finden werden.

3. Religionsdidaktisch-praktische Überlegungen: Multiperspektivische Zugänge zur reformatorischen Theologie stärken

Ausgehend von diesen Beobachtungen können folgende Hinweise aus kirchengeschichtsdidaktischer (→ Kirchengeschichtsdidaktik). Perspektive zur Beschäftigung mit diesem Thema gegeben werden:

1. Ausgangspunkt der Reformation ist ein im 16. Jahrhundert innovatives Verständnis des Evangeliums, das die voraussetzungslose Gnade Gottes gegenüber den Menschen hervorhebt. Deshalb sollte in religionspädagogischen Kontexten die Beschäftigung mit reformatorischer Theologie, ihre Voraussetzungen und Wirkungen, in den Mittelpunkt gestellt werden. Ein differenzierter Begriff von mittelalterlicher Theologie und Frömmigkeit ist dafür unerlässlich. Die kirchenhistorische Perspektive der konsequenten Historisierung kann dabei für die pädagogische Praxis anregend sein, um durch die Analyse historischer Quellen (→ Quellenarbeit, kirchengeschichtsdidaktisch) einerseits die Zeitgebundenheit theologischer Aussagen zu schärfen und andererseits populäre Reformationsbilder hinsichtlich ihrer Plausibilität überprüfen zu können.

2. Um angemessene Zugänge zu Leitbegriffen reformatorischer Theologie zu eröffnen, sollten Quellen ausgewählt werden, die von den Reformatoren selbst für Laien konzipiert oder angeregt wurden, um religiöses Lernen zu fördern. Flugblätter, Predigtsammlungen, Katechismen, Bibelillustrationen bzw. Predigt-, Lehr- und Altarbilder sowie Kirchenlieder sind dafür bestens geeignet. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf der Erschließung des reformatorischen Bibelverständnisses liegen, das das eine Wort Gottes als Gesetz und Evangelium zugleich unterscheidet (Käbisch/Träger/Witten/Palkowitsch, 2015). Hier hat reformatorische Theologie ihren Kern- und Ausgangspunkt, der zu eigener Positionierung herausfordern sollte (→ Bibeldidaktik, Grundfragen). Zeugnisse evangelischer Frömmigkeit aus der Zeit der Reformation, z.B. Epitaphe, vermitteln Einsichten, wie verschieden reformatorische Lehren aufgenommen, als persönliches Bekenntnis formuliert und zum Ausdruck gebracht werden. So ergeben sich multiperspektivische Zugänge, die die Varianz reformatorischer Theologie und Frömmigkeit in den Blick nehmen. Auch die Erkenntnis historischer Distanz kann dabei ein wesentlicher Erkenntnisgewinn sein.

3. Aufgrund konfessioneller, regionaler oder inhaltlicher Schwerpunkte ist eine Dominanz unterschiedlicher Zentralgestalten der Reformation kaum zu vermeiden. In der Praxis ist dies nur dann problematisch, wenn den Traditionen einer weitgehend kritiklosen Monumentalisierung gefolgt wird. Ein unbestreitbarer Vorzug eines personengeschichtlichen Zugangs zur Reformationsgeschichte liegt gerade darin, die individuelle Gebundenheit theologischen Denkens herausstellen zu können. Dies gilt in besonderem Maße für die Beschäftigung mit radikalen Strömungen der Reformation.

4. Die pädagogische Beschäftigung mit Reformation zielt häufig darauf, gegenwärtige konfessionelle Unterschiede verständlich zu machen. Fragestellungen nach typisch „evangelisch“, „lutherisch“ oder „katholisch“ an die Reformationsgeschichte laufen dabei oft ins Leere. Die konfessionelle Bekenntnisbildung, die sich an die Reformation anschloss, setzte erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein. So ist beispielsweise die Confessio Augustana von 1530 erst 1580 in den Rang einer evangelischen Glaubensurkunde durch die Aufnahme in das Konkordienbuch erhoben worden. Andere Varianten dieses Bekenntnistextes nicht zu berücksichtigen sowie eine Auswahl von verbindlichen reformatorischen Schriften zu treffen, war eine bewusste Festlegung der Schülergeneration der Reformatoren. Zwischen Reformation und Bekenntnisbildung ist deshalb zu differenzieren. Das betrifft auch allzu schematische Vergleiche von Kirchenräumen, die den Beichtstuhl als typisch „katholisch“ einordnen, ohne zu berücksichtigen, dass dieser selbstverständlich zum Inventar evangelischer Kirchenräume gehören kann.

5. Die differenzierte Beschäftigung mit negativen Implikationen der Reformation – abgesehen von Luthers antijudaistischen Aussagen – ist innerhalb der Praxis noch ein weitgehendes Desiderat. Diese Leerstelle ist zu schließen, um sich nicht zuletzt im Blick auf die folgenden Reformationsjubiläen positionieren zu können, welches reformatorische Erbe wie in den Diskurs über zukünftige Gestaltung von Kirchen und Gesellschaften fruchtbar eingebracht werden kann.

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