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Lexikon

Hermeneutik

Ruben Zimmermann

(erstellt: Jan. 2015)

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1. Hinführung

Wer einen Lexikonartikel liest, möchte etwas verstehen. Wer einen Lexikonartikel schreibt, möchte etwas zu verstehen geben. Wer hier zustimmt, hat vielleicht schon etwas verstanden. Ein solches Einverständnis könnte aber auch die stillschweigende Machtübernahme des Schreibenden anzeigen, der seine Einsicht mit normativem Anspruch vertritt. Spätestens hier wird auch der verständnisbereite Leser Widerstand anmelden und sich einer kritischen ‚Hermeneutik des Verdachts' (Ricœur) anschließen. Doch indem er dies tut, folgt er erst recht der geheimen Verstehensstrategie des Schreibenden. Kann man sich dem Verstehen als einer conditio humana möglicherweise also gar nicht entziehen? Wer nun aber nichts mehr versteht, der befindet sich in guter Gesellschaft gegenwärtiger Anti-Hermeneutik, die behauptet, dass Verstehen gar nicht möglich ist. Glaubt also der Lesende nur, dass er versteht, interpretiert er in den Text nur einen Sinn hinein, der möglicherweise gar nicht in ihm lag (Marquard, 1981, 117)? Doch wird nicht auch dann alles zur Interpretationssache, bei der ein verstehenswütiges Subjekt (Schleiermacher, 1838) die Welt um sich herum konstruiert? Aber entgleitet dann nicht nur jeder Anspruch auf intersubjektive Verständigung, sondern auch auf Sinn und Wahrheit?

Mit diesen Fragen sind wir bereits mitten in der Reflexion der Hermeneutik, der wissenschaftlichen Disziplin, die sich mit dem Verstehen befasst. Allerdings wurden auch die Probleme offenbar, die sich im gegenwärtigen Diskurs damit verbinden: Handelt es sich bei der Hermeneutik um eine Methode der Textauslegung, um ein regelgeleitetes Sprachspiel zwischen Kommunikationspartnern, um Erkenntnistheorie oder gar um eine Meta-Wissenschaft zur Interpretation von Wirklichkeit? Im Speziellen wäre zu fragen, in welcher Weise nun Hermeneutik und (Religions-)Pädagogik zusammenhängen: Was soll in unterrichtlichen Zusammenhängen eigentlich von wem verstanden werden, auf welche Weise und auf welches Ziel hin?

2. Begriff – Definition

Der wissenschaftliche Kunstbegriff „Hermeneutik“ ist aus dem griech. hermeneuein abgeleitet, das ein Bedeutungsspektrum von „aussagen“, „auslegen“ und „übersetzen“ umfasst. Zwar benutzt auch die Antike den Begriff bereits in einem interpretativen Sinn (vgl. Platon, Epinomis 975c: hermēneutikē technē), allerdings steht hier die Aussage selbst, die Art und Weise etwas auszudrücken, im Vordergrund, wie etwa bei Aristoteles' Schrift peri hermeneias, die später dem Organon, also der Sammlung von fundamentalphilosophischen Schriften zur Logik, zugerechnet wurde.

Der Begriffsgebrauch von Hermeneutik im Sinne einer Verstehenslehre wurde erst in der Neuzeit (ab dem 16. Jahrhundert) geprägt (vgl. Meier-Oeser/Frank, 2011). Der Straßburger Theologe Dannhauer benutzte den Begriff erstmals im Buchtitel „Hermeneutica Sacra sive methodus exponendarum S. Literarum, Straßburg 1654", wobei er hierbei eine spezifische Auslegungskunst der Bibel beschrieb, während er bei der zu Recht auf ihn zurückgeführten Entwicklung einer allgemeinen Lehre des Verstehens noch den Begriff „Interpretation“ verwendet: „Idea boni interpretis …, Straßburg 1630" (vgl. dazu mit Quellenauszug Sparn, 2014, 185-195; sowie Alexander, 1993, 86-122; Scholz, 2001, 35-67).

