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Lexikon

Ethnografie

Sabine Bollig, Marc Schulz

(erstellt: Febr. 2016)

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1. Einleitung

Unter dem Label ‚Ethnografie‘ bündelt sich ein sehr heterogenes Feld von Forschungsaktivitäten und methodologischen Positionierungen. Die Differenzen verlaufen dabei sowohl entlang der sozialtheoretischen Prämissen, angewandten Forschungsmethoden und Analysestrategien, als auch distinkten Standards, Gütekriterien, Leistungsbeschreibungen und disziplinären Spezifizierungen. Beispielsweise basiert die ‚soziolinguistische Ethnografie‘ im Wesentlichen auf Aufzeichnungen von Gesprächen, die in kurzen Feldaufenthalten erhoben wurden, ‚lebensweltliche Ethnografie‘ versucht die Weltsichten kleiner Subkulturen durch die längere Teilhabe an deren Alltag zu beschreiben und die ‚institutional ethnographies‘ interessieren sich vor allem für Texte und sprachliche Figuren, durch welche sich mächtige Diskurse im Alltagshandeln einnisten, wohingegen für die ‚ethnologische Ethnografie‘ nach wie vor der jahrelange Aufenthalt in eher unvertrauten Kulturen und das Erlernen der dort gesprochenen Sprache im Vordergrund stehen. Trotz aller Differenzen ist diesen unterschiedlichen Zugängen jedoch eine gleichermaßen ‚naturalistische‘ wie ‚entdeckende‘ Haltung gegenüber den interessierenden Untersuchungsgegenständen gemein, nämlich die grundlegende Vorstellung, dass neuartige und überraschende Einsichten in Kultur und Sozialität lediglich vor Ort zu gewinnen sind. Daher wird die Ethnografie zumeist auch mit ‚Feldforschung‘ gleichgesetzt.

Wenn wir im Folgenden von der Ethnografie sprechen, gehen wir mit dieser Diversität von Ansätzen und Schulen folgendermaßen um: Als erstes führen wir in die historischen Wurzeln ethnografischen Forschens ein, wobei uns hier das Verhältnis von Fremdheit und Vertrautheit zur Differenzierung einzelner Traditionslinien dient, die auch heute noch geeignet sind, das Feld zu ordnen. Im zweiten Teil, in welchem wir Grundzüge ethnografischen Forschens entfalten, rücken wir dahingegen ein bestimmtes Verständnis dieses Forschens in den Fokus. Es beruht im Wesentlichen auf praxisanalytischen Annahmen zu Sozialität und Kultur und auch des ethnografischen Forschens selbst (dazu Hirschauer/Amann, 1997; Emerson/Fretz/Shaw, 2011). Zentrale Methoden, Modi und Güterkriterien des ethnografischen Forschens werden an der Leitfigur des Teilnehmenden Beobachtens vorgestellt.

2. Verhältnisse des Fremden und des Eigenen – die historischen Wurzeln der Ethnografie

Historisch betrachtet hat die heutige Ethnografie (mindestens) drei Wurzeln – eine kultur- und zwei sozialwissenschaftliche. Die kulturwissenschaftlichen Wurzeln lassen sich in der früheren Völkerkunde und der damit verbundenen Kulturanthropologie/Ethnologie verorten. In diesem Kontext entwickelte sich im Fahrtwind der zunehmenden Forschungsexpeditionen und Reiseberichte bereits seit dem späten 19. Jahrhundert eine auf Feldforschung basierende Kulturwissenschaft, die darauf zielte, die kulturelle Differenz zwischen den hiesigen, ‚entwickelten‘ und den anderen, zumeist außereuropäischen ‚archaischen‘ Gesellschaften nicht mehr vom heimischen Lehnstuhl aus, sondern durch den langen Aufenthalt ‚bei den Fremden‘ zu erfassen. Grundlage dieser neuen Forderung nach Forschung vor Ort war die Einsicht, dass sich in den mitgebrachten Schrift- und/oder Kult-Objekten und Gebrauchsgegenständen zwar jeweils spezifische Kulturinhalte, beispielsweise die kulturellen Konzepte von Gemeinschaft, Ökonomie oder Religion vergegenständlichen, diese allerdings erst aussagefähig werden, wenn sie vor allem im praktischen Handlungsvollzug gebraucht werden. Vor allem dem Kulturforscher Bronisław Malinowski wird dabei zugerechnet, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wesentlich zur Methodisierung dieses jungen Forschungsfeldes beigetragen zu haben. Er schrieb 1926 die wesentlichen Prinzipien der Ethnografie fest: Anwesenheit im Feld, Perspektivwechsel hin zur Binnenperspektive der beforschten Kultur und ein verstehender Ansatz, der aus der grundlegenden Unvertrautheit des Forschers mit den untersuchten Kulturen resultiert (vgl. Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 17f.).

