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Lexikon

Christus

Sabine Pemsel-Maier

(erstellt: Jan. 2015)

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1. Jesus Christus und Christologie: Fachwissenschaftliche Orientierungen

1.1. Implizite und explizite Christologie

Das Bekenntnis zu Jesus als Christus (→ Jesus Christus - bibeldidaktisch I; → Jesus Christus - bibeldidaktisch II) verbindet eine geschichtliche Aussage und eine Glaubensaussage: Mit Hilfe des Begriffes Christus, griechisch christos, hebräisch m´schiach, „der Gesalbte“, deutet es die historische Person Jesus von Nazareth, seine Botschaft und sein Handeln, sein Leben und Sterben als den im Ersten Bund verheißenen Heilsbringer, Retter und Erlöser (→ Erlösung). Christologie als Lehre von Jesus Christus entfaltet dieses Bekenntnis von den Anfängen im Neuen Testament durch die verschiedenen Epochen hindurch bis in die Gegenwart und legt es für Menschen in verschiedenen Kontexten, Kulturen und Altersstufen aus – auch für Kinder und Jugendliche.

Ein ausdrückliches Bekenntnis zu Jesus als dem verheißenen Messias im Sinne der sogenannten expliziten Christologie ist erst nachösterlich möglich und setzt die Erfahrung der Auferweckung (→ Auferstehung Jesu) voraus. Doch bereits im Leben und Wirken des Jesu von Nazareth, in seiner Zuwendung zu anderen Menschen, besonders zu den Marginalisierten und Sündern (→ Sünde/Schuld), in seiner Botschaft vom Anbruch des Reiches Gottes (→ Gott), in seiner Auslegung der Thora, in seiner Gottesbeziehung und nicht zuletzt in seinem Umgang mit dem ihm bevorstehenden Todesschicksal und in seinem Sterben (→ Passion und Auferstehung, bibeldidaktisch, Grundschule; → Passion und Auferstehung, bibeldidaktisch, Sekundarstufe) scheint etwas auf, das besonders, ungewöhnlich, anders ist als bei anderen Menschen. Diese implizite Christologie entdeckt in seiner Botschaft und seinem Wirken Spuren, die darauf schließen lassen, dass er die bekannten theologischen oder politischen Kategorien sprengt, und löste bereits zu Jesu Lebzeiten die Frage aus: „Wer ist dieser?“ (Mk 4,41). Im Unterschied zur expliziten Christologie, die nach adäquaten Formulierungen sucht, um seine universale und heilsgeschichtliche Bedeutung auszusagen und eine Reihe von christologischen Titeln geprägt hat, ist die vorösterliche implizite Christologie noch nicht in der Lage, theologisch zu bestimmen, mit wem sie es mit der Person Jesus von Nazareth zu tun hat. Sie verfügt noch nicht über hinreichende Sprachformen, verzichtet daher auf Affirmationen und greift stattdessen zu Sprachformen, die die theologische Sprachlehre der Tradition als „Überschreitung“ qualifiziert: Jesus ist „mehr“ und „größer“ als das bisher Bekannte, das er überbietet: mehr als ein Rabbi, ein Gesetzeslehrer, ein Prophet. Damit wird die implizite Christologie zum Ausgangspunkt für die entfaltete nachösterliche explizite Christologie und damit für all jene christologischen Deutungen, die nach der Erfahrung der Auferweckung das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus auf unterschiedliche Art und Weise auf den Begriff bringen.

Implizite Christologie stützt sich auf die Erfahrung des besonderen Anspruchs, den Jesus erhebt und der besonderen Vollmacht, wie sie vor allem in dem ihm eigenen Umgang mit dem Gesetz und in der Sündenvergebung zutage tritt. Beides schöpfte er nicht aus sich selbst, sondern einzig und allein aus seiner besonderen Beziehung zu seinem Vater, die sein Leben, Handeln und Sterben bestimmte.