Hermeneutik bezeichnet seither die „Kunstlehre des Verstehens“ (Schleiermacher, 1838; Dilthey, 1957), oder allgemeiner: die wissenschaftliche Disziplin, die die Bedingungen und Möglichkeiten des Verstehens reflektiert. Man kann darüber hinaus drei Aspekte des gegenwärtigen Begriffsgebrauchs unterscheiden (vgl. Grondin, 2009, 8-12): 1. Hermeneutik als Methode der Textauslegung. Hierbei geht es um ein Regelwerk für die Textinterpretation, wobei als Text traditionsgemäß die Bibel Gegenstand der Auslegung ist, aber ebenso Rechtstexte oder belletristische Literatur. 2. Hermeneutik als methodologische Grundlagenreflexion, insbesondere der Geisteswissenschaften. Im Gegenüber zu den Naturwissenschaften befasst sich Hermeneutik mit den Regeln und Methoden der Verstehenswissenschaften (so besonders Dilthey, 1957), ihrem Wahrheitsanspruch und wissenschaftlichen Status. 3. Hermeneutik als universelle Interpretationsphilosophie. In bewusster Ausweitung zu 2. hat Gadamer (Gadamer, 1990) im Anschluss an Heidegger die Hermeneutik als Meta-Disziplin zur Deutung von Sein und Welt elaboriert, weshalb man dann auch von „Lebenswelt-Hermeneutik“ beziehungsweise „Existenz-Hermeneutik“ sprechen kann.

3. Geschichte der Hermeneutik

3.1. Von der Hermeneutica Sacra bis zur hermeneutischen Seinsphilosophie

Das Nachdenken über Bedingungen und Möglichkeiten der Textinterpretation wurde besonders dann relevant, wenn einer Schrift ein autoritativer Status zuerkannt wurde (z.B. als heiliger Text), sie aber in gegenwärtigen Zusammenhängen (z.B. wegen Sprach- oder Zeitdifferenz) nicht mehr ohne weiteres verstanden werden konnte. Entsprechend können Auslegungsprozesse und ihre Reflexion in der Antike schon anhand von Homertexten oder jüdischen Prätexten im Frühjudentum (z.B. bei Philo von Alexandrien) wahrgenommen werden. Der maßgebliche Motor für die Herausbildung einer Verstehenslehre war dann aber die Auslegung der Bibel im Christentum. Schon die Kirchenväter wie z.B. Origenes oder Augustinus entwickelten eine differenzierte Methodik, wie biblische Texte in gegenwärtigen Zusammenhängen verstanden werden könnten. Auf Origenes geht etwa die Vorstellung eines mehrfachen Schriftsinns zurück, die dann mittelalterlich zum Raster eines vierfachen Schriftsinns ausgebaut wurde, bei dem neben literarischen auch theologische und ethische Dimensionen des Textes unterschieden wurden.

Besondere Bedeutung kam der Schriftauslegung dann in der → Reformation zu, da für Luther die Schrift gerade ein Gegengewicht zu der kirchlich-institutionell verbürgten Wahrheit der Tradition darstellte (vgl. Ebeling, 1950). Es verwundert deshalb nicht, dass die Ausarbeitung von Prinzipien und Methoden der Schriftauslegung im 16. bis 17. Jahrhundert deshalb besonders in der protestantischen Theologie voll zur Entfaltung kam. So unterschiedlich die Formen der Verstehenslehren in der Folgezeit waren, so lässt sich doch als durchgehendes Grundmuster wahrnehmen, dass philologische, historische und gegenwartsbezogene Aspekte immer eine Rolle spielten. Während Hermeneutiker der frühen Neuzeit und Aufklärung Vernunft und Logik betonten (Flacius, Gerhard, Rambach), stand für Pietisten wie Francke die individuelle Aneignung des Textes im Vordergrund, andere brachten besonders die historische Interpretation (Semler) zur Geltung bringen. Ungeachtet dieser Schwerpunktsetzungen blieb allerdings die Mehrperspektivität ein durchgehender Zug, wie sie etwa in den „Sehepunkten“ von Chladenius eigens reflektiert wurde.

Einen weiteren Meilenstein stellte die Hermeneutik Schleiermachers (1838) dar, indem er zwischen einer grammatischen und psychologischen Interpretation vermittelte. Beim Verstehen gelte es, den Text oder eine Rede als Teil des allgemeinen Sprachsystems, aber zugleich auch als Hervorbringung eines Individuums mitsamt seines Charakters und seiner Lebensumstände wahrzunehmen. Ferner unterschied Schleiermacher (1838) zwischen der komparativen Methode, bei der man vom bereits Verstandenen ausgeht, und der divinatorischen Methode, bei der intuitiv Sinn ‚erraten' bzw. erschlossen werden muss, um ein immer tieferes Verstehen zu ermöglichen.

