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Lexikon

Thessaloniki („Thessalonich“)

Christoph vom Brocke

(erstellt: Jan. 2010)

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Thessaloniki ist eine Hafenstadt in Makedonien (Nord-Griechenland), deren Anfänge in hellenistischer Zeit liegen.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Zweite Missionsreise des Paulus (mit Thessaloniki)

1. Name

Der Name „Thessaloniki” (griech. Θεσσαλονίκη) geht auf die gleichnamige Halbschwester Alexanders des Großen zurück, zu deren Ehren die Stadt im Jahre 316/315 v.Chr. gegründet wurde.

Vom Namen abgeleitet ist das Gentilizium Θεσσαλονικεύς, das den Einwohner der Stadt bezeichnet – im Deutschen traditionell übersetzt mit „Thessalonicher”.

2. Biblische Überlieferung

2.1. Vorkommen

Der Name der Stadt „Thessaloniki” (Θεσσαλονίκη) sowie die Bezeichnung „Thessalonicher” (Θεσσαλονικεύς) finden sich sowohl in der Apostelgeschichte (Apg 17,1.11.13; auch Apg 20,4 und Apg 27,2) als auch in den Präskripten der beiden Thessalonicherbriefe (1Thess 1,1; 2Thess 1,1), darüber hinaus im Philipperbrief (Phil 4,16) und im Zweiten Brief an Timotheus (2Tim 4,10).

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 2 Promenade mit „Weißem Turm“ im Hintergrund.

2.2. Apg 17,1-10: Paulus in Thessaloniki

Nach Apg 17,1ff ist Thessaloniki eine der Stationen auf der 2. Missionsreise des Apostels Paulus (vgl. Apg 15,35-18,22). Hier gründete der Apostel im Jahre 49 n.Chr. eine christliche Gemeinde, an die später die beiden „Thessalonicherbriefe” gerichtet sind (1Thess 1,1 bzw. 2Thess 1,1).

Nach dem Bericht des Lukas reisten Paulus und seine Begleiter, von denen Silas und Timotheus namentlich erwähnt werden (Apg 16,25; Apg 17,14), auf der römischen Heerstrasse, der Via Egnatia, von Philippi über Amphipolis und Apollonia nach Thessaloniki (Apg 17,1a). Ihr Ziel war die Gründung einer weiteren christlichen Gemeinde in der römischen Provinz Macedonia, deren Hauptstadt Thessaloniki war.

Die Missionstätigkeit des Paulus begann nach Apg 17,1 in der örtlichen Synagoge, die dem Apostel aufgrund seiner persönlichen Herkunft und der Anwesenheit von Gottesfürchtigen entsprechende Anknüpfungspunkte bot. Apg 17,3 berichtet vom Erfolg der Predigt, insbesondere unter gottesfürchtigen Griechen und „angesehensten Frauen”.

Im weiteren Verlauf der Missionstätigkeit sei es dann zu Auseinandersetzungen gekommen (Apg 17,5). Demnach zog eine von Juden aufgewiegelte Menschenmenge vor das Haus eines gewissen Jason, um die Missionare herauszuholen und aburteilen zu lassen. Man wird nicht fehlgehen, dass es sich bei Jason sowohl um ein Mitglied der noch jungen christlichen Gemeinde, als auch um den Patron einer Hausgemeinde sowie den Gastgeber des Paulus handelt.

Da die Missionare nicht mehr dort waren, wo die Menge sie vermutetet - so berichtet Apg 17,6 weiter -, schleifte man „Jason und einige Brüder vor die Oberen der Stadt”, die den offiziellen, auch epigraphisch belegten Titel „Politarchen” trugen (vgl. z.B. IG X 2,1 nr. 126). Man beschuldigte sie, „den ganzen Weltkreis” in Aufregung zu versetzen und gegen kaiserliche Edikte (δόγματα) zu verstoßen (Apg 17,7), da sie einen anderen, nämlich Jesus für den König (βασιλεύς) hielten. Erst gegen Stellung einer Kaution kamen die Angeklagten wieder frei (Apg 17,9).

Paulus und Silas wurden - wohl aus Sicherheitsgründen - noch in derselben Nacht aus der Stadt geleitet und nach Beroia geschickt (Apg 17,10).

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 3 Text einer Inschrift aus Thessaloniki mit Namen von Politarchen (1. Jh. n. Chr.).

2.2.1. Die historische Verwertbarkeit von Apg 17,1-10

Die historische Verwertbarkeit dieser Perikope ist von der redaktionsgeschichtlichen Forschung teilweise in Frage gestellt worden und muss differenziert betrachtet werden. Die Schilderung der Predigt und des Missionserfolges sowie die Reaktion der Juden wirkt in der Tat recht schematisch (vgl. z.B. Apg 14,1ff). Auch dürfte die Angabe in Apg 17,2, dass Paulus nur an drei Sabbaten in der Synagoge gepredigt habe - jedenfalls so verstanden - für eine Gemeindegründung recht knapp bemessen sein. Aus den eigenen Hinweisen des Apostels im Brief an die Philipper ist ersichtlich, dass Paulus während seines Aufenthaltes in Thessaloniki mindestens zweimal (vielleicht sogar mehrmals) Unterstützung aus Philippi erhalten hat (vgl. Phil 4,16). Dieses Faktum und die relativ große Entfernung von Philippi nach Thessaloniki (ca. 150 km) lassen eher auf einen längeren Aufenthalt schließen.

