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Lexikon

Völkertafel

Markus Witte

(erstellt: Juli 2011)

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Genesis

1. Name und Inhalt

Unter der Völkertafel versteht man, im Gegensatz zu sachlich vergleichbaren, aber formal, funktional und pragmatisch verschiedenen Völkerlisten und Völkersprüchen (→ Prophetische Redeformen) im Alten Testament, die genealogisch und geographisch gegliederte Übersicht über die Söhne → Noahs, des Helden der → Sintflut, in Gen 10 und (davon abhängig) in 1Chr 1,4-23. Entsprechend einem vorneuzeitlichen, mythischen Denken werden die Noahsöhne → Sem, → Ham und → Jafet als nachsintflutliche Stammväter aller Völker der Erde betrachtet, so dass zwischen diesen eine mehr oder weniger nahe verwandtschaftliche Beziehung gesehen wird. Die Zahl der in Gen 10 genannten Völker schwankt je nach Handschrift, antiker Version (→ Septuaginta, Samaritanus) und Zählweise zwischen 70 und 72. In der Regel werden die Doppelnennungen von → Hawila und Scheba / → Saba (in Gen 10,7 als Nachkommen → Kuschs und in Gen 10,28f. als Nachkommen Joktans) zweifach gezählt (Scott 2002, 26), die drei Söhne Noahs und (zumeist) Nimrod jedoch nicht mitgerechnet.

Mittels der Überschrift wə’ællæh tôlədot „und dies sind die Geburten“, d.h. „dies ist die Stammtafel / Toledot“ (→ Genealogie) in Gen 10,1 und mittels der in Gen 10,1 und Gen 10,32 auftauchenden Wendung ’achar hammabbûl („nach der Flut“) ist die Völkertafel klar nach vorne und hinten abgrenzt. Insofern die in Gen 11,1-9 folgende Erzählung vom Stadt- und Turmbau zu Babel aber noch zur Toledot der Noahsöhne gehört und die Wendung „nach der Flut“ nochmals in der Überschrift der Sem-Toledot in Gen 11,10 begegnet, kommt das Thema der Völkerwelt insgesamt in dem von Gen 10,1-11,26 reichenden Abschnitt zur Sprache. Narrativ bildet dieser Textblock eine Brücke zwischen der → „Urgeschichte“, mit der er über die Figuren Noah, Sem, Ham und Jafet sowie die Wendung „nach der Flut“ (Gen 10,1; Gen 10,32; Gen 11,10) verbunden ist (vgl. Gen 5,32; Gen 9,18 bzw. Gen 6,17; Gen 9,28), und der „Vätergeschichte“, auf die er mittels der Auflistung der Nachkommen Sems (Gen 10,21) und der Nennung von Völkern und Landschaften im Großraum Syrien-Jordanien-Palästina (Gen 10,15-19; Gen 15,19-21), dem Siedlungsraum Israels und Judas, hinführt. Am Vorabend der Darstellung der „Vätergeschichte“, die mit → Abraham beginnt (Gen 11,27ff.), wird so nochmals ein Überblick über die gesamte Schöpfung und die gesamte Menschheit gegeben, bevor die Geschichte Israels im Kontext der Völkerwelt im Mittelpunkt steht.

2. Form und Entstehung der Völkertafel

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Umsetzung von Gen 10 in eine vermeintlich exakte Karte.

Gen 10 bildet eine segmentäre → Genealogie mit synchronen Elementen, im Gegensatz zu einer linearen Genealogie (Abfolge von Generationen), wie sie sich z.B. in Gen 5 findet. Wesentliches Strukturelement sind unterschiedliche genealogische Formeln (Hieke 2003, 99-115). Bei den einzelnen Namen handelt es sich teilweise um Personennamen, teilweise um Orts- oder Landschaftsnamen, teilweise um Stämmenamen. Hinzu kommen Städtenamen.

Zur Identifikation der einzelnen Namen, die in den meisten Fällen gesichert ist, können v.a. weitere Belege im Alten Testament und in der jüdisch-hellenistischen Literatur, in der antiken griechischen und römischen Geschichtsschreibung und Geographie sowie in ägyptischen, hethitischen, assyrischen und altpersischen Inschriften aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. herangezogen werden. Allerdings ist zu beachten, dass die biblischen sowie die altorientalischen und antiken Autoren mitunter die genannten Größen anders lokalisierten bzw. anders definierten als die moderne historische Geographie. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass es im Laufe der Geschichte zu lokalen Verschiebungen einzelner Bevölkerungsgruppen und zum Transfer von Stammes-, Volks- oder Ortsnamen gekommen ist. Einer Umsetzung von Gen 10 in eine vermeintlich exakte Karte sind dementsprechend Grenzen gesetzt. Die historischen und geographischen Unschärfen, die an sich jeder kartographischen Darstellung literarischer Beschreibungen anhaften, sind hier besonders zu bedenken.