1.2. Merkmale und Ausdrucksformen impliziter Christologie

Der Beziehung Jesu zu seinem Vater, der für ihn kein anderer ist als „der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“, kommt für die Christologie eine Schlüsselrolle zu: Mit ihm wusste er sich aufs Engste verbunden; aus der Unmittelbarkeit dieser Beziehung lebte und handelte er; an ihn wandte er sich immer wieder im Gebet; für seinen Willen suchte er sich immer neu zu öffnen; bei ihm suchte er Zuflucht in der Stunde der Verfolgung; ihm vertraute er sich im Sterben an; ihn nannte er zärtlich-liebevoll abba. Die Unterscheidung „mein Vater – euer Vater“ (Joh 20,17) unterstreicht dieses außergewöhnliche Verhältnis. Die → Theologie macht darauf aufmerksam, dass das Außergewöhnliche nicht in dieser Anrede, sondern in der Qualität der Gottesbeziehung besteht, in der eine so noch nie da gewesene Nähe aufscheint, ein radikales Gottvertrauen, das ihn durch alle Zweifel hindurch auch im Angesicht des Todes trug. Aus der Verbundenheit mit seinem Vater konnte Jesus eine Mitmenschlichkeit leben, die an die Grenzen des Menschenmöglichen kommt. Auch wer ihm die „Mit-Göttlichkeit“ abspricht, ist und war zu seinen Lebzeiten offenbar fasziniert durch seine Mitmenschlichkeit. Seine Existenz ist Dasein für andere: Proexistenz. Darin bildet sich Gottes Für-Sein ab; in Jesu Mitmenschlichkeit zeigt sich die Menschlichkeit Gottes.

Die enge Beziehung zu seinem Vater war der Grund für das vollmächtige Auftreten Jesu und den besonderen Anspruch, den er erhob. Nicht nur stellte er mit der Botschaft von der Gottesherrschaft seine Zeitgenossen vor das Prinzip des „Alles oder Nichts“, Heil oder Unheil. Die Thora legte er, abweichend von der Tradition und der Autorität der Alten, vollmächtig aus, dort wo das Gesetz die Beziehung zu Gott nicht ermöglichte, sondern zu verstellen drohte: Um der Menschen willen entschärfte er die strenge Auslegung des Sabbatgebotes, bewertete innere Reinheit höher als veräußerlichte Reinigungsvorschriften, hielt Mahl mit den Sündern. Unübertroffen und gerade darum im höchsten Maß angreifbar war sein Anspruch, im Namen Gottes → Sünden zu vergeben, denn damit wagte Jesus es, an die Stelle Gottes zu treten.

Vom Alten Testament her stand eine Reihe von Deutungsmustern zur Verfügung, auf die Jesu Zeitgenossen zurückgriffen. Sie bewegten sich im Rahmen des → Judentums, der alttestamentlichen Prophetie und der Erwartungen des Messianismus. Doch Jesus ging in den bekannten Kategorien nicht auf, sondern sprengte die vorgegebenen Schemata, erwies sich als „mehr“ und „größer“. Diese komparativischen Formulierungen sind symptomatisch für die Sprechversuche der impliziten Christologie.