Auch die Anknüpfung der paulinischen Mission an der Synagoge (Apg 17,1) stand unter dem Verdacht, sich als lukanisches Theologumenon mehr dem heilsgeschichtlichen „Prinzip” (Conzelmann 85) als historisch verwertbarer Erinnerung zu verdanken, da überdies der Nachweis für eine Existenz einer Synagoge im kaiserzeitlichen Thessaloniki fehlte. Zu Unrecht, wie neuere Überlegungen zu den Angaben bei Philo von Alexandrien (Legatio ad Gaium 281f) sowie der Fund einer Inschrift zeigen, die für das 2. Jh.n.Chr. - der überregionalen Bedeutung einer Provinzhauptstadt entsprechend - mehrere Synagogen in Thessaloniki bezeugt (vgl. vom Brocke 223ff).

Im Kern dürfte Lukas historische Kenntnis verarbeitet haben. Dafür sprechen weitere Indizien wie z.B. die exakte Beschreibung der Reiseroute, die dem Verlauf der Via Egnatia von Philippi nach Thessaloniki folgt (Apg 17,1a), die Kenntnis des die Geschicke der „freien Stadt” (civitas libera) lenkenden Gremiums der Politarchen (Apg 17,6) oder die sich um Jason rankende Personaltradition (Apg 17,5b-9) sowie letztlich auch das Wissen um die Schwierigkeiten bei der Gründung der christlichen Gemeinde, die durch die Selbstaussage des Apostels in 1Thess 2,2 („unter viel Kampf”) gestützt wird.

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Abb. 4 Die Via Egnatia zwischen Neapolis und Philippi.

2.3. Paulus über seinen Aufenthalt in Thessaloniki

Die eigenen Angaben des Paulus über seinen Aufenthalt in Thessaloniki sind sehr spärlich. Im 1Thess, der um 50 n.Chr. von Korinth aus nach Thessaloniki geschickt wurde, betont der Apostel im Rückblick auf die Gründung der dortigen Gemeinde und im Hinblick auf seine Person lediglich, dass er weder „mit Schmeichelworten” aufgetreten sei, noch „mit versteckter Habsucht”” (1Thess 2,5). Stattdessen habe er „Tag und Nacht” (1Thess 2,9) gearbeitet, um niemandem zur Last zu fallen, und nur von den Philippern habe er Unterstützung angenommen (vgl. Phil 4,16). Man darf annehmen, dass hinter diesen Worten entsprechende, zumindest potentielle Vorwürfe im Raum standen, die den Verkündiger des Evangeliums auf eine Stufe mit professionellen und berufsmäßigen Rhetoren und Wanderpredigern stellten.

Die Entwicklung der christlichen Gemeinde nach der Abreise des Apostels aus Thessaloniki ist von Bedrängnissen, aber auch von Bewährung und Standhaftigkeit geprägt (vgl. 1Thess 2,14; 1Thess 3,3). Davon erfährt Paulus, der der Gemeinde eigentlich selbst beistehen wollte (vgl. 1Thess 2,18), durch seinen Mitarbeiter Timotheus, den er von Athen nach Thessaloniki geschickt hatte (vgl. 1Thess 3,1ff).

2.4. Apg 20,4; Apg 27,2; 1Thess; 2Thess, 2Tim 4,10

Der Gründungsaufenthalt blieb nicht der einzige Besuch des Paulus in Thessaloniki. Während der so genannten 3. Missionsreise (ca. 52-55 n. Chr.), die hauptsächlich eine Reise von Ephesus nach Griechenland und zurück ist (vgl. Apg 18,23-21,17), wird er die Gemeinde ein weiteres Mal besucht haben (vgl. Apg 20,1ff). Unter den Begleitern des Apostels befanden sich nach Apg 20,4 u.a. die beiden Thessalonicher Aristarchus und Secundus, wovon der erste in Apg 27,2 explizit als Makedone bezeichnet wird (Μακεδών) – eine Hervorhebung, die auf dem Hintergrund der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im römischen Thessaloniki (Makedonen, Thraker, Griechen, Römer) verständlich ist.

Die Tatsache, dass die „Gemeinde der Thessalonicher” (vgl. 1Thess 1,1; 2Thess 1,1) schon bald nach ihrer Gründung in der Lage war, dem Apostel eigene Mitarbeiter zu stellen, läßt Wachstum und innere Konsolidierung vermuten. Die weitere Entwicklung der Gemeinde ist ansonsten nur durch Umkehrschluss aus der Frontstellung des 2Thess zu erheben.