Wie inhaltliche Widersprüche (vgl. die unterschiedliche Zuordnung von Hawila und Scheba / Saba in Gen 10,7 mit Gen 10,28-29) und stilistische Unterschiede zeigen, ist die Völkertafel das Ergebnis einer literarischen Verbindung ursprünglich getrennt überlieferter und formal disparater Stücke.

2.1. Die priesterschriftliche Völkertafel

Die literarische Grundlage der Völkertafel bildet – entgegen einer mitunter vertretenen Bestreitung (Chr. Levin 1993, 123; Carr 1996, 99-101) – wie in der → Fluterzählung (Gen 6,5-9,29) die priesterschriftliche Schicht (→ Priesterschrift). Auf sie geht Gen 10,1-4a.5-7.20.22-23.31-32 zurück. Diese Verse bieten eine in sich geschlossene Völkertafel, die wie die priesterschriftliche Adamgenealogie in Gen 5,1-28.30-32 nach einem festen Schema komponiert ist. Als Überschrift und als Rahmen dienen Gen 10,1 und Gen 10,32. Dabei verwendet Gen 10,1 die Toledotformel (vgl. Gen 2,4; Gen 5,1; Gen 6,9; Gen 11,10; Gen 11,27; Gen 25,12f.; Gen 25,19; Gen 36,1; Gen 36,9; Gen 37,2; Num 3,1; Rut 4,18; Koch 1999; Staubli 2003, 22-24). Daran schließen sich drei Abschnitte (I: Gen 10,2-4a.5; II: Gen 10,6-7.20; III: Gen 10,22-23.31) an, welche die Verzweigung der durchgehend singularisch genannten Völker darstellen, die sich von den drei Söhnen Noahs ableiten. Diese Abschnitte besitzen jeweils eine stereotype Überschrift (bənê NN „Die Söhne von N.N. sind“, vgl. Gen 10,2; Gen 10,6; Gen 10,22) und eine sachlich identische, stilistisch leicht variierende Unterschrift, die summarisch eine sozio-geographische Differenzierung nach Familien (mišpāchāh), Sprachen (lāšôn), Ländern (’æræṣ) und Völkern (gôj) nennt (vgl. Gen 10,5; Gen 10,20; Gen 10,31; Cazelles 1999, 70-74).

Diese statische Darstellung der Völkerverhältnisse beginnt mit dem jüngsten Sohn Noahs, Jafet (Bedeutung ungeklärt, griechisch Ιαφεθ Japheth, vgl. die Figur der griechischen Mythologie Ιαπετος Japetos), setzt sich über den mittleren Sohn, Ham („der Heiße“, griechisch Χαμ Xam), fort und gipfelt in der Nennung der sich vom ältesten Sohn, Sem („der Name“, griechisch Σημ Sēm), ableitenden Völker. Hinter dieser Reihenfolge „Jafetiten“, „Hamiten“, „Semiten“ verbirgt sich einerseits eine geographische, aus israelitischer Perspektive gewonnene Ordnung: → Jafet steht für Völker im Norden und Westen, → Ham für Völker im Süden (mit der Ausnahme von → Kanaan, Gen 10,6) und → Sem für Völker im Osten. Andererseits wird Sem zuletzt genannt, weil sich die folgende Darstellung ab Gen 11,10 auf die Geschichte der Semiten konzentriert, während die Hamiten und die Jafetiten weitgehend aus dem Gesichtsfeld der Erzähler verschwinden.

Eine solche Auflistung entspricht strukturell einem Grundmuster der durch Genealogien gegliederten priesterschriftlichen Komposition und theologisch der priesterschriftlichen Vorstellung einer kosmischen, sich auch in irdischen Lebensverhältnissen spiegelnden Schöpfungsordnung (vgl. Gen 1,1-2,3).

2.2. Die nichtpriesterschriftlichen Texte

Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)

Abb. 2 Struktur der Völkertafel, 1. Jafet.