Während der Schleiermacherschüler Dilthey (Dilthey, 1957) die Hermeneutik auf eine Methodik der Geisteswissenschaften konzentrierte, haben Nietzsche und Heidegger die Interpretationsbedürftigkeit allen Seins angemahnt. Dies hat dann Gadamer in seinem epochalen Werk „Wahrheit und Methode“ weiter ausgebaut und Hermeneutik zu einer universalen Verstehenslehre hin geöffnet. Nach Gadamer ist Hermeneutik „nicht etwa eine Methodenlehre der Geisteswissenschaft, sondern der Versuch einer Verständigung über das, was die Geisteswissenschaften über ihr methodisches Selbstbewußtsein hinaus in Wahrheit sind und was sie mit dem Ganzen unserer Welterfahrung verbindet“ (Gadamer, 1990, 3). Aufgabe der Hermeneutik ist demnach, „die Bedingungen aufzuklären, unter denen Verstehen geschieht“ (a.a.O., 300), das heißt aber vor allem die Geschichtlichkeit und Sprachgebundenheit allen Verstehens ernst zu nehmen. Um zu verstehen darf ein Interpret „nicht von sich selbst und der konkreten hermeneutischen Situation, in der er sich befindet, absehen wollen. Er muß den Text auf diese Situation beziehen, wenn er überhaupt verstehen will“ (a.a.O., 329). Auf diese Weise komme es zu einer „Horizontverschmelzung“ zwischen dem vorgegebenen Gegenstand und dem verstehen wollenden Subjekt.

3.2. Aktuelle Tendenzen zwischen Anti-Hermeneutik und kognitivistischen Ansätzen

Bereits parallel zum epochalen Durchbruch von Gadamers Ansatz regte sich Kritik (dazu Luther/Zimmermann, 2014, 17-24). So hat Habermas den durch traditionelle Sprache vermittelten Universalitätsanspruch der Hermeneutik ideologiekritisch zurückgewiesen (Habermas, 1971, 120-159), Derrida hat noch radikaler den Verstehenswillen und letztlich jeden Sinn außerhalb des Textes bestritten (vgl. Forget, 1984, 56f.; dazu auch Grondin, 2009, 111-113). Vertreter des kritischen Realismus haben bemängelt, dass im linguistic turn der Hermeneutik die Realität aus den Augen verloren werde. Die Wirklichkeit sei zwar durch Sprache und Medien nur mittelbar zugänglich, aber deshalb dennoch „einhellig“ erfahrbar und wahrheitsfähig (vgl. Krämer, 2007; vgl. Albert, 2012). Am radikalsten ruft der Medienwissenschaftler Mersch zu einer „Überwindung des Hermeneutischen“ (Mersch, 2010, 11) auf, denn Erfahrung von Schmerz, Endlichkeit und Chaos könnten nur näherungsweise mit paradoxen Figuren wie „Nichtsinn im Sinn“, „Nichtzeichenhaftes am Zeichen“ oder „Amediales im Medialen“ (Mersch, 2010, 13) beschrieben werden.

Die Grenzen des Verstehens sind aber für jüngere Seinsphilosophen kein Einwand, sondern gerade Wesensmerkmal einer geschichtlich bedingten Verstehenslehre. Begrenzte Darstellung von Sinn sei immer noch sinnvoll (Figal, 1996, 12.17), für Grondin ist die Sprache keine Barriere, sondern lässt an der Sinnhaftigkeit des Seins teilhaben und hilft den inneren „Sinn des Lebens“ (Grondin, 2006) zu entdecken; für Rorty ist Hermeneutik sogar das Offenhalten einer Leerstelle nach „Abgang der Erkenntnistheorie“ (Rorty, 1997, 343).

In Anknüpfung an die Aufklärung wird in jüngster Zeit von Seiten der Literaturwissenschaft (Tepe, 2007; Petraschka, 2014) oder Philosophie (Scholz, 2001; Detel, 2011) der Versuch unternommen, die Grundlagen des Verstehens neu zu durchdenken. Entgegen semiotischer oder poststrukturalistischer Entgrenzung sei nicht alles beliebige Interpretationssache, vielmehr können unter den auch evolutionsbiologisch verbürgten Grundbedingungen der menschlichen Kognition und Sprache (z.B. hermeneutische Billigkeit) die Vorgänge des Verstehens rational beschrieben werden. Damit wird die Frage nach einer ‚hermeneutica generalis' der Textinterpretation auf die Frage der Allgemeingültigkeit der Verstehenslehre überhaupt übertragen.