Der vermutlich späteste neutestamentliche Beleg 2Tim 4,10 bringt kaum verwertbare Information („Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen und ist nach Thessalonich gezogen”).

3. Lage und Aufriss der Stadt

Thessaloniki ist heute mit etwa einer Million Einwohnern (Ballungsraum Thessaloniki) nach Athen die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Sie liegt in der nördlichen Ägäis am Thermaischen Golf (geographische Koordinaten: 40° 39' N, 22° 58' O) und war seit je her aufgrund dieser bevorzugten Lage eine bedeutende Hafenstadt.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 5 Nordostmauer mit Blick vom Trigoniou-Turm.

Das Weichbild ist geprägt von der Hanglage (Höhe ü.d.M. 0-115 m), die schon in der Antike eine terrassenförmige Anlage der Straßen und Wohnviertel erforderte. Während das Geländeprofil der Stadt in Küstennähe und bis zur Höhe der Strasse „Egnatia” relativ flach verläuft, liegt die „Römische Agora” in der Mitte der Altstadt bereits 20 Meter ü.d.M., die Wohnviertel nördlich der Kirche Agios Demetrios sogar zwischen 50 und 100 Meter ü.d.M.

Die moderne Stadt lässt das ursprüngliche, fast quadratische Straßensystem mit rechtwinklich aufeinander zulaufenden Straßenzügen noch gut erkennen. Dieses geht auf die hellenistisch-römische Zeit zurück und wird - cum grano salis - bereits Mitte des 1. Jh.s n.Chr. vorhanden gewesen sein. Einige der modernen Straßen liegen noch unmittelbar über den Trassen römischer Pflasterung.

Thessaloniki hatte in der frühen Kaiserzeit noch nicht die Ausdehnung der heutigen Altstadt, deren Umfang durch den Verlauf der Stadtmauern aus antiker bzw. byzantinischer Zeit markiert wird. Die bebaute Fläche konzentrierte sich zunächst auf die höher gelegenen Abschnitte im Norden der Altstadt, sodann auf das Zentrum um die von den Römern angelegte „Römischen Agora” und die Gegend um den Hafen. Erst in spätrömischer Zeit (3./4. Jh.n.Chr.) füllte die Bebauung den Bereich der heutigen Altstadt und erreichte damit eine Ausdehnung, die bis zum 19. Jh. Bestand haben sollte.

4. Geschichte

4.1. Die makedonische Zeit

Die Stadt wurde 316/315 v.Chr. vom makedonischen König Kassander gegründet. Dieser war aus den blutigen Machtkämpfen, die nach dem Tode Alexanders des Großen um dessen Nachfolge einsetzten, in Makedonien als Sieger hervorgegangen. Zur Festigung seiner dynastischen Ansprüche heiratete er eine Halbschwester Alexanders, die den Namen „Thessaloniki” (Θεσσαλονίκη) trug und benannte die neu gegründete Stadt nach ihr.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 6 Inschrift mit dem Namen der Königin „Thessaloniki“.

Die Einwohnerschaft Thessalonikis rekrutierte sich zunächst aus den Bewohnern der umliegenden Ortschaften (Synoikismos). Die Stelle selbst, an der Thessaloniki gegründet wurde, war wohl ebenfalls nicht unbesiedelt. Ob die Überreste eines monumentalen Tempels aus spätarchaischer Zeit (6./5. Jh.v.Chr.), die in der Altstadt gefunden wurden und heute im Archäologischen Museum ausgestellt sind, als Indiz dafür gewertet werden können, ist neuerdings ebenso in Frage gestellt worden (Steimle) wie die Verwertbarkeit der Notiz des griechischen Geographen und Historikers Strabon (ca. 63 v. - 20 n.Chr.), wonach es sich bei der Vorgängersiedlung um die Stadt „Therme” handele (VII frg. 24).

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 7 Fragmente des Tempels aus dem 6./5. Jh. v. Chr.

Aus der Gründungszeit Thessalonikis ist so gut wie nichts erhalten: lediglich im äußersten Nordosten fanden sich in Verbindung mit der spätrömischen bzw. byzantinischen Stadtmauer Reste aus hellenistischer Zeit (s.u.). In der Nähe wird auch die Akropolis des Kassander vermutet.

Thessaloniki entwickelte sich noch in makedonischer Zeit aufgrund der bevorzugten Lage im Inneren des Thermaischen Golfes und aufgrund der Tatsache der zunehmenden Verlandung des Hafens von Pella (Hauptstadt des makedonischen Königreiches) zum Handels- und Flottenstützpunkt (vgl. Livius, Ab urbe condita XLIV 6). Archäologische Funde bestätigen die Lokalisierung des Hafens im Südosten der Altstadt südlich des späteren Galerius-Palastes.

Das Zentrum der Stadt dürfte - gemäß neueren Forschungen - im Bereich der heutigen Oberstadt nördlich der römischen Agora zu suchen sein.