In die priesterschriftliche Grundlage hat bzw. haben eine (oder mehrere) nachpriesterschriftliche Redaktion(en) aus unterschiedlichen Vorlagen Gen 10,8-19; Gen 10,21 und Gen 10,24.26-29 eingelegt und in Gen 10,4b; Gen 10,14b; Gen 10,25; Gen 10,30 selbständig Ergänzungen formuliert, um die priesterschriftliche Völkertafel systematisch zu aktualisieren und an den narrativen Kontext anzupassen. Diese Verse sind variabler gestaltet als die priesterschriftlichen Abschnitte und gehören unterschiedlichen Gattungen an. Entgegen der gelegentlich noch in der Forschung anzutreffenden, auf der Basis unterschiedlicher Hypothesen zur Entstehung des Pentateuchs gewonnener Rückführungen dieser Verse auf einen → „Jahwisten“, sei dieser nun Quelle (Westermann 1974), Autor (Van Seters 1992) oder Redaktor (Chr. Levin 1993), handelt es sich durchgehend um nichtjahwistisches Material. Dieses stammt aber auch nicht von einem „Jehowisten“ (Ruppert 1992; → Pentateuchforschung) oder von deuteronomistischen Redaktoren (Vermeylen 1990; → Deuteronomismus), sondern von einer nachpriesterschriftlichen und nachdeuteronomistischen Redaktion (Witte 1998; Schüle 2006; Arneth 2007). Wie die unterschiedlichen literargeschichtlichen Zuweisungen von Gen 10 in der neueren Forschung zeigen, ist die Völkertafel ein Paradigma der Pentateuchkritik und der für den Pentateuch vertretenen Datierungen (s.u.).

In Gen 10,4b sind die Kittäer, im Alten Testament und im antiken jüdischen Schrifttum ursprünglich eine Bezeichnung für die Bewohner von Kition auf Zypern (vgl. Jes 3,1; Ez 27,6; KAI 46,6), dann für die Griechen (vgl. die Ostraka von Arad [6. Jh. v. Chr.], in: HAE I, 353ff.; Jer 2,10; 1Makk 1,1) und später für die Römer (vgl. Dan 11,30 und das Schrifttum von → Qumran), und die Dodaniter / Dodoner (Danaer?), nach 1Chr 1,7, LXX und Sam die Rhodaniter / Rhodier nachgetragen.

Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)

Abb. 3 Struktur der Völkertafel, 2. Ham.

Gen 10,8-12 bildet eine Kurzerzählung über Nimrod, in die ein Sprichwort und eine Liste mesopotamischer Städte eingelegt ist (→ Babel / Babylon, → Erech / Uruk, → Akkad und Kalne im „Lande Sinear“ [vgl. Gen 11,2], → Assur, → Niniveh, Rechobot-Ir [„Stadtplätze“], → Kelach / Kalchu und Resen). Die Vorschläge zur Identifikation Nimrods, dessen Name für hebräische Ohren wie die 1. Pers. Pl. des Verbs mārad („Wir wollen einen Aufstand machen“) klingt und sich dementsprechend als ein negatives Urteil über die ersten Großreiche des Alten Orients verstehen lässt, reichen von dem mythischen Helden → Gilgamesch über den assyrischen König Tikulti-Ninurta (13. Jh. v. Chr.), die babylonischen und assyrischen Götter → Marduk und → Ninurta bis zu Alexander d. Großen (356-323 v. Chr.) und – aufgrund des Epithetons „gewaltiger Jäger vor JHWH“ – dem Sternbild Orion (van der Toorn / van der Horst 1990; Witte 1998; Y. Levin 2002).

Gen 10,13-14 ist eine rein genealogisch, nach dem Muster NN jālad ʼæt NN „NN zeugte NN“ formulierte Liste über von Ägypten (miṣrajim) abstammende Völker, die im Plural genannt werden, an die eine Notiz zur Herkunft der → Philister angehängt ist, die ihren ursprünglichen Ort nach der Erwähnung der Kaphtorim / Kreter hatte (Gen 10,14b).

Gen 10,15.16-19 bildet eine zunächst nach demselben Muster formulierte Liste, zunächst der von Kanaan abstammenden phönizischen Stadt → Sidon und der in Kanaan ansässigen → Hethiter bzw. Späthethiter (vgl. Gen 15,20; Dtn 7,1; Jos 3,10), sodann von Kanaan abgeleiteter Bevölkerungsgruppen in Syrien-Palästina. Als zusätzliche geographisch-politische Spezifikation Kanaans sind der Begriff gəbûl „Gebiet“ und die Wendung „bo’akāh… ’ad“ („von… bis“) eingeführt (Gen 10,19), wodurch sich die Völkertafel punktuell auch mit der Gattung Itinerar und Grenzbeschreibung berührt (vgl. z.B. Num 33; Num 34). Die Liste in Gen 10,16-19 trifft sich mit Aufzählungen von Völkern, die nach dem durch → deuteronomistische Kreise geprägten Geschichtsbild zur vorisraelitischen Bevölkerung Kanaans gehörten (vgl. Gen 15,21; Dtn 7,1; Jos 3,10; Jos 24,11; Neh 9,8).