4. Hermeneutik und Theologie

Die wissenschaftliche Disziplin der Hermeneutik hat sich aus der → Theologie heraus entwickelt und war noch etwa bis Schleiermacher kaum davon abzulösen. Angesichts der Entwicklung einer hermeneutica generalis und schon gar im Horizont einer hermeneutischen Philosophie kann allerdings gegenwärtig nach der speziellen Rolle von Hermeneutik in der Theologie bzw. den theologischen Teildisziplinen gefragt werden (vgl. Körtner, 2006), was im Folgenden primär aus protestantischer Perspektive vollzogen wird (zum röm.-kathol. Verständnis z.B. Körner, 2011).

4.1. Bibelhermeneutik als Schriftauslegung

Die Schriftauslegung zählt nach wie vor zu den „Kernaufgaben der Theologie“ (Nüssel, 2014, 4) und kann – zumindest aus protestantischer Perspektive – als Schnittstelle der theologischen Teildisziplinen betrachtet werden. Sie spielt trotz der im unterrichtlichen Kontext problematisierten Zentralstellung der Bibel auch in der → Religionspädagogik immer noch eine fundamentale Rolle. „Das evangelische Prinzip ‚allein durch die Schrift' (sola scriptura) gilt nicht nur für Glaube und Rechtfertigung, sondern auch für das schulische und gemeindliche Lernen evangelisch-christlicher Religion. […] Bibelverstehen ist nicht alles. Aber ohne Bibelverstehen ist alles nichts" (Meyer-Blanck, 2013, 382f.). In der röm.-kathol. Theologie wurde hingegen seit der ‚Modernismuskrise' zu Beginn des 20. Jahrhunderts um die Zuordnung von wissenschaftlicher Exegese, Tradition und kirchlicher Auslegung gerungen, wobei letztlich auf ein bereicherndes Miteinander hingearbeitet wurde (vgl. Päpstliche Bibelkommission, 1995, 146; dazu Rahner, 2008, 24).

War die Bibelhermeneutik noch vor 50 Jahren ganz im Sinne Ditlheys auf eine Methodenfrage reduziert worden, bei der die historisch-kritische Exegese ebenso gefeiert (z.B. Ebeling, 1969) wie problematisiert wurde (dazu Körner, 2011, 15-80), so wird heute wieder an die Pluralität der Auslegungswege in der Tradition der Bibelauslegung durch die Jahrhunderte angeknüpft (Oeming, 2013; Theißen, 2014; vgl. Luther/Zimmermann, 2014). Dies eröffnet zugleich neue Möglichkeiten des ökumenischen Dialogs, denn schon im Konzilsdokument „Dei verbum" wurde betont, dass sich traditionelle und moderne, d.h. historisch-kritische Schriftauslegung, ergänzen und bereichern können (vgl. Dei Verbum, 1965, 12; dazu Voderholzer, 2013, 82-104).

Idealtypisch lassen sich drei Perspektiven unterscheiden, die mit je eigenen Methoden umgesetzt werden: 1. hermeneutica auctoris: Biblische Texte sind historische Quellen, die eine geschichtliche Kommunikationssituation zwischen Autor und historischen Adressaten eingefangen haben. Mit diachronen, historischen Methoden kann man versuchen, diesen ursprünglichen Sinn zu rekonstruieren. 2. hermeneutica operis: Erst durch den linguistic turn und postmoderne Geschichtstheorien hat man erkannt, dass die Texte auch als autonome Kunstwerke ihre Berechtigung haben. Sinn wird als kohärenter Textsinn mit literaturwissenschaftlichen Methoden (z.B. narratologische Figurenanalyse) erkannt. 3. hermeneutica lectoris: Schließlich bedarf es immer eines Rezipienten, der mit seinem Verstehenswillen Sinn entdeckt und auf seine spezifische Lebenswelt hin zur Entfaltung bringt (vgl. Körtner, 1994). Auch diese Perspektive ist keineswegs ‚un-wissenschaftlich', sondern folgt z.B. als rezeptionsästhetische Methode einem intersubjektiven Regelwerk mit übergeordneten Rahmentheorien.