Die meisten Funde aus der Zeit bis 168 v.Chr. sind Inschriften, darunter eine mit einem Brief des makedonischen Königs Philipp V. aus dem Jahr 187 v. Chr. (IG X 2,1 nr. 3), in dem es um das Heiligtum des Serapis geht.

4.2. Die römische Zeit

Nach der Niederlage des letzten makedonischen Königs Perseus gegen die Römer im Jahre 168 v.Chr. wurde Thessaloniki zunächst Hauptstadt des zweiten makedonischen Teilstaates (μερίς), nach Errichtung der römischen Provinz im Jahre 148 v.Chr. Hauptstadt derselben und damit Sitz der Provinzialverwaltung und des Statthalters, der im praetorium – einem Komplex etwas nordwestlich der späteren Agora - residierte.

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Abb. 8 Praetorium des römischen Statthalters an der Platia Dioikitiriou.

Mit dem politischen Aufstieg der Stadt verband sich der wirtschaftliche Erfolg. Durch die Anbindung an die um 130 v.Chr. erbaute Via Egnatia, die den Verkehr von Italien aus in die neuen römischen Provinzen im Osten erheblich erleichterte, wuchs die Attraktivität Thessalonikis: Handel und Verkehr blühten auf, römische Kaufleute aus Italien gründeten Handelskolonien und ließen sich nieder (vgl. IG X 2,1 nr. 32.33). Sie trafen auf alteingesessene Thraker, auf Makedonen und auf Griechen aus anderen Städten des ägäischen Raumes, die schon lange vor ihnen hier sesshaft geworden waren.

In kultureller Hinsicht entwickelte sich Thessaloniki sowohl zu einem Anziehungspunkt als auch zur Wiege für Redner, Dichter und Literaten (vgl. 1Thess 2,5ff). Als bekanntester unter ihnen gilt Antipatros, der zur Zeit des Augustus wirkte und dessen Epigramme in der Anthologia Palatina zusammengestellt sind.

Im Laufe des 1. Jh.s v.Chr. wurde die Stadt mehrfach durch Einfälle barbarischer Stämme, die aus dem Donauraum nach Süden drängten, bedroht. Davon berichtet Marcus Tullius Cicero, der sich in den Jahren 57-55 v. Chr. als Verbannter in der Stadt aufhielt und den schlechten Zustand der Verteidigungsanlagen beklagte (vgl. Prov. 2,4; In Pisonem 84).

Noch einschneidender waren die Wirren der römischen Bürgerkriege, die nach der Ermordung Caesars ausbrachen und überwiegend in Makedonien ausgetragen wurden. Im Jahre 44 v. Chr. flohen die Caesarmörder Cassius und Brutus mit ihren Anhängern nach Makedonien, stellten dort ein Heer auf, wurden aber 42 v.Chr. in der Schlacht bei Philippi von Marcus Antonius und Caius Octavianus, dem späteren Kaiser Augustus, geschlagen. Aufgrund der Parteinahme für Antonius und Octavianus wurde Thessaloniki zur civitas libera („Freistadt“) erhoben (vgl. IG X 2,1 nr. 6). Damit erlangte die Stadt eine Stufe der politischen und wirtschaftlichen Souveränität gegenüber Rom. Zahlreiche Münzen mit dem Schriftzug ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ („Freiheit”), aber auch die Einführung einer neuen Zeitrechnung (Antonius-Ära) sowie die Errichtung eines Triumphbogens im Westen der Stadt, der im 3. Jh.n.Chr. als „Goldenes Tor” in die Befestigung integriert wurde, zeugen von diesem Ereignis.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 9 Statue des Augustus aus Thessaloniki.

Im Gegensatz zu anderen Städten Makedoniens konnte Thessaloniki trotz der Einflußnahme der Römer seinen griechischen Charakter bewahren: Man sprach nahezu ausschließlich Griechisch. Sogar die zugewanderten Römer passten sich dieser Situation an und schmückten ihre Grabsteine mit griechischen Inschriften. Ebenso blieben die administrativen Institutionen der Stadt mit Rat, Volksversammlung und Politarchen (πολιτάρχαι; vgl. Apg 17,6ff) unter der Herrschaft der Römer dieselben wie zu makedonischer Zeit.

Die weitere Geschichte der Stadt in der römischen Kaiserzeit ist die eines kontinuierlichen Aufstieges. Der Ruf als einer wachsenden Metropole dringt über die Grenzen Makedoniens hinaus (vgl. dazu 1Thess 1,8). Münzen aus Thessaloniki finden sich bald auch in weit entfernten Gebieten wie der Provinz Africa Proconsularis, und es gibt epigraphische Zeugnisse von Thessalonichern in Rom, in Pannonien und sogar im germanischen Bonn. Die Einwohnerzahl steigt von etwa 30.000 Mitte des 1. Jh.s n.Chr. auf ca. 100.000 im 4. Jh.n.Chr. (vgl. dazu vom Brocke 71ff). Die Bebauung überschreitet den durch die hellenistischen Mauern gegebenen Siedlungsbereich und stößt in Richtung Küste vor, wo neue Viertel mit Wohnhäusern, aber auch große monumentale Gebäudekomplexe entstehen.