Gen 10,21 ist ein rein redaktioneller, nach dem Muster lə-NN jullad NN („dem NN wurde NN geboren“) gebildeter Vers (vgl. Gen 4,26), der die Bedeutung Sems als Stammvater Ebers und damit der Hebräer bzw. Israels hervorhebt (vgl. Gen 10,24; Gen 11,14-17; Gen 11,24-27; Ex 2,6f.) und der wie Gen 9,27 ein besonders enges Verhältnis zwischen Sem und Jafet, Israel und Persern oder (auf dieser späten literargeschichtlichen Stufe) den Griechen herstellt.

Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)

Abb. 4 Struktur der Völkertafel, 3. Sem.

Gen 10,24-25 ist wie Gen 10,13-14 und Gen 10,15-18 genealogisch formuliert und nennt nur Personennamen, wobei der Name Peleg mit einem etymologisierenden Wortspiel mit dem Verb pālag (Nif. „sich spalten“) verbunden ist, was im gegenwärtigen literarischen Kontext auf die Erzählung von der Zerstreuung (pûṣ Hif.) der Menschheit in Gen 11,1-9 hinweist.

Gen 10,26-29 bietet wiederum eine rein genealogisch nach dem Muster NN jālad ’æt NN formulierte Liste arabischer bzw. südarabischer Stämme, die auf Joktan zurückgeführt werden und die in Gen 10,30 mit einem geographischen Summarium zu deren Wohnorten (môšav) bis zum Gebirge im „Osten“ (qædæm) schließt, womit ein Leitwort von Gen 1-11 aufgenommen ist (vgl. Gen 2,8; Gen 3,24; Gen 4,16; Gen 11,2).

2.3. Datierung

Die priesterschrifliche Völkertafel als Bestandteil der priesterschriftlichen Grundschrift (Pg) stammt je nach deren zeitlicher Ansetzung aus dem 6./5. Jh. v. Chr., jedenfalls aus der Zeit der → Perser, auf die mittels der Bezeichnung Madai („Meder“) in Gen 10,2 verwiesen wird (vgl. Jes 13,17; Jes 21,2). Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die Priesterschrift auf älteres, noch aus der judäischen Königszeit stammendes Listenmaterial zurückgegriffen hat. Die Fortschreibungen reichen ausweislich der in Gen 10,4b nachgetragenen Kittäer (Griechen) und Rhodier und der sich wohl auf das Vordringen der Nabatäer beziehenden Liste arabischer bzw. südarabischer Völker in Gen 10,26-30 bis ins ausgehende 4. Jh. v. Chr. Eine noch spätere Datierung, wie sie Gmirkin (2006, 140-169) aufgrund vermeintlicher Anspielungen auf das letzte Kriegsjahr des Ersten Syrischen Krieges (273 / 272 v. Chr.) und aufgrund unzureichender literargeschichtlicher Analysen vertreten hat, scheitert nicht zuletzt daran, dass Gen 10 in der vorliegenden Form im Wesentlichen bereits durch die → Chronikbücher und durch die → Septuaginta, deren Anfänge für den Pentateuch in der Mitte des 3. Jh.s v. Chr. liegen, vorausgesetzt wird.

3. Vorlagen und Parallelen

Die Autoren und Redaktoren der Völkertafel haben neben eigenständigen Konstruktionen und erklärenden Notizen auf vorgegebenes Material zurückgegriffen. Allerdings ist im Einzelnen schwer zu sagen, ob es sich dabei um Feldzugs- und Tributlisten (Beispiele bei Weippert 2010, 254-265), Handelslisten (vgl. Ez 27 und dazu Saur 2008, 197ff.) oder Namenslisten (Onomastika, vgl. Ps 104; Ps 148; Hi 38-39) handelte. Auch Länderlisten in den Inschriften des persischen Königs Darius I. (522-486 v. Chr.), wie sie sich z.B. in Naqš-i Rustam (DNa) oder in der großen Behistun-Inschrift (DB), die über aramäische Papyrusabschriften auch auf der Nilinsel → Elephantine bekannt war, finden, könnten als Anregung gedient haben (vgl. dazu schon Hölscher 1949, 54):

§ 6 „Es kündet Darius der König: Dies sind die Länder, die mir zugekommen sind – nach dem Willen Ahuramazdas war ich ihr König: Persien, Elam, Babel, (As)syrien, Arabien, Ägypten, die Meerbewohner, Sardes, Ionien, Medien, Armenien, Kappadokien, Parthien, Drangiana, Areia, Chorasmien, Baktrien, Sogd, Gandhara, Skythien, Sattagydien, Arachosien, Makar, insgesamt 23 Länder.“ (Behistun-Inschrift zitiert nach Borger / Hinz, TUAT I, 423; vgl. Lecoq 1997, 188).