Während diese unterschiedlichen Perspektiven früher gegeneinander ausgespielt und abgegrenzt wurden (Scholz, 2008), versucht die gegenwärtige Bibelwissenschaft, integrative Modelle zu erproben, bei denen der je spezifische Wert eines Zugangs mit Blick auf plurale Deutungshorizonte und theologischen Ertrag gleichberechtigt zur Geltung gebracht wird (vgl. Zimmermann, 2011; vgl. Rahner, 2008).

4.2. Zwischen hermeneutischer Theologie und theologischer Hermeneutik

Allerdings lässt sich theologische Hermeneutik nicht mehr auf Schriftauslegung im engeren Sinn beschränken. Ähnlich der Entwicklung der philosophischen Hermeneutik von der Textinterpretation zur Lebensweltdeutung wurde Hermeneutik im 20. Jahrhundert zunehmend auf das Ganze der Theologie ausgeweitet: So hat Rudolf Bultmann in Aufnahme Heideggers die Schriftauslegung auf eine theologische Existenzphilosophie hin ausgerichtet. Gerhard Ebeling oder Hans Urs von Balthasar haben in je eigener Weise Hermeneutik als „Lehre vom Wort Gottes“, sei es als „Sprachschule des Glaubens“ (Ebeling, 2012, Bd. I, 22), sei es als theodramatisches „Gotteswort im Menschenwort“ (von Balthasar, 1960; 1989) neu zur Geltung gebracht. Gerhard Ebeling und ihm folgend Eberhard Jüngel haben dann im Konzept einer „hermeneutischen Theologie“ die Frage nach den Bedingungen, Möglichkeiten und Methoden des Verstehens als die fundamentale Aufgabe der Theologie in allen Teildisziplinen betrachtet (vgl. Ebeling, 1969; Jüngel, 2001; neuerdings Körtner, 2008, sowie die Diskussion bei Dalferth, 2013).

Obgleich auch die poststrukturalistische Kritik der Anti-Hermeneutik Spuren in der Theologie hinterlassen hat (vgl. Döbert, 2009, im Anschluss an Foucault), gibt es gegenwärtig eine regelrechte Renaissance der Hermeneutik (vgl. Wischmeyer, 2013; Luther/Zimmermann, 2014). Hermeneutik wird als theologische Wirklichkeitsdeutung verstanden, wobei sowohl Gegenstand, Subjekt als auch Ereignis des Verstehens in den Vordergrund gerückt werden. So kann eine interkulturelle Hermeneutik das multiple Verstehen der Bibel (Joneleit-Oesch/Neubert, 2002) oder des Fremden (Sundermeier, 1996) thematisieren. Ein Sich-Selbst-Verstehen des Menschen zwischen geschichtlicher und gegenwärtiger Erfahrung wird im Konzept der religiösen Lebensdeutung beschrieben (Lauster, 2005), oder im Anschluss an Ricœurs mimetische Hermeneutik der narrativen Identität (Ricœur, 1988-1991) als „anerkennungstheoretisch fundierte theologische Anthropologie“ ausgearbeitet (Wenzel, 2008, 327-329). Nach Dalferth werden die Verstehensprobleme aufgrund eines fundamentalen Perspektivenwechsels selbst neu verstanden: „Radikale Theologie […] beschreibt alle Phänomene neu, entfaltet also einen neuen Blickpunkt (Standpunkt und Horizont), von dem her alle Phänomene neu zu sehen und zu verstehen sind“ (vgl. Dalferth, 2010, 235). Für Stoellger ist die theologische Hermeneutik eingebunden in Deutungsmachtkonflikte der multikulturellen Gesellschaft, womit er – ähnlich wie bereits Habermas – das Verstehen auf die kommunikative Verständigung zwischen Menschen ausrichtet (vgl. Stoellger, 2014).

5. Hermeneutik und Religionspädagogik

5.1. Pädagogik und Hermeneutik

Verstehen ist nicht nur eine humanspezifische Fähigkeit (Detel, 2011). Verstehen ist auch in sich bereits ein Lernvorgang, der kulturanthropologisch gesehen zu einer kumulativen kulturellen Evolution geführt hat (durch Verständigung und Kooperation bei Artgenossen, vgl. Tomasello, 2011) und entwicklungspsychologisch betrachtet überhaupt Bildung ermöglicht.