Die Agora wird als administratives Zentrum der Stadt neu angelegt, bald darauf vergrößert und umgestaltet (2./3. Jh.n.Chr.), ein großes Theater-Stadion wird errichtet (1./2. Jh.n.Chr.), und auch die Befestigungsanlagen werden angesichts der zunehmenden Bedrohung durch die Völkerwanderung im 3. Jh. den neuen Bedingungen angepasst und verstärkt.

Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildet die Erhebung Thessalonikis zur kaiserlichen Residenzstadt unter dem Tetrarchen Galerius im Jahre 299 n. Chr. Im Südosten der Altstadt wird ein großer, repräsentativer Gebäudekomplex angelegt, von dem Teile eines mächtigen Triumphbogens, ein kolossaler Rundbau („Rotunda“) sowie Reste des Palastes (Oktagon etc.) zeugen.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 10 „Rotunda“ des Galerius (Anfang des 4. Jh.s n. Chr.).

Nach Galerius kam Konstantin der Große in die Stadt (321 n. Chr.) und verstärkte die Mauern, baute eine Flotte und schuf im Südwesten der Stadt einen neuen, großen befestigten Hafen. Eine Zeit lang erwog er, Thessaloniki zur zweiten Stadt des Reiches zu machen, entschied sich aber für das kleinere Byzanz am Bosporus, das in Konstantinopel umbenannt wurde.

Unrühmliche Bekanntheit erlangte die Stadt im Jahre 390 n.Chr., als Kaiser Theodosius die im Hippodrom versammelten Bürger - der Tradition nach 7.000 Menschen - ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht durch gothischen Truppen abschlachten ließ. Anlass war ein Aufstand der Bevölkerung gegen die Bevormundung durch die kaiserliche Verwaltung, bei dem auch der gothische Kommandeur der illyrischen Truppen ums Leben gekommen war. Die scharfe Kritik des Bischofs Ambrosius von Mailand an dem Massaker von Thessaloniki zwang den Kaiser, öffentlich Buße zu tun.

4.3. Die byzantinische und türkische Zeit

Auch in byzantinischer Zeit galt Thessaloniki mit seinen zahllosen Kirchen und Klöstern sowie den mächtigen sie beschützenden Mauern als die heimliche Hauptstadt des Reiches und war nach Konstantinopel die zweitgrößte Stadt auf der Balkanhalbinsel. Daran änderten die vielfältigen, teilweise erfolgreichen Versuche fremder Mächte nichts, sich der Stadt zu bemächtigen: zunächst waren es slawische Stämme (6./7. Jh.), dann Sarazenen und Bulgaren (10./11. Jh.), danach Normannen (12. Jh.), Franken (13. Jh.) und Venezianer (erste Hälfte des 15. Jh.), die vom Reichtum und der strategischen Bedeutung der Stadt angezogen wurden.

Erst die türkische Eroberung im 15. Jh. führte zu einem radikalen Einschnitt in der Geschichte der Stadt und zu einem rapiden Bevölkerungsrückgang, der in der Folgezeit nur langsam durch den Zuzug aus Spanien vertriebener Juden und durch die Ansiedlung türkisch stämmiger Bevölkerung ausgeglichen werden konnte. Den einstigen Stand von etwa 100.000 Einwohnern erreichte Thessaloniki erst im ausgehenden 19. Jh. wieder. 1912 endete die türkische Herrschaft, und Thessaloniki wurde in den modernen griechischen Staat integriert.

5. Götter und Kulte in der Antike

Dem Charakter einer antiken griechischen Stadt entsprach das religiöse und kultische Leben: man verehrte in Thessaloniki eine ganze Reihe von unterschiedlichen Gottheiten wie z.B. Apollo (IG X 2,1 nr. 52. 54), Zeus (IG X 2,1 nr. 32) oder Aphrodite (IG x 2,1 nr. 61). Allerdings können in den jeweiligen Epochen unterschiedliche Präferenzen festgestellt werden: Der ursprünglich thrakische Dionysos war beispielsweise schon in vorchristlicher Zeit für das offizielle Thessaloniki von Bedeutung. Das beweisen die Abbildung des Gottes auf den Münzen der Stadt aus der Zeit der letzten makedonischen Könige (187-168 v. Chr.) sowie die Ausrichtung regelmäßiger Dionysien (vgl. IG X 2,1 nr. 5. 12. 28). Auch die Bezeichnung einer der städtischen Phylen nach der Gottheit (vgl. IG X 2,1 nr. 184) spricht für das hohe Alter des Kultes. Ein Dionysos-Tempel konnte allerdings bislang nicht nachgewiesen werden.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 11 Dionysischer Phallos von der Agora (2./1. Jh. v. Chr.).

