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Lexikon

Zin

Edgar Kellenberger

(erstellt: Nov. 2008)

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1. Name

Die Herkunft des Namens „Wüste Zin“ (צִן ṣin) ist ungeklärt. Er ist nicht zu verwechseln mit der → „Wüste Sin“ (סִין sîn), auch wenn beide in der → Septuaginta meist mit Σιν Sin wiedergegeben werden. Denkbar ist eine sprachliche Verwandtschaft des Namens צִן ṣin mit צנים „Dornen“. Unklar ist auch, ob Zin stets die Bezeichnung für eine Wüste ist oder auch einen Ort meinen kann (vgl. Num 34,4; Jos 15,3) und ob die Wüste ihren Namen vielleicht von dem erhalten hat.

2. Biblische Überlieferung

Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).

Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).

Die zehn Erwähnungen der Wüste Zin begegnen mehrheitlich in Routenbeschreibungen der → Wüstenwanderung (Num 20,1; Num 33,36) sowie als Teil der Südgrenze der nachmaligen Besiedlung Kanaans (Num 13,21 als erste Station der Kundschafter; Num 34,3-4; Jos 15,1.3). Eingebettet in den Rahmen der Wüstenwanderungsroute erscheint die Erwähnung von → Mirjams Tod sowie die Erzählung von der wundersam behobenen Wassernot in → Kadesch (Num 20,1; genannt Meribat-Kadesch in Num 27,14; Dtn 32,51; → Meriba).

3. Lage

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 2 Landkarte: Wüste Zin und Wüste Sin auf dem Sinai.

Die Wüste Zin grenzt im Osten an das Siedlungsgebiet der → Edomiter, im Norden an die Ausläufer des Stammesgebiets von Juda. Eine genauere Bestimmung ist verquickt mit der (wohl bereits in alttestamentlicher Zeit beginnenden) Kontroverse, ob mit Kadesch immer → Kadesch-Barnea gemeint ist und wo dieser Ort zu lokalisieren ist. Die meisten Texte setzen voraus, dass Kadesch innerhalb der Wüste Zin liegt; in Num 33,36 werden die beiden Namen gleichgesetzt.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003

2. Weitere Literatur

  • Woolley, C.L. / Lawrence, T.E., (1914-1915) 2003, The Wilderness of Zin, 3. Aufl., Winona Lake
  • Davies, G.I., 1979, The Way of the Wilderness. A Geographical Study of the Wilderness Itineraries in the Old Testament, Cambridge, 24-25.91
  • Hoffmeier, J.K., 2005, Ancient Israel in Sinai. The Evidence for the Authenticity of the Wilderness Tradition, Oxford
  • Seebass, H., 2007, Numeri (BK IV/3), Neukirchen, 409
  • Zucconi, L.M., 2007, From the Wilderness of Zin alongside Edom: Edomite Territory in the Eastern Negev during the Eighth-Sixth Centuries B.C.E., in: S. Malena (Hg.), Milk and Honey. Essays on Ancient Israel and the Bible in Appreciation of the Judaic Studies Program at the University of California, San Diego / Winona Lake, 241-256

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Die Wasser von Meriba (Jan Steen; 17. Jh.).
  • Abb. 2 Landkarte: Wüste Zin und Wüste Sin auf dem Sinai. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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