Vergleichbare geographische Auflistungen, die wie Gen 10 kleine narrative Elemente enthalten, finden sich in der Umwelt des antiken Israel und Juda u.a. im Schiffskatalog der Ilias (2,484-604), im sogenannten Katalog der Frauen, der schon in der Antike Hesiod zugeschrieben wurde, wohl aber erst aus dem 6. Jh. v. Chr. stammt und der in Hexametern Sagen und Sagengestalten der Griechen in genealogischen Zusammenhängen, jeweils von einer Stammmutter ausgehend, nennt (Marg 1970, 395ff.). Davon abhängig ist die Bibliothek des Apollodor von Athen (2. Jh. v. Chr.), die in Buch 1 (V.45ff.) eine mit Kurzerzählungen und Etymologien angereicherte Übersicht über die Nachkommen des griechischen Sintfluthelden Deukalion bietet (Brodersen 2004, 20ff.).

Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 92687; Rekonstruktion nach E. Unger, Babylon. Die heilige Stadt nach der Beschreibung der Babylonier, photomech. Nachdr. der Ausg. v. 1931, erweitert um eine Vorbemerkung von R. Borger, Berlin 1970, Tf. 3

Abb. 5 Die sog. Babylonische Weltkarte und eine Rekonstruktion; die Welt liegt inmitten der Urwasser (Apsu); der Euphrat entspringt dem Gebirge oben und mündet im Sumpfland unten; ein Rechteck stellt Babylon, Kreise stellen weitere Ortschaften dar (Tontafel, Sippar, 6./5. Jh. v. Chr.).

In einem weiteren Horizont gehört die Völkertafel, wie in verkleinertem Maßstab die sogenannte Paradiesgeographie in Gen 2,10-14, auch in den Kontext altorientalischer und griechischer Kartographie (Hölscher 1949; Millard 1987). Für diese stehen exemplarisch einerseits die in die Zeit zwischen dem 9./8. Jh. und dem 6. Jh. v. Chr. datierte „Erdkarte von Babylon“ aus Sippar (?) (Röllig 1983, 464-467; North 1979, 32-36; Millard 19987, 114; Horowitz 1990, 40-42). Auch ägyptische Papyruskarten wären hier zu nennen (Shore 1987).

Andererseits ist auf die Karten des Anaximander (550 v. Chr.), des Hekataios von Milet (ca. 500 v. Chr.) und des Eratosthenes (ca. 276 / 273-194 v. Chr.) sowie Landschafts- und Völkerbeschreibungen bei dem Geschichtsschreiber Herodot (490 / 480-424 v. Chr.; Historien II,16; IV,36ff.) und bei späteren hellenistischen Historikern zu verweisen, wobei hier v.a. die umfangreiche Geographie des Strabo (etwa 63 v. Chr. – 23 n. Chr.) zu nennen ist (Kish 1978, 9-117; Harley / Woodward, 1987; Staubli 2003, 25-29).

4. Geographie und Theologie

Trotz der genannten Parallelen ist Gen 10 in seiner Dichte und seinem Differenzierungsgrad sowie seiner Einbindung in eine mytho-historische Großerzählung eine kulturgeschichtlich einmalige Darstellung ethnischer, geographischer, sprachlicher, politischer, sozialer und wirtschaftlicher Verhältnisse und Prozesse in Kleinasien, dem Vorderen Orient (einschließlich Syrien-Palästinas) und Nordafrikas (einschließlich Ägyptens) im 1. Jt. v. Chr. Zugleich hat Gen 10 implizit zwei theologische Schwerpunkte, die sich aus der unterschiedlichen literarischen Herkunft der einzelnen Bestandteile ergeben.