Auf den ersten Blick hatte Jesus große Ähnlichkeit mit einem Rabbi, einem Thorakundigen, dessen Aufgabe darin bestand, die Schrift auszulegen, verschiedene Lehrmeinungen gegeneinander abzuwägen und die Gesetze der Thora auf das Leben im Alltag zu beziehen. Während sich die Rabbiner dazu auf die Autorität der Väter, besonders auf die des Mose (→ Mose und Mirjam, bibeldidaktisch, Grundschule; → Mose und Mirjam, bibeldidaktisch, Sekundarstufe) beriefen, stellt Jesus dem „was zu den Alten gesagt ist“, ein „ich aber sage euch“ (Mt 5,17-48 und öfter) entgegen. Darum galt er als „mehr als ein Rabbi“ und „mehr als Salomo“ (Lk 11,31). Weitere zur Verfügung stehende Deutekategorien waren „Prophet“ – Propheten waren zahlreich im Israel des ersten Jahrhunderts – sowie der wiedergekommene Elija (Mk 8,27-30). Dass dieser vor der Ankunft des Messias wiederkommen werde, um Israel zu versöhnen und auf den Messias vorzubereiten, zählte zum Grundbestand jüdischer Hoffnung. Doch während sich die Propheten auf das Wort, das durch Gott an sie erging, beriefen und sich durch die Botenformel „Spruch des Herrn“ auswiesen, setzte Jesus dem sein „Amen, ich sage euch“ entgegen. Darum bildete sich die Überzeugung heraus, Jesus müsse „mehr (sein) als ein Prophet“ (Lk 7,26; LK 11,32; Mt 5,17) und „mehr als Jona“ (Mt 12,41).

1.3. Christologie von unten – Christologie von oben

Während die Differenzierung zwischen impliziter und expliziter Christologie horizontal auf der zeitlichen Ebene von „Vorher und Nachher“ angesiedelt ist, bewegt sich die Unterscheidung zwischen der Christologie „von unten“ und der „von oben“ entlang der Vertikale des Raumes. Christologie, die ansetzt bei Jesus als historischer Gestalt, ohne jedoch bei einer bloßen „Jesulogie“ zu verbleiben, versteht sich als Christologie „von unten“. Ihr Ausgangs- und Bezugspunkt ist der geschichtlich rekonstruierte und erinnerte Jesus (→ Jesus Christus, bibeldidaktisch, Grundschule; → Jesus Christus, bibeldidaktisch, Sekundarstufe). Sie wird auch als Aszendenzchristologie bezeichnet, insofern sie die Bewegung vom Menschsein Jesu hinauf zu seinem Vater nachvollzieht. Umgekehrt geht die Christologie „von oben“ als Deszendenzchristologie aus von Gott, der in die Welt kommt, sich inkarniert und in Jesus Mensch wird.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde Christologie von „oben“ konzipiert, denn der → Glaube an → Gott und seine Menschwerdung konnte als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Als in der Neuzeit dieser Glaube zunehmend fragwürdiger wurde, sich gleichzeitig die historische Forschung innerhalb der Theologie zunehmend etablierte und die Notwendigkeit bestand, die Aussagen des Glaubens mit den Erkenntnissen der historisch-kritischen Exegese und der historischen Jesusforschung zu vermitteln, erweckte eine solche Christologie den Verdacht, die Bedeutung der Historie und die Erkenntnisse der historisch-kritischen Forschung zu überspringen. Die dadurch ausgelöste Reflexion auf das angemessene methodische Vorgehen führte zu einer Christologie „von unten“. Die meisten neueren christologischen Entwürfe entsprechen diesem Ansatz.

Am Beginn steht eine exegetisch-historische Vergewisserung: Die menschliche Geschichte Jesu ist Ausgangspunkt und Maßstab aller christologischen Aussagen; diese müssen sich an ihr ausweisen und an sie rückbinden lassen. Auf dieser Grundlage versteht die Christologie „von unten“ Jesu Leben, Handeln und Sterben, seine Geschichte von der Geburt bis zum Tod als Selbstoffenbarung (→ Offenbarung) Gottes. Dieser methodische Vorrang bedeutet freilich keineswegs die Preisgabe der Göttlichkeit Jesu, so wenig wie der methodische Vorrang der Christologie von unten im Widerspruch steht zu einer Christologie von oben. Denn theologisch angemessen zu verstehen ist die menschlich-geschichtliche Wirklichkeit Jesu von Nazareth erst im Licht seiner Herkunft von Gott beziehungsweise im Kontext seiner Beziehung zu Gott. In diesem Sinne ist es die bleibende Aufgabe aller Christologie, die Geschichte Jesu, sein Leben, Handeln und Sterben als Tat Gottes und Selbstoffenbarung Gottes zu bedenken und die Gegenwart Gottes in Jesus von Nazareth zu erschließen. Beide Perspektiven sind notwendigerweise aufeinander verwiesen und verhalten sich komplementär.