Religion und Spiritualität stellten in dieser kulturwissenschaftlichen Tradition und ihrem holistischen Interesse an ‚archaischen/primitiven‘ Kulturen von Beginn an einen wichtigen Forschungsgegenstand dar, zumal mit dieser Hervorhebung religiöser Rituale die Idee verbunden war, dass sich die Eigenständigkeit von (Volks-)Kulturen gerade in ihren Ritualen zeigt. Folglich steht bis heute die Beobachtung von religiösen Ritualen und der in ihnen stattfindenden wechselseitigen Konstituierung von kultureller, persönlicher und sozialer Identität im Zentrum einer kulturanthropologisch geprägten ethnografischen Ritualforschung (vgl. Kurth/Lehmann, 2011).

Standen in dieser Tradition der ethnografischen Forschung also zunächst die kulturellen Wissensbestände und -formen ferner Kulturen und der quasi geographisch festgelegten Fremdheit im Mittelpunkt der ethnografischen Aufmerksamkeit, geraten in der sozialwissenschaftlichen Ethnografie die Kulturen in der eigenen Gesellschaft in den Blick. Die sozialwissenschaftlichen Wurzeln der Ethnografie liegen daher vor allem in der Stadtsoziologie und der Alltagssoziologie.

Auch hier spielten die gesellschaftlichen Entwicklungen eine zentrale Rolle, denn nicht zufällig entwickelte sich im Umfeld der tiefgreifenden Urbanisierungs- und Industrialisierungsprozesse zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Stadtsoziologie, die sich der Komplexität und Ausdifferenzierung des Stadtlebens zuwandte. Insbesondere die Forscher der so genannten Chicago School stifteten dabei mit ihren Feldforschungsstudien zu beispielsweise Ghettos, Migranten, Hotels und Gangs eine soziologische Kulturanalyse städtischen Lebens, die die sich pluralisierenden städtischen Alltagskulturen methodisch wie die fernen Kulturen der Ethnologie behandelte (vgl. Lindner, 2004). Mit einer solchen ethnografischen Haltung suchten die Forscher nun fremde, weil unvertraute Felder auf, die ‚gleich um die Ecke‘ lagen, was die Ethnografie nicht nur in die Nähe der zeitgleich entstehenden Sozialreportage rückte, sondern sie auch als wissenschaftliches Medium der gesellschaftlichen Selbstbeobachtung im Kontext einer alltäglichen, modernen Erfahrung von Fremdheit profilierte.

Auch religiöse Praktiken waren hier von Anfang an von hohem Interesse, da Migrationsbewegungen und Säkularisierungsprozesse zu einer enormen Vervielfältigung religiösen Lebens führten. Bis heute stellt die Forschung zu urban religions einen bedeutsamen Strang der Stadtsoziologie dar (vgl. Becci/Burchardt/Casanova, 2013), wobei sich dieses Interesse am Verhältnis religiöser Praktiken und gesellschaftlichem Wandel aber genauso auch auf religiöse Brauchtümer und Praktiken Jugendlicher in ländlichen Regionen oder Massenevents wie den Weltjugendtag richtet (vgl. Forschungskonsortium WJT, 2007). Geht es in dieser Tradition der sozialwissenschaftlichen Ethnografie entsprechend darum, das Fremde als das Unvertraute ‚um die Ecke‘ zu erforschen und damit der gesellschaftlichen Selbstbeobachtung zugänglich zu machen, so rückt das für die Ethnografie kennzeichnende Verhältnis von Fremdem und Eigenem in der Tradition der Alltagssoziologie noch einmal in ein ganz anderes Licht.