Aus der priesterschriftlichen Tradition stammt, vermittelt über die Segensnotizen in Gen 1,28; Gen 5,1 und Gen 9,1 der Aspekt des → Segens. So ist Gen 10 wie Gen 5 eine Darstellung des sich im Lauf der Geschichte verwirklichenden Schöpfungs- und Mehrungssegens (Gen 1,28). Gen 5 entfaltet den Segen über die Darstellung von 10 Generationen von Adam bis Noah mit dem Akzent auf der Dimension der Zeit, Gen 10 den nach der Sintflut neu gegebenen Schöpfungs- und Mehrungssegen über die Darstellung der Verbreitung und Differenzierung der Völkerwelt mit dem Akzent auf der Dimension des Raums. Dabei kommen hier sowohl die Aspekte des vorgefundenen als auch des ideologisch konstruierten und des erlebten → Raums zur Geltung, wie sie die critical space theory entfaltet (Dünne / Günzel 2006). Die beiden letzten Aspekte zeigen sich besonders deutlich in den nachpriesterschriftlichen, redaktionellen Texten.

So hat die priesterschriftliche neutrale Darstellung, die bezeichnender Weise kein kultisches, politisches oder nationales Zentrum nennt (vgl. dagegen Ps 46; Ps 87), durch die Einlage der nichtpriesterschriftlichen Stücke eine vertiefte politische Dimension bekommen, wobei auch in der Endgestalt die universale Perspektive beibehalten wird. Mittels der Nimrod- und der Pelegnotiz deutet der Redaktor an, dass Völkerverhältnisse auch Abhängigkeiten darstellen und dass bei der Differenzierung von Völkern immer auch Gewalt mit im Spiel ist. Das idealisierende Bild der Völkerverteilung der Priesterschrift, die alle Völker der dem Erzähler bekannten Welt gleichmäßig und in einem natürlichen Verzweigungsprozess auf einen Urvater zurückführt, ist durch die Redaktion „realpolitisch“ korrigiert worden. Eine solche Eintrübung der priesterschriftlichen Darstellung der Völkerwelt ist durch die redaktionelle Erzählung von Noahs Weinberg in Gen 9,20-27 vorbereitet. So weiß der Leser durch Gen 9,20-27 bereits vor Gen 10, dass die Völker Kanaans bzw. Hams unter dem Fluch stehen werden. Derselben Tendenz einer Verdunklung der einlinigen Segensgeschichte der Priesterschrift ist die in Gen 11,1-9 folgende Mythe vom Stadt- und Turmbau zu Babel verpflichtet, die im Schatten von Gen 10 vom verfehlten Versuch des Menschen erzählt, entgegen der von Gott gewollten Differenzierung der Völker (vgl. auch Dtn 32,8) mittels einer Megastadt eine Einheitsgesellschaft herzustellen (→ Turmbauerzählung). In dem literargeschichtlich mindestens schon auf die priesterschriftliche Völkertafel zurückblickenden theologischen Programm der Abrahamerzählung (Gen 12,1-3; Gen 18,18) wird dann angedeutet, worin die Völker der Erde ihre Einheit finden: in der Teilhabe am Segen Abrahams (Witte 1998, 194).

Mit der Beschreibung von Grenzen, den Nähe und Distanz anzeigenden genealogischen und geographischen Gliederungen sowie der Benennung geschichtlicher Haftpunkte („nach der Flut“, „Anfang der Herrschaft“) genügt die Völkertafel den wesentlichen philosophischen Kriterien eines Raumbegriffs. Charakteristisch für das Raumverständnis der Völkertafel ist, dass Raum verstanden wird als Erfahrungs- und Handlungsraum Gottes, der mittels seines Segens Leben schenkt (Gen 9,1), mittels seines „Bundes“ (bərît) Leben in seinem Bestand garantiert (Gen 9,11ff.) und der auf menschliches Handeln reagiert (Gen 11,1-9).

Im Rahmen seiner heilsgeschichtlichen Hermeneutik interpretierte → Martin Luther, der mehrfach über Gen 10 gepredigt und den Text ausführlich in seiner Genesisvorlesung von 1535-1545 ausgelegt hat, die Völkertafel als Spiegel der Vergänglichkeit des Menschen und als Zusammenfassung der Weltgeschichte bis auf Eber a quo Ebraea gens nomen accepit, tanquam haeres, cui promissio de Christo destinata est prae omnibus totius mundi populis „von dem das Geschlecht der Hebräer den Namen hat, als welches der Erbe sei, dem die Verheißung von Christus vor allen Völkern der ganzen Erde bestimmt sei“ (WA 42, 409).