2. Religionspädagogische Entwicklungen: Von der „Jesulogie“ zur Christologie für Kinder

Dass Christologie ein Thema für Kinder sein könnte, wurde von der → Religionspädagogik der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – und wird zum Teil bis in die Gegenwart – angezweifelt. Sie hielt an einem „didaktische[n] Prae des ‚historischen Jesus‘ vor dem ‚kerygmatischen Christus‘“ fest (Konrad, 1970). Diese Überzeugung war eine Folge der Entkerygmatisierung und Entdogmatisierung der Jesus-Gestalt in der → Dogmatik sowie der Rezeption der historisch-kritischen Methode in der Exegese. Darum dominierte besonders in der Primarstufe, aber nicht nur dort, eine „Jesulogie“, die sich auf Zeit, Umwelt und das Leben Jesu beschränkte. Bis heute hat sie Spuren in Religionsbüchern (→ Religionsbuch, evangelisch; → Religionsbuch, katholisch), Unterrichtsmaterialien und Bildungsplänen (→ Lehrplan) hinterlassen (Kraft/Roose, 2011, 64-70). Christologie schien allenfalls fürs spätere Jugendalter, am besten für die Oberstufe oder aber für Erwachsene, geeignet. Dagegen haben neuere empirische Studien (→ Empirie) gezeigt, dass sowohl Kinder als auch Jugendliche durchaus ein Interesse an christologischen Fragestellungen zeigen, darüber nachdenken, was an diesem Menschen Besonderes ist und selbst eigene Zugänge zur Christologie entwickeln (Büttner/Thierfelder, 2001; Büttner, 2002; Ziegler, 2006; Butt, 2009; Zimmermann, 2012).

Das Erstarken der empirischen Forschung im Zuge der → empirischen Wende innerhalb der Religionspädagogik sowie das Interesse für → Kinder- und → Jugendtheologie haben in beiden großen Konfessionen, dabei vermehrt von evangelischer Seite, zur Entstehung einer Vielzahl von Studien (siehe 3.) geführt, die auf unterschiedliche Weise widerspiegeln, wie vor allem Kinder und Jugendliche vorgegebene Themen, Formeln und Begriffe der Christologie verstehen und missverstehen, konstruieren und dekonstruieren. Wenn die betreffenden Studien unbefangen von einer Christologie der Kinder und Jugendlichen sprechen, subsumieren sie darunter ein breites, kognitiv differenziertes Spektrum, das sich von christologischen (Teil-)Konzepten über intuitive Jesusbilder bis hin zu spontanen Alltagstheorien erstreckt, ohne dass damit notwendigerweise die wissenschaftliche Reflexion und der persönliche Glaube an Jesus als Christus verbunden sind, die die Christologie als theologisch-systematische Disziplin kennzeichnen. Aus diesem Grund wird nachfolgend der Rede von den „Zugängen“ zu Jesus Christus der Vorzug gegeben.