In der römischen Kaiserzeit wurde der Kult dieses Fruchtbarkeitsgottes hauptsächlich in Vereinen, den sogenannten Thiasoi (θίασοι) gepflegt. Davon gab es eine ganze Reihe, die vielleicht in der Gegend der späteren Acheiropoietos-Basilika eine privat gegründete Kultanlage unterhielten (Steimle 178f).

Inschriften verraten die Namen ihrer Mitglieder (Mystai), zu denen auch Frauen gehörten. Die Mysten verband neben dem kultischen Interesse vor allem die Pflege der Bestattungskultur und die Geselligkeit. Ihre nächtlichen Bankette und Gelage (vgl. IG X 2,1 nr. 259), bei denen der Wein reichlich floß, waren berühmt und berüchtigt. Möglicherweise haben die Mahnungen des Apostels Paulus in 1Thess 5,7f („Denn die schlafen, die schlafen des Nachts, und die betrunken sind, die sind des Nachts betrunken. Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein”) ihren Anlaß in entsprechenden Praktiken der Dionysosverehrer.

Die merkwürdigste und zugleich charaktervollste Erscheinung unter den verehrten Göttern Thessalonikis war der Kabirus. Während im Mysterienheiligtum auf Samothrake mehrere Kabiren verehrt wurden, war es in Thessaloniki nur einer. Er galt im 3. Jh.n.Chr. als der Stadtgott schlechthin und wird in einer Inschrift als der „heiligste“ unter allen Göttern bezeichnet (IG X 2,1 nr. 199). Bronzemünzen der Stadt bilden ihn mit einem großen Schmiedehammer ab. Im krassen Gegensatz zu seiner Bedeutung steht die äußerst fragmentarische Bezeugung. Auch über die Praktiken dieses Kultes ist so gut wie nichts bekannt.

Seit hellenistischer Zeit spielte die Verehrung der ägyptischen Gottheiten Isis, Serapis und Osiris eine Rolle. Davon zeugen nicht nur mehr als 70 Inschriften, sondern auch ein Gebäudekomplex („Serapeion”) im Südwesten der Altstadt. Vom „kleinen Serapistempel“ (Naiskos) mit unterirdischem Gang („Krypta“), der 1920 und 1939 im unteren Teil der Straße Karaoli-Dimitriou ton Kiprion teilweise ausgegraben, aber bald wieder zugeschüttet wurde, existiert nur noch ein Modell, das im Archäologischen Museum zu besichtigen ist.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 12 Modell des „kleinen Serapis-Tempels“ (Naiskos).

Inschriften beweisen, dass das Serapeion schon in makedonischer Zeit existierte, seine Blütezeit aber möglicherweise mit dem Auftreten des Marcus Antonius und der Kleopatra in Griechenland verbunden ist. Darauf könnten epigraphisch belegte Neu- und Umbauten in der Zeit zwischen 40-30 v.Chr. hindeuten (anders Steimle 106ff).

Inschriftliche Zeugnisse legen ebenfalls nahe, dass man sich im Serapeion auf Traumdeutung verstand. Ein entsprechend spezialisiertes Kultpersonal ist aber ebenso wenig bezeugt wie die Existenz von besonderen Inkubationsräumen. Von Heiligtümern dieser Art ist bekannt, dass sie Orte mystischer Gottesbegegnung waren: Durch Wanderungen in unterirdischen Gewölben konnte dem Mysten veranschaulicht werden, welche Finsternis der Uneingeweihte auf seinem Weg zur lichtvollen Gottheit überwinden musste (Salditt-Trappmann 22).

Christoph vom Brocke

Abb. 13 Inschrift für Isis aus Dankbarkeit für die Gebetserhörung (1. Jh. v. Chr.).

Von den Römern eingeführt und mit offizieller städtischer Unterstützung promulgiert war der Kaiserkult: wohl schon zu Zeiten des Augustus errichtete man in Thessaloniki ein Caesareum, in dem zunächst nur der divus Iulius, später auch andere Kaiser verehrt wurden. Davon zeugt nicht nur eine Inschrift (IG X 2,1 nr. 31), sondern auch eine korrespondierende Münzserie, die auf der Vorderseite den Kopf des Iulius Caesar mit der Umschrift ΘΕΟΣ („Gott“) zeigt (vgl. Touratsoglou 140).

Erst neuerdings konnte die Translozierung des monumentalen ionischen Tempels aus spätarchaischer Zeit (vgl. o.) und seine Umwidmung zum augusteischen Kaisertempel wahrscheinlich gemacht werden (Steimle). Da der Kaiserkult eine politische Dimension besaß, insofern er als Akt der Loyalitätsbezeugung verstanden werden konnte, werden in seinem Umfeld und im Rahmen der imperialen Propaganda der Pax Romana auch Schlagworte wie „Frieden“ (pax) und „Sicherheit“ (securitas) verbreitet worden sein. Ein Reflex dieser Parole findet sich in 1Thess 5,3.

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Abb. 14 Wannen im römischen Badehaus.