5. Rezeptions- und Wirkungsgeschichte

Gen 10 hat literarisch sowie geistes- und kunstgeschichtlich stark gewirkt. Kennzeichnend für die frühen literarischen Rezeptionen ist zum einen die aktualisierende Ausgestaltung einzelner Notizen, zum anderen bereits der die gesamte Geschichte der Auslegung von Gen 10 prägende Versuch, die einzelnen Völker genauer zu identifizieren. Dabei spiegeln die vorneuzeitlichen Identifikationsversuche jeweils das vorhandene geographische Wissen. Manche der vorgeschlagenen Identifikationen beruhen einfach auf lautlichen Anklängen an bekannte Namen. Mitunter zeigen sich in der Entschlüsselung einzelner Namen aktuelle politische Konstellationen, was hermeneutisch von den biblischen Autoren präfiguriert ist, wenn sie z.B. Jafet als Chiffre für die Griechen verwenden.

In dem im 2. Jh. v. Chr. entstandenen → Jubiläenbuch (Jub 8-9; Text Pseudepigraphen), das die Genesis aus einem chronologisch-liturgischen, mitunter apokalyptisch orientierten Interesse kommentiert und fortschreibt, wobei der Genesistext über weite Strecken wörtlich zitiert ist, wird die Völkertafel weitgehend geographisch interpretiert und klimatisch gegliedert (Hölscher 1949, 57-73; Prato 1999, 535-539; Scott 2002, 27-43). Jafet steht für den kalten Norden, Ham für den heißen Süden und Sem für das mittlere Gebiet mit einem gemäßigten Klima. Über Gen 10 hinausgehend werden Flüsse und Meere als gliedernde Größen eingeführt (Jub 8,11-9,15; vgl. 1QGenAp XVI,11-XVII,16; → Genesis-Apokryphon). Der geographische Horizont ist gegenüber Gen 10 erheblich erweitert, indem beispielsweise bis nach Indien, zum Kaspischen Meer und zur Bretagne geblickt wird. Mit der Einführung der drei Heiligtümer des Gartens Eden, des Sinai und des Zion als „Nabel der Welt“ (Omphalos, Jub 8,19; vgl. Ez 38,12; 1Hen 26,1; Babylonischer Talmud, Traktat Sanhedrin 37a.b [Text Talmud]), die jeweils dem Gebiet von Sem zugewiesen werden, ist die Völkertafel nun kultisch zentriert und erhält zusätzlich eine Himmel und Erde verbindende vertikale Ausrichtung.

Bei dem jüdischen Geschichtsschreiber → Flavius Josephus (etwa 37/38-100 n. Chr.) wird Gen 10 im Rahmen der Jüdischen Altertümer (Antiquitates Judaicae 1,120-139; Text gr. und lat. Autoren) referiert (Prato 1999, 534f.). Dabei expliziert Josephus die Völkertafel mit zu seiner Zeit bekannten und seinen paganen römischen Lesern vertrauten geographischen Bezeichnungen und fügt knappe Erklärungen und kurze Exkurse ein. U.a. erscheinen jetzt der Name Judäa für das in Gen 10 Kanaan zugewiesene Gebiet (Ant. 1,134) und die seit Herodot (vgl. z.B. Historien 2,104; 3,5) bekannte Bezeichnung → Palästina für das Gebiet der → Philister (Ant. 1,136).

Ähnlich wie Josephus bieten Pseudo-Philo (Liber Antiquitates 4-5, 1. Jh. n. Chr.) und die rabbinische Tradition weitergehende Identifikationen der einzelnen Völker, wobei in rabbinischen Schriften z.B. Gomer mit Afrika oder Magog mit Germanien gleichgesetzt werden kann (Krauss 1894/95, 2).

Eine eigentümliche Aufnahme der Völkertafel bietet die aus Höhle 1 in → Qumran bekannte Kriegsrolle (1. Jh. v. Chr.), die von einem endzeitlichen Kampf der „Söhne des Lichts“ gegen die „Söhne der Finsternis“ berichtet, unter denen auch die Söhne Arams (Gen 10,23), Hams (Gen 10,6) und Jafets (Gen 10,2) aufgelistet werden (1QM II,10-14).

In der neutestamentlichen Erzählung vom Pfingstwunder, nach der mittels der Gabe des Heiligen Geistes die die Völker trennende Sprachgrenze im Vollzug der Verkündigung des Evangeliums aufgehoben wird, greift Lukas nicht nur auf Gen 11,1-9 zurück, sondern auch – vermittelt über Jub 8-9? – auf eine an Gen 10 erinnernde Auflistung von Völkern (vgl. Apg 2,9-11; Scott 2002, 68-84).

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 30.1.2011; vgl. auch Woodward, 1987, Israel, 302

Abb. 6 Radkarte nach Isidor von Sevilla.