3. Ergebnisse empirischer Studien

3.1. Christologische Zugänge von Kindern

Bereits 1964 wurde Ronald Goldman darauf aufmerksam, dass Grundschulkinder Jesus als Menschen häufig mittels komparativischer Formulierungen beschrieben. Während jüngere Kinder sich vor allem auf Äußerlichkeiten wie Kleidung, Haartracht oder Bart bezogen, um seine besondere Bedeutsamkeit auszusagen, machten sie im Grundschulalter seine Besonderheit an seinen Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Güte etc. fest, indem sie ihn als „hilfsbereiter“ oder „freundlicher“ als andere Menschen charakterisierten (Goldman, 1964, 137.158) und der Überzeugung waren, dass er Krankheiten „schneller“ oder „besser“ als andere Ärzte heile. Der Komparativ war für sie ein Mittel, um auszudrücken, dass Jesus anders und „größer“ sei als andere. Spätere Untersuchungen bestätigen, dass Grundschülerinnen und Grundschüler Jesus als außergewöhnlichen und besonderen Menschen wahrnehmen, der „mehr Mensch und mehr Vorbild“ (Hanisch/Hoppe-Graff, 2002, 80) war, der übermenschliche Eigenschaften besaß (Hanisch/Hoppe-Graff, 2002, 118; Schiefer Ferrari/Schmid, 2008, 64.66; Kraft/Roose, 2011, 148), der mit besonderen göttlichen Kräften begabt war (Butt, 2009, 102) und „einige Dinge konnte […] was andere nicht konnten“ (Arnold/Hanisch/Orth, 1997, 256), was sich etwa an seiner grenzenlosen Hilfsbereitschaft, seinem Wunderwirken (→ Wunder, bibeldidaktisch) und in der Auferstehung (→ Auferstehung Jesu) zeigt. In solchen Überzeugungen bekundet sich die eingangs skizzierte implizite Christologie: Die Schülerinnen und Schüler verfügen noch nicht über die nötigen Sprachspiele, um die Besonderheit Jesu zum Ausdruck zu bringen, verwenden noch keine christologischen Hoheitstitel und qualifizieren ihn auch nicht als „göttlich“. Doch mit der Ahnung und zunehmenden Erkenntnis, dass Jesus „mehr“ und „größer“ ist als die ihnen bekannten menschlichen Kategorien, ist die Grundlage dafür gelegt. Etliche Schülerinnen und Schüler machen dieses „Mehr“ an der besonderen Beziehung Jesu zu seinem Vater fest (Büttner, 2002, 162f.267-269; Kraft, 2008, 111-138; Kraft/Roose, 2011, 114; Hanisch/Hoppe-Graff, 2002, 117). Damit vollziehen sie einen zentralen theologischen Gedanken nach, denn Jesu außergewöhnliche Gottesbeziehung stellt die Voraussetzung dar für seine Lehre und sein Wirken, für sein Sprechen und Handeln in Vollmacht, für seine Auslegung der Thora und die Vergebung der → Sünden. Daher sprechen Büttner, Kraft, Kraft/Roose sowie Hanisch/Hoppe-Graff der Deutung der Beziehung Jesu zu Gott eine Schlüsselrolle für einen gelungenen Zugang zur Christologie zu. Nach Büttner (2002, 162f.) realisierte sich für die Kinder diese Beziehung zum Vater vor allem im Gebet Jesu: Hier nimmt er unmittelbare Verbindung zu seinem Vater auf und empfängt selbst besondere Kraft.

3.2. Christologische Zugänge von Jugendlichen und Erwachsenen

Die christologischen Deutungs- und Verstehensmuster Jugendlicher sind gekennzeichnet durch Individualität und Pluralität mit einer deutlichen Tendenz zur Subjektivierung, die sowohl eine Folge ungleichzeitiger religiöser Entwicklung als auch der Ausdifferenzierung ihrer Lebenswelten ist. Ihre Positionen reichen von der dezidierten Ablehnung über wohlwollende Indifferenz bis hin zu kritikloser Anerkennung, wobei die Jesus-Vorstellungen der Kindheit in der Jugendzeit zunehmend unter Illusionsverdacht geraten und der Zugang zu ihm insgesamt erschwert erscheint. Mögliche Gründe dafür hat Tobias Ziegler (2007) eruiert.