Die Rolle der Hermeneutik in der → Pädagogik wurde kontrovers diskutiert (dazu Rittelmeyer/Parmentier, 2007, sowie allgemein Gadamer/Boehm, 1978). So stellt sich die Frage, ob die Pädagogik sich insgesamt als Teil einer umfassenden Interpretationsphilosophie begreift, bei der Tradition, Sprache oder Subjekte des Lernens im Kontext eines umfassenden Wirklichkeitskonzepts verstanden werden. Oder ob umgekehrt die Hermeneutik eher zur methodischen Magd wird, die dazu verhilft, z.B. Texte oder auch → empirisch erfasste Daten in pädagogischen Zusammenhängen anhand eines reflektierten Regelwerks besser zu interpretieren.

Fragt man nach den Wechselwirkungen zwischen (philosophischer) Hermeneutik und allgemeiner Didaktik, so wurde eine auf Dilthey basierende pädagogische Kulturhermeneutik (z.B. Eduard Sprangers „Lebensformen“) seit Gadamer ausgeweitet zur Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit des Verstehens in pädagogischen Prozessen (Oelkers, 1986). Bei Klafki wird besonders auch die ideologiekritische Wendung der Hermeneutik (Habermas, 1971) in sein Konzept integriert und auf die Herausforderung einer auf empirischer Forschung basierenden Pädagogik bezogen. Für Klafki müssen „empirische und hermeneutische Methoden einander nicht etwa ausschließen, sondern [stehen …] im Verhältnis notwendiger Ergänzung“ (Klafki, 2007, 125). Dabei hat er in dem einschlägigen Aufsatz ein durchaus enges Verständnis von Hermeneutik, nämlich als „systematische Textinterpretation“ (Klafki, 2007, 129), die aber als kritisches Verfahren zur Gewinnung von empirisch überprüfbaren Hypothesen dient. Insgesamt ist der Bildungsprozess nach Klafki hermeneutisch durch eine „doppelseitige Erschließung“ von Subjekt und Welt gekennzeichnet (Klafki, 1963, 43).

Eine spezifische Verknüpfung zwischen → Empirie und Hermeneutik besteht ferner darin, dass Hermeneutik als Teildisziplin der sozialwissenschaftlichen Verfahren fungiert, und dabei als Regelwerk der Interpretation empirisch erhobener Daten begriffen wird (Kurt, 2004; Bude, 2004). Besondere Bedeutung hat hierbei das Verfahren der sogenannten „Objektiven Hermeneutik“ Oevermanns erlangt, der davon ausgeht, dass Kinder und Jugendliche durch sozialisatorische Interaktion in latente Sinnstrukturen hineinwachsen, die sie – ähnlich der Grammatik einer Sprache – unbewusst übernehmen (vgl. Oevermann, 2013; Maiwald/Wernet, 2010). Bei der Interpretation empirischer Daten müsse diese Struktur hinter dem konkreten Material aufgedeckt werden. Es wurde allerdings gezeigt, dass die von Oevermann praktizierten Verfahren ihrerseits der ‚hermeneutischen Kritik' auszusetzen sind, da sie nicht selten von Vorannahmen geleitet sind, die selbst in einem hermeneutischen Zirkel stehen (Rittelmeyer/Parmentier, 2007, 31-33).

5.2. Hermeneutischer Religionsunterricht

Mit dem Stichwort → „hermeneutischer Religionsunterricht“ wurde eine zeitlich (ca. 1960-1970) und konzeptuell begrenzte Phase der Religionspädagogik zwischen → „Evangelischer Unterweisung“ und → „problemorientiertem Religionsunterricht“ bezeichnet. Verstehen wurde hierbei in geschichtliche Zusammenhänge eingebunden, wobei die durch historische Distanz bedingten Verstehensprobleme bezüglich der Bibel durch Anwendung historischer Auslegungsmethoden überwunden werden sollten. Entsprechend bemühte man sich, die Methode der historisch-kritischen Exegese in den Bereich der Schulpädagogik zu integrieren (Stock, 1959). Die Bibelauslegung wurde auf diese Weise zugleich als didaktische Grundform des Religionsunterrichts erkannt, bei der das gegenwärtige Verstehen eines historischen Bildungsguts selbst als Lehrgegenstand erkannt und zugleich eine Neubegründung des Schulfaches Religionsunterricht von seinem Ursprung her ermöglicht wurde (Stallmann, 1963; Otto, 1964). So kann man zugespitzt formulieren: „RP wurde als Hermeneutik verstanden“ (Biehl, 2001, 823).