6. Antike Monumente

Monumentale archäologische Zeugnisse aus der hellenistisch-römischen Zeit sind generell aufgrund der kontinuierlichen Überbauung rar. Die meisten antiken Gebäude sind im Laufe der Jahrhunderte mehrfach überbaut und dadurch zerstört worden. So etwa das „Theater-Stadion” (1./2. Jh. n.Chr.), das heute unter mehreren modernen Straßenzügen im Südosten der Altstadt liegt und von dem bislang nur wenige Teile der Zuschauerränge ans Licht gekommen sind. Dieses sowohl literarisch als auch epigraphisch bezeugte Bauwerk von gewaltigen Ausmaßen (Länge 250 Metern, Breite 100 Meter) dürfte eines der größten Gebäude im kaiserzeitlichen Thessaloniki gewesen sein.

Auch von den antiken Hafenanlagen ist nichts Sichtbares erhalten. Doch lassen die archäologischen Funde erkennen, dass der hellenistisch-römische Hafen im Südosten der Altstadt, nicht weit vom späteren „Weißen Turm” (dem heutigen Wahrzeichen der Stadt) lag. Erst Kaiser Konstantin ließ im 4. Jh. n.Chr. einen neuen Hafen im Südwesten der Stadt anlegen.

Neuere archäologische Forschungen konnten dagegen die ältere Theorie erhärten, wonach sich das von Cicero (Pro Cn. Plancio 41) erwähnte Praetorium - der Amtssitz des römischen Statthalters - an der Plateia Dioikitiriou etwas nordwestlich der Römischen Agora befand. Die dort zu Tage geförderten Reste eines repräsentativen Gebäudes stammen überwiegend aus römischer Zeit, doch gibt es auch Vorgängerbauten aus frührömischer und sogar spätmakedonischer Zeit, die eine Identifizierung mit dem aus der Literatur bekannten Palast (Diod. 32,15) nahelegen, in dem der Beamte des makedonischen Königs (epistates) residierte (Steimle 19).

6.1. Die römische Agora

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 15 Römische Agora mit Odeion.

Die größte Grabungsstätte Thessalonikis ist die „Römische Agora“ (forum), die seit Jahrzehnten Gegenstand archäologischer Forschung ist. In der Mitte der Stadt gelegen, war sie bis zum 4. Jh. n.Chr. in jeder Hinsicht das Zentrum des kaiserzeitlichen Thessaloniki. Die Grabungen haben einen etwa 100 x 200 Meter großen Komplex freigelegt, der um einen rechtwinkligen, marmorgepflasterten Zentralhof angeordnet war. Dieser war an drei Seiten von Säulenhallen umgeben. An der Ostseite sind neben einem Odeion Reste einer Bibliothek, des Stadtarchivs sowie der Münzstätte mit Bauten für die Kaiserverehrung ans Licht gekommen. Unter der Südseite befand sich eine mit Gewölben gedeckte Stoa (cryptoporticus), die sowohl Geschäfte als auch Lagerräume beherbergte. Wichtige Teile des Komplexes (z.B. das Odeion) sind inzwischen restauriert.

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Abb. 16 Südstoa mit darunter liegendem Cryptoporticus.

Die architektonische Komposition des Platzes stammt aus dem 2./3. Jh. n.Chr. Einige in der Südostecke der Agora gemachten Funde, insbesondere eines römischen Badehauses gehen aber bis auf das 1. Jh. v.Chr. zurück, so dass unterschiedliche Bau- und Erweiterungsphasen differenziert werden müssen.

Christoph vom Brocke

Abb. 17 Wannen im römischen Badehaus.

6.2. Der Galerius-Komplex

Von dem unter Galerius (s.o.) Anfang des 4. Jh.s n.Chr. an der Südostgrenze der Stadt (zwischen Theater-Stadion und Stadtmauer) errichteten, mehrere Hektar großen Gebäudekomplex sind vor allem der Galeriusbogen („Kamára”) und die Rotunda, ein kolossaler Rundbau, gut erhalten.

Der Triumphbogen - 305 n.Chr. aus Anlass der Siege über die Perser errichtet - war ursprünglich Teil eines größeren Bauwerks, das als Entree zu einem heiligen Bezirk diente, in dessen Zentrum die Rotunda stand. Die Reliefdarstellungen auf den beiden großen Pfeilern des Bogens stehen in Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Perser.

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Abb. 18 Galeriusbogen.

Die Rotunda mit einem Durchmesser von ca. 24 Meter ist architektonisch einzigartig und nur mit dem Pantheon in Rom vergleichbar. Über die Funktion dieses Rundbaus wird bis heute gestritten (Tempel? Mausoleum?). Unter dem christlichen Kaiser Theodosius wurde das Bauwerk kurz nach 380 n.Chr. in eine Kirche umgewandelt und ist damit eines der ältesten erhaltenen Gotteshäuser der Christenheit überhaupt.