Zum einen tritt die historische Distanz zur Person Jesu, die sich im Kindesalter durch → Erzählen überbrücken lässt, jetzt deutlich zutage. Vieles erscheint historisch unglaubwürdig: Die Ablösung artifizialistischer durch naturalistische Erklärungsmuster führt zu Zweifeln, ob sich denn tatsächlich alles so ereignet habe. Zur historischen tritt die logische Unglaubwürdigkeit: Vor allem die scheinbaren theologischen Paradoxien in vielen christologischen Aussagen erscheinen schwer nachvollziehbar: Jesus ist gestorben und lebt doch weiter; er ist Gott und Mensch zugleich; er ist wirklich Mensch und doch ohne → Sünde. Zum anderen erschwert den Zugang zu Jesus seine Darstellung als „perfekter“ Mensch ohne Fehler und ohne Sünde. Ähnlich verhält es sich mit einem Jesus, der über alle Gefühle erhaben gezeichnet wird, dem Angst, Ohnmacht oder Zweifel fremd sind, der zum „gefühllosen“ Helden stilisiert wird, nicht zuletzt durch die Entschärfung seines Leidens am Kreuz. Derartige Vollkommenheit erscheint Jugendlichen schlechterdings unmenschlich. Viel stärker als die traditionelle → Dogmatik betonen sie das Menschsein Jesu und mit ihm seine Fehlerhaftigkeit. Mit einem „perfekten“ Jesus können sich Jugendliche, die sich ihrer eigenen Schwächen meistens sehr genau bewusst sind, nur schwer identifizieren. Zugleich erscheint es zweifelhaft, dass ein solcher „Perfekter“ einen selbst mit all den eigenen Defiziten annehmen und bejahen kann. Ein einseitiges ethisches Verständnis Jesu Christi, das die Christologie auf moralische Vorbildhaftigkeit reduziert, erweist sich darum als verhängnisvoll. Ein Vorbild, von dem von vornherein klar ist, dass es unerreichbar bleibt, taugt letztlich nicht als Vorbild. Aber auch die von Jesus verkündete → Ethik selbst kommt auf den Prüfstand: Bewährt es sich im Leben, sich nicht zu wehren und neben der einen gleich auch noch die andere Wange hinzuhalten? Ist es erstrebenswert, nur dienen zu wollen, anstatt selbst auch Anteil an der Macht zu haben? Oder erscheint die Messlatte, die Jesus ansetzt, für das „normale“ Leben von Jugendlichen zu hoch?

Ein dritter Grund dafür, dass der Zugang zu Jesus Christus im Jugendalter problematisch werden kann, ist die Erschütterung der Erfahrung beziehungsweise des Glaubens, dass Jesus, ebenso wie Gott, jederzeit helfend eingreifen kann. Mit dem damit einhergehenden Deismus, den die religiöse → Entwicklungspsychologie nach Fritz Oser und Paul Gmünder für das religiöse Urteil in dieser Altersstufe nachgewiesen hat, entfällt für viele Jugendliche das Vertrauen, dass Jesus überhaupt hilft – und damit zugleich das Motiv, sich intensiver mit ihm zu befassen. Andere hingegen gelangen zu der Überzeugung, dass seine Hilfe sich dadurch bekundet, dass er Mut und Kraft gibt, innerlich aufbaut und stärkt.

Wo der Unterricht die genannten Barrieren nicht auflösen kann oder sogar noch verstärkt, erscheint Jesus Christus als Fremdkörper. Historisches wie theologisches Wissen über ihn bleibt defizitär, theologische Begriffe bleiben formelhaft (Ziegler, 2006, 48-65).

Weitaus weniger erforscht ist der Christusglaube von → Erwachsenen. Vorliegende Fallstudien (Taube/Tietz-Buck/Klinge, 1995; Arzt, 2000), die sich ausschließlich auf sich als „gläubig“ einstufende Frauen beziehen, stellen vor allem die Bedeutung Jesu als ethisches Vorbild heraus.