Namentlich nach Sem, Ham und Jafet gegliederte dreiteilige Weltkarten finden sich in der abendländischen mittelalterlichen Kartographie von den auf die Etymologiae des Isidor von Sevilla (etwa 560-636) zurückgehenden „Radkarten“ (auch „T-O-Karten“ genannt), bei denen in einem oberen Halbkreis Sem (= Asien) und in zwei unteren Viertelkreisen Japhet (= Europa) und Ham (= Libyen / Afrika) dargestellt sind (Arentzen 1984, 113-123; Woodward 1987; Williams 1994 nr. 8; 20-23 u.ö.; Scott 2002, 159; Abb. 4), bis hin zur „Nürnberger Chronik“ von Hartmann Schedel (1493; „Schedelsche Weltchronik“; Arentzen 1984, nr. 63; Schedel / Füssel 2001, 636; Abb. 5) oder zur Ökumenekarte des Simon Marmion (15. Jh., Arentzen 1984, nr. 38).

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 30.1.2011; vgl. auch Schedel / Füssel, 2001

Abb. 7 Schedelsche Weltchronik.

Eine zweite wirkungsgeschichtliche Linie von Gen 10 zeigt sich in der Vorstellung von 70 bzw. 72 Nationen, denen 70 bzw. 72 Fürsten des himmlischen Königreichs zugeordnet sind (vgl. 1Hen 89,59f.; 3Hen 17,8 [→ Henoch]; Babylonischer Talmud, Traktat Sukka 55b [Text Talmud 2]; Midrasch zu Numeri 14,12; Midrasch zu den Psalmen 68,6; Targum Pseudojonatan zu Gen 11,7). Möglicherweise steht diese Tradition auch hinter der Theorie des → Aristeasbriefs, 72 Übersetzer hätten die hebräische Bibel ins Griechische übersetzt (EpArist 50; 307; → Septuaginta), was in der rabbinischen Vorstellung von der Vermittlung der Tora in 70 Sprachen eine Analogie besitzt (Babylonischer Talmud, Traktat Sota 7,5). Schließlich spiegelt sich die Tradition von 70 (72) Völkern im Motiv von der Aussendung von 70 Aposteln (Lk 10,1; Scott 2002, 51).

In der Sprachwissenschaft und Völkerkunde des 18. / 19. Jh.s ist in Anlehnung an Gen 10 eine Klassifikation in semitische, hamitische und jafetitische Sprachen und Rassen aufgekommen; bezogen auf die Sprachen wohl erstmals durch August Ludwig Schlözer (1781). Nach den Erfahrungen des 19. / 20. Jh.s mit dem sich vor allem gegen die Juden richtenden Antisemitismus und mit der Erkenntnis tiefgreifender ethnischer, sozialer, kultureller, religiöser und historischer Unterschiede zwischen den als semitisch, hamitisch und jafetitisch angesprochenen Gruppen, ist aber nur noch die Einteilung der vorderasiatischen und nordafrikanischen Sprachen in → semitische und hamitische Sprachen vertretbar (Müller 2004, 1199; Gzella 2009).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Umsetzung von Gen 10 in eine vermeintlich exakte Karte. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Struktur der Völkertafel, 1. Jafet. Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)
  • Abb. 3 Struktur der Völkertafel, 2. Ham. Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)
  • Abb. 4 Struktur der Völkertafel, 3. Sem. Die Grundlage dieser Übersicht stammt von Thomas Hieke (2003). In Klammern sind die sicheren Identifikationen angegeben, vgl. dazu die neueren Kommentare zur Urgeschichte, v.a. von Lothar Ruppert (1992) und Horst Seebass (1996)
  • Abb. 5 Die sog. Babylonische Weltkarte und eine Rekonstruktion; die Welt liegt inmitten der Urwasser (Apsu); der Euphrat entspringt dem Gebirge oben und mündet im Sumpfland unten; ein Rechteck stellt Babylon, Kreise stellen weitere Ortschaften dar (Tontafel, Sippar, 6./5. Jh. v. Chr.). Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 92687; Rekonstruktion nach E. Unger, Babylon. Die heilige Stadt nach der Beschreibung der Babylonier, photomech. Nachdr. der Ausg. v. 1931, erweitert um eine Vorbemerkung von R. Borger, Berlin 1970, Tf. 3
  • Abb. 6 Radkarte nach Isidor von Sevilla. Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 30.1.2011; vgl. auch Woodward, 1987, Israel, 302
  • Abb. 7 Schedelsche Weltchronik. Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 30.1.2011; vgl. auch Schedel / Füssel, 2001

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