Auch wenn das hierbei eng begrenzte Verständnis von Hermeneutik im Sinne historischer Erklärung bald durch die gegenwartsorientierte Problemorientierung abgelöst wurde, ist Hermeneutik als eine der Leitkategorien für die → Religionspädagogik und auch → Bibeldidaktik von bleibender Relevanz (vgl. Meyer-Blanck, 2013).

5.3. Auf der Suche nach Hermeneutischer Kompetenz in unterschiedlichen Handlungsfeldern

Wissenschaftshermeneutik: Die Religionspädagogik partizipiert als Wissenschaft an der empirischen Wendung der Praktischen Theologie. Die Notwendigkeit der empirischen Erfassung von Milieus, Styles oder auch von bereichsspezifischen Kompetenzen von Menschen in pädagogischen Prozessen steht außer Frage. Während hinsichtlich der Datenerfassung in Anlehnung an die quantitative oder qualitative Sozialforschung hohe methodische Kompetenz sichtbar wird, vermisst man vielfach bei der deutenden Auswertung des Materials einen entsprechenden Differenzierungsgrad, was dem methodischen Defizit in den Sozialwissenschaften geschuldet sein dürfte. Dieses Desiderat könnte als Herausforderung verstanden werden. Die religionspädagogische Forschung könnte an die Tradition theologischer Hermeneutik anknüpfend die Deutung des Datenmaterials gerade über die engen sozialwissenschaftlichen Methoden (z.B. „objektive Hermeneutik“, „Tiefenhermeneutik“) hinaus auf einen komplexeren Interpretationsrahmen (z.B. bewährter Theorien oder individueller bzw. kollektiver Sinnprozesse im Glauben) beziehen (anregend z.B. Gennerich, 2010, 35-50) und somit eine Verknüpfung zwischen hermeneutischer und empirischer Forschung leisten, was sogar einen spezifischen Beitrag zu Möglichkeiten und Grenzen bei der Interpretation von Datenmaterial in den Geisteswissenschaften liefern könnte.

Bibelhermeneutik: Die Bibel spielt in allen Handlungsfeldern der → Pädagogik (Elementarpädagogik, Schule, → Gemeindepädagogik etc.) nach wie vor eine zentrale Rolle (Baldermann, 2013; Zimmermann/Zimmermann, 2013). In dem Maße, wie der Hermeneutikbegriff verschiedene Dimensionen einbezieht (Werk-, Subjekt-, Ereignis-, dazu Dalferth, 2013, 45-58) geht es nicht mehr nur darum, dass z.B. der Prediger den Bibeltext sachgerecht versteht und in eine aktuelle Situation hinein vermittelt (homiletische Hermeneutik), vielmehr können die Menschen in unterschiedlichen Lebensaltern und -situationen selbst zu mündigen Auslegern befähigt werden (z.B. Bibelkurse), die in Auseinandersetzung mit der Schrift sich selbst und die Wirklichkeit besser verstehen lernen (vgl. Ricœur, 1974, 33). Ein Beispiel hierfür ist die kinderexegetische Forschung, die schon ab dem Kindergartenalter die eigenständige Interpretationsleistung von Heranwachsenden würdigt (vgl. Zimmermann/Zimmermann, 2007). In schulischen Kontexten stehen die Verstehensbemühungen bezüglich der Bibel unter den spezifischen Herausforderungen des Relevanz- und Wahrheitsverlusts, was aber nicht nur beklagt werden muss, sondern konstruktiv zur Förderung hermeneutischer Kompetenz beitragen kann (vgl. Zimmermann/Zimmermann, 2005).

Hermeneutische Kompetenz im Religionsunterricht: Im Rahmen der → Kompetenzorientierung in der schulbezogenen Bildungsdebatte kommt der „Deutungsfähigkeit“ der Schülerinnen und Schüler besondere Aufmerksamkeit zu. Dabei geht es um das Verstehen „religiös bedeutsamer Sprache und Zeugnisse“ (Kerncurriculum, 2010, 20; vgl. zu den Kompetenzen Kirchenamt der EKD, 2010, 17), was über die Bibel hinaus auf theologische Texte und religiöse Sprachformen ebenso wie auf ästhetisch-künstlerische und mediale Ausdrucksformen (Bilder, Musik, Filme) bezogen wird. Hermeneutische Kompetenz wird dabei als die Fähigkeit verstanden, solche Artefakte zu „analysieren und als Ausdruck existenzieller Erfahrungen (zu) verstehen“ (ebd.), sowie diese „Glaubenszeugnisse in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit (zu) setzen und ihre Bedeutung“ (ebd.) aufzuweisen. Aber auch in der Kompetenz „Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit“ können in Anknüpfung an eine „Hermeneutik der Wahrnehmung“ (vgl. Biehl, 2001) Verstehensprozesse als Erschließung und schöpferische Erweiterung von vorfindlichem Sinn gefördert werden (vgl. Biehl, 1991, 141-160; vgl. Biehl, 2001).

6. Aktuelle Fragen und Herausforderungen

Im Kontext der Religionspädagogik sind die Grundfragen der Hermeneutik wie folgt zuzuspitzen: Kommt der Hermeneutik als wissenschaftlicher Disziplin eine fundamentale Rolle bei der Sinnfindung pädagogischer Prozesse oder eine methodische Aufgabe bei der Auslegung und Interpretation vorhandener Artefakte zu?

Doch was soll überhaupt verstanden werden? Texte der theologischen Tradition, Glaubenszeugnisse der Geschichte, oder geht es um empirisch ermittelbare Daten der Lebenswelt der Lernenden? Oder soll das Verstehen selbst als Prozess der Decodierung, Bedeutungsfindung oder als konstruktive Sinnzuschreibung beziehungsweise -stiftung verstanden werden?

Und wer ist das verstehende Subjekt? Ist es das sich orientierende Individuum, d.h. der Lernende wie das Kind oder die Jugendliche, die in Auseinandersetzung mit der vorfindlichen Welt (oder auch eines Textes) seinen Platz oder sein Selbst- und Weltverhältnis finden muss? Zählt Verstehen zu den Grundbedingungen des Menschseins, so dass Erleben und Erfahren immer schon mit einer hermeneutischen Praxis verbunden sind? Oder geht es um einen in der jeweiligen Sozial- oder Wissenschaftsgemeinschaft notwendigen Verständigungsprozess, der die Einzelperspektiven anhand von Interpretationsregeln vermitteln muss? Ist es der Akt der rationalen Sinnkommunikation, der die Bedeutungsdimension intersubjektiv kommunizierbar macht?

Was ist aber Ziel und Zweck des Verstehens? Soll ein Unverständnis oder Missverständnis z.B. gegenüber fremden Glaubenszeugnissen überwunden werden, oder sollen in positiver Weise Ordnungsstrukturen und Bedeutung eines Textes bzw. eines Artefakts oder der Wirklichkeit wahrgenommen werden? Gilt es, diese Sinnfindungsprozesse in einen übergreifenden Sinnhorizont (z.B. der Tradition) einzuordnen, oder kann man sich schon mit dem bescheideneren Ergebnis der partikularen und kontingenten Bedeutungskonstruktion als Hilfe der Lebensbewältigung in Nahhorizonten zufrieden geben? Oder ist es die Aufgabe der (theologischen) Hermeneutik, durch ihre unablässige Sinnsuche gerade die Unerfüllbarkeit von menschlicher Sinnstiftung oder paradox sogar die Grenzen des Interpretierbaren (gerade auch anderer Welterklärungssysteme wie z.B. der Naturwissenschaften) wachzuhalten?

Hermeneutische Reflexionen werfen nicht nur die Frage nach möglichem, sondern auch nach richtigem oder falschem Verstehen auf. Welche (Allgemein-)Gültigkeit oder Objektivität haben die Ergebnisse der Interpretation? Ist es notwendig, sich auf individuelle Sinnstiftungen zu beschränken oder sollte das Projekt einer ‚allgemeinen Hermeneutik' oder gar das Streben nach Universalität der Verstehenslehre auch religionspädagogisch fortgeschrieben und neu fundiert werden? Dies mündet in die Wahrheitsfrage ein, die auch in der postbiblischen Hermeneutik keineswegs ad acta gelegt wurde. Es sind gerade Philosophen, die in neuer und eindringlicher Weise angemahnt haben, dass die Wahrheitsfrage aus der Hermeneutik nicht verabschiedet werden darf (Grondin, 2009, 124-131), um nicht der Deutungshoheit der Mächtigen das Feld zu überlassen oder die Erfahrung von Realität innerhalb eines Interpretationskonstrukts zu verfehlen.

Literaturverzeichnis

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