4. Grundprinzipien der Christologiedidaktik

4.1. Mehr Mut zur Christologie – in allen Altersstufen

Mehr Mut zur Christologie – so lautet die Konsequenz aus den vorliegenden Studien. Nicht nur aus systematisch-theologischer Perspektive, sondern auch und vor allem um der Kinder und Jugendlichen willen (Erwachsene eingeschlossen) ist sie geboten. Bieten im Kindesalter das Interesse und die Ansprechbarkeit von → Kindern besondere Chancen, ist die Christologie im → Jugend- und → Erwachsenenalter der fortschreitenden Entwicklung geschuldet. Da es keinen altersabhängigen Automatismus in der Weiterentwicklung des Christusverständnisses gibt, können Siebzehnjährige hinter das Niveau von Kindern zurückfallen, wenn eine entsprechende Förderung unterbleibt.

Die zentralen Aufgaben der Christologiedidaktik bestehen darin, christologische Begriffe und Deutungsmuster der Bibel und der christlichen Tradition zur Verfügung zu stellen, sie dort, wo es nötig erscheint, zu dekonstruieren und Kinder und Jugendliche wie Erwachsene zum eigenen Theologisieren und zu eigenen (Neu)Konstruktionen zu ermutigen. Die Ausbildung eigener christologischer Konzepte steht und fällt mit der Frage, ob es gelingt, den inneren Zusammenhang zu erschließen zwischen dem Christus, der von Gott mit besonderer Macht begabt und in die Welt gesandt wurde, und Jesus von Nazareth, der gekommen ist, um die Menschen zu retten, zu heilen und ihnen die Gottesherrschaft nahezubringen. Wo dieser Zusammenhang undurchsichtig bleibt, geraten christologische Bekenntnisse unweigerlich in den Verdacht von Mythologie und Ideologie.

4.2. Verbindung der Christologie „von unten“ mit impliziten Zugängen

Nicht nur in Entsprechung zur Art und Weise, wie unter den Bedingungen der Gegenwart Christologie betrieben wird, sondern auch im Einklang mit den bevorzugten Zugängen von Kindern und Jugendlichen legt sich fachdidaktisch der Ansatz einer Christologie von unten nahe. Demnach führt der Weg von der Person und Botschaft Jesu von Nazareth, die zu denken gibt, die Fragen aufwirft, die erstaunt und provoziert, zum Christus des → Glaubens. Auf diesem Weg sind die Fragen, die die Christologie von oben stellt – wie die Frage nach dem ewigen Gottessohn und nach Gottes Menschwerdung – nicht herauszuhalten.

Ein solcher Ansatz „von unten“ verbindet sich mit dem Aufspüren impliziter Christologie, insofern sie in der Botschaft und im Wirken Jesu nach Hinweisen sucht, die seine Bedeutung ankündigen: Was ist das Außergewöhnliche am Mann aus Nazareth? Wie kann ein Mensch so unglaublich lieben, bis in den Tod hinein? Ist solches überhaupt menschenmöglich? Oder kommt hier ein „Mehr“ zum Ausdruck, wie es auch die Menschen zur Zeit Jesu erahnten? Und wie ist dieses „Mehr“ zu verstehen – und ist es überhaupt zu verstehen oder zu erklären? Je nach Altersstufe und Kontext kann der Ausgangspunkt anders gewählt werden: Jesu Bereitschaft, sich den Menschen, vor allem den Ausgegrenzten, zuzuwenden, sein besonderer Umgang mit dem Sabbat, seine Bereitschaft, für seine Sache in den Tod zu gehen. Dieser Zugang gilt auch im Blick auf Jugendliche und Erwachsene, die bereit sind, in Jesus einen besonderen Menschen zu sehen, aber eben nicht mehr.