Südlich von Rotunda und Triumphbogen lag der Palast des Galerius. Die ausgegrabenen Reste und noch vorhandenen Grundmauern lassen auf eine großzügige, rechteckige Anlage mit Atrium und Peristyl-Stoa schließen. Im Südwestteil des Grabungsfeldes fällt mit einem Durchmesser von ca. 30 Metern ein achteckiges Gebäude auf (Oktogon), das ursprünglich prachtvoll ausgestattet war und vielleicht als Thronsaal diente.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 19 Palast des Galerius.

Östlich des Palastes befand sich – nahe der Südostmauer und über eine Länge von 400 Metern erstreckend - der ebenfalls von Galerius errichtete Hippodrom. Von dieser antiken Pferderennbahn zeugt nur noch das Straßenschild an der gleichnamigen Platia Hippodromiou. Die marmornen Sitzreihen sind aber als Bauteile innerhalb der Westmauer der Stadt erhalten.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 20 Westmauer mit Sitzreihen aus dem Hippodrom.

6.3. Die Stadtmauer

Das bei weitem am besten erhaltenen antike Monument ist die Befestigungsanlage. Von dem ursprünglich ca. 8 km langen Mauerring sind im Norden der Altstadt weite Teile erhalten geblieben. In ihrer jetzigen Gestalt stammen sie überwiegend aus byzantinischer Zeit. An einigen Stellen der 10-12 Meter hohen und 4-5 Meter breiten Mauern sowie der sie in regelmäßigen Abständen flankierenden Türmen ist in den Substruktionen ein älterer Kern erkennbar. Vor allem im Nordostabschnitt in der Nähe des aus türkischer Zeit stammenden Trigoniou-Turmes treffen Mauerteile aus byzantinischer auf solche aus römischer und hellenistischer Zeit. Die Übereinstimmung im Verlauf der heute sichtbaren Nord- und Nordostmauer mit der aus makedonischer Zeit kann daher - zumindest für diesen Abschnitt - als gesichert gelten. Im Bezug auf die Südmauer der hellenistischen Stadt wird der Bereich der heutigen Straße „Odos Agiou Demetriou” diskutiert.

Foto: Christoph vom Brocke

Abb. 21 Nordostmauer mit Trigoniou-Turm im Hintergrund.

Im Laufe der Geschichte sind die Befestigungsanlagen mehrfach ausgebessert, verstärkt und dem Wachstum der Stadt angepasst worden. Nachdem die Stadtmauer in römischer Zeit bis zum Meer verlängert und um eine Küstenbefestigung ergänzt worden war, wurde sie Ende des 4. Jh.s n.Chr. unter Kaiser Theodosius an der Ost- und Westseite durch starke „Vormauern” (προτείχισμα) erweitert.

Der „Weiße Turm”, heute das Wahrzeichen der Stadt”, wurde im 15. Jh. von den Venezianern erbaut. Seit dem 19. Jh. wurden Teile der antiken und mittelalterlichen Befestigungsanlage abgerissen, um Platz für eine moderne Stadtplanung zu schaffen.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Zweite Missionsreise des Paulus (mit Thessaloniki)

    © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

  • Abb. 2 Promenade mit „Weißem Turm“ im Hintergrund. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 3 Text einer Inschrift aus Thessaloniki mit Namen von Politarchen (1. Jh. n. Chr.). Foto: Christoph vom Brocke
  • Abb. 4 Die Via Egnatia zwischen Neapolis und Philippi. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 5 Nordostmauer mit Blick vom Trigoniou-Turm. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 6 Inschrift mit dem Namen der Königin „Thessaloniki“. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 7 Fragmente des Tempels aus dem 6./5. Jh. v. Chr. Foto: Christoph vom Brocke
  • Abb. 8 Praetorium des römischen Statthalters an der Platia Dioikitiriou. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 9 Statue des Augustus aus Thessaloniki. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 10 „Rotunda“ des Galerius (Anfang des 4. Jh.s n. Chr.). Foto: Christoph vom Brocke
  • Abb. 11 Dionysischer Phallos von der Agora (2./1. Jh. v. Chr.). Foto: Christoph vom Brocke
  • Abb. 12 Modell des „kleinen Serapis-Tempels“ (Naiskos). Foto: Christoph vom Brocke
  • Abb. 13 Inschrift für Isis aus Dankbarkeit für die Gebetserhörung (1. Jh. v. Chr.). Christoph vom Brocke
  • Abb. 14 Wannen im römischen Badehaus. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 15 Römische Agora mit Odeion. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 16 Südstoa mit darunter liegendem Cryptoporticus. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 17 Wannen im römischen Badehaus. Christoph vom Brocke

  • Abb. 18 Galeriusbogen. Public domain

  • Abb. 19 Palast des Galerius. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 20 Westmauer mit Sitzreihen aus dem Hippodrom. Foto: Christoph vom Brocke

  • Abb. 21 Nordostmauer mit Trigoniou-Turm im Hintergrund. Foto: Christoph vom Brocke
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