Das Leitmotiv der Fremdheit richtet sich in dieser dritten Traditionslinie nämlich nicht mehr auf fremdartige oder unvertraute Aspekte kulturellen Lebens, seien sie in der Ferne oder der Nähe lokalisiert, sondern auf das das weitgehend Vertraute, das „dann betrachtet [wird] als sei es fremd, es wird nicht nachvollziehend verstanden, sondern methodisch ‚befremdet‘: es wird auf Distanz zum Beobachter gebracht“ (Amann/Hirschauer, 1997, 12). Als Forschungsstrategie ‚vor Ort‘ empfahl sich die Ethnografie hier entsprechend nicht mehr in Bezug auf unbekannte Kulturen an bestimmten Orten, sondern mit Blick auf bestimmte sozialtheoretische ‚Verortungen‘ des Sozialen. Sozialforscher wie Harald Garfinkel und Erving Goffmann rückten diesen ‚Ort des Sozialen‘ nämlich in die alltäglichsten Verrichtungen und ihre Vollzugslogik hinein und hoben hervor, wie soziale Ordnungen im täglichen ‚being ordinary‘ hergestellt und reproduziert werden. Besonderes Interesse galt dabei den Ethnomethoden, also den impliziten Formen und Regeln sozialer Interaktionen, in denen sich die jeweiligen Akteure in bestimmten Situationen nicht nur permanent anzeigen, um welche Situationen es sich hierbei handelt und auf welchen Ordnungen sie basieren, sondern auch wie sie sich selbst als Akteure in diesem Vollzugshandeln verstehen können, Motive entwickeln, etc. Da solche Vollzugswirklichkeiten dann aber auch nur in ihrem praktischen Vollzug exploriert werden können, hat die Ethnographie hier vor allem auch im Zuge der sogenannten praxistheoretischen Wende (vgl. Reckwitz, 2003) an Bedeutung gewonnen.

Mit Blick auf ihre historischen Wurzeln läßt sich die Heterogenität der Ethnografie in dieser Verhältnisbestimmung von Eigenem und Fremden also in dreifacher Weise differenzieren: Erstens ist das Fremde vom Eigenen sowohl räumlich als auch kulturell fern, zweitens ist das Fremde zwar räumlich nah, aber dennoch unvertraut und drittens wird das Nahe und zugleich auch Vertraute so betrachtet, als ob es fremd sei, um auf die impliziten (und uns auch allzu vertrauten) Regeln zu stoßen, die es als soziales Ordnungsgeschehen zusammenhalten (Bollig/Neumann, 2011). Kennzeichnend für die Ethnografie ist daher, in egal welcher Spielart, eine offene Haltung gegenüber dem Forschungsgegenstand, den es in seiner genauen Kontur und Praxis erst zu ‚entdecken‘ gilt.

3. Grundzüge ethnografischen Forschens

Im Weiteren präsentieren wir nun Grundzüge ethnografischen Forschens, die sich auf ein Verständnis von Ethnografie beziehen, das diese als eine flexible Forschungsstrategie der Praxisanalyse versteht (vgl. Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013). Im Fokus einer solchen Ethnografie steht im Sinne der dritten alltagssoziologischen Tradition der Ethnografie die situierte, öffentliche Performanz kultureller Ereignisse, denen man sich durch eine anhaltende Kopräsenz zum Geschehen annähert. Der Begriff Kopräsenz impliziert sowohl Gleichörtlichkeit wie Gleichzeitlichkeit, wobei sich Phasen intensiver Teilhabe mit denen unterschiedlicher Formen des Rückzugs abwechseln. In diesem Sinne bezeichnet Ethnografie keine in sich geschlossene Methodologie, sondern eine Erkenntnisstrategie, die basal auf eine zyklische Verknüpfung von Teilnahme und Distanznahme, Präsent-Sein und Re-Präsentieren aufbaut (vgl. Kalthoff, 2003, 75), wobei die intensive ‚Verstrickung‘ der Feldforschungspersonen mit dem zu untersuchenden Gegenstand jene Form der „empirischen Prozesskontrolle“ (Amann/Hirschauer, 1997, 32) ermöglicht, mit der die Ethnografie sich zu ihrem ‚entdeckenden‘ Wissen verhilft. Methodisch stehen entsprechend längere Teilhabe am Feldgeschehen (3.1.) und verschiedene Schreibpraktiken (3.2.) im Zentrum, die sich im Terminus der Teilnehmenden Beobachtung verdichten (vgl. Lüders, 2005).

3.1. Zugang finden, sich anpassen, Beziehungen gestalten: Kopräsenz als zentraler Modus der Teilnehmenden Beobachtung

Ethnografinnen und Ethnografen haben zum Ziel, bis zu einem gewissen Grad Teil des Phänomens zu werden, das sie untersuchen möchten. Egal ob sie dabei auf die Erforschung des fernen Fremden, des nahen Unvertrauten oder des Allzu-Vertrauten setzt, so wird der längere Aufenthalt im sogenannten Feld als Voraussetzung betrachtet, die zu untersuchende Kultur in ihrer alltäglichen Herstellung und in diesem Sinne ‚von innen heraus‘ zu verstehen. Auch wenn in den Sozial-, → Religions- und → Erziehungswissenschaften sich verschiedene Varianten der „fokussierten Ethnografie“ (Knoblauch, 2001) durchgesetzt und sich dadurch die Aufenthaltsdauer im Feld verkürzt hat, bleibt das zentrale Kennzeichen ethnografischen Forschens das längerfristige Eintauchen, oder anders formuliert die partielle Sozialisation beziehungsweise Enkulturation in den zu erforschenden sozialen Zusammenhang.

Die Teilnehmende Beobachtung als Kernmethode der Ethnografie zeichnet sich dabei durch die längerfristige Platzierung der Feldforscherin/des Feldforschers im Feld aus, damit diese möglichst intensiv in die interessierende Praxis eintauchen kann (teilnehmen), bei gleichzeitiger permanenter Distanzierung von diesem Mitmachen durch die beobachtende Haltung und den wiederkehrenden Rückzug (beobachten). In dieses spannungsreiche Verhältnis von Teilnehmen und Beobachten ist dann auch der Maßstab eingelassen, an dem sich ethnografische Wirklichkeitsproduktion messen lassen muss. Denn der mit dem Terminus der „Dichten Beschreibung“ (Geertz, 1983) formulierte Anspruch an die Analyse von Praxis aus einer emischen Perspektive, basiert auf der Fähigkeit des Ethnografen/der Ethnografin, sich durch die längere Teilhabe am Feld ‚konditionieren‘ zu lassen, diesen Konditionierungsprozess jedoch analytisch zu nutzen und permanent zu reflektieren. Teilnehmende Beobachtung bedeutet daher, sich sowohl situationssensitiv von den Relevanzen der Feldakteure steuern zu lassen als auch diese Erfahrungen mit Blick auf akademische Erkenntnisverfahren zu verbalisieren und zu systematisieren.

In diesem Prozess der ‚partiellen Enkulturation‘ durchlaufen Ethnografinnen und Ethnografen verschiedene Phasen der Beziehungsgestaltung mit den Akteurinnen und Akteuren im Feld. Diese verlaufen nicht linear und können daher auch nicht nacheinander abgearbeitet werden. Vielmehr sind Feldforschungsprozesse im Sinne einer wechselseitigen permanenten Justierungsarbeit zu charakterisieren. Idealtypisch wird hier sowohl zwischen einem ‚getting in‘, also dem physischen Zugang, und einem ‚getting on‘, dem sozialen und emotionalen Zugang, als auch zwischen einem partiellen ‚going native‘, indem man zum Teilnehmenden wird, und einem ‚coming home‘, also dem Rückzug aus dem Feld, unterschieden (vgl. Amann/Hirschauer, 1997, 28), wobei mit jedem Schritt eigenständige Herausforderungen wie auch Erkenntnispotenziale verbunden sind.

Der Feldzugang, also die erste Kontaktaufnahme, das Kennenlernen und die Herstellung von Akzeptanz als Forscherin/Forscher im Feld, wird daher auch nicht lediglich als notwendiges Übel, sondern als eigenständiger und aussagekräftiger Forschungsschritt betrachtet. Die vielfältigen Reaktionen des Feldes im Umgang mit dem Versuch des Feldforschenden, Zugang zum Feld zu erlangen, werden dabei als feldtypische Reaktionen im Umgang mit ‚Fremden‘ verstanden, wobei die Art und Weise, wie das Anliegen des Feldforschenden und seine anfängliche Anwesenheit gehandhabt wird, bereits wichtige Aufschlüsse über das Feld und seine Strukturiertheit geben. Wird diese Reaktivität des Feldes in anderen Forschungszugängen als Störung betrachtet, so nimmt die Ethnografie dies bereits als erste ausgesprochen wichtige ‚Forschungsdaten‘ ernst – auch wenn diese „Immunreaktionen“ (Wolff, 2000, 341) nicht immer nur erfreulich sein müssen.

‚Im Feld‘ sammeln die Forschenden dann weiterhin vielfältige Eindrücke und Erfahrungen, die als Basis ihrer Verschriftlichungen dienen, aber auch ‚handfeste‘ Daten wie Felddokumente oder Gesprächsaufzeichnungen. Die Feldforschenden dienen dabei als ‚Forschungsinstrument‘, das mit einem geringen Technikaufwand situativ und räumlich flexibel einsetzbar ist und sich der komplexen Pragmatik des Feldes mimetisch anpasst (vgl. Hirschauer/Amann, 1997). Dies bedeutet nicht nur, dass die jeweiligen Forschungsfelder eigene Positionen für die Teilnahme vorgeben oder erlauben – beispielsweise sind diese in feministischen Gebetskreisen andere als bei einer Priesterweihe –; auch die Praxen des Teilnehmenden Beobachtens selbst müssen gegenstandsadäquat entwickelt werden. Was bedeutet dies forschungspraktisch? In Praxiszusammenhängen, in denen die Dokumentation eine große Rolle spielt, sind Strategien des Datensammelns, wie beispielsweise durch das Abfotografieren dieser Dokumente, erforderlich, während Situationen, die wesentlich auf Gespräche oder körperliche Einübung abzielen, von den Forschenden Audioaufnahmen oder intensives körperliches Mitmachen ‚abverlangen‘. Auch die Räumlichkeiten des ‚Felds‘ können sich verändern: Wenn beispielsweise das Feld gar nicht aus einem feststehenden lokalen Zusammenhang besteht, sondern wie bei einer Gruppenfahrt einer Jugendgruppe aus einer Reise, so fahren Feldforschende mit, und wenn sich ein Feld vor allem virtuell konstituiert, beispielsweise als Internetphänomen, gehen auch die Feldforschenden online.

Neben dieser Anschmiegung an je feldspezifische Ausdrucks- und Verräumlichungspraxen liegt ein weiterer zentraler Vorteil der Teilnehmenden Beobachtung darin, dass sie sich über ihr ‚menschliches Forschungsinstrument‘ der Multimodalität von Praxis besser zuwenden kann. Die Nutzung der kompletten Körpersensorik, also „das Riechen, Sehen, Hören und Ertasten sozialer Praxis“ (Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 71), erlaubt den Forschenden neben den feldbezogenen Narrationen und Dokumentationen auch diese „schweigende Dimension des Sozialen“ (Hirschauer, 2002, 40), wie etwa Körperbewegungen, Blicke, Gerüche, Atmosphären, oder die ‚verdinglichten Mitteilungen‘ der Architektur oder Raumausstattungen, zu erfassen und zu verbalisieren. Nur mit allen Sinnen ausgestattete ‚Forschungsinstrumente‘ sind in der Lage, diese Komplexität zu erfassen.

Darüber hinaus dient die langfristige Platzierung der Forschungsarbeit in den lokalen Settings der Untersuchung der für die Ethnografie charakteristischen fortlaufenden Verschränkung von erfahrungsbasierter ‚Datenerhebung‘ und analytischem Denken. Durch ihren offenen, methodisch wenig kontrollierten Forschungszugang hat sich die fortschreitende analytische Konzeptentwicklung in ethnografischer Forschung nämlich immer wieder an ihrem empirischen Auflösungsgrad zu bewähren, was durch die gezielte Suche nach Kontrasterfahrungen im Feld überprüft wird. Daher ist es wichtig, sich nicht nur einmal ins ‚Feld‘ zu begeben, sondern gerade durch einen permanenten Wechsel von ‚Forschung vor Ort‘ und ‚Forschung am Schreibtisch‘ die fortlaufenden analytischen Konzeptualisierungen zum Ausgangspunkt der nächsten Beobachtungsaktivitäten zu machen. Insofern geht es mit der Teilnehmenden Beobachtung nicht zuvorderst darum, möglichst lange im Feld zu bleiben, sondern eine lange Strecke der wechselseitigen Verschränkung von Präsent-Sein und Re-Präsentieren zu ermöglichen, durch die fortlaufend ‚erfahrungsbasierte Brüche‘ in die analytische Arbeit eingezogen werden können.

3.2.Dokumentation, Explikation und Analyse: Schreiben als Modus der Teilnehmenden Beobachtung

Zentral für die Teilnehmende Beobachtung ist daher auch nicht nur das Da-gewesen-Sein, sondern vor allem die Explikation der Erfahrungen, Eindrücke und Situationen im Feld. Das Schreiben stellt entsprechend die zentrale Form der Produktion von ‚ethnografischen Daten‘ und Analysen dar – auch wenn videografische Verfahren immer beliebter werden, in denen Aufnehmen und Zeigen analoge Funktionen einnehmen (vgl. Mohn, 2002). Im Folgenden wird die Vielfalt an ethnografischen Schreibpraxen mit Blick auf vier Typen des Verschriftlichens entfaltet: erstens Feldnotizen, zweitens Beobachtungsprotokolle, drittens Codes, Maps und Memos sowie viertens den ethnografischen Bericht.

Feldnotizen

Die während des Beobachtens angefertigten Feldnotizen, sogenannte „scratch notes“ (Emerson/Fretz/Shaw, 2011, 23), stellen dabei die erste Form der Dokumentation und Verbalisierung dar, die entweder direkt während oder im unmittelbaren Anschluss an die erlebten Situationen niedergeschrieben werden. Sie sind daher auch als rudimentärste Form des (kurzfristigen) Rückzugs aus dem Feld zu verstehen, da Aspekte, die als relevant für die Forschungsfrage erscheinen, stichwortartig und mit Blick auf ihre Funktion für das spätere Erinnern notiert werden. Diese Notizen werden häufig durch Skizzen, Fotos, gesammelte Dokumente, etc. angereichert und in ein umfangreicheres Feldforschungstagebuch eingebettet, in welchem zusätzlich persönliche Gefühle und Erfahrungen sowie erste Interpretationen und Theoretisierungsversuche dokumentiert werden.

Beobachtungsprotokolle

Aus diesen Feldnotizen entstehen dann am Schreibtisch ausführlichere Beobachtungsprotokolle, die auf die möglichst detaillierte Beschreibung der beobachteten Situationen und Praktiken zielen. Art und Umfang des Beobachtungsprotokolls variieren dabei je nach Fokus und erwünschtem Auflösungsgrad und ändern sich auch über den Zeitverlauf. Dienen erste Protokolle zumeist dazu, sich das lokale Setting und die dort vorfindlichen Praxen zu erklären und basal zu ordnen, so zeichnen sich spätere Beobachtungsprotokolle durch die Fokussierungen im Laufe des Forschungsprozesses und entsprechend analytische Dichte aus. Entlang von unterschiedlichen Funktionen listen Emerson, Fretz und Shaw (2011, 67-107) zudem verschiedene Typen von Beobachtungsprotokollen auf, die von der a) Beschreibung von Settings, dem b) Präsentieren von Dialogen und Interaktionen, der c) Charakterisierung von Feldakteurinnen/Feldakteuren und der d) narrativen Organisation von Feldnotizen in Episoden oder Geschichten (Fieldnote tales) variieren. Letztere zielen im Sinne von „Feldvignetten“ (Schulz, 2010) darauf, Strukturierungen und Verdichtungen vorzunehmen, die Zusammenhänge, Zäsuren, Spannungsbögen und Pointen formen und sind bereits stärker auf die Explikation analytischer Konzepte hin verdichtet.

In ihrem Wirklichkeitsbezug oszillieren alle diese Beobachtungsprotokolle zwischen einem konstruktivistischen und einem dokumentaristischen Selbstverständnis (vgl. Kalthoff, 2003), wobei sich letzteres durch möglichst akkurate ‚Datenproduktion‘ ausdrückt, welche durch erfahrungsgesättigte, detaillierte und kontextualisierende Beschreibungen der beobachteten Situationen erreicht wird. Gütekriterium dieser Beschreibungen ist aber dennoch nicht ihre ‚Objektivität‘, sondern ihre ‚Dichte‘ (vgl. Geertz, 1983), die über eine wechselseitige Durchdringung von ‚Daten‘ und ‚Analysen‘ erreicht wird. Oder anders formuliert: Ziel der Beobachtungsprotokolle ist ein möglichst konkretes, schriftliches Sichtbarmachen des Forschungsgegenstandes in seiner ‚leibhaftigen, performativen Form‘.

Codes, Maps und Memos

Codes, Maps und Memos zählen hingegen zu den schreibenden ‚Instrumenten‘ einer fortschreitenden Theorieentwicklung und zielen darauf, das ‚Datenmaterial‘ systematisch zu ordnen, neuartige Bezüge herzustellen und die analytischen Themen im Wechselbezug von theoretischer Fragestellung und Daten zu entwickeln.

Die Begriffe Codes und Codieren stammen aus der ‚klassischen‘ Grounded Theory (vgl. Glaser/Strauss, 1967), wobei es im Kern darum geht, einzelne Passagen und wiederkehrende Elemente in den erzeugten Beschreibungen ‚auf den Begriff zu bringen‘, indem einzelnen Passagen analytische Begriffe zugeordnet werden. Diese Codes entstehen dabei zu Beginn der Forschung meist aus einem intensiven Zeile-für-Zeile-Lesen der Beobachtungsprotokolle, indem ‚offen‘ festgehalten wird, was den Forschenden dazu an relevanten Benennungen einfällt, oder aber aus den sogenannten ‚Fallanalysen‘, in denen einzelne Abschnitte aus den Protokollen intensiv auf ihre innere Dynamik, Pragmatik und Bedeutung für das Feld hin interpretiert werden. Das gesamte Datenmaterial wird so fortlaufend und immer neu codiert und die Codes mittels permanentem Vergleichen, Relationieren, Abgrenzen und Gruppieren zueinander ins Verhältnis gebracht, woraus eine thematisch-analytische Ordnung der Beschreibungen entlang von „Schlüsselkategorien“ (Glaser/Strauss, 1967) oder „Schlüsselthemen“ (Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 156-162). entwickelt wird. Die Beziehungen zwischen Codes und Schlüsselthemen können dabei entweder in hierarchischen ‚Codebäumen‘ oder aber in eher ‚horizontal‘ angelegten Maps dargestellt (und somit ‚entdeckt‘) werden, wie sie für die neuere Weiterentwicklung der Grounded Theory charakteristisch sind (Clarke, 2005). Gegenüber der linearen Anordnung von Codes und Schlüsselkategorien (Code A gehört zu Kategorie X) zielen die Maps auf eine multiperspektivische Darstellung der relationalen Verflechtung der zum Teil sehr heterogenen Codes. Zielen Codebäume auf die Systematisierung durch permanente Kontrastierung, so geht es in den Maps eher darum, die Komplexität sozialer Situationen und die Konstruktivität von Forschung gleichzeitig sichtbar zu machen. Egal für welche Art der Organisation von Codes man sich jedoch entscheidet, so bleibt zentral, dass diese von Beginn an und fortlaufend produziert werden, da sie den für die weitere Fokussierung der Teilnehmenden Beobachtung so wichtigen Prozess der analytischen Distanzierung vom Material mit Blick auf Schlüsselthemen erlauben.

Bringt das Codieren Praxiselemente analytisch auf den Begriff, so zielt die den gesamten Feldforschungsprozess begleitende Produktion von Memos quasi in umgekehrter Stoßrichtung darauf, diese analytische Reduktion wiederum mit erweiternden Anschlüssen an die Forschungsfrage, weiteren Forschungsarbeiten und Bezugstheorien zu versehen. In diesen Memos werden einzelne Codes, aber auch ganze Fallanalysen in ihrer Bedeutung expliziert, analytische Themen ausformuliert und somit ein Prozess des analytischen Denkens qua Schreiben initiiert, der die Feldforscherin dazu zwingt, sich als ‚erste Leserin‘ von der Plausibilität und dem Gehalt der fortlaufend entwickelten Codes und Maps zu überzeugen und deren analytischen Gehalt für die weitere Forschungsarbeit strategisch zu bestimmen. Memos dienen entsprechend vor allem dazu, die zirkuläre und fortlaufende Konzeptentwicklung voranzutreiben, indem die einzelnen Codes und Maps entfaltet und argumentativ zueinander in Bezug gesetzt werden (vgl. Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 162-166; Emerson/Fretz/Shaw, 2011, 155f.). Codierung und Mapping sind daher auch aufs Engste mit dem Erstellen unterschiedlichster Typen von Memos (Theorie-Memos, Code-Memos, Fallanalysen, integrierende Memos, Explikation von Schlüsselkategorien, etc.) verknüpft, wobei die Memos in ihrer immer elaborierteren Form schließlich auch die Grundlage für den ethnografischen Bericht darstellen, der abschließend die gewonnene gegenstandsbasierte Theorie über ein Feld oder einen Gegenstand entlang der Schlüsselthemen präsentiert.

Ethnografischer Bericht

Ethnografische Publikationen zeichnen sich im Vergleich zu anderen qualitativen Forschungsarbeiten dadurch aus, dass größerer Wert darauf gelegt wird, den Lesenden einen literarisch ansprechenden Einblick in das Untersuchungsfeld zu geben. Dies führte auch zur Kritik an bestimmten Ästhetisierungsformen (vgl. Clifford/Marcus, 1986), bei denen ethnografische Autorinnen und Autoren einen vermeintlich neutralen Standpunkt einnehmen und den Lesenden durch bestimmte literarische Stilelemente suggerieren, dass das Beschriebene so und nicht anders gewesen ist – beispielsweise durch romanhafte Beschreibungen ohne Dokumentation der Herkunft und des Umgangs mit den Daten. Diese Kritik an der Autorenposition hat im Zuge der sogenannten „Krise der Repräsentation“ eine anhaltende Debatte um die Frage, wie der Autor als Autor (und vorheriger Teilnehmender Beobachter) sich in seinen Bericht einschreiben soll, etabliert (vgl. Berg/Fuchs, 1999; Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 19). Während die einen dabei auf eine möglichst reflexive und mehrperspektivische Beschreibung setzen, um den Autor, seine Positionierung und Interpretation sichtbar zu machen, so haben sich aber, insbesondere im Bereich der ethnographischen Artikel in Fachzeitschriften, auch eher ‚szientistische‘ Schreibpraxen durchgesetzt, die stärker entpersonalisiert argumentieren und die Gültigkeit ihrer Beschreibungen und Analysen eher aus der besonders reichhaltigen und kontrastierenden Präsentation von Daten und Analysen gewinnen. Unabhängig von verschiedenen Varianten mit dem Umgang der Autorenschaft zeichnet sich die Darstellung ethnographischer Erkenntnisse für das lesende Publikum dabei aber immer durch einen besonders konkretistischen Stil aus, in dem auf der einen Seite „Begriffe als Phänomene ‚aufgemacht‘, entfaltet und rekombiniert werden; auf der anderen Seite aber auch, dass Phänomene begrifflich expliziert und respezifiziert werden“ (Breidenstein/Hirschauer/Kalthoff/Nieswand, 2013, 39). Entsprechend wird ein hohes Maß an ‚Daten‘ (vor allem Beschreibungen, aber auch Transkripte, Fotos, Dokumente, etc.) präsentiert und in der textuellen Anordnung, argumentativen Erörterung und Verknüpfung dieses ‚Datenmaterials‘ die gewonnene Gegenstandstheorie entfaltet. Ethnografische Forschung ist entsprechend ein anspruchsvolles Schreibgeschäft.

3.3. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Abschließend skizzieren wir zwei Herausforderungen für ethnografische Vorhaben:

Erstens scheint sich in der deutschsprachigen Ethnografie weiter der Trend einer Methodisierung ethnografischen Forschens durchzusetzen, anstelle mit Varianten der Teilnehmenden Beobachtung und Analyse zu experimentieren. Diese Entwicklung wurde durch die Diskussion um eine „fokussierte Ethnografie“ (Knoblauch, 2001) befördert. Pointiert gesagt wird dabei forschungspraktisch größerer Wert auf die technisch unterstützte Aufzeichnung von Daten und deren intensive Analyse gelegt und zugleich für eine Verkürzung der Phasen Teilnehmender Beobachtung plädiert. Dieser Fokussierungsvorschlag findet dabei Unterstützung durch eine in Deutschland weit verbreitete qualitative Sozialforschung, in der die detaillierte und sequenzielle Rekonstruktion im Mittelpunkt steht – stellvertretend hierfür sind die ‚Objektive Hermeneutik‘ oder ‚Hermeneutische Wissenssoziologie‘ zu benennen. Problematisch hierbei ist jedoch, dass mit dieser Fokussierung auf Daten und Methoden versucht wird, die Langwierigkeit von ethnografischen Forschungsprozessen technisch abzukürzen. Jedoch liegt gerade das Potenzial der Teilnehmenden Beobachtung darin, dass sie in der Lage ist, technische Unterstützung an die komplexen Erfordernisse des Feldes situativ anzupassen. Diese Felderfordernisse sind Richtschnur für ihre Beobachtungs- und Dokumentationsformen.

Eine zweite Herausforderung, aber auch ein großes Potenzial, liegt in der Verknüpfung ethnografischer Forschungsstrategien mit anderen Forschungszugängen, wie beispielsweise der Diskursanalyse (vgl. Ott/Langer/Rabenstein, 2012) oder der → Biografieforschung (vgl. Kelle/Dausien, 2005). Diese Verknüpfung erscheint deshalb angebracht, da ethnografische Strategien auf eine prinzipielle Sicht- und damit auch Beobachtbarkeit der Praktiken angewiesen sind und damit sowohl Diskurse, die die Praktiken mitkonstruieren, als auch die Aufschichtung und Modellierung biografischer Erfahrungen ethnografisch nicht in den Blick geraten können. Im Bereich der Religionsforschung wird dies beispielsweise mit Blick auf Fragen zu teils langwierigen Transformationsprozessen – hierzu könnte beispielsweise die Entwicklung und die Praxis von ‚Glauben‘ oder ‚Spiritualität‘ zählen – relevant. Die Verknüpfung von etwa biografisch-rekonstruktiven Narrationen, die innerhalb von Interviews beforscht werden, und die Analyse von Praktiken ermöglichen hierbei, den Vollzug und den Prozess dieser Transformationen zu analysieren. Als eine weitere Möglichkeit, die Langfristigkeit dieser Prozesse ethnografisch beforschen zu können, können ‚Längsschnitt-Ethnografien‘ gelten, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken.

Literaturverzeichnis

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