4.3. Aufmerksamkeit für die Beziehung Jesu zum Vater

Büttner (2002, 268) macht für die Erschließung der Christologie auf die besondere Beziehung Jesu zu seinem Vater aufmerksam, die nicht zuletzt im Gebet konkret wird. In den vorliegenden Unterrichtsmaterialien findet dies nur wenig Beachtung. Didaktisch kommt ihr jedoch insofern eine christologische Schlüsselfunktion zu, als von hier aus zu entfalten ist, dass Jesus untrennbar mit Gott verbunden ist, so dass in ihm Gott selbst begegnet. Nachdrücklich plädiert Tobias Ziegler (2006, 122) dafür, die außergewöhnliche Gottesbeziehung Jesu nicht nur in der Primarstufe zum Thema zu machen, weil „der für die meisten neueren christologischen Ansätze in seiner methodischen Vorrangstellung unumstrittene Weg von unten, der bei der Rekonstruktion des historischen Jesus einsetzt, ohne seine Einheit mit Gott vorauszusetzen, für Heranwachsende keineswegs so selbstverständlich ist, wie dies z.B. auch bei der Konzeption von Bildungsplänen angenommen wird“ (Ziegler, 2006, 550). Insofern implizite Christologie in ihrem Kern Relationschristologie ist, bedarf sie entsprechender relationaler Aneignungsprozesse, die Beziehungserfahrungen aufgreifen. Inwieweit dabei der Zugang über die persönliche Vater- beziehungsweise Elternbeziehung geeignet ist und inwieweit er sich eher als förderlich oder eher als hinderlich erweist, muss in jeder Unterrichtssituation neu ausgelotet werden.

5. Offene Fragen

Da die Christologiedidaktik erst in den Anfängen steckt, bedarf sie noch vielfacher Klärung, Differenzierung und Bestätigung durch empirische Untersuchungen (→ Empirie) und die Praxis.

Eine offene Frage von zentraler Bedeutung ist die nach dem Verhältnis christologischer Zugänge „von unten“ zu denen „von oben“. Denn auch wenn der Weg über die Christologie von unten für viele naheliegt, ist er doch keineswegs der einzig mögliche. So haben Studien gezeigt, dass für manche Schülerinnen und Schüler eine Annäherung an Jesus als Christus über den Weg „von oben“ plausibler erscheint, und zwar bereits im Grundschulalter. So formulierten Drittklässlerinnen und Drittklässler bei Buntfuß/Feind ausgehend vom Sitzen Jesu Christi zur Rechten Gottes: „Während seines irdischen Wirkens war der Sohn vom Vater getrennt, jetzt freuen sich beide darüber, sich wieder zu sehen und zusammen zu sein […]“ (Buntfuß/Feind, 2008, 105). Ebenso wiesen Hanisch/Hoppe-Graff sowie Büttner/Roose in ihren Untersuchungen auch Zugänge „von oben“ nach, die die Schülerinnen und Schüler wählten, um die besondere Rolle Jesu zu charakterisieren: Jesus ist oben im Himmel und hört dort die Gebete der Menschen. Er „kam von Gott und ist dorthin zurück gekehrt“, er wurde „als Bote Gottes auf die Erde geschickt“, „auf die Welt gebracht“, „als Heiland auf die Welt geschickt“ (Hanisch/Hoppe-Graff, 2002, 96-99). Das sendungschristologische Motiv, dass Gott seinen Sohn mit einem besonderen Auftrag auf die Erde schickt, nämlich von ihm als seinem Vater zu erzählen, ist für die kindliche Logik und Vorstellungswelt (→ Kindertheologie) offensichtlich gut nachvollziehbar. Ob der Zugang über eine solche Christologie von „oben“ vor allem dann gelingt, wenn die Betreffenden in einer Weise christlich sozialisiert sind, dass Jesus für sie selbstverständlich Gottes Sohn ist, kann allenfalls vermutet werden und ist einer eigenen Untersuchung wert. Kritisch anzufragen ist auf diesem Hintergrund der Vorschlag von Detlev Dormeyer (2000), der die Christologie von oben ausschließlich höheren Klassen (→ Jugendtheologie) vorbehalten möchte. Unumstritten ist freilich, dass hier nicht zwei Alternativen zur Diskussion stehen, sondern zwei verschiedene Anwege, die in einen zirkulären Prozess